{"id":21551,"date":"2016-03-01T23:00:00","date_gmt":"2016-03-01T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/03\/01\/lgt-moegliche-implikationen-eines-brexit\/"},"modified":"2016-03-01T23:00:00","modified_gmt":"2016-03-01T23:00:00","slug":"lgt-moegliche-implikationen-eines-brexit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-moegliche-implikationen-eines-brexit\/","title":{"rendered":"LGT: M\u00f6gliche Implikationen eines \u00abBrexit\u00bb"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ein etwaiger Austritt des Vereinigten K&ouml;nigreichs aus der Europ&auml;ischen Union (&laquo;Brexit&raquo;) w&uuml;rde die britische Wirtschaft langfristig nur marginal belasten und die EU politisch schw&auml;chen&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der ersten Phase w&uuml;rde ein &laquo;Brexit&raquo; allerdings zur weiteren Aufrechterhaltung der Volatilit&auml;t an den Finanzm&auml;rkten beitragen. Die betroffenen W&auml;hrungen d&uuml;rften l&auml;nger schwach bleiben, weil angesichts des absehbaren kurzfristigen Schocks die Geldpolitik wohl gegensteuern w&uuml;rde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Briten entscheiden am 23. Juni, ob sie in der EU bleiben. Nach dem Abschluss eines Abkommens, das dem Vereinigten K&ouml;nigreich (GB) weitere Privilegien und Ausnahmen innerhalb der EU gew&auml;hrt, unterst&uuml;tzt Premierminister David Cameron nun den Verbleib GBs in der EU. Sollten die W&auml;hler anders entscheiden, wird Downing Street zwei Jahre Zeit haben, um den Austritt mit der EU auszuhandeln. Die Umfragen lassen einen &laquo;Brexit&raquo; weiterhin offen. Daher macht es Sinn, die Auswirkungen einmal festzuhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Politischer Verlust f&uuml;r Europa und wirtschaftliche Kosten f&uuml;r GB<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Politisch w&uuml;rde GB an Souver&auml;nit&auml;t gewinnen, w&auml;hrend die EU an &laquo;Soft Power&raquo; einb&uuml;ssen w&uuml;rde, d.h. an milit&auml;rischem und globalem Einfluss und institutioneller Vertretung. Dar&uuml;ber hinaus w&uuml;rde die historisch wirtschaftsliberale L&auml;ndergruppe in der EU selbst mit Deutschland als Wechselw&auml;hler nicht mehr in der Lage sein, eine Sperrminorit&auml;t von 35% zu bilden. Das politische Gleichgewicht w&uuml;rde st&auml;rker in Richtung &laquo;mehr Regulierung, weniger Markt&raquo; kippen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Handel w&auml;ren die Verluste f&uuml;r die EU marginal. F&uuml;r GB k&ouml;nnten sie h&ouml;her ausfallen &ndash; je nachdem, wie die Austrittsbedingungen aussehen w&uuml;rden und wie sich die Handelsbeziehungen mit nichteurop&auml;ischen L&auml;ndern entwickeln w&uuml;rden. In jedem Fall w&uuml;rde London den EU-Marktzugang bewahren wollen und sich um ein entsprechendes Abkommen bem&uuml;hen. Dies w&uuml;rde einen Kompromiss zwischen erh&ouml;htem Marktzugang, finanziellen Beitr&auml;gen und mehr Freiheit in nationalen Regulierungs- und Zollfragen erfordern. Die wahrscheinlichste Option ist folglich eine Art Freihandelsabkommen (FTA). Denn ein Modell nach Schweizer Vorbild d&uuml;rfte die EU aus Angst vor Rosinenpickerei zur&uuml;ckweisen, w&auml;hrend GB mit dem Modell Norwegens zwar gleichen Marktzugang, aber keine Mitbestimmungsrechte h&auml;tte. In einer Zollunion nach t&uuml;rkischem Modell wiederum w&uuml;rde sich GB verpflichten, dieselben EU-Exporttarife zu &uuml;bernehmen &ndash; ohne jegliche Garantie f&uuml;r Zugang zu Drittm&auml;rkten. Die unter diesen Umst&auml;nden anfallenden Handelskosten eines &laquo;Brexit&raquo; d&uuml;rften von 2018 bis 2030 insgesamt 0.3% bis 1.7% des GB-Bruttoinlandprodukts (BIP) betragen. Bei den ausl&auml;ndischen Direktinvestitionen (FDI) ist GB der