{"id":21503,"date":"2015-09-23T06:00:00","date_gmt":"2015-09-23T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/09\/23\/lgt-wie-ansteckend-ist-chinas-boersen-grippe-wirklich\/"},"modified":"2015-09-23T06:00:00","modified_gmt":"2015-09-23T06:00:00","slug":"lgt-wie-ansteckend-ist-chinas-boersen-grippe-wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-wie-ansteckend-ist-chinas-boersen-grippe-wirklich\/","title":{"rendered":"LGT: Wie ansteckend ist Chinas B\u00f6rsen-Grippe wirklich?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der US-Wirtschaft wird die j&uuml;ngste Entscheidung der US-Notenbank, von einer Zinserh&ouml;hung nochmals abzusehen, kaum Schaden zuf&uuml;gen. Sie verst&auml;rkte aber die Vorstellung, dass sich der Rest der Welt erk&auml;ltet, wenn sich China verschnupft&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das verunsichert zun&auml;chst zus&auml;tzlich. Dabei zeigt die Geschichte ganz klar: Solange die US-Konjunktur rund l&auml;uft, bleiben globale Haussen auch dann intakt, wenn selbst die gr&ouml;ssten Volkswirtschaften zu husten beginnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Chinas B&ouml;rsencrash und die Yuan-Abwertung sorgen seit Sommer f&uuml;r Unruhe. Das Wachstum der zweitgr&ouml;ssten &Ouml;konomie nimmt schon seit Jahren stetig ab. Der starke US-Dollar, die Rohstoffbaisse und der damit verbundene Kapitalabfluss bringt viele Emerging<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Markets in Bedr&auml;ngnis. Das sind Dinge, die wir beachten. Sie beeinflussen unsere Anlagepolitik. Mit der Entscheidung vom 17. September, die US-Leitzinsen vorerst nicht zu erh&ouml;hen, hat die Federal Reserve diese Probleme zus&auml;tzlich ins Rampenl icht ger&uuml;ckt. Die B&ouml;rsen haben mehrheitlich dementsprechend mit Verlusten reagiert. Genau daher lohnt es sich, eine Beobachtung, die wir vor vier Wochen nur nebenbei erw&auml;hnt haben, noch einmal etwas n&auml;her zu beleuchten: Extreme Wachstums- und W&auml;hrungsschwankungen grosser Volkswirtschaften kommen historisch immer wieder vor und haben bisher noch keine Aktienhausse abgew&uuml;rgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Archipel Nippon als historisches Paradebeispiel<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Paradebeispiel daf&uuml;r ist Japan in den 1990ern. Wenn wir das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) eines Landes in Relation zum US-BIP in USD betrachten, k&ouml;nnen wir globale Wohlstandsverschiebungen zu laufenden Markt-preisen eindr&uuml;cklich darstellen. Japan 1995 erreichte aus dieser Sicht den H&ouml;hepunkt bei rund 70% des US-BIP (Grafik 1). Es war damals also um einiges gr&ouml;sser als China heute (60%) und zudem auch enger und l&auml;nger mit dem Westen vernetzt. Danach ging es aber bergab. Heute macht Nippons BIP lediglich 25% des amerikanischen aus. Doch abgesehen von kurzfristigen Turbulenzen wurden die B&ouml;rsen Amerikas und Europas dadurch nicht negativ beeinflusst. Im Gegenteil: Bis Sommer 2000 erlebten wir sogar eine Jahrhunderthausse. Der MSCI All Country World (USD) verdoppelte sich, was einer aussergew&ouml;hnlich hohen annualisierten Rendite von rund 16% pro Jahr entspricht. Japan selbst hinkte in jener Phase mit nur 0.6% p.a. deutlich hinterher &#8211; aber selbst das ging wahrscheinlich eher auf die Asienkrise von 1997 als auf die hausgemachte deflation&auml;re Stagnation des nordwestpazifischen Inselstaates zur&uuml;ck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer nun glaubt, dass Japans Niedergang nur deswegen keine Rolle spielte, weil Chinas Aufstieg schliesslich genau in jener Zeit stattfand, der kann alternativ das Beispiel Europa von 1980 bis 1985 betrachten (Grafik 2). China war in jenen Jahren noch kein Faktor, das zur&uuml;ckgerechnete Euroraum-BIP in USD hingegen in etwa so gross wie jenes der USA. Und obwohl das Euroland-BIP von 103% auf nur 55% des US-BIP einbrach, erlebten wir die zweitst&auml;rkste Hausse der Nachkriegszeit, nach jener der 1990er: Der S&amp;P 500 legte von 1980 bis 1985 um 15.4% p.a. zu, der japanische Topix um 10.2% p.a. (in USD).