{"id":21518,"date":"2015-10-28T07:00:00","date_gmt":"2015-10-28T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/10\/28\/lgt-ein-mittelfristiger-fahrplan-fuer-den-yen-und-den-euro\/"},"modified":"2015-10-28T07:00:00","modified_gmt":"2015-10-28T07:00:00","slug":"lgt-ein-mittelfristiger-fahrplan-fuer-den-yen-und-den-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-ein-mittelfristiger-fahrplan-fuer-den-yen-und-den-euro\/","title":{"rendered":"LGT: Ein mittelfristiger Fahrplan f\u00fcr den Yen und den Euro"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Kursentwicklung des US-Dollar w&auml;hrend des quantitativen Lockerungszyklus (QE) der USA bietet Hinweise auf die Aussichten f&uuml;r den Yen und den Euro&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Japans QE-Zyklus ist inzwischen weit fortgeschritten. Die JPY-Abwertungsphase d&uuml;rfte daher bereits weitgehend abgeschlossen sein. Europas QE-Programm ist hingegen noch jung und ausbauf&auml;hig. Wir sollten die EUR-Erholung seit April daher nicht &uuml;berbewerten. Der EUR d&uuml;rfte insgesamt weiter zu Schw&auml;che neigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das QE-Programm der US-Notenbank Federal Reserve wurde im M&auml;rz 2009 lanciert und nach gut f&uuml;nfeinhalb Jahren und mehrmaligen Anpassungen im Oktober 2014 eingestellt. Es bezweckte die massive Ausweitung der Basisgeldmenge mittels Aufkauf von Schulden des eigenen Souver&auml;ns. Es war insofern erfolgreich, als dass es sofort die erw&uuml;nschte Wirkung auf die Finanzm&auml;rkte und die Erwartungen der Marktteilnehmer entfaltete:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der US-Dollar begann prompt allgemein abzuwerten und blieb zweieinhalb Jahre lang schwach (wenn auch nicht ohne Zwischenerholungen). Aktien schossen sofort nach oben und die Anleiherenditen sanken. Die Inflationserwartungen, wie sie im Markt f&uuml;r inflationsgekoppelte Anleihen ablesbar sind, erholten sich ebenfalls sofort. Notierten sie Anfang 2009 im f&uuml;nfj&auml;hrigen Bereich noch bei 0.5%, so schwankten sie schon ab April 2009 bis Dezember 2014 inzwischen 2% bis 3%. Nach dem Rohstoffpreiskollaps Ende 2014 unterschritten sie diese Bandbreite zwar nach unten &#8211; notieren aber immer noch bei 1.9% &#8211; d.h. nur leicht unter dem Fed-Zielwert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das amerikanische QE-Programm war erfolgreich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die nominalen Gesamtaggregate der Volkswirtschaft &ndash; d.h. L&ouml;hne, Unternehmensgewinne oder Steuereinahmen &#8211; erholten sich ebenfalls recht rasch. Seit Mitte 2009 w&auml;chst das nominale US-Bruttoinlandprodukt stabil um j&auml;hrlich rund 4%. Damit hat QE gem&auml;ss Monetarismus-Lehrbuch gewirkt. Realwirtschaftlich kritische Strukturprobleme (Produktivit&auml;t, Demografie, sozial oder regulatorisch bedingte Marktverzerrungen usw.) k&ouml;nnen mittels QE nat&uuml;rlich nicht gel&ouml;st werden. Stabiles Nominalwachstum bietet aber eine bessere Ausgangsbasis f&uuml;r solche Ver&auml;nderungen. Kein Wunder also, dass US-Aktien weiter haussieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Besonders interessant im Zusammenhang mit unserem Thema ist aber die Entwicklung des USD. Der Greenback war nicht w&auml;hrend des ganzen QE-Zyklus schwach. Die USD-Abwertungsphase (gegen&uuml;ber einem Index von Gegenw&auml;hrungen) endete im August 2011, d.h. 29 Monate nach QE-Beginn. Es folgte eine gut dreij&auml;hrige Seitw&auml;rtsphase. Mit dem Ende der QE-K&auml;ufe im Herbst 2014 begann sich die US-W&auml;hrung schliesslich auf breiter Basis deutlich aufzuwerten .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die QE-Programme in Japan und Europa wurden deutlich sp&auml;ter lanciert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Versp&auml;tung wurden auch in Japan (September 2012) und im Euroraum (Dezember 2014) vergleichbare QE-Programme (de facto vorab und glaubhaft) angek&uuml;ndigt &#8211; und d&uuml;rften mit der Zeit auch in diesen M&auml;rkten &auml;hnlich wirken, wie in den USA. Der Yen und der Euro m&uuml;ssten daher im Grossen und Ganzen dem Muster des USD-Zyklus folgen. So d&uuml;rfte der Yen seine Abwertungsphase im Wesentlichen inzwischen hinter sich haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das europ&auml;ische QE-Programm ist jedoch noch sehr jung und dessen Auswirkungen noch vergleichsweise bescheiden. Es ist noch nicht einmal f&uuml;r den gesamten Euroraum g&uuml;ltig, womit zumindest tempor&auml;re R&uuml;ckschl&auml;ge etwas gr&ouml;sser sind als seinerzeit in den USA oder Japan (Griechenland ist noch nicht dabei, Portugal k&ouml;nnte politisch revoltieren). Auf breiter Basis betrachtet hat der Euro bisher auch kaum abgewertet. Vor diesem Hintergrund