Topempf&auml;nger der EU, wobei knapp die H&auml;lfte des Kapitalstocks aus EU-L&auml;ndern stammt. Im &laquo;Brexit&raquo;-Fall w&uuml;rden offene Steuer- und Regulierungsfragen die Kapitalstr&ouml;me und damit das Wirtschaftswachstum und das britische Pfund zun&auml;chst belasten, was das BIP bis 2030 um bis zu 0.35% belasten k&ouml;nnte. Sollte London allerdings investitionsfreundliche Massnahmen forcieren, k&ouml;nnte das BIP zus&auml;tzlich um bis zu 1.3% h&ouml;her ausfallen als ohne &laquo;Brexit&raquo;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Budget: Keine grossen Einsparungen f&uuml;r London und erhebliche Verluste f&uuml;r die EU<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter der Annahme, dass GB mit der EU eine Art Freihandelsabkommen aushandeln w&uuml;rde, k&ouml;nnten die Netto-Zahlungen um rund 35% sinken. Da aber auch die Empf&auml;nger bisheriger britisch-mitfinanzierter EU-Mittel kompensiert werden m&uuml;ssten, w&uuml;rden die tats&auml;chlichen Einsparungen nur etwa 10% betragen (0.1% des BIP). Die EU w&uuml;rde hingegen einen grossen Nettozahler verlieren. Die restlichen Beitragszahler m&uuml;ssten dann 2 bis 5% mehr einzahlen, die Empf&auml;ngerstaaten ihre Ausgaben um rund 0.5 bis 5% senken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einzelne &laquo;Brexit&raquo;-Kostenrechnungen variieren stark, da sie grunds&auml;tzlich von spezifischen Annahmen und der politischen Voreingenommenheit abh&auml;ngen. Auf jeden Fall w&uuml;rden die negativen Auswirkungen mit der Zeit nachlassen und der annualisierte &laquo;Brexit&raquo;-Effekt d&uuml;rfte langfristig marginal ausfallen (wir rechnen mit -0.16% bis 0.07% des BIP f&uuml;r 2018 bis 2030). Im besten Fall k&ouml;nnten die Briten sogar einen kleinen Gewinn f&uuml;r sich herausquetschen &ndash; falls sie ihr Land noch st&auml;rker f&uuml;r Investitionen und den Handel mit anderen Regionen &ouml;ffnen w&uuml;rden. Die Kernfrage lautet jetzt im Wesentlichen: Wird nun dieser m&ouml;gliche kleine Gewinn den meisten Briten gen&uuml;gend Motivation bieten, um der EU einen unter Umst&auml;nden fatalen politischen Schlag zu versetzen?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4357\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/61b7c99f9a8ffd330da056238c8583c3.png\" alt=\"02 03 16 1LGT\" width=\"600\" height=\"581\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anlageimplikationen f&uuml;r britische und europ&auml;ische Anlagen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein &laquo;Brexit&raquo; w&uuml;rde einen negativen Einfluss auf das britische Pfund und den Euro haben, britische und deutsche Anleihen unterst&uuml;tzen und tendenziell die Volatilit&auml;t sowie die Risikopr&auml;mien an den Aktienm&auml;rkten erh&ouml;hen. Diese Einsch&auml;tzungen stehen allerdings bereits weitgehend im Einklang mit unserer Positionierung. Ohne das Referendum w&uuml;rden wir das eher unterbewertete britische Pfund grunds&auml;tzlich in einem g&uuml;nstigeren Licht beurteilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4358\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/05bf039b5e136b9dc902a99629441128.png\" alt=\"02 03 16 2LGT\" width=\"600\" height=\"236\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein etwaiger Austritt des Vereinigten K&ouml;nigreichs aus der Europ&auml;ischen Union (&laquo;Brexit&raquo;) w&uuml;rde die britische Wirtschaft langfristig nur marginal belasten und die EU politisch schw&auml;chen&#8230;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4330,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21551","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21551"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21551\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}