{"id":2156,"date":"2016-07-13T05:00:00","date_gmt":"2016-07-13T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/07\/13\/bantleon-italien-am-scheideweg\/"},"modified":"2016-07-13T05:00:00","modified_gmt":"2016-07-13T05:00:00","slug":"bantleon-italien-am-scheideweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bantleon-italien-am-scheideweg\/","title":{"rendered":"Bantleon: Italien am Scheideweg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Nach Grossbritannien ist Italien in den Fokus der M&auml;rkte ger&uuml;ckt. Bei allem Reformeifer hat Regierungschef Matteo Renzi die L&ouml;sung der Bankenkrise verschlafen. Jetzt dr&auml;ngt die Zeit&#8230;..<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld <a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Daniel Hartmann Senior Analyst Economics<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die europ&auml;ischen Partner haben letztendlich keine andere Wahl, als auf die italienischen Belange bei der Bankensanierung einzugehen und einmal mehr EU-Recht &raquo;grossz&uuml;gig&laquo; auszulegen. Ein Machtwechsel und neue politische Turbulenzen in der drittgr&ouml;ssten Volkwirtschaft der W&auml;hrungsunion w&auml;ren das Letzte, was sich die Eurozone derzeit leisten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Regierung Matteo Renzi hat in Italien seit ihrem Amtsantritt viel Positives auf den Weg gebracht. Innerhalb von nur zwei Jahren wurde ein ganzes B&uuml;ndel an Arbeitsmarkt-, Justiz-, Verwaltungs- und Wahlrechtsreformen umgesetzt. Dieser Reformeifer hat zusammen mit einer klugen Fiskalpolitik eine Stimmungswende in Italien herbeigef&uuml;hrt und das Land Anfang 2015 aus der langj&auml;hrigen Rezession befreit. Mitte 2015 war der Optimismus so gross wie kaum anderswo (vgl. Abb. 1). Seit Anfang 2016 br&ouml;ckelt die Zuversicht allerdings.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abb. 1: Italiener waren 2015 sehr optimistisch<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-07-12\/Abb1-3a917ae1e8cf3e532e57726d7a66cbb0.PNG\" alt=\"\" width=\"422\" height=\"216\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: EU-Kommisson, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Eine Ursache ist die schwelende Bankenkrise, deren L&ouml;sung Renzi verschlafen hat. Als Sp&auml;tfolge des wirtschaftlichen Niedergangs hat sich in den Bilanzen der Finanzinstitute der vielzitierte Berg an &raquo;faulen&laquo; Krediten in H&ouml;he von gut 200 Mrd. EUR angeh&auml;uft.[1] Alle bisherigen &ndash; eher halbherzigen &ndash; Versuche, des Problems Herr zu werden, sind gescheitert. Die mit dem Brexit verbundene Unsicherheit ist nunmehr der ideale N&auml;hrboden, um die Krise erneut hochkochen zu lassen.<\/p>\n<p> Dabei sind die Dimensionen des Ganzen eigentlich &uuml;berschaubar &ndash; wir hatten darauf bereits hingewiesen (siehe &raquo;Die italienische Bankenkrise&laquo; vom 28.&nbsp;April). Gem&auml;ss Banca d&rsquo;Italia waren Ende 2015 knapp 60% bzw. 120 Mrd. EUR der Bad Debts abgeschrieben (vgl.&nbsp;Tab.