{"id":21554,"date":"2016-03-08T23:00:00","date_gmt":"2016-03-08T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/03\/08\/lgt-die-jagd-auf-zusaetzliche-ertragsquellen-geht-weiter\/"},"modified":"2016-03-08T23:00:00","modified_gmt":"2016-03-08T23:00:00","slug":"lgt-die-jagd-auf-zusaetzliche-ertragsquellen-geht-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-die-jagd-auf-zusaetzliche-ertragsquellen-geht-weiter\/","title":{"rendered":"LGT: Die Jagd auf zus\u00e4tzliche Ertragsquellen geht weiter"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee, dass die Notenbanken ihre Munition aufgebraucht haben, ist wieder g&auml;ngig, verfehlt aber wahrscheinlich den Kernpunkt: Vielmehr scheint die Geldpolitik ihren Fokus verst&auml;rkt von der Ausweitung der Geldbasis auf die Beschleunigung des Geldumlaufs zu verlegen&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wachstumssensitive Emerging-Markets-Anlagen und Industrierohstoffe sind in den letzten Wochen folglich besonders stark gestiegen. Investoren sollten sich vor der Macht der Notenbanken h&uuml;ten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wichtigste Erkenntnis aus den Ereignissen seit Ende Januar ist, dass grosse Marktturbulenzen die Notenbanken weiterhin zum Handeln bewegen werden. Die Gesch&auml;ftsbanken werden nun zudem zunehmend kreativ angehalten, an der Kreditsch&ouml;pfung und damit der Jagd auf alternative Renditequellen teilzunehmen, anstatt die mittels der quantitativen Lockerungsprogramme (QE) kreierten &Uuml;berschussreserven weiter (oft verzinslich) zu horten. Die Geldpolitik schaltet damit vom ersten in den zweiten Gang &ndash; von der Ausweitung der Geldbasis, welche per se zu keiner Wirtschaftst&auml;tigkeit beitr&auml;gt, zur F&ouml;rderung des wirtschaftlich relevanteren Geldmengenwachstums.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Verschiebung ist potenziell wachstumsrelevant. Schweden hat es vorgemacht. Als eines der ersten L&auml;nder kombinierte es QE mit Negativzinsen und einer konsequent reflation&auml;ren Haltung. Das Realwachstum steigt seit 2012 stetig und war zuletzt mit 4.5% gegen&uuml;ber dem Vorjahr &uuml;berraschend hoch. Zumindest hat diese Verschiebung aber die globale Jagd auf Zusatzrenditen wieder aufleben lassen. M&auml;rkte, die zus&auml;tzliche Risikopr&auml;mien (z.B. f&uuml;r Liquidit&auml;tsmangel, h&ouml;here Unsicherheit, usw.) bieten, reagierten folglich am deutlichsten. Emerging Markets und Rohstoffe, die jahrelang entweder gemieden oder w&auml;hrend der j&uuml;ngsten Verwerfungen extrem abgestossen wurden, passen dabei besonders gut ins Bild und angesichts der Notenbank-Signale k&ouml;nnte dieser Trend auch anhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Kontext lohnt es sich, die geldpolitischen Ereignisse der j&uuml;ngsten Zeit nochmals Revue passieren zu lassen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bull; 29. Jan.: Mit der &uuml;berraschenden Einf&uuml;hrung von Negativzinsen bricht die Bank of Japan (BOJ) ein innenpolitisches Tabu. In der Praxis wird sie den Negativzins allerdings nur auf einen sehr kleinen (wenn auch wachsenden) Teil der &Uuml;berschussreserven verrechnen. Damit hat die BOJ die konservativen Grossbanken des Landes im Grunde nur h&ouml;flich gebeten, sich im Laufe der n&auml;chsten Jahre nach anderen Renditequellen umzuschauen &ndash; ein Schritt in die richtige Richtung, aber sicher kein aggressives Reflationssignal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es &uuml;berrascht daher nicht, dass sich die begeisterte Erstreaktion an der Tokioter B&ouml;rse als Strohfeuer erwies, der Yen extrem stark blieb und Risikoanlagen weltweit wieder abgestossen wurden &ndash; bis eben auch die anderen Notenbanken folgten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bull; 10. Feb: Schwedens Riksbank senkt den Einlagenzinssatz von -0.3 % auf -0.5 % und bekundet ein anhaltend &laquo;hohes Mass an Bereitschaft&raquo; zu weiteren Lockerungsschritten. Angesichts der Wirtschaftsleistung Schwedens ist dies bemerkenswert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bull; 11. Feb: US-Federal Reserve-Chefin Janet Yellen sagt im Senat aus, dass negative Zinsen in den USA &laquo;nicht vom Tisch&raquo; seien und bot damit einen ersten Hinweis darauf, dass die Fed bei Bedarf auch f&uuml;r eine Kehrtwende in der Geldpolitik offen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&bull; 12. Feb: Nach l&auml;ngerer Funkstille dr&uuml;ckt Chinas Notenbanker Zhou Xiaochuan sein Vertrauen in die Wachstumsperspektiven seines Landes aus. Zwei Wochen sp&auml;ter wird Chinas Mindestreservesatz gesenkt. Ebenfalls am 12. Feb. warnt die BOJ, dass die Vorstellung, sie sei mit ihrer Lockerungspolitik an eine &laquo;Grenze&raquo; gestossen, falsch