{"id":21593,"date":"2016-06-21T22:00:00","date_gmt":"2016-06-21T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/06\/21\/lgt-grossbritannien-wird-auf-europaeischem-kurs-bleiben\/"},"modified":"2016-06-21T22:00:00","modified_gmt":"2016-06-21T22:00:00","slug":"lgt-grossbritannien-wird-auf-europaeischem-kurs-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-grossbritannien-wird-auf-europaeischem-kurs-bleiben\/","title":{"rendered":"LGT: Grossbritannien wird auf europ\u00e4ischem Kurs bleiben"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die M&ouml;glichkeit, dass die Briten beim morgigen Referendum f&uuml;r den Austritt ihres Landes aus der Europ&auml;ischen Union stimmen k&ouml;nnten, besch&auml;ftigt seit geraumer Zeit die Anleger. Ein entsprechendes Votum w&uuml;rde sicher f&uuml;r mehr Volatilit&auml;t sorgen. Doch abgesehen von einigen einzelnen Umfragen gehen alle Prognosemethoden weiterhin klar von einem Verbleib Grossbritanniens in der EU aus.&nbsp;&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gem&auml;ss Premierminister David Cameron soll das Referendum vom 23. Juni &laquo;ein f&uuml;r alle Mal&raquo; die Frage der EU-Mitgliedschaft seines Landes beantworten. Ein Votum f&uuml;r die EU (&laquo;Bremain&raquo;) w&uuml;rde weltweit das Vertrauen in die europ&auml;ische Politik und damit auch die B&ouml;rsen sowie das Pfund st&auml;rken. Als wir vor einer Woche die Er&ouml;ffnung eines GBP-&Uuml;bergewichts kommunizierten, merkten wir kurz an, dass wir von einem Verbleib ausgehen. Heute wollen wir die Hintergr&uuml;nde dieser Annahme etwas n&auml;her beleuchten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine objektive Beurteilung der Folgen eines britischen Austritts (&laquo;Brexit&raquo;) ist schwierig (vgl. LGT Beacon, 2.3.2016: &laquo;M&ouml;gliche Implikationen eines Brexit&raquo;). Die unterschiedlichen Entwicklungen h&auml;ngen von vielen Annahmen ab, die je nach politischen Pr&auml;ferenzen variieren k&ouml;nnen. Nach unserer Einsch&auml;tzung k&ouml;nnte GB jedoch auf lange Sicht wirtschaftlich durchaus in bescheidenem Ausmass von einem Brexit profitieren &#8211; allerdings m&uuml;sste es daf&uuml;r relativ rasch einige sehr wirtschaftsliberale Massnahmen zur F&ouml;rderung des Handels und der Investitionen ergreifen und einen ausreichenden EU-Marktzugang sichern. Dies setzt auch voraus, dass die EU keine gr&ouml;ssere Krise durchlebt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kurzfristige Turbulenzen im Austausch f&uuml;r ungewisse und bescheidene Vorteile <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Brexit w&uuml;rde also kurzfristig ziemlich sicher sp&uuml;rbare wirtschaftliche Sch&auml;den und politische Unsicherheiten verursachen, w&auml;hrend die langfristigen Vorteile eher ungewiss und wahrscheinlich moderat ausfallen w&uuml;rden. Eine Katastrophe ist zwar ebenso unwahrscