{"id":21545,"date":"2016-02-16T23:00:00","date_gmt":"2016-02-16T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/02\/16\/lgt-inkrementelle-lockerungsschritte-reichen-nicht-aus\/"},"modified":"2016-02-16T23:00:00","modified_gmt":"2016-02-16T23:00:00","slug":"lgt-inkrementelle-lockerungsschritte-reichen-nicht-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-inkrementelle-lockerungsschritte-reichen-nicht-aus\/","title":{"rendered":"LGT: Inkrementelle Lockerungsschritte reichen nicht aus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Extremschwankungen w&auml;hrend den Neujahrsfeiertagen in China folgte ein respektabler Erholungsversuch an den Finanzm&auml;rkten. Zuvor hatte die US-Notenbank erstmals eine m&ouml;gliche Kurskorrektur angedeutet&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Weitere beschwichtigende Notenbanker-Kommentare hielten im direkten Anschluss daran den positiven Stimmungswandel an den B&ouml;rsen aufrecht. Ob diesen Worten auch wirksame Taten folgen werden, bleibt allerdings noch abzuwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Reihe von geldpolitischen Andeutungen und Versprechungen befl&uuml;geln seit vergangenen Freitag die Hoffnungen der Anleger und damit auch die Aktien- und Rohstoffm&auml;rkte, w&auml;hrend sogenannte krisensichere H&auml;fen, wie etwa Gold oder der Yen, einen Teil ihrer j&uuml;ngsten Gewinne wieder abgegeben haben. Auch gab es Spekulationen &uuml;ber m&ouml;gliche, koordinierte Notenbankaktionen zur Stabilisierung der M&auml;rkte w&auml;hrend oder nach dem G20-Finanzministertreffen am 26.\/27. Februar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst liess Janet Yellen aufhorchen, als sie am vergangenen Freitag im US-Senat aussagte, dass Negativzinsen auch in den USA &laquo;nicht vom Tisch&raquo; seien. Damit implizierte die Fed-Chefin erstmals, dass sie gegebenenfalls sogar einen kompletten Kurswechsel vollziehen und die, erst im Dezember in Angriff genommene, Zinsnormalisierung wieder r&uuml;ckg&auml;ngig machen k&ouml;nnte. Gleichentags sprach Bank of Japan-Vizegouverneur Hiroshi Nakaso in New York davon, dass Japans Negativzinsen noch weiter gesenkt werden k&ouml;nnen. Er lehnte zudem die Vorstellung ab, dass die Wertpapierk&auml;ufe der Bank of Japan (BOJ) langsam an ihre Grenzen stossen k&ouml;nnten und betonte, dass die BOJ in &laquo;engem Austausch&raquo; mit den anderen Notenbanken stehe. Parallel dazu wurde in den Medien ein Statement-Entwurf der Europ&auml;ischen Union zitiert, in welchem die G20-Staaten &laquo;dringend&raquo; zu Massnahmen zur St&auml;rkung der Weltkonjunktur aufrufen. Am Samstag brach dann auch noch der chinesische Notenbank-Gouverneur Zhou Xiaochuan sein langes Schweigen: Chinas Zahlungsbilanz sei stark, die Kapitalabfl&uuml;sse seien normal und der Wechselkurs sei gegen&uuml;ber den Handelspartner-W&auml;hrungen insgesamt stabil geblieben, beruhigte er. Am Montag war schliesslich der Pr&auml;sident der Europ&auml;ischen Zentralbank Mario Draghi an der Reihe. Die EZB werde &laquo;nicht z&ouml;gern&raquo;, gegebenenfalls weitere Lockerungsschritte zu ergreifen, wiederholte er im EU-Parlament.