{"id":21529,"date":"2015-11-18T07:00:00","date_gmt":"2015-11-18T07:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2015\/11\/18\/lgt-die-pariser-terrorangriffe-als-potenzieller-weckruf\/"},"modified":"2015-11-18T07:00:00","modified_gmt":"2015-11-18T07:00:00","slug":"lgt-die-pariser-terrorangriffe-als-potenzieller-weckruf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-die-pariser-terrorangriffe-als-potenzieller-weckruf\/","title":{"rendered":"LGT: Die Pariser Terrorangriffe als potenzieller Weckruf"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;Die Anschl&auml;ge des sogenannten &laquo;Islamischen Staates&raquo; gegen Frankreich haben Bewegung in die Geopolitik gebracht&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paris hat der Terrorgruppe klar den Kampf angesagt, w&auml;hrend die Idee einer Kooperation mit Russland zu diesem Zwecke jetzt global mehr Zustimmung findet. Damit k&ouml;nnten sich auch die Chancen f&uuml;r eine mittelfristige L&ouml;sung des Konflikts in Syrien und Teilen des Irak verbessert haben. Die Marktreaktionen lassen jedenfalls diese positive Interpretation zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Terroranschl&auml;ge in Paris vom letzten Freitag stellen nicht nur eine menschliche Trag&ouml;die dar, sondern auch eine Herausforderung f&uuml;r alle offenen, rechtsstaatlichen Gesellschaften, von denen gut funktionierende M&auml;rkte letztlich abh&auml;ngen. Sie verdienen daher unsere Aufmerksamkeit. Wir sollten aber auch beachten, dass die Pariser Massenmorde nur das j&uuml;ngste Beispiel in einer ganzen Reihe vergleichbarer Terroranschl&auml;ge ausserhalb Syriens und des Irak darstellen, die mit dem IS in Verbindung gebracht wurden &ndash; wie die wenige Tage davor ver&uuml;bten Selbstmordattentate in Beirut und m&ouml;glicherweise auch die Sprengung eines russischen Passagierflugzeugs &uuml;ber der Sinai-Halbinsel am 31. Oktober. Diese Ereignisse haben weniger Aufmerksamkeit erregt, was aus wirtschaftlich rationaler Sicht durchaus Sinn macht: Im Falle Frankreichs k&ouml;nnte n&auml;mlich theoretisch weit mehr auf dem Spiel stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Angriffe auf Frankreich setzen potenziell eine Menge aufs Spiel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frankreich ist nat&uuml;rlich eine bedeutende europ&auml;ische Milit&auml;rmacht, ein Schwergewicht im Atlantikpakt NATO und in der Europ&auml;ischen Union &ndash; dem gr&ouml;ssten hochintegrierten Wirtschaftsblock der Welt. W&uuml;rde es Terroristen gelingen, Frankreich innenpolitisch zu spalten, dann w&auml;re es auch denkbar, dass ein Keil zwischen Frankreich und Deutschland getrieben werden kann. Damit w&auml;re auch die Zukunft der europ&auml;ischen Integration in Frage gestellt, was nat&uuml;rlich einen grossen Einfluss auf die Weltwirtschaft h&auml;tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollten beispielsweise die j&uuml;ngsten Ereignisse Frankreich politisch in das euroskeptische Lager treiben, dann m&uuml;ssten Investoren auch die Perspektiven der Eurozone erneut &uuml;berpr&uuml;fen. Deshalb verdienen die Pariser Attacken erh&ouml;hte Aufmerksamkeit. Gleichzeitig ist genau deswegen bemerkenswert, dass die Finanzm&auml;rkte bisher kaum bis eher positiv auf die Ereignisse reagiert haben: Aktien haben weiter weltweit Gewinne verbucht, w&auml;hrend die typischen &laquo;sicheren H&auml;fen&raquo; in Zeiten erh&ouml;hter globaler Unsicherheit &ndash; wie der Franken, der Yen, US-Staatsanleihen oder Gold&nbsp; &ndash; sich kaum bewegt haben bzw. zum Teil sogar schw&auml;cher tendierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verst&auml;rkte internationale Zusammenarbeit in der Syrien-Frage<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Gl&uuml;ck scheinen die M&auml;rkte also eher konstruktive Entwicklungen vorwegzunehmen. Und vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse seit Freitag k&ouml;nnten sie auch Recht behalten. Frankreichs Reaktion auf die Anschl&auml;ge war angemessen entschlossen, und die europ&auml;ische Solidarit&auml;t wurde gest&auml;rkt. Alle EU-Staaten haben auf Ansuchen Frankreichs im Rahmen des B&uuml;ndnisfalls gem&auml;ss des Vertrages von Lissabon Beistand zugesagt. Die internationalen Syrien-Gespr&auml;che in Wien und der G20-Gipfel in Antalya scheinen zudem auch Fortschritte in der Beziehung zwischen den USA und Russland gebracht zu haben. Frankreich strebt in dieser Frage offenbar ein Zweckb&uuml;ndnis mit Russland an. Eine Entspannung zwischen der NATO und Russland k&ouml;nnte schliesslich auch zu Durchbr&uuml;chen in anderen Streitfragen f&uuml;hren (Stichwort Ukraine). So scheint es im Moment wahrscheinlich, dass alle relevanten M&auml;chte zumindest im Kampf gegen den IS und &auml;hnlichen Terrorgruppen n&auml;her r&uuml;cken. Mittelfristig k&ouml;nnte das auch die Chancen einer