{"id":21557,"date":"2016-03-15T23:00:00","date_gmt":"2016-03-15T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/03\/15\/lgt-der-makro-ausblick-bleibt-unsicher\/"},"modified":"2016-03-15T23:00:00","modified_gmt":"2016-03-15T23:00:00","slug":"lgt-der-makro-ausblick-bleibt-unsicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-der-makro-ausblick-bleibt-unsicher\/","title":{"rendered":"LGT: Der Makro-Ausblick bleibt unsicher"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Zuge der Notenbank-Aktionen erholen sich die Finanz- und Rohstoffm&auml;rkte weiter von der Panik-Attacke im Januar&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ausblick f&uuml;r die n&auml;chsten Monate bleibt dennoch unklar. Die zyklischen Fr&uuml;hindikatoren neigen inzwischen talw&auml;rts und viele Menschen trauen dem neuen Instrument der Negativzinsen ebenso wenig, wie einst dem Konzept der quantitativen Lockerung. An unseren langfristigen strategischen &Uuml;berzeugungen &auml;ndert all dies allerdings wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 10. M&auml;rz &uuml;berraschte die Europ&auml;ische Zentralbank: Einen Monat nach Schweden best&auml;tigte auch sie, dass die Notenbanken zunehmend proaktiv den Geldumlauf steuern wollen &ndash; mit einem prinzipiell positiven Effekt auf die Finanz- und Industrierohstoffpreise. Ausserdem erinnerte sie daran, dass die Geldpolitik relativ leicht &uuml;berraschen kann, solange sie ihren Inflationszielen so deutlich hinterherhinkt, wie dies derzeit der Fall ist. Das Risiko des &uuml;berraschend starken Aktionismus besteht also weiterhin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konkret senkte die EZB drei verschiedene Leitzinsen. Der derzeit zentrale Einlagenzinssatz wurde exakt, wie vom Bloomberg-Konsens erwartet, um 10 Basispunkte auf -0.4% gesenkt. An den Zinsm&auml;rkten war jedoch ein noch gr&ouml;sserer Schritt eingepreist, was die St&auml;rke des Euro nach der Entscheidung erkl&auml;ren kann. Die Umlaufrenditen zweij&auml;hriger deutscher Staatsanleihen sind seit dem 10. M&auml;rz beispielsweise von -0.58% auf -0.45% gestiegen, d.h. n&auml;her in Richtung des EZB-Einlagensatzes. Gleichzeitig hat die EZB allerdings auch ihr quantitatives Lockerungsprogramm (QE) um 33% auf monatlich 80 Mrd. Euro ausgeweitet, wobei zuk&uuml;nftig auch Investment-Grade-Unternehmensanleihen aufgekauft werden. Zudem wurde ein neues Refinanzierungsprogramm (&laquo;Targeted Long- Term Refinancing Operations II&raquo;, TLTRO II) zu ebenfalls negativen Zinsen lanciert: Banken werden zuk&uuml;nftig also bezahlt, wenn sie das neue Notenbankgeld tats&auml;chlich in Umlauf bringen. So hat die EZB unter dem Strich positiv &uuml;berrascht, wie die Marktreaktionen insgesamt zeigen (europ&auml;ische Aktien reagierten besonders positiv, angef&uuml;hrt vom DAX-Preisindex mit +4.6% seit Donnerstag).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Prinzip Zuckerbrot und Peitsche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EZB erh&ouml;ht damit nicht nur die monatlich neukreierte Basisgeldmenge deutlich, sondern f&uuml;hrt erstmals auch einen finanziellen Anreiz f&uuml;r die Geldsch&ouml;pfung ein und reduziert zugleich den Druck auf die Banken, sich &uuml;ber Negativzinsen auf Spareinlagen zu finanzieren. Bisher wurde &laquo;nur&raquo; Passivit&auml;t &laquo;bestraft&raquo; (Negativzins auf &Uuml;berschussreserven). Zuk&uuml;nftig wird Aktivit&auml;t zus&auml;tzlich &laquo;belohnt&raquo; (Negativzins f&uuml;r TLTRO II). Mit dieser Signalsetzung hat die EZB gegen&uuml;ber den anderen grossen Notenbanken jetzt die Nase vorn. Zur Erinnerung: Die EZB kassiert derzeit 0.4% auf alle &uuml;bersch&uuml;ssigen Reserven. Im Gegensatz dazu zahlt die Federal Reserve 0.5% sowohl auf alle &Uuml;berschuss- als auch auf die Mindestreserven. Die Bank of Japan zahlt 0.1% auf die meisten &Uuml;berschussreserven (nur auf einen kleinen Teil der monatlich hinzukommenden &Uuml;berschussreserven kassiert sie 0.1%). So weit, so gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch d&uuml;rften die M&auml;rkte in n&auml;chster Zeit anf&auml;llig f&uuml;r erh&ouml;hte Volatilit&auml;t bleiben. Auch wenn die EZB nun eine Ausnahme darstellen k&ouml;nnte, reagieren die meisten Notenbanken mit ihren Aktionen letztlich nur auf die Folgen der j&uuml;ngsten Turbulenzen, statt M&auml;rkte und Wirtschaftsakteure zu f&uuml;hren. Die Konjunkturumfragen tendieren inzwischen mehrheitlich s&uuml;dw&auml;rts und jedes neue Zwischenhoch der B&ouml;rsenindizes ist seit etwa einem Jahr tiefer als das vorherige. Zudem betrachtet bekanntlich ein grosser Teil der &Ouml;ffentlichkeit Negativzinsen