sei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Preise fast aller wachstumssensiblen Finanzwerte und Rohstoffe, einschliesslich f&uuml;r Shanghaier Stahl, markierten zwischen dem 10. und 12. Februar ihre 52-Wochentiefs und haussieren seitdem. Die M&auml;rkteilnehmer sehen, dass die Gelpolitik wieder verst&auml;rkt proaktiv die tats&auml;chlich im Umlauf befindliche Geldmenge steuern will. In diesem Sinne d&uuml;rfte auch die Europ&auml;ische Zentralbank morgen neue Massnahmen bekannt geben. Das Problem hierbei ist nur, dass die Zinsm&auml;rkte eine grosse Einlagesatzsenkung von &#8211; 0.3% auf rund -0.5 % bereits eingepreist haben. Das Risiko einer Entt&auml;uschung ist somit hoch. Unter dem Strich haben die j&uuml;ngsten geldpolitischen Botschaften eine konstruktivere Anlegergrundhaltung gef&ouml;rdert. Die erh&ouml;hte Volatilit&auml;t an den Finanzm&auml;rkten d&uuml;rfte uns trotzdem erhalten bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schweden liefert seit Jahren robustes Wirtschaftswachstum<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schweden wies Ende Februar f&uuml;r das vierte Quartal 2015 ein j&auml;hrliches Realwachstum von 4.5% aus, nach 3.9% im Vorquartal. Damit wurde der vom Durchschnitt der &Ouml;konomen gesch&auml;tzte Wert von 3.6% deutlich &uuml;bertroffen. Schwedens Wirtschaft entwickelt sich allerdings schon seit der grossen Rezession von 2008 im globalen Vergleich ausserordentlich gut und sticht seit 2012 besonders deutlich hervor (seit 2012 hat beschleunigt sich das Wachstum zus&auml;tzlich). Wie der Chart&nbsp; auf Seite zwei zeigt, hat Schweden sowohl den Einbruch von 2007\/2008 als auch die nachfolgende Eurokrise rasch &uuml;berwunden. Das reale Bruttoinlandsprodukt w&auml;chst seit Jahren nahe am oder &uuml;ber dem langfristigen Trend &ndash; seit einiger Zeit sogar deutlich dr&uuml;ber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erw&auml;hnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass es Schwedens Riksbank gelungen ist, das breite Geldmengenwachstum stabil auf steilem Trendpfad zu halten. Sie blieb konsequent auf selbstbewusstem Lockerungskurs &ndash; ohne grosse Diskussionen &uuml;ber Exit-M&ouml;glichkeiten oder die Wirksamkeit diverser monet&auml;rer Instrumente zu f&uuml;hren und damit gemischte Signale &uuml;ber ihre Politik und ihre Absichten zu sch&uuml;ren. Auch in ihrem j&uuml;ngsten Statement vom 11. Februar kommunizierte die Riksbank erneut klar, dass sie weiter auf Kurs bleiben werde (weitere Zinssenkungen wurden explizit genannt), solange die Inflation unter dem Zielwert bleibt &ndash; unabh&auml;ngig davon, wie gut die Wirtschaft sonst l&auml;uft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4366\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/49813f107fdd673bcd590bfca8d3fbbb.png\" alt=\"09 03 16 1\" width=\"600\" height=\"236\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hohe Erwartungen gegen&uuml;ber der EZB vor Zinsentscheidung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wird allgemein erwartet, dass die EZB morgen zus&auml;tzliche geldpolitische Lockerungsmassnahmen ank&uuml;ndigen wird, einschliesslich einer Senkung des Tageseinlagesatzes (welcher auch f&uuml;r die &Uuml;berschussreserven der Banken gilt). Der Bloomberg-Konsens geht von einer Reduktion um 10 Basispunkte auf -0.4% aus. Die Zinsm&auml;rkte implizieren allerdings einen Schritt von bis zu -0.6%.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Vergleich zu den Zinsm&auml;rkten hat sich der Euro in diesem Jahr insgesamt eher stabil verhalten (was weniger extreme Erwartungen impliziert), w&auml;hrend Aktien zuletzt eher steigende Erwartungen signalisierten. Unter dem Strich d&uuml;rften die Erwartungen aber doch zu hoch sein, was das Risiko einer zumindest tempor&auml;ren Entt&auml;uschung unterstreicht. Die M&auml;rkte k&ouml;nnte allerdings ihr Augenmerk auch auf andere, etwaige Nicht-Zins-Massnahmen der EZB richten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4367\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/42171c6b7a99c7939d7b328ca7dd26d4.png\" alt=\"09 03 16 2\" width=\"600\" height=\"239\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee, dass die Notenbanken ihre Munition aufgebraucht haben, ist wieder g&auml;ngig, verfehlt aber wahrscheinlich den Kernpunkt: Vielmehr scheint die Geldpolitik ihren Fokus verst&auml;rkt von der Ausweitung der Geldbasis auf die Beschleunigung des Geldumlaufs zu verlegen&#8230;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4330,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21554","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21554"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21554\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21554"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}