{"id":21567,"date":"2016-04-19T22:00:00","date_gmt":"2016-04-19T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/04\/19\/japan-trotz-gegenwind-weiter-auf-reflationskurs\/"},"modified":"2016-04-19T22:00:00","modified_gmt":"2016-04-19T22:00:00","slug":"japan-trotz-gegenwind-weiter-auf-reflationskurs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/japan-trotz-gegenwind-weiter-auf-reflationskurs\/","title":{"rendered":"Japan: Trotz Gegenwind weiter auf Reflationskurs"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die anf&auml;ngliche Begeisterung f&uuml;r die &laquo;Abenomics&raquo; &ndash; dem wirtschaftlichen Erneuerungskurs des Premierministers Shinzo Abe &ndash; ist l&auml;ngst abgeklungen. Internationale Anleger kehren seit etwa einem Jahr Tokios B&ouml;rse den R&uuml;cken, w&auml;hrend die globale Risikoaversion den Yen zus&auml;tzlich st&auml;rkt&#8230;&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald sich das globale Umfeld wieder entspannt, k&ouml;nnte sich dieser Finanz-Exodus jedoch als tempor&auml;r herausstellen. Darauf lassen die l&auml;ngerfristigen fundamentalen Trends schliessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausl&auml;ndische Anleger haben zwischen Anfang 2013 (Amtsantritt Abes) und letztem Juni (H&ouml;chststand Nikkei 225) netto umgerechnet gut 128.8 Milliarden US Dollar in japanische Aktien investiert. Seitdem sind allerdings 84.3 Milliarden USD und damit etwa zwei Drittel dieses Anlagekapitals wieder aus dem Land abgeflossen&sup1;. Der japanische Yen hat zugleich seit letztem Juni gegen&uuml;ber dem USD rund 15% zugelegt und damit in etwa die H&auml;lfte der Abwertung seit Anfang 2013 wettgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Investoren scheinen Japan einmal mehr wie die volatile B&ouml;rse eines Entwicklungslands zu behandeln. Der Unterschied besteht nur darin, dass sie im Falle Japans aus Aktien fl&uuml;chten, wenn der Yen erstarkt, und wieder hineinstr&ouml;men, wenn dieser abwertet. In den Schwellenl&auml;ndern verh&auml;lt es sich typischerweise genau umgekehrt (dass der Yen trotz Portfolioabfl&uuml;ssen aufwertet, liegt u.a. an den noch h&ouml;heren japanischen Kapitalrepatriierungen; die Japaner besitzen das weltweit gr&ouml;sste Nettoauslandsverm&ouml;gen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Verhaltensweise kann in einer Phase der erh&ouml;hten globalen Rezessions- oder Krisen&auml;ngste grunds&auml;tzlich Sinn machen. Nachvollziehbar w&auml;re auch, dass der Markt das Risiko eines politischen Scheiterns von Abenomics sieht. Im Juli stehen schliesslich Oberhauswahlen an, aus denen der Premierminister geschw&auml;cht hervorgehen k&ouml;nnte. Mit einem wirtschaftlichen Scheitern von Abenomics ist diese Flucht aber nicht begr&uuml;ndbar, wie ein Blick auf den &ouml;konomischen Datenkranz offenbart. Die Flucht aus dem Nikkei hat prim&auml;r mit den globalen Entwicklungen seit letztem Sommer und der stetigen Erstarkung des Yen seit Ende 2014 zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gewiss: Die Medien (in Japan wie auch international) und viele Analysten haben generell nie ein wirklich positives Bild von Japans Konjunktur oder der Abenomics-Politik gezeichnet, und das japanische Realwachstum fiel im letzten Quartal wieder einmal negativ aus (es sank auf das Jahr hochgerechnet um 1.1% gegen&uuml;ber dem Vorquartal). Der Fokus auf die stark schwankenden und kurzfristigen Realdaten vernebelt jedoch die Sicht auf das grosse Gesamtbild.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mit Abenomics fundamental auf richtigem Kurs<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wichtigste Etappenziel von Abenomics heisst schliesslich &laquo;Reflation&raquo;. Abe selbst hat letztes Jahr das konkrete Ziel beziffert: Es geht darum, m&ouml;glichst rasch das nominale Bruttosozialprodukt (NBIP) von derzeit rund 500 Milliarden Yen auf 600 Milliarden Yen zu steigern. Wie die nachfolgenden Grafiken zeigen (siehe PDF, Seite 2), bleibt Japan weiterhin auf Reflationskurs. Dies wird klar, wenn den mittelfristigen Trends ein gr&ouml;sseres Gewicht als den kurzfristigen Datenschwankungen beigemessen wird .