gelinde gesagt mit Skepsis, wie etwa in Deutschland. Auch in Japan wird BOJ-Chef Haruhiko Kuroda neuerdings regelm&auml;ssig ins Parlament zitiert, um Fragen besorgter Volksvertreter zu beantworten. Wie im Fall von QE k&ouml;nnten Jahre vergehen, bis das Konzept allgemein akzeptiert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschliessend ist es aber auch wichtig, festzuhalten, dass sich unsere strategischen Ansichten nicht ver&auml;ndert haben und unter dem Strich gutartig bleiben. Unsere zwei globalen Basisszenarien) gehen f&uuml;r die n&auml;chsten Jahre weiterhin in erster Linie entweder von einem &laquo;schleichendem Fortschritt&raquo; oder einem &laquo;kreditfinanzierten Boom&raquo; f&uuml;r die Weltwirtschaft aus. Ein paar volatile und unsichere Monate oder sogar Quartale zwischendurch w&uuml;rden diesen Szenarien grunds&auml;tzlich nicht widersprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Markit-Konjunkturumfragen schw&auml;chen sich allm&auml;hlich weiter ab<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Markit-Einkaufsmanagerindizes notieren in den meisten Industriel&auml;ndern weiter &uuml;ber 50, was anhaltendes Wachstum signalisiert. Allerdings tendieren sie seit einiger Zeit mehrheitlich s&uuml;dw&auml;rts und der US-Dienstleistungsbranchenindex fiel im Februar sogar zum ersten Mal seit 2013 unter den Wachstumsschwellenwert. Die Schwellenl&auml;nder-Indizes notieren weiter bzw. wieder unter 50. Ohne wirtschaftspolitische Interventionen d&uuml;rften sich diese vorausschauenden Indikatoren in naher Zukunft kaum aufhellen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4370\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/b09912659c66f3dcc448764534d64d5c.png\" alt=\"16 03 16 1lgt\" width=\"600\" height=\"204\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch QE blieb als geldpolitisches Instrument lange umstritten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen November 2008 (Einf&uuml;hrung des ersten US-QE-Programms) und September 2012 (letztes QE-Programm) erlebten die M&auml;rkte j&auml;hrlich mindestens einen gr&ouml;sseren Volatilit&auml;tsausbruch. Es kursierte Angst vor h&auml;ufig wiederkehrenden Rezessionen und anderen Problemen, trotz regelm&auml;ssigen Interventionen der Geldpolitik. Die Marktvolatilit&auml;t ging erst nach dem f&uuml;nften Fed- Programm (&laquo;QE-Unendlich&raquo;) im Herbst 2012 deutlich zur&uuml;ck. Die Erstreaktion auf diese QE-Ank&uuml;ndigung war sogar negativ &ndash; der S&amp;P 500 verlor bis zum 16. Nov. 2012 immerhin rund 9%. Anschliessend folgte bis Mitte 2015 jedoch eine sehr lange und stabile Aufw&auml;rtsphase. So k&ouml;nnte auch diesmal viel Zeit vergehen, bevor auch das neuste Instrument der Geldpolitik weitgehend Akzeptanz findet und niemand mehr verunsichert .<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4371\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/60bb19e60975d98d0bfc370ae89a1176.png\" alt=\"16 03 16 2lgt\" width=\"600\" height=\"211\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Langfristige Szenariowelt der LGT<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus strategischer Sicht bleiben trotz der erh&ouml;hten Volatilit&auml;t der letzten Monate die Markt- und Konjunkturentwicklungen weiterhin weitgehend im Einklang mit unseren Basisszenarien f&uuml;r die kommenden Jahre (&laquo;Schleichender Fortschritt&raquo; und &laquo;Kreditfinanzierter Boom&raquo;). Das sich die M&auml;rkte nat&uuml;rlich zwischendurch auch im Einklang mit unseren alternativen Szenarien (d.h. den von uns als weniger wahrscheinlich eingesch&auml;tzte Entwicklungen) und Randszenarien (sehr unwahrscheinliche Entwicklungen) verhalten, ist ebenso im Sinne unserer strategischen Asset Allokation, welche die optimale Rendite unter Ber&uuml;cksichtigung aller unten aufgef&uuml;hrten Szenarien anstrebt. Die LGT-Szenariowelt bezieht sich auf einen drei- bis f&uuml;nfj&auml;hrigen Zeithorizont.<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Zuge der Notenbank-Aktionen erholen sich die Finanz- und Rohstoffm&auml;rkte weiter von der Panik-Attacke im Januar&#8230;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4330,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21557","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21557","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21557"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21557\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21557"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21557"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21557"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}