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Aussagen enthalten bei n&auml;herer Betrachtung nichts wirklich Neues<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bleiben diesbez&uuml;glich skeptisch. Negativzinsen wurden auch in den USA nie ausgeschlossen, w&auml;hrend selbst Japans Entscheidung vom 29. Januar, Negativzinsen einzuf&uuml;hren, in der Praxis nur einen behutsamen Lockerungsschritt darstellte. Vor den diesj&auml;hrigen Turbulenzen h&auml;tten solche moderaten Anpassungen vielleicht noch ausgereicht. Inzwischen implizieren diverse Finanzmarktsegmente (u.a. Rohstoffe, inflationsgekoppelte Anleihen, Risikopr&auml;mien) jedoch einen merklich eingetr&uuml;bteren Ausblick. Die Notenbanken scheinen den Erwartungen also nur mehr hinterherzulaufen, statt sie massgeblich zu steuern. Um eindeutig reflation&auml;re Erwartungen an den M&auml;rkten zu sch&uuml;ren, m&uuml;ssten sie jetzt deutlich st&auml;rkere Signale setzen. Anderenfalls d&uuml;rfte das Risiko einer globalen Rezession wohl weiter steigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die aktuelle Erholung d&uuml;rfte tempor&auml;rer Natur sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Wiederbelebung der alten Hausse k&ouml;nnen wir nat&uuml;rlich trotzdem nicht ganz ausschliessen. Die gute Nachricht lautet schliesslich, dass es grunds&auml;tzlich weiter in der Macht der Notenbanken liegt, eine Wende herbeizuf&uuml;hren. Zahlreiche empirische Studien belegen, dass die Geldpolitik das nominale Bruttoinlandsprodukt (NBIP) steuern kann (Beispiel: The Use of a Monetary Aggregate to Target Nominal GDP). Die schlechte Nachricht lautet, dass NBIP-Targeting noch kein allgemein akzeptiertes geldpolitisches Rezept darstellt (auch wenn es in den letzten Jahren als modernisierte Version des klassischen Monetarismus mehr Anerkennung fand). Den Zentralbanken d&uuml;rfte es aber auch aus praktischen Gr&uuml;nden schwerfallen, rechtzeitig wirkungsvoll zu handeln. Sie m&uuml;ssten n&auml;mlich entweder &uuml;ber ihren Schatten springen und einen Kurswechsel vollziehen (Fed), oder die selbst gesch&uuml;rten Markterwartungen nochmals &uuml;bertreffen (EZB). So heissen wir den Stimmungswandel an den B&ouml;rsen und den guten Willen der Notenbanken grunds&auml;tzlich willkommen. Was die potenzielle Dauer des aktuellen Aufschwungs betrifft, bleiben wir jedoch weiter eher skeptisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das k&uuml;nftige nominale Bruttoinlandsprodukt (NBIP) ist von grosser Bedeutung, da es die Basis aller Unternehmensertr&auml;ge, Dividenden, Zinszahlungen, Kredittilgungen und somit die Grundlage aller Kreditratings und Bilanzbewertungen darstellt. Ein schw&auml;cheres NBIP f&uuml;hrt folglich ab einem bestimmten Punkt sukzessive zu zus&auml;tzlichen Problemen &ndash; im schlimmsten Fall zu weiteren Bankenkrisen. So &uuml;berrascht es nicht, dass genau diese Art von Sorgen in den vergangenen Wochen an den M&auml;rkten pl&ouml;tzlich wieder zum Vorschein kam (u.a. im Zusammenhang mit der Bilanzqualit&auml;t und\/oder m&ouml;glichen Liquidit&auml;tsengp&auml;ssen bei gewissen europ&auml;ischen Grossbanken).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Einige der aktuellen &Auml;ngste sind &uuml;bertrieben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir glauben, dass diese konkreten m&ouml;glichen Probleme derzeit sicherlich &uuml;berbewertet sind. Eine globale Rezession stellt aus unserer Sicht nach wie vor nur ein Risiko und keinesfalls unsere Grunderwartung f&uuml;r die nahe Zukunft dar. Gleichzeit ist aber auch klar, dass wir heute mit noch weniger zuk&uuml;nftigem Wachstum rechnen m&uuml;ssen, als noch vor einigen Monaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konkret hatten wir in unserer