Beendigung des Krieges in Syrien und Teilen des Irak verbessern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das dauerhafte strukturelle Problem des globalen Terrorismus w&auml;re damit nat&uuml;rlich leider nicht aus der Welt geschafft. Die letzten Jahre haben jedoch erneut gezeigt, dass Gesellschaften und M&auml;rkte in der Lage sind, mit einem gewissen Mass an Unsicherheit und Terror leben zu k&ouml;nnen. Die Finanzm&auml;rkte scheinen jedenfalls grunds&auml;tzlich eine minimalistische Sicht der Dinge zu haben: Solange sich die geopolitische Konsequenz der Paris-Attacken nicht als eine erweist, die alles noch schlimmer macht, d&uuml;rften sie von einer positiven Entwicklung ausgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Marktvolatilit&auml;t ist nach den Paris-Angriffen nicht gestiegen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Finanzm&auml;rkte haben auf die schlechten Nachrichten aus Paris positiv reagiert. Der S&amp;P 500, SMI und EuroStoxx sind seit Freitag um 1.4%, 2.3% und 2.6% gestiegen. Der Nikkei 225 notiert heute 1.1% h&ouml;her als am Freitag. Unter den grossen Schwellenl&auml;ndern notiert Chinas CSI 300 zwar geringf&uuml;gig tiefer, doch die Barometer f&uuml;r Brasilien, Indien und Russland sind klar gestiegen &ndash; um 1.2%, 2.2% bzw. 6.6% in US-Dollar gemessen .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Reaktion best&auml;tigt einmal mehr, dass die j&uuml;ngste Phase der Marktvolatilit&auml;t nur eine weitere Korrektur innerhalb einer etwas gealterten, aber im Grunde intakten Aktienhausse darstellte. Die Tatsache, dass die Angriffe nicht sofort zu erh&ouml;hter Volatilit&auml;t f&uuml;hrten, signalisiert auch, dass die Korrektur, die im August begann, bereits abgeschlossen ist. Es bedarf inzwischen offenbar noch gr&ouml;sserer negativer Schocks, um die M&auml;rkte wieder zu entgleisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Finanzm&auml;rkte haben im Laufe der letzten Wochen also nicht nur gelernt, die Tatsache zu akzeptieren, dass die US-Notenbank wahrscheinlich im n&auml;chsten Monat die Leitzinsen erh&ouml;hen wird. Sie scheinen inzwischen auch immun gegen negative externe Nachrichten zu sein. Das zugrunde liegende Vertrauen der Anleger wirkt also recht robust. So ist beispielsweise der S&amp;P-Volatilit&auml;tsindex f&uuml;r den US-Aktienmarkt, der die vom Markt implizite Unsicherheit darstellt, seit vergangenem Freitag sogar leicht gesunken, von rund 20 auf 18 bis 19 Punkte .<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4250\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/4860e5709bdf22dcf87ff389e86a5c25.png\" alt=\"18 11 15 1LGT\" width=\"600\" height=\"212\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Europ&auml;ische Erholung d&uuml;rfte einen leichten Schock &uuml;berstehen k&ouml;nnen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In wirtschaftlicher Hinsicht kommen die Angriffe zu einer Zeit, in der sich die Eurozone langsam aber stetig auf breiter Basis von den negativen Auswirkungen der Eurokrise erholt. Die j&uuml;ngste Sch&auml;tzung f&uuml;r das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts des Euroraums im dritten Quartal 2015 wurde am Tag der Pariser Anschl&auml;ge ver&ouml;ffentlicht. Wie die nachfolgende Grafik zeigt, nimmt die j&auml;hrliche Wachstumsrate der Region von niedrigem Niveau ausgehend weiter bescheiden zu. Die im Laufe der Zeit gestiegene Bereitschaft der Europ&auml;ischen Zentralbank, zunehmend monet&auml;re Unterst&uuml;tzung zu bieten, wirkt .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Solange die psychologischen Nachbeben der Anschl&auml;ge auf die Konjunkturstimmung und die Finanzm&auml;rkte begrenzt bleiben, k&ouml;nnen wir davon ausgehen, dass diese Erholung weiter anhalten wird. Diese Annahme beruht auch auf der Tatsache, dass die EZB weiterhin bereit steht, wenn n&ouml;tig unterst&uuml;tzend einzugreifen. Zudem k&ouml;nnten die j&uuml;ngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Situation im Nahen Osten, einschliesslich der Fl&uuml;chtlingskrise, am Ende die europ&auml;ische Integration doch weiter vorantreiben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4251\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/e7c484e179c235c4e1805cfbd190e054.png\" alt=\"18 11 15 2LGT\" width=\"600\" height=\"211\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Die Anschl&auml;ge des sogenannten &laquo;Islamischen Staates&raquo; gegen Frankreich haben Bewegung in die Geopolitik gebracht&#8230;..<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4038,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21529","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21529"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21529\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4038"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}