&nbsp;1). Die Erfahrungen aus anderen Bankenkrisen legen nahe, dass eine Erh&ouml;hung der Abschreibungsquote auf 80% ausreicht, um notleidende Kredite &raquo;marktf&auml;hig&laquo; zu machen, d.h., danach k&ouml;nnten die Kredite grossfl&auml;chig verbrieft und aus den Bankbilanzen entfernt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tab. 1: Kreditportfolio italienischer Banken<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-07-12\/Tab1-5e008460faedba64978b680b2192e842.PNG\" alt=\"\" width=\"425\" height=\"146\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Gesch&auml;ftsberichte, Banca d&rsquo;Italia, Bantleon; *Ende 2015, **Abschreibungsquote wird auf 80% erh&ouml;ht<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Es fehlen somit maximal 45 Mrd. EUR (= zus&auml;tzliche Wertberichtigung um 20%) bzw. 2,7% des italienischen BIP, um die Banken wieder auf Kurs zu bringen.[2] Es d&uuml;rfte kein Zufall sein, dass ein Betrag dieser Gr&ouml;ssenordnung von der Regierung zuletzt als Kapitalspritze f&uuml;r das Bankensystem ins Spiel gebracht wurde. Angesichts der bereits in anderen L&auml;ndern durchgef&uuml;hrten Rettungsaktionen (vgl. Abb. 2) handelt es sich um eine eher moderate Summe. Das kleine Irland hat seinen Banken gem&auml;ss Eurostat mehr als 60 Mrd. EUR zugef&uuml;hrt (= 30% des BIP). Die deutschen Banken wurden gar mit 87 Mrd. EUR gest&uuml;tzt. Worauf wartet die italienische Regierung also noch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abb. 2: Italiens Bankenkrise ist nicht die gr&ouml;sste<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-07-12\/Abb2-cc4fce2615a5441004bce24506ca7543.PNG\" alt=\"\" width=\"416\" height=\"222\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Eurostat, Bantleon; *Bruttobetr&auml;ge<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Angst vor den Kleinsparern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Umsetzung der EU-Abwicklungsrichtlinie (BRRD) k&ouml;nnen staatliche Beihilfen nur gew&auml;hrt werden, wenn zuvor die Anteilseigner und Gl&auml;ubiger bluten &ndash; in H&ouml;he von mindestens 8% der Bilanzsumme. Einen solchen Bail-in will die italienische Regierung aber mit allen Mitteln verhindern und zwar deshalb, weil davon viele Privathaushalte betroffen w&auml;ren. Bankschuldverschreibungen waren in Italien (aus steuerlichen Gr&uuml;nden) lange Zeit ein beliebtes Investment. Allen voran Gl&auml;ubiger von nachrangigen Anleihen w&auml;ren (nach den Aktion&auml;ren) als Erste von einem Bail-in betroffen. Laut Banca d&rsquo;Italia sind derzeit 66 Mrd. EUR an nachrangigen Bankbonds im Umlauf. Etwa die H&auml;lfte davon wird von Privathaushalten gehalten.<\/p>\n<p> Zahlungsausf&auml;lle bei einer Vielzahl an Kleinsparern sind aber das Letzte, was Renzi derzeit gebrauchen kann. Ein Vorgeschmack lieferte die Sanierung von vier Sparkassen im November 2015, bei denen erstmals in gr&ouml;sserem Umfang Aktion&auml;re und Nachranggl&auml;ubiger zur Kasse gebeten wurden. Nach Medienberichten sollen dabei 10.000 Kleinanleger ihr gesamtes Verm&ouml;gen verloren haben, was der Regierung heftige Kritik einbrachte und sie letztendlich dazu zwang, einen Solidarit&auml;tsfonds aufzulegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Marktwirtschaftliche L&ouml;sungen sind gescheitert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da umfassende staatliche Beihilfen unter den aktuellen Rahmenbedingungen (ohne R&uuml;ckgriff auf Gl&auml;ubiger und Aktion&auml;re) nicht m&ouml;glich sind, hat die Regierung zun&auml;chst nach &raquo;marktwirtschaftlichen&laquo; L&ouml;sungen gesucht. Kapitalerh&ouml;hungen der angeschlagenen Banken gestalten sich aber im gegenw&auml;rtigen Umfeld ausgesprochen schwierig, was die j&uuml;ngsten gescheiterten Versuche zweier Regionalbanken (Banca Populare di Vicenza, Veneto Banca) eindr&uuml;cklich unterstreichen.