letzten Analyse der Unternehmensgewinne und des globalen NBIPs (LGT Beacon, 11. November 2015) noch eine konstruktive Haltung eingenommen. Wir sahen &laquo;ausreichend Hoffnung&raquo; auf eine Erholung des Gewinnwachstums im laufenden Jahr &ndash; allerdings unter folgenden Voraussetzungen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bull; Die US-Notenbank zieht ihre sanfte Leitzinserh&ouml;hung durch und best&auml;tigt damit einen robusten US-Konjunkturausblick<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bull; Der Roh&ouml;lpreis bricht innerhalb eines Jahres nicht noch einmal deutlich ein (nachdem er im Laufe des vorangegangenen Jahres bereits um rund 45% gesunken war)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bull; Chinas Wirtschaft stabilisiert sich in etwa auf dem gegenw&auml;rtigen Niveau<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Grund&uuml;berlegung bestand darin, dass sich unter diesen Bedingungen das Welt-NBIP in diesem Jahr erholen m&uuml;sste, nachdem es 2015 einen seltenen (und ungew&ouml;hnlich hohen) R&uuml;ckgang verzeichnet hatte. Die negativen Basiseffekte aus dem pl&ouml;tzlichen Rohstoffpreisverfall und der USD-St&auml;rke des Vorjahres m&uuml;ssten jedoch perspektivisch allm&auml;hlich wieder verblassen. Parallel dazu m&uuml;ssten sich auch die globalen Unternehmensgewinne, die im vergangenen Jahr nat&uuml;rlich von den gleichen Faktoren belastet wurden, entsprechend erholen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Wahrscheinlichkeit einer Erholung sinkt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch w&auml;hrend die Fed im Dezember tats&auml;chlich wie geplant die Zinsen anhob, haben sich die beiden letztgenannten Punkte in die falsche Richtung entwickelt. Dies k&ouml;nnte fr&uuml;her oder sp&auml;ter nat&uuml;rlich auch R&uuml;ckwirkungen auf die US-Wirtschaft haben und damit m&ouml;glicherweise auch den ersten Punkt ung&uuml;ltig machen. Die Roh&ouml;lpreise sind seit November um rund weitere 35% eingebrochen, w&auml;hrend Chinas B&ouml;rsenpanik im Januar diverse globale Makro&auml;ngste erneut verst&auml;rkte. Das k&ouml;nnte letztlich schwerer wiegen als die Tatsache, dass die Aktienm&auml;rkte von Shanghai und Shenzhen von vergleichsweise geringer Bedeutung sind und Chinas Wirtschaftsdaten seitdem dem Szenario einer graduellen Stabilisierung eigentlich nicht widersprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sei es, wie es sei, inzwischen hat sich an den M&auml;rkten eine negative R&uuml;ckkopplungsschleife etabliert. Und zumindest solange die &Ouml;l-Baisse mit unverminderter Intensit&auml;t anh&auml;lt, erscheint die relativ deutliche Erholung des globalen NBIP, wie sie u.a. derzeit noch vom Internationalen W&auml;hrungsfonds prognostiziert wird, weniger wahrscheinlich, als noch vor wenigen Monaten . Unter diesen Umst&auml;nden sind auch die aktuellen Konsenserwartungen der Analysten f&uuml;r die Unternehmensgewinne der n&auml;chsten zw&ouml;lf bis 24 Monate einfach zu hoch.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4331\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/8fe38db1ae87479217186296459333d1.png\" alt=\"17 02 16lgt\" width=\"600\" height=\"272\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf die Extremschwankungen w&auml;hrend den Neujahrsfeiertagen in China folgte ein respektabler Erholungsversuch an den Finanzm&auml;rkten. 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