{"id":21542,"date":"2016-01-26T23:00:00","date_gmt":"2016-01-26T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/01\/26\/lgt-die-hausse-hat-erhebliche-schaeden-erlitten\/"},"modified":"2016-01-26T23:00:00","modified_gmt":"2016-01-26T23:00:00","slug":"lgt-die-hausse-hat-erhebliche-schaeden-erlitten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-die-hausse-hat-erhebliche-schaeden-erlitten\/","title":{"rendered":"LGT: Die Hausse hat erhebliche Sch\u00e4den erlitten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Beschwichtigende Worte der Notenbankchefs Europas und Japans l&ouml;sten letzte Woche eine Erholung an den Aktien- und Rohstoffb&ouml;rsen aus. Wir haben die relative Ruhe genutzt, um die Folgen der j&uuml;ngsten Turbulenzen zu bewerten und festgestellt, dass die Hausse erhebliche Sch&auml;den erlitten hat&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M&auml;rkte d&uuml;rften nun eine Zeit lang volatil seitw&auml;rts tendieren. Wir behalten uns vor, antizyklisch zu handeln &ndash; d.h. in deutlichen St&auml;rkephasen das Aktienrisiko zu stutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank Mario Draghi bekr&auml;ftigte am vergangenen Donnerstag, dass die EZB &laquo;entschlossen und f&auml;hig&raquo; sei und &uuml;ber eine F&uuml;lle von geldpolitischen Instrumenten verf&uuml;ge, um ihr mittelfristiges Inflationsziel im Visier zu behalten. Die gleiche Botschaft kommunizierte auch Bank of Japan-Chef Haruhiko Kuroda gleichentags in Davos. Er f&uuml;gte hinzu, dass es im Hinblick auf Finanzanlagen, die von der BOJ gegebenenfalls aufgekauft werden k&ouml;nnten, &laquo;keine Grenzen&raquo; g&auml;be.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entsprechend fielen die Marktreaktionen aus. Japans Topix und der EuroStoxx sind seit den jeweiligen Kommentaren um 7.6% bzw. 5.3% gestiegen. Im Vergleich dazu legte der S&amp;P 500 um rund 1% zu, w&auml;hrend insbesondere Russland und osteurop&auml;ische L&auml;nder dem MSCI Emerging Markets (USD) zu einem Plus von 4% verhalfen und der &Ouml;lpreis rund 10% h&ouml;her notiert. Nur an den relativ abgeschotteten B&ouml;rsen von Shanghai und Shenzhen sind die Aktienindizes zwischenzeitlich auf neue Tiefs gefallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So weit, so gut. Diese relative Stabilisierung bietet eine Chance, erneut die &uuml;bergeordnete Frage zu stellen: Repr&auml;sentierten die Verwerfungen der ersten drei Januar-Wochen wirklich nur eine Korrektur im Rahmen einer grunds&auml;tzlich noch intakten Hausse? Oder erleben wir doch den Anfang eines neuen, abw&auml;rts gerichteten Marktregimes? Im ersten Fall m&uuml;ssten panische Verkaufswellen f&uuml;r K&auml;ufe genutzt werden. Im letzteren Fall b&ouml;ten Erholungen Gelegenheiten, die einseitigen Anlagerisiken zu reduzieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Noch bleiben wir knapp im Lager der Haussiers<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Szenario einer regelrechten Baisse zweifeln wir noch: Die Weltwirtschaft w&auml;chst weiter moderat, der Datenfluss und die Geldpolitik bleiben letztlich konstruktiv und die Unternehmensgewinne halten sich auf relativ gutem Niveau . Anhand der Fakten k&ouml;nnen wir auch keine neuen Risiken am Horizont erkennen. Zugleich hatten die Januar-Turbulenzen in den entwickelten M&auml;rkten keine wirklich panischen Dimensionen erreicht. Der S&amp;P 500-Volatilit&auml;tsindex notierte am H&ouml;hepunkt der aktuellsten Turbulenzen beispielsweise nur etwa halb so hoch wie w&auml;hrend der Korrektur vom letzten August. F&uuml;r antizyklische K&auml;ufe oder Verk&auml;ufe war und ist die Zeit also noch nicht gekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andererseits haben Chinas B&ouml;rsen- und W&auml;hrungsprobleme in Kombination mit den gleichzeitig stattfindenden scharfen &Ouml;lpreiseinbr&uuml;chen zum zweiten Mal seit letzten Sommer internationale Verwerfungen ausgel&ouml;st. Diese haben dem Hausse-Regime empfindliche strukturelle Sch&auml;den zugef&uuml;gt, die auf mittlere Sicht schlagend werden k&ouml;nnten. Selbst fundamental unbegr&uuml;ndete &Auml;ngste k&ouml;nnten sich nun als selbsterf&uuml;llende Prophezeiungen erweisen und die Realwirtschaft belasten. Und die Geldpolitik kann in solchen F&auml;llen nur dann effektiv gegensteuern, wenn sie kraftvoll, pr&auml;ventiv und &uuml;berraschend agiert. Die am Donnerstag von der EZB und der BOJ erneut in Aussicht