{"id":21512,"date":"2015-10-14T06:00:00","date_gmt":"2015-10-14T06:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/10\/14\/lgt-warum-die-leitzinsen-doch-noch-in-diesem-jahr-steigen-koennten-2\/"},"modified":"2015-10-14T06:00:00","modified_gmt":"2015-10-14T06:00:00","slug":"lgt-warum-die-leitzinsen-doch-noch-in-diesem-jahr-steigen-koennten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-warum-die-leitzinsen-doch-noch-in-diesem-jahr-steigen-koennten-2\/","title":{"rendered":"LGT: Warum die Leitzinsen doch noch in diesem Jahr steigen k\u00f6nnten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das britische Schattenkomitee f&uuml;r Geldpolitik hat am Wochenende eine Erh&ouml;hung der Leitzinsen der Bank of England empfohlen&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Entscheidung dieses inoffiziellen Gremiums ist interessant, weil in ihrer Begr&uuml;ndung ein Faktor genannt wurde, der auch die US-Notenbank dazu bewegen k&ouml;nnte, doch noch in diesem Jahr die Zinsen zu erh&ouml;hen. Auch wenn es derzeit unwahrscheinlich aussieht, sollten Investoren diese M&ouml;glichkeit nicht ausschliessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Shadow Monetary Policy Commitee (SMPC) des Institute of Economic Affairs (IEA) kann allenfalls eine Orientierungshilfe f&uuml;r die offizielle Politik bieten. Der tats&auml;chliche Einfluss des IEA, der &auml;ltesten marktliberalen Denkfabrik des Vereinigten K&ouml;nigreichs, ist sicher umstritten. Milton Friedman, der vielleicht wichtigste Vertreter des Monetarismus, soll aber immerhin einmal gesagt haben, dass es ohne dieses Institut auch keine Thatcher-Revolution gegeben h&auml;tte. Ignorieren sollten wir das SMPC daher auch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n&auml;chsten Zinsentscheidungen der US-Federal Reserve und der Bank of England sind jedenfalls am 28. Oktober bzw. 5. November f&auml;llig. Im SMPC haben indessen f&uuml;nf der neun Mitglieder f&uuml;r eine Anhebung der britischen Leitzinsen um 0.25 Prozentpunkte auf 0.75% gestimmt. Sieben Teilnehmer gaben zudem an, Erh&ouml;hungen in naher Zukunft grunds&auml;tzlich zu bef&uuml;rworten. Interessant ist dieses Ereignis deshalb, weil sich Grossbritannien und die USA an einem &auml;hnlichen Punkt im Konjunkturzyklus befinden. Besonders interessant ist aber ein Argument, mit dem das SMPC das Votum begr&uuml;ndete. Es k&ouml;nnte sich auch bei den n&auml;chsten Fed-Sitzungen als ausschlaggebend erweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Datenrevision und Lohnwachstum als Argumente f&uuml;r eine Zinserh&ouml;hung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gem&auml;ss SMPC verwiesen Aufw&auml;rtsrevisionen des britischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) der letzten Jahre und hohes Lohnwachstum darauf, dass die Outputl&uuml;cke (zwischen realisiertem und potenziellem BIP) inzwischen geschlossen sei. Die britische Geldpolitik sei daher zu &laquo;locker&raquo;. Dieses Argument hat &Uuml;berzeugungskraft &#8211; sowohl f&uuml;r Monetaristen, als f&uuml;r &Ouml;konomen, die dem Arbeitsmarkt eine grosse Bedeutung beimessen, wie z.B. Fed-Chefin Janet Yellen. Es k&ouml;nnte sich daher neben Grossbritannien auch in den USA durchsetzen. Die SMPC-Schl&uuml;sselargumente f&uuml;r Grossbritannien k&ouml;nnen n&auml;mlich tendenziell auch f&uuml;r die USA ins Spiel gebracht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die britischen Argumente k&ouml;nnten auch die Fed &uuml;berzeugen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzte grosse Revision der US-BIP-Daten von 1929 bis 2012 fand 2013 statt. F&uuml;r den Zeitraum 2007-2012, d.h. einschliesslich der letzten Finanzkrise, ergab sich eine Aufw&auml;rtsrevision des Realwachstums von 0.6% auf 0.8% pro Jahr. Eine kleinere Revision der Daten f&uuml;r 2012-2014 fand letzten August statt. Diese brachte auf den ersten Blick zwar eine Abw&auml;rtsrevision des Wachstums von 2.3% auf 2.0% pro Jahr. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass das Wachstum der privaten Binnennachfrage (Konsum und Investitionen) deutlich hinauf revidiert wurde, n&auml;mlich von 1.9% auf 2.7% pro Jahr (zu finden unter &laquo;Real Final Sales to Private Domestic Purchasers&raquo;). Ende September wurde zudem das Realwachstum f&uuml;r das Q2\/2015 stark nach oben korrigiert, von urspr&uuml;nglich 2.3% auf 3.7% (annualisierte Ver&auml;nderungsrate gegen&uuml;ber Vorquartal).