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Robustheit der US-Konjunktur ist von herausragender Bedeutung<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tatsache allein, dass sich eine grosse &Ouml;konomie eine gr&ouml;bere Grippe zuzieht, muss globale, langfristig orientierte Anleger nicht abschrecken. Selbst der derzeit unwahrscheinliche Extremfall eines noch sch&auml;rferen Wachstumseinbruchs Chinas und\/oder einer deutlichen Yuan-Abwertung in den kommenden Jahren muss nicht das Ende der Hausse in den USA, Europa oder Japan bedeuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt andere Faktoren, die solche Entwicklungen ausgleichen k&ouml;nnen. Wichtig ist, dass die USA als zentrale Volkswirtschaft des Weltsystems schnupfenfrei bleiben. Wir glauben, dass Letzteres derzeit der Fall ist (Grafik 3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Fazit d&uuml;rften die Finanzm&auml;rkte angesichts der Sorgen rund um China in naher Zukunft volatil bleiben. Die kommenden Monate werden aber auch zeigen, ob sich die US-Wirtschaft weiterhin als gesund erweist, um auf Wachstumskurs zu bleiben und die aufgeschobene Normalisierung der US-Geldpolitik zu verkraften. Vielleicht k&ouml;nnte eine Zinserh&ouml;hung sogar als positiver Impuls wirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine kritisch-abwartende, aber insgesamt konstruktive Haltung und Anlagestrategie erscheint daher weiterhin als angebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grafiken und weitere erkl&auml;rende Kommentare:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grafik 1: Japans BIP im Verh&auml;ltnis zum US-BIP in USD<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Japans Wachstum brach nach dem Platzen der Immobilien- und Aktienblase Ende der 1980er deutlich ein. Der starke Yen konnte diesen Abstieg bis 1995 noch kaschieren. Seitdem geht der Trend aber bergab. Die internationale Hausse hielt trotzdem an (wir zei-gen nur den S&amp;P 500, weil die meisten anderen Indizes nicht bis 1960 zur&uuml;ckreichen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4196\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/76e2dc6ba54ed32dc7ab385d93969040.png\" alt=\"23092015 1\" width=\"587\" height=\"181\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grafik 2: Das (zusammengerechnete) BIP des Euroraums im Verh&auml;ltnis zum US-BIP in USD<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die L&auml;nder des Euroraums erlebten seit den sp&auml;ten 1970ern immer wieder zyklische Talfahrten &#8211; von 1980 bis 1985, von 1992 bis 2001 sowie ab 2009. An H&ouml;hepunkten entsprach das Euroraum-BIP in USD in etwa der Gr&ouml;sse des US-BIP. Europa war also gr&ouml;s-ser als Japan am Zenit oder China heute. Auch diese extremen Schwankungen brachten keine Aktienbaisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4197\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/1b6098dfb39ab052af819ca02b9bc520.png\" alt=\"23092015 2\" width=\"587\" height=\"187\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grafik 3: Die Entwicklung wichtiger Bestandteile des US-BIP<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das US-BIP und die US-Binnennachfrage wachsen seit Anfang 2009 wieder, auch wenn die Trends im Vergleich zu fr&uuml;heren Jahr-zehnten etwas weniger steil steigen. Die Gesamtinvestitionen erholen sich hingegen seit 2009 vergleichsweise deutlich, was Hoff-nung auf zuk&uuml;nftig st&auml;rkeren Binnenkonsum zul&auml;sst. Insgesamt entwickelt die US-Konjunktur jedenfalls durchaus zufriedenstellend. The US-Wirtschaft ist sicher in der Lage, eine Zinserh&ouml;hung zu verkraften. Die &uuml;berm&auml;ssige Betonung von Problemen ausserhalb der USA kann verunsichern, weil sie den geldpolitischen Ausblick und die konjunkturelle Botschaft f&uuml;r die USA vernebeln. Gleichzeitig<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4198\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/50a7e92e4e52b914ce7c6f270e47a19c.png\" alt=\"23092015 3\" width=\"587\" height=\"198\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der US-Wirtschaft wird die j&uuml;ngste Entscheidung der US-Notenbank, von einer Zinserh&ouml;hung nochmals abzusehen, kaum Schaden zuf&uuml;gen. Sie verst&auml;rkte aber die Vorstellung, dass sich der Rest der Welt erk&auml;ltet, wenn sich China verschnupft&#8230;&#8230;..<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4038,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21503","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21503","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21503"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21503\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21503"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21503"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21503"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}