{"id":21506,"date":"2015-09-30T06:00:00","date_gmt":"2015-09-30T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/09\/30\/lgt-das-schlimmste-der-boersenkorrektur-duerfte-bald-vorbei-sein\/"},"modified":"2015-09-30T06:00:00","modified_gmt":"2015-09-30T06:00:00","slug":"lgt-das-schlimmste-der-boersenkorrektur-duerfte-bald-vorbei-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-das-schlimmste-der-boersenkorrektur-duerfte-bald-vorbei-sein\/","title":{"rendered":"LGT: Das Schlimmste der B\u00f6rsenkorrektur d\u00fcrfte bald vorbei sein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Federal Reserve-Chefin Janet Yellen stellte letzten Donnerstag klar, dass die US-Leitzinsen doch noch in diesem Jahr steigen k&ouml;nnten. Eine Woche zuvor klang es noch anders. Die Verwirrung um die US-Geldpolitik h&auml;lt an und allein schon aus diesem Grund d&uuml;rften die B&ouml;rsen weiter volatil bleiben. Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass solche Phasen meistens auch Einstiegschancen bieten. Die Geschichte zeigt zudem, dass das Schlimmste schon vorbei sein k&ouml;nnte&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verwirrende News, tempor&auml;re Orientierungslosigkeit und Hektik geh&ouml;ren zum B&ouml;rsenleben. Kurzfristig sind all diese Elemente sinnvoll und wichtig. Dennoch sollten wir versuchen, mittelfristig potenziell bedeutungslosen L&auml;rm als solchen zu identifizieren und das Gesamtbild im Auge zu behalten. Daher wollen wir heute die aktuellen Turbulenzen im Lichte vergangener Erfahrungen beleuchten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Korrektur oder Beginn einer l&auml;nger anhaltenden Baisse?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun&auml;chst sei festgestellt, dass die aktuellen Verwerfungen inmitten einer seit Jahren anhaltenden US-Konjunkturerholung stattfinden. Der Privatkonsum stellt den mit Abstand wichtigsten Treiber der US-Wirtschaft dar. Stellvertretend f&uuml;r grosse, allgemeine Konjunkturzyklen zeigen wir daher den Verbrauchervertrauensindex der Universit&auml;t Michigan (vgl. PDF, Grafik 2, Seite 2). In Verbindung mit diesem Gesamtbild offenbart sich n&auml;mlich der Unterschied zwischen heute und dem Herbst von 2000 und auch 2007, als die letzten beiden B&ouml;rsenbaissen eingeleitet wurden. 2000 notierte das Vertrauensbarometer auf extrem hohem Niveau, was auf die Endphase eines Booms hinweist. 2007 notierte der Index &uuml;ber dem historischen Durchschnitt. Das grosse Trendbild zeigt aber, dass es sich dabei nur um eine Seitw&auml;rtsphase im Rahmen einer sehr langen Talfahrt handelte, die erst 2009 ihr Ende fand. Beide Situationen unterschieden sich aus dieser Sicht deutlich von der aktuellen. Es ist daher unwahrscheinlich, dass wir heute am Anfang einer Baisse stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vergleichbare Korrekturen der letzten dreissig Jahre<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachten wir nun die Korrekturen, die w&auml;hrend der letzten drei ganz grossen Aufschw&uuml;nge des US-Verbrauchervertrauens (bzw. kurz danach) stattfanden &#8211; d.h. von 1980 bis 1983 (nach der Doppelrezession von 1979\/1981), von 1990 bis 2000 (nach der Rezession von 1990\/1991) sowie ab 2009 (Finanzkrise 2007 bis 2009). In diesen Zeitr&auml;umen finden sich vier vergleichbare Turbulenzen &#8211; im Herbst 1987, Fr&uuml;hjahr 1994, Fr&uuml;hling 2010 und Sommer 2011. Die maximalen Verluste betrugen jeweils rund 36%, 10%, 17% und 21% (aktuelle Korrektur: 12.5%). Es &uuml;berrascht nicht, dass die Schwankungsmuster der Korrekturen einander &auml;hneln (siehe PDF, Grafik 1, Seite 2). Alle diese R&uuml;ckschl&auml;ge fanden in einem fr&uuml;hen oder mittleren Stadium grosser Erholungen im oben definierten Sinn statt. Sollte sich das Muster von 1994 (reife Phase im Zyklus) wiederholen, ist das Schlimmste bereits hinter uns. Sollten sich hingegen die Muster von 2010 und 2011 (Fr&uuml;hphasen) durchsetzen, dann k&ouml;nnten wir sogar mindestens noch einmal ein neues Zwischentief sehen, bis die Bodenbildung beendet ist. In allen F&auml;llen vergingen ausserdem mindestens sieben Monate, bis der Markt wieder ein neues Hoch erreichen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders interessant ist der