<\/p>\n<p> Eine weitere Idee sind Hilfsfonds, die nicht mit &ouml;ffentlichen Mitteln, sondern mit Geldern italienischer Banken und anderer Finanzinstitute (Versicherungen, Stiftungen) gespeist werden. Gr&ouml;ssere Summen k&ouml;nnen auf diese Weise aber nicht erzielt werden. Schliesslich leiden nahezu alle italienischen Banken unter der Last fauler Kredite und einer schwachen Ertragslage.<\/p>\n<p> Es verwundert daher nicht, dass der erste Hilfsfonds dieser Art (&raquo;Atlante&laquo;) gerade einmal 4,25 Mrd. EUR eingesammelt hat und die Mittel inzwischen bereits zu mehr als 50% ausgesch&ouml;pft wurden. Um die gr&ouml;sste Problembank des Landes &ndash; die altehrw&uuml;rdige Monte dei Paschi di Siena (MPS) &ndash; zu st&uuml;tzen, ist deshalb bereits ein zweiter Fonds (&raquo;Giasone&laquo;) im Gespr&auml;ch, der wiederum knapp 5 Mrd. EUR umfassen soll.<\/p>\n<p> Dies d&uuml;rfte zwar gerade ausreichen, um die n&ouml;tigen Abschreibungen auf die faulen Kredite in der Bankbilanz von MPS durchzuf&uuml;hren (vgl. Tab.&nbsp;1). F&uuml;r eine &raquo;Tabula rasa&laquo; im italienischen Bankensystem sind die Hilfsfonds aber v&ouml;llig unzureichend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Ausweg: Klassischer Br&uuml;sseler Kompromiss<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann es drehen und wenden, wie man will. Es f&uuml;hrt kein Weg an staatlichen Beihilfen vorbei. Die Italiener fordern darum mit Vehemenz eine grossz&uuml;gige Auslegung der EU-Abwicklungsrichtlinie. Gerne wird auch darauf verwiesen, dass es sich bei den faulen Krediten um Altf&auml;lle handelt, die vor dem Inkrafttreten der BRRD entstanden sind.<\/p>\n<p> Zum Gl&uuml;ck gibt es &ndash; wie immer im EU-Regelwerk &ndash;ein Schlupfloch. Gem&auml;ss Artikel 32 (4) des BRRD sind &ouml;ffentliche Kapitalhilfen f&uuml;r Banken &ndash; ohne Bail-in &ndash; m&ouml;glich, wenn dadurch eine &raquo;schwere volkswirtschaftliche St&ouml;rung&laquo; abgewendet wird und ansonsten finanzielle Instabilit&auml;t droht. Allerdings muss die Unterst&uuml;tzung mit dem EU-Beihilferecht vereinbar sein und bedarf somit einer einstimmigen Genehmigung durch den Ministerrat (Artikel 108 EU-Vertrag). Es gelten dar&uuml;ber hinaus eine Reihe von weiteren Einschr&auml;nkungen.[3]<\/p>\n<p> Genau auf dieser Basis wird derzeit zwischen Italien und der EU-Kommission um eine L&ouml;sung gerungen. Es d&uuml;rfte zwar nicht leicht fallen, den Beweis f&uuml;r &raquo;aussergew&ouml;hnliche Umst&auml;nde&laquo; zu erbringen. Immerhin sind mit dem Brexit und dem Verfall der italienischen Bankaktien (seit Jahresbeginn -55%, vgl. Abb. 3) jedoch klare Risiken sichtbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abb. 3: Bankaktien auf Talfahrt<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-07-12\/Abb3-1bbe38f4050573fbada3b06b148ed0c7.PNG\" alt=\"\" width=\"422\" height=\"213\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Bloomberg, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Ein Kompromiss k&ouml;nnte so aussehen, dass die EU eine grossz&uuml;gige Auslegung des BRRD vornimmt, Italien aber im Gegenzug einer umfassenden Sanierung und Verkleinerung des italienischen Bankensystems zustimmt.