{"id":21583,"date":"2016-05-24T22:00:00","date_gmt":"2016-05-24T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/05\/24\/lgt-us-leitzinserhoehungen-sind-wieder-auf-dem-tisch\/"},"modified":"2016-05-24T22:00:00","modified_gmt":"2016-05-24T22:00:00","slug":"lgt-us-leitzinserhoehungen-sind-wieder-auf-dem-tisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-us-leitzinserhoehungen-sind-wieder-auf-dem-tisch\/","title":{"rendered":"LGT: US-Leitzinserh\u00f6hungen sind wieder auf dem Tisch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Herbst 2014 beendete die US-Notenbank ihr Geldsch&ouml;pfungsprogramm und begann erstmals auch Leitzinserh&ouml;hungen anzudenken. Der USD erstarkte, die Industrierohstoffpreise brachen ein und an den Weltb&ouml;rsen zog die Volatilit&auml;t wieder tendenziell an. Die US-Konjunktur erwies sich jedoch als recht robust. Auch die globalen Wachstums&auml;ngste haben sich inzwischen weitgehend gelegt&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der handelsgewichtete US-Dollar-Index markierte vor etwa f&uuml;nf Jahren, am 22. Juli 2011, sein Baissetief. Seitdem ist dieses breite Greenback-Barometer um gut 29% gestiegen. Zwei Drittel dieser Aufwertung erfolgten dabei ab Ende Juni 2014 &ndash; d.h. seit sich abzeichnete, dass die US-Geldpolitik mehr oder weniger unwiderruflich dabei war, vom Kurs der quantitativen Lockerung (QE) zum Pfad der allm&auml;hlich steigenden Leitzinsen zu wechseln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aussicht auf geldpolitische Wende lieferte Signal f&uuml;r Rohstoffbaisse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die M&auml;rkte begannen sofort, die kommende &ndash; moderate &ndash; Straffung vorwegzunehmen. Die Roh&ouml;l- und Industriemetallpreise sind gegen&uuml;ber den Hochs von 2011 inzwischen um 50% oder mehr gefallen, wobei beim &Ouml;l fast der gesamte Verfall mit der Beschleunigung der USD-Rallye ab Mitte 2014 stattfand. US-Aktien haben sich hingegen gut gehalten &ndash; sie notieren 6% h&ouml;her als Mitte 2014 und 57% h&ouml;her als Mitte 2011, w&auml;hrend der MSCI-Weltindex ohne USA aufgrund der Baisse in den Schwellenl&auml;ndern (EM) in den genannten Zeitr&auml;umen 12% bzw. 19% verlor. Jene Volkswirtschaften, die im vorangegangenen Jahrzehnt besonders stark vom seinerzeit schwachen USD profitiert hatten, waren nun entsprechend strengeren Gegenwinden ausgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die USA selbst haben die schleichende Normalisierung der Geldpolitik aber gut verkraftet, obwohl viele Analysten bis vor kurzem noch bef&uuml;rchteten, dass die marktgetriebene Straffung das US-Wachstum auf breiterer Basis d&auml;mpfen und sogar in eine Rezession f&uuml;hren k&ouml;nnte. Inzwischen wissen wir, dass die negativen Effekte im Wesentlichen auf den &Ouml;l- und Gassektor beschr&auml;nkt blieben. Letzterer hat im letzten Quartal nur 5 Basispunkte zum realen Wachstum beigetragen, w&auml;hrend beispielsweise der private Wohnbau 49 Basispunkte hinzuf&uuml;gte. Der Energiesektor erwirtschaftet zu laufenden Preisen inzwischen weniger als 1.4% des Bruttoinlandprodukts, gegen&uuml;ber einem 25-Jahreshoch von 3% im Juni 2008. Der Effekt der Rohstoffbaisse wird von anderen BIP-Segmenten ausgeglichen und sinkt weiter stetig. Selbst wenn die Rohstoffbaisse anhalten sollte d&uuml;rfte ihr Effekt also marginal bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die US-Wirtschaft hat sich an die neuen Bedingungen angepasst<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz spurlos vorbei gingen die genannten Gegenwinde nat&uuml;rlich nicht: Besonders sichtbar ist der Effekt bei den Anlageinvestitionen, welche seit einigen Quartalen stagnieren. Die Gesamtwirtschaftsleistung und die Binnennachfrage sind jedoch unversehrt geblieben. Selbst die Nettoexporte sind trotz des zwischenzeitlich sehr starken USD-Anstiegs letztlich stabil geblieben . Das damals neu kreierte QE-Geld fliesst zudem ebenfalls seit Mitte 2011 mit kontrolliert stetigem Tempo in die Realwirtschaft: Die vom Center of Financial Stability monatlich berechnete M3-Geldmenge steigt seit gut f&uuml;nf Jahren stabil um 4% pro Jahr. Nach mehreren Jahren der Exponierung scheint sich die US-Wirtschaft inzwischen ganz gut an die neuen Rahmenbedingungen angepasst zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig liegt der H&ouml;hepunkt in der geldpolitischen Divergenz zwischen den USA und den anderen grossen Volkswirtschaften wahrscheinlich hinter uns. Der USD d&uuml;rfte daher zuk&uuml;nftig nicht mehr so rasch ansteigen wie 2014\/2015, was die globalen Finanzmarktrisiken entsch&auml;rfen und die kurzfristigen Gegenwinde f&uuml;r die US-Unternehmensgewinne schw&auml;chen sollte. Die neuesten Einkaufsmanagerumfragen (PMI) lassen jedenfalls die M&ouml;glichkeit offen, dass sich die US-Konjunktur im zweiten Halbjahr tats&auml;chlich leicht aufhellt. Der robuste US-Binnenkonsum, die anhaltende Erholung im Euroraum und die zumindest vor&uuml;bergehende Wachstumsstabilisierung in den EM sprechen daf&uuml;r. Vor diesem Hintergrund k&ouml;nnte die Federal Reserve es am 16. Juni tats&auml;chlich wagen, ihre Leitzins-Bandbreite zum zweiten Mal seit Dezember um 25 Basispunkte zu erh&ouml;hen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4464\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/9f2dbfe74a9f3e0afa9158b16f8d93cc.png\" alt=\"25 05 16 1LGT\" width=\"600\" height=\"219\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die obige Grafik zeigt ausgew&auml;hlte Gesamtaggregate der US-Volkswirtschaft seit 1997 zu laufenden Preisen. Das Wachstum der Binnennachfrage und der Gesamtwirtschaftsleistung ist auch nach dem Ende von QE und der Erstarkung des USD bzw. der &Ouml;l-Baisse ab Mitte 2014 praktisch unber&uuml;hrt geblieben. Die privaten Investitionen wachsen allerdings seit Mitte 2015 nicht mehr, was durchaus diesen Faktoren zugeschrieben werden kann. Die Rohstoffbaisse, kombiniert mit einer aufgewerteten W&auml;hrung mit tendenziell hohen bzw. steigenden Zinsen, reduziert grunds&auml;tzlich nat&uuml;rlich die Attraktivit&auml;t von realen Investitionen in diesem Segment. Zugleich k&ouml;nnte es sich aber auch nur um eine notwendige Konsolidierungsphase handeln. Immerhin wuchsen die Investitionen praktisch ohne Unterbrechung ab Mitte 2009 &uuml;berdurchschnittlich lange und deutlich. Der private Wohnungsbau und andere Sektoren, die von den niedrigeren Energiekosten profitieren, k&ouml;nnten zudem auch hier mit der Zeit ausgleichend wirken, zumal der geschrumpfte fossile Energiebereich immer weniger ins Gewicht f&auml;llt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Grafik links oben&nbsp; zeigt, dass die m&ouml;glichen negativen Auswirkungen des starken USD auf den US-Aussenhandel bescheiden geblieben sind. Der breite USD steigt schon seit Mitte 2011 gegen&uuml;ber allen Handelspartnern, ab Mitte 2014 war der Anstieg sogar sehr steil. Die Nettoexporte haben sich jedoch stabil halten k&ouml;nnen. &Uuml;ber den gesamten Zeitraum haben sie sich sogar verbessert und steigen seit etwa einem Jahr wieder leicht. Die Nettoexporte sind das ausschlaggebende Mass, weil sie das Ausmass des negativen (bzw. ggf. positiven) Beitrags zum Gesamtwachstum repr&auml;sentieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Grafik rechts&nbsp; zeigt die amerikanischen Markit-Einkaufsmanagerindizes (PMI) f&uuml;r die Dienstleistungen und die verarbeitende Industrie. Der Dienstleistungsindex brach zwischen November 2015 und Februar 2016 auf leicht unter den Schwellenwert von 50 Punkten ein. Unterhalb dieses Schwellenwertes wird eine Verschlechterung der Gesch&auml;ftsaussichten im Vergleich zum jeweils aktuellen Stand signalisiert. Im M&auml;rz und April erholte sich der Dienstleistungs-PMI allerdings wieder sehr deutlich. Der Industrie-PMI tendiert weiter schw&auml;cher, bleibt aber knapp &uuml;ber der Wachstumsschwelle. Da aber die Dienstleistungen etwa 85% der US-Wirtschaftsleistung ausmachen, deuten die neuesten PMI-Werte auf eine Aufhellung im zweiten Halbjahr.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4465\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/28c8d7baab544cf8d4cb8883c87d9681.png\" alt=\"25 05 16 2LGT\" width=\"600\" height=\"237\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Herbst 2014 beendete die US-Notenbank ihr Geldsch&ouml;pfungsprogramm und begann erstmals auch Leitzinserh&ouml;hungen anzudenken. Der USD erstarkte, die Industrierohstoffpreise brachen ein und an den Weltb&ouml;rsen zog die Volatilit&auml;t wieder tendenziell an. 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