stellte zudem der Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank Mario Draghi gerade am vergangenen Donnerstag klar, dass die EZB vielleicht schon im Dezember ihr QE-Programm weiter ausweiten oder erg&auml;nzen (z.B. noch negativere Zinsen) wolle. Auch wenn die Erholung des Euro gegen&uuml;ber dem USD seit dem Fr&uuml;hling dem zu widersprechen scheint: Das Abwertungspotenzial der europ&auml;ischen Einheitsw&auml;hrung scheint also noch lange nicht ausgesch&ouml;pft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die zeitversetzte Wechselkursentwicklungen des USD und des EUR<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die nachfolgenden Grafiken zeigen den USD seit M&auml;rz 2009 (QE-Start in den USA) und die zeitversetzte Entwicklung im JPY und EUR seit Ank&uuml;ndigung bzw. Bekanntwerden der jeweiligen QE-Pl&auml;ne. Zur Visualisierung des Trends der jeweiligen W&auml;hrung gegen&uuml;ber der Gesamtheit der Gegenparteien verwenden wir die Bloomberg-Correlation-Weighted-Currency-Indizes f&uuml;r die zehn wichtigsten unbeschr&auml;nkt konvertierbaren W&auml;hrungen (d.h. den W&auml;hrungen Australiens, der EU, Grossbritanniens, Japans, Kanadas, Norwegens, Neuseelands, Schwedens, der Schweiz, und der USA, mit Indexgewichtungen, die jeweils von 8% bis 15% reichen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grafik 1 zeigt den USD und den JPY. Nach der ersten Abwertungsphase (max. 25% im USD und 30% im JPY), stabilisierten sich beide W&auml;hrungen innerhalb von zwei bis zweieinhalb Jahren nach dem jeweiligen QE-Start. Der USD markierte im August 2011 seinen Tiefpunkt, im JPY d&uuml;rfte dies im Dezember 2014 geschehen sein. Gegen&uuml;ber einzelnen W&auml;hrungen k&ouml;nnte der JPY aus diversen Gr&uuml;nden zwar volatil bleiben und sogar weiter abwerten (z.B. gg&uuml;. USD oder AUD), insgesamt d&uuml;rfte der Yen fortan aber doch stabil bleiben. Sollte Japans QE in zwei bis drei Jahren zur&uuml;ckgefahren werden, dann k&ouml;nnen wir auch mit einer deutlicheren Aufwertung rechnen. Die Wechselkursentwicklung sollte am Ende letztlich die wirtschaftliche Etappenerfolge im QE-Zyklus reflektieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4230\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/95305be704ee01539f5ab050f2acded7.png\" alt=\"28 10 15 LGT\" width=\"600\" height=\"233\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Abwertungspotenzial des Euro ist noch nicht ausgesch&ouml;pft<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Falle Europas hat das junge QE-Programm der EZB insgesamt noch keinen grossen Abwertungseffekt gebracht. Seit Ende letzten Jahres fanden jedoch einige ungew&ouml;hnliche Entwicklungen statt, die tempor&auml;r schwerer ins Gewicht fielen, als das QE-Programm: Im November\/Dezember 2014 wurde der gr&ouml;sste Teil des Roh&ouml;lpreiseinbruchs seit Beginn der Rohstoffbaisse verbucht und im Januar 2015 gab die Schweiz &uuml;berraschend die Kopplung des Frankens an den EUR auf (was anschliessend wahrscheinlich zu umfangreichen EUR-St&uuml;tzungsk&auml;ufen f&uuml;hrte). So wertete der EUR gegen&uuml;ber CHF, USD und JPY wahrscheinlich weniger deutlich ab, als es ohne diese speziellen Ereignisse der Fall gewesen w&auml;re. Gegen&uuml;ber den W&auml;hrungen der Rohstoffl&auml;ndern Neuseeland, Australien, Kanada und Norwegen wertete der EUR nach QE-Lancierung sogar auf. Die Auswirkungen dieser Sonderfaktoren sollten jedoch weiter abklingen, w&auml;hrend Mario Draghi gerade die Ausweitung des QE-Programms der EZB in Aussicht gestellt hat. Der Faktor Geldpolitik d&uuml;rfte zuk&uuml;nftig wieder st&auml;rker in den Vordergrund treten. Auch wenn gewisse Strukturfaktoren (Leistungs&uuml;berschuss) das Abwertungspotenzial im Vergleich zum USD oder JPY in Grenzen halten m&ouml;gen: Auf Sicht rechnen wir aber doch mit einer EUR-Schw&auml;che.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4231\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/8317dc2683aea29f317f4bc2f9aaf283.png\" alt=\"28 10 15 2LGT\" width=\"600\" height=\"235\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kursentwicklung des US-Dollar w&auml;hrend des quantitativen Lockerungszyklus (QE) der USA bietet Hinweise auf die Aussichten f&uuml;r den Yen und den Euro&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4038,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21518","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21518","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21518"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21518\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21518"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21518"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21518"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}