<\/p>\n<p> Gerade die deutsche Seite pl&auml;diert indes f&uuml;r eine harte Haltung. Gibt die EU nach, w&auml;re dies ein Pr&auml;zedenzfall bei der Anwendung des BRRD, auf den sich sp&auml;ter andere berufen werden. Einmal mehr w&uuml;rden sich EU-Regeln als Papiertiger (Beispiele sind der Stabilit&auml;tspakt, die No-Bail-Out-Klausel und das Verbot der Staatsfinanzierung durch die EZB) und die EU als prinzipienlos erweisen. Dennoch steht politisch so viel auf dem Spiel, dass einiges daf&uuml;rspricht, erneut in den sauren Apfel der Nachgiebigkeit zu beissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Bankenkrise ist nur das Vorspiel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gelingt es Renzi nicht, zeitnah eine nachhaltige L&ouml;sung der Bankenkrise zu pr&auml;sentieren, d&uuml;rfte zugleich das wichtigste Projekt der Regierung zum Scheitern verurteilt sein: die Parlamentsreform.<\/p>\n<p> Italiens politische Landschaft war jahrzehntelang von starker Zersplitterung und Blockade der beiden (nahezu gleichberechtigten) Parlamentskammern gekennzeichnet. Eine Erneuerung dieses Systems steht daher ganz oben auf der Agenda von Renzi.<\/p>\n<p> Die Wahlrechtsform der Abgeordnetenkammer ist bereits beschlossen (seit Mai 2015). Sie sieht vor, dass die st&auml;rkste Partei automatisch 54% der Sitze erh&auml;lt, was f&uuml;r klare Verh&auml;ltnisse sorgen soll.<\/p>\n<p> Die parallel initiierte Senatsreform beinhaltet unter anderem eine starke Verkleinerung (von 315 auf 100 Senatoren) und die Kompetenzbeschneidung der 2.&nbsp;Kammer. Bei den meisten Gesetzen soll sie nur noch beratend fungieren. Insbesondere entf&auml;llt das Recht, dem Regierungschef das Vertrauen aus- zusprechen. Der parlamentarischen Durchsetzung der Senatsreform wurde anfangs kaum eine Chance einger&auml;umt. Mithin grenzt es an ein Wunder, dass der Senat inzwischen seiner Selbstentmachtung zweifach zugestimmt hat. Die zus&auml;tzlich erforderliche Volksabstimmung schien in Anbetracht dessen reine Formsache &ndash; ist man doch der politischen Blockade im ganzen Land &uuml;berdr&uuml;ssig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tab. 2: Zustimmung zur Senatsreform<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-07-12\/Tab2-bb1c00490ecba2f88617b0d245b07d31.PNG\" alt=\"\" width=\"426\" height=\"102\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Umfrageinstitute, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Ein Kritikpunkt an der Reform ist indes, dass sie eine Entmachtung der Regionen vorsieht. Dar&uuml;ber hinaus wandelt sich die Abstimmung &ndash; &auml;hnlich dem Brexit-Referendum &ndash; immer mehr zu einem Votum &uuml;ber die Regierung und das Establishment. Dazu trug Renzi selbst bei, der sein politisches Schicksal eng an die Realisierung der Senatsreform kn&uuml;pft hat. Parallel zur Popularit&auml;t der Regierung sind zuletzt die Zustimmungswerte zur Senatsreform gesunken. Sah es anfangs nach einer klaren Mehrheit der Bef&uuml;rworter aus, ist es inzwischen ein Kopf-an-Kopf-Rennen geworden (vgl. Tab. 2).<\/p>\n<p> Sollte das Referendum im Oktober (das definitive Datum steht noch nicht fest) scheitern, steht Italien in mehrfacher Hinsicht vor einem Scherbenhaufen. Erstens bliebe die Parlamentsreform unvollendet &ndash; Senat und Abgeordnetenkammer k&ouml;nnen sich weiterhin gegenseitig paralysieren. Zweitens w&uuml;rde der Reformer Renzi zur&uuml;cktreten, der sich vor allem aufseiten der Unternehmen hohes Vertrauen erworben hat. Drittens wird aus Neuwahlen der Abgeordnetenkammer aller Voraussicht nach die 5\u2011Sterne-Bewegung als Sieger hervorgehen.