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Arbeitsmarkt spricht f&uuml;r eine robuste Binnenkonjunktur, wenn wir &uuml;ber den Tellerrand hinausschauen. Der Zw&ouml;lfmonats-Durchschnitt der monatlichen Neuanstellungen notiert seit 2012 stabil um rund 210&acute;000. Der reale Stundenlohn steigt seit 2011 wieder und hat k&uuml;rzlich den h&ouml;chsten Stand seit 1973 erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>L&auml;ngerfristige Konjunkturtrends sind ein besserer Indikator als aktuelle Preisschwankungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Preise f&uuml;r Zinstermingesch&auml;fte implizieren derzeit eine geringe Wahrscheinlichkeit von Zinserh&ouml;hungen in diesem Jahr. Angesichts der erw&auml;hnten l&auml;ngerfristigen Trends k&ouml;nnte es aber sein, dass viele Anleger zu stark von kurzfristigen Daten- und Preisschwankungen oder verwirrenden Nachrichten beeinflusst werden. Wir w&uuml;rden Zinserh&ouml;hungen in den USA und eventuell Grossbritannien in diesem Jahr jedenfalls noch keinesfalls ausschliessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Monatliche Neuanstellungen ausserhalb der Landwirtschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die am 2. Oktober publizierten monatlichen Arbeitsmarktdaten der USA fielen entt&auml;uschend aus: Im September wurden deutlich weniger Jobs (142&acute;000) geschaffen, als der Konsens prognostiziert hatte (siehe PDF, Seite 2). Zudem wurde auch die Zahl der Anstellungen f&uuml;r August und Juli um 56&acute;000 hinunter revidiert. Der l&auml;ngerfristige Trend der Neuanstellungen zeigt sich aber in den letzten Jahren auf hohem Niveau stabil: Der gleitende Zw&ouml;lfmonatsdurchschnitts notiert immer noch bei 210&lsquo;000 und bewegt sich seit Ende 2011 um einen Median von 214&acute;000, wobei die Monatsdaten nat&uuml;rlich schwankten. Die US-Binnenkonjunktur blieb letztlich auf Trab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erw&auml;hnenswert ist auch, dass es eine derart lange Phase stabilen Jobwachstums seit dem Internet-Boom der sp&auml;ten 1990er nicht mehr gegeben hat. Damals wurden zwischen Januar 1995 und Januar 2000 monatlich im Schnitt knapp 231&acute;000 Jobs geschaffen. In den f&uuml;nf Jahren davor waren es nur 121&acute;000 pro Monat, also nur ann&auml;hernd halb so viel. Letzteres ist deswegen besonders interessant, weil die Fed zwischen Februar 1994 und Februar 1995 in nur zw&ouml;lf Monaten die Leitzinsen von 3% auf 6% verdoppelte &#8211; obwohl die Inflationsrate in den zw&ouml;lf Monaten bis zur ersten Zinserh&ouml;hung von 3.2% auf 2.5% gesunken war. Auch der Energiemarkt befand sich &#8211; &auml;hnlich wie heute &#8211; in einer Baisse: Der Roh&ouml;lpreis hatte in den zw&ouml;lf Monaten bis Ende Januar 1994, kurz vor der ersten Zinserh&ouml;hung, um rund 20% nachgegeben. Im Vergleich zum Hoch von 1990 waren es sogar gut 60%. Auch damals konnte man also mit Hinweis auf die sinkende Inflationsrate und die Energiebaisse gegen eine Straffung der Geldpolitik argumentieren. Im Fazit sollten wir Folgendes nicht vergessen: Erstens sind Zinserh&ouml;hungen grunds&auml;tzlich ein Zeichen der St&auml;rke. Zweitens trifft die Fed ihre Entscheidungen vorausschauend, anhand ihrer Beurteilung der l&auml;ngerfristigen, binnenwirtschaftlichen Trends.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4220\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/01784c7489ba130d385703aa666b19a0.png\" alt=\"14 10 15 1lgt\" width=\"600\" height=\"214\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Reall&ouml;hne steigen Trendm&auml;ssig weiter<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die n&auml;chste Grafik zeigt den gleitenden Zw&ouml;lfmonatsdurchschnitt der Reallohnentwicklung seit 1964. Die strukturelle Talfahrt (Globalisierung, neue Technologien, Liberalisierung der Arbeitsm&auml;rkte, etc.) wurde Mitte der 1990er gestoppt. Die anschliessende Erholung verlief volatil, ist aber intakt geblieben. Seit Sommer 2012 zeigt der Trend aber wieder deutlicher nach oben, was angesichts der oben dargelegten Arbeitsmarktentwicklung auch nicht verwundert. Inzwischen notiert der Trendwert auf dem h&ouml;chsten Stand seit der ersten H&auml;lfte der 1970er. Wir wollen nicht &uuml;bertreiben: Wegen dieser Entwicklung wird in den USA nicht demn&auml;chst die totale Inflation ausbrechen. Eine kleine Zinserh&ouml;hung um 0.25 Prozentpunkte d&uuml;rfte die US-Konjunktur aber verkraften. Auf einige Sektoren &#8211; wie z.B. den privaten H&auml;userbau &#8211; k&ouml;nnte ein Zinsschritt nach oben sogar eine belebende Wirkung haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4221\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/01eaea84e6f1713fb6147ff36dde055e.png\" alt=\"14 10 15 2lgt\" width=\"600\" height=\"220\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das britische Schattenkomitee f&uuml;r Geldpolitik hat am Wochenende eine Erh&ouml;hung der Leitzinsen der Bank of England empfohlen&#8230;&#8230;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4038,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21512","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21512","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21512"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21512\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21512"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21512"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21512"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}