Vergleich mit der Zeit um den Schwarzen Montag vom 19. Oktober 1987. Dieser Extremfall unterscheidet sich durch einige Besonderheiten und bleibt daher unwahrscheinlich. Erstens ging es mit dem Vertrauensindex damals schon seit vier Jahren abw&auml;rts, wenn auch nur leicht. Zweitens kamen exogene Ereignisse hinzu: Wenige Tage vor dem Crash, am 16. Oktober, feuerte der Iran Raketen auf US-Schiffe im Persischen Golf ab. Gleichentags wurde die Londoner B&ouml;rse geschlossen, weil Grossbritannien vom st&auml;rksten Orkan seit 1703 heimgesucht wurde (Great Storm of 1987), was den globalen Verkaufsdruck erh&ouml;hte. Am Tag des Crashs beschossen US-Kriegsschiffe eine iranische &Ouml;lplattform. Drittens versch&auml;rften vergleichsweise neue technische Faktoren (&laquo;Program Trading&raquo;) die Situation zus&auml;tzlich. Doch selbst in diesem Extremfall wurde keine Baisse eingeleitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Fazit: Am wahrscheinlichsten ist immer noch, dass wir uns aktuell einmal mehr in einer normalen Bullmarkt-Korrektur befinden. Da die M&auml;rkte aber trotzdem eine Weile volatil blieben d&uuml;rften, werden wir die Marktlage jetzt laufend sehr genau beobachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Grafiken und weitere erkl&auml;rende Kommentare:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vergleich des aktuellen Korrekturmusters mit 1987, 1994, 2010 und 2011<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die folgenden Grafiken&nbsp; legen den Verlauf der aktuellen Marktschwankungen &uuml;ber den Verlauf der erw&auml;hnten Korrekturen der letzten Jahrzehnte. Im Muster von 2010 und 2011 markierte der S&amp;P 500 mehrere Zwischentiefs, bevor es wieder mehr oder weniger stetig aufw&auml;rts ging. 1987 stellt wie erw&auml;hnt wahrscheinlich einen sehr seltenen Extremfall dar. Sollte sich das Beispiel 1994 durchsetzen, dann w&auml;re die Korrektur bereits vorbei &ndash; ein neues Zwischentief d&uuml;rfte uns dann erspart bleiben. Auf jeden Fall sollten wir aber mit anhaltender Volatilit&auml;t in naher Zukunft rechnen. Zugleich sollten wir nicht vergessen: F&uuml;r geduldige Anleger haben sich in allen Korrekturf&auml;llen Zuk&auml;ufe w&auml;hrend der nachfolgenden, zum Teil langen und m&uuml;hsamen Seitw&auml;rtsphasen am Ende immer gelohnt. Alle Korrekturen fanden schliesslich im Rahmen intakter langfristiger Haussen statt &ndash; auch der Crash im Oktober 1987.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4206\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/8ac62f59bd5bdbb601aeb8a53afe186f.png\" alt=\"30 09 15 1LGT\" width=\"600\" height=\"409\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Langfristige Konjunkturzyklen anhand des Verbrauchervertrauensindex<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als n&auml;chstes zeigen wir den Verbrauchervertrauensindex der Universit&auml;t von Michigan seit 1967 (siehe PDF, Seite 2, Grafik 2). Die Kreise markieren die Zeitpunkte, an denen die genannten Korrekturen stattfanden, die blaue Linie den Durchschnittswert und die Pfeile die langen Auf- und Abw&auml;rtszyklen Die heutige Situation &auml;hnelt aus dieser Sicht am ehesten jener Mitte der 1990er &#8211; d.h. kurz vor der grossen Dotcom-Hausse. Es gibt Gemeinsamkeiten mit 1994: Damals wie heute hatte die US-Wirtschaft eine mehrj&auml;hrige Erholung hinter sich, die Inflation blieb tief, die Aktienbewertungen waren nicht mehr g&uuml;nstig, den Anlegern ging die Fantasie f&uuml;r weitere positive Entwicklungen aus &#8211; und die Fed begann, die Zinsen zu erh&ouml;hen. Wie heute erlebte der Marktzyklus also eine Art Midlife-Crisis.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4207\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/3cd672ed95358bbe37068e8ee3ae130a.png\" alt=\"30 09 15 2LGT\" width=\"600\" height=\"209\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Federal Reserve-Chefin Janet Yellen stellte letzten Donnerstag klar, dass die US-Leitzinsen doch noch in diesem Jahr steigen k&ouml;nnten. Eine Woche zuvor klang es noch anders. Die Verwirrung um die US-Geldpolitik h&auml;lt an und allein schon aus diesem Grund d&uuml;rften die B&ouml;rsen weiter volatil bleiben. 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