<\/p>\n<p> Daf&uuml;r sprechen die j&uuml;ngsten Erfolge bei den Regionalwahlen &ndash; dort ging &raquo;Cinque Stelle&laquo; in 19 von 20 F&auml;llen als Sieger der Stichwahl hervor und erreichte in Rom 67% der Stimmen. Auch in den Wahlumfragen befindet sich die Protestbewegung im Aufwind &ndash; die meisten Befragungen sehen sie derzeit leicht vor oder zumindest gleichauf mit Renzis Demokratischer Partei (jeweils etwa 30%).[4]<\/p>\n<p> Auch wenn die Ziele der Protestbewegung unklar sind, w&auml;re mit ihrem politischen Sieg vermutlich das Ende des wirtschaftsfreundlichen Reformprozesses und der Haushaltskonsolidierung eingel&auml;utet. Ausserdem haben sich f&uuml;hrende Parteimitglieder mehrfach f&uuml;r einen Euro-Austritt ausgesprochen. In der EU will man aber offensichtlich bleiben. Ein &raquo;Italexit&laquo; ist demzufolge mit Beppe Grillos 5\u2011Sterne-Bewegung nicht vorprogrammiert &ndash; wohl aber eine schwierige Partnerschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die n&auml;chsten Monate werden eine Zitterpartie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieses Ausblicks wird den europ&auml;ischen Partnern nichts anderes &uuml;brig bleiben, als Italien bei der Bankensanierung entgegenzukommen. Einmal mehr d&uuml;rfte damit Pragmatismus gegen&uuml;ber Prinzipientreue obsiegen, was die EU n&ouml;rdlich der Alpen weiter in Misskredit bringen wird.<\/p>\n<p> Das Ende der Bankenkrise ist indes nur der erste Schritt zu Stabilisierung der Regierung Renzi. Damit ist noch lange nicht sichergestellt, dass auch die zweite H&uuml;rde genommen wird: das Referendum zur Senatsreform. Sollte es scheitern, hat Italien eine historische Chance verpasst und geht schweren politischen Zeiten entgegen. Parallel dazu wird die Eurozone einer neuen Belastungsprobe ausgesetzt.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">[1] Werden alle &raquo;notleidenden&laquo; Kredite ber&uuml;cksichtigt, waren es Ende 2015 sogar 360 Mrd. EUR. Wir beziehen uns im Folgenden auf die engere Abgrenzung der tats&auml;chlich ausfallgef&auml;hrdeten &raquo;Bad Debts&laquo;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[2] Im Endeffekt d&uuml;rfte der Betrag eher niedriger liegen, da einige Banken noch Kapitalpuffer besitzen und auch noch Sicherheiten verwerten k&ouml;nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[3] Unter anderem sind die Beihilfen solventen Instituten vorbehalten, d&uuml;rfen nur vor&uuml;bergehend genehmigt werden und dienen der Schliessung von Kapitall&uuml;cken, die z.B. in einem Stresstest ermittelt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[4] Erreicht bei der Parlamentswahl keine Partei mehr als 40% der Stimmen, wird eine Stichwahl erforderlich. In einer solchen Konstellation w&uuml;rde die 5-Sterne-Bewegung derzeit klar gewinnen, weil die meisten W&auml;hler der rechten Parteien sie gegen&uuml;ber der PD bevorzugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: BondWorld.ch<\/p>\n<div class=\"row col-sm-12 nospace\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach Grossbritannien ist Italien in den Fokus der M&auml;rkte ger&uuml;ckt. Bei allem Reformeifer hat Regierungschef Matteo Renzi die L&ouml;sung der Bankenkrise verschlafen. 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