gestellten Interventionen erf&uuml;llen diese Kriterien jedoch kaum. Vielmehr scheinen die Notenbanken inzwischen den Entwicklungen eher hinterherzuhinken, w&auml;hrend sich die M&auml;rkte tempor&auml;r an wieder aufgew&auml;rmte, alte Hoffnungen klammern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was in so einem Umfeld letztlich &uuml;brig bleiben d&uuml;rfte, ist zumindest erh&ouml;hte Volatilit&auml;t. Die Chancen einer vollst&auml;ndigen Restauration der Hausse sind heute schlechter als letzten Sommer. Auf absehbare Zeit werden die M&auml;rkte wahrscheinlich sehr empfindlich auf Nachrichten reagieren und stark schwanken &ndash; ein Umfeld, dass f&uuml;r antizyklische taktische Anlagestrategien spricht. Kurz: Obwohl wir noch nicht soweit sind, zwingend von einer kommenden Baisse zu sprechen, hat sich unsere Einsch&auml;tzung des globalen Marktausblicks doch ein St&uuml;ck weiter eingetr&uuml;bt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unternehmensgewinne: Nicht gut genug f&uuml;r eine volle Wiederherstellung des Bullenmarkts<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden folgenden Tabellen fassen den aktuellen Stand der globalen Berichtssaison f&uuml;r das vierte Quartal 2015 zusammen, basierend auf dem MSCI World All-Countries Index (ACWI). Bisher hat etwa ein Zehntel der Indexmitglieder, bis dato mehrheitlich aus den USA, Ergebnisse gemeldet. Sowohl die Ums&auml;tze als auch die Gewinne hielten sich dabei auf den Niveau des Vorjahres. Der Konsens hatte mit einem vergleichsweise deutlichen Gewinneinbruch gerechnet. Somit sind die Ergebnisse durchaus passabel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die anstehenden Ergebnisse aus Europa und Japan k&ouml;nnten in den kommenden Wochen das Gesamtbild zudem noch etwas aufbessern. Einerseits f&auml;llt der problematische Energie- und Rohstoffsektor in diesen Regionen weniger ins Gewicht als in den USA oder den Schwellenl&auml;ndern. Andererseits sind die binnenwirtschaftlichen Erholungen in den genannten Volkswirtschaften j&uuml;ngeren Datums. So weit, so gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Ertragserwartungen f&uuml;r die kommenden Jahre wirken inzwischen zu hoch<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das eigentliche Problem lautet jedoch, dass auf globaler Ebene die Erwartungen f&uuml;r die Unternehmensertr&auml;ge in den n&auml;chsten 12-24 Monaten inzwischen insgesamt zu hoch sind .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So implizieren die EPS-Konsenssch&auml;tzungen f&uuml;r den MSCI All- Countries f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Jahre j&auml;hrliche Wachstumsraten von 11-12%, basierend auf anhaltend hohen Wachstumsraten in den Industriel&auml;ndern und starken Erholungen in den Schwellenl&auml;ndern .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts der deflation&auml;ren Effekte der wiedererwachten Rohstoffbaisse und der anhaltenden Konjunkturschw&auml;che in China und anderen Schwellenl&auml;ndern wirken solche Prognosen derzeit fragw&uuml;rdig. Um diese mittelfristigen Zielwerte tats&auml;chlich erreichen zu k&ouml;nnen, m&uuml;sste die Weltwirtschaft demn&auml;chst deutlich positiv zu &uuml;berraschen beginnen. Alternativ m&uuml;ssten signifikante monet&auml;re und\/oder energiepolitische Interventionen stattfinden &ndash; beispielsweise eine Kehrtwende in der Zinspolitik der US-Federal Reserve oder eine klare Produktionsdrosselung durch die grossen &Ouml;lf&ouml;rderl&auml;nder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kombination aus einem aktuell stagnierenden Gewinnwachstum und hohen mittelfristigen Erwartungen d&uuml;rfte jedenfalls f&uuml;r eine vollst&auml;ndige Wiederherstellung eines Bullenmarkt-Regimes nicht ausreichen. Typisch f&uuml;r eine Hausse w&auml;re n&auml;mlich der umgekehrte Fall &ndash; tiefe mittelfristige Konsenssch&auml;tzungen und hohe, aber zum Teil ignorierte aktuelle Gewinnwachstumsraten. Diese Konstellation ist leider nicht mehr gegeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4309\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/e3f5b2bd72d193f3d8dcab12aa5f8b6d.png\" alt=\"27 01 16 lgt\" width=\"600\" height=\"411\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschwichtigende Worte der Notenbankchefs Europas und Japans l&ouml;sten letzte Woche eine Erholung an den Aktien- und Rohstoffb&ouml;rsen aus. 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