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch die Vorstellung, dass japanische Aktien nur dann gut laufen k&ouml;nnen, wenn der Yen zur Schw&auml;che tendiert und umgekehrt, z&auml;hlt zu den eisernen Regeln vieler internationaler Anleger und hat sich w&auml;hrend der Jahrzehnte der Deflation immer wieder bew&auml;hrt. Die Idee, dass sich Nippon tats&auml;chlich aus der langj&auml;hrigen deflation&auml;ren Stagnation emporarbeiten k&ouml;nnte, ist hingegen j&uuml;ngeren Datums und kann vergleichsweise einfach wieder &uuml;ber Bord geworfen werden. Etablierte, bew&auml;hrte Verhaltensmuster sind eben grunds&auml;tzlich st&auml;rker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch was am Ende wirklich z&auml;hlt, ist die fundamentale wirtschaftliche Entwicklung. Sofern die auf der n&auml;chsten Seite beschriebenen mittelfristigen Makrotrends intakt bleiben (und bisher geht aus den Daten kaum Gegenteiliges hervor), werden die internationalen Anleger fr&uuml;her oder sp&auml;ter wieder zur&uuml;ckkehren &ndash; vielleicht auch unabh&auml;ngig vom Yen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abenomics haben bisher gut funktioniert<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Trends (z.B. gleitende Durchschnittswerte von acht Quartalen) zeichnen ein klares Gesamtbild: Das japanische nominale BIP-Wachstum steigt erstmals seit zwanzig Jahren wieder stetig. Seit Beginn der Abenomics-Politik ist es zudem immer positiv &ndash; ebenfalls im Gegensatz zum Grundzustand der vorangegangenen zwei Jahrzehnte. Die Besch&auml;ftigungsquote und die Auslandseinkommen der Haushalte, Unternehmen und des Staates steigen in den letzten Jahren mit verbesserter Dynamik an. Bei den Nettoexporten, Investitionen und der Lohnsumme haben die zum Teil jahrzehntelangen negativen Trends gedreht. Die Erholungen blieben auch zu Beginn der moderaten JPY-St&auml;rke Ende 2014 weiter intakt (vgl. Nettoexporte und Auslandseinkommen stiegen auch 2015 weiter an).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald bzw. sofern sich das globale Umfeld wieder kl&auml;rt und\/oder Abe nicht an der Urne scheitert (Umfragen ergeben reduzierte, aber weiter ausreichende Zustimmungswerte), k&ouml;nnten diese zur Zeit eher ignorierten Fortschritte wieder st&auml;rker in den Fokus der Anleger r&uuml;cken. Bis auf Weiteres scheint aber eine abwartende Haltung angebracht. Wir sind bei japanischen Aktien neutral und im Yen &uuml;bergewichtet positioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&sup1; Ministry of Finance, Japan<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4419\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/63b24302274c6e8cde145a2e164170db.png\" alt=\"20 04 16 LGT\" width=\"600\" height=\"685\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die anf&auml;ngliche Begeisterung f&uuml;r die &laquo;Abenomics&raquo; &ndash; dem wirtschaftlichen Erneuerungskurs des Premierministers Shinzo Abe &ndash; ist l&auml;ngst abgeklungen. Internationale Anleger kehren seit etwa einem Jahr Tokios B&ouml;rse den R&uuml;cken, w&auml;hrend die globale Risikoaversion den Yen zus&auml;tzlich st&auml;rkt&#8230;&#8230;..<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4330,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21567","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21567","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21567"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21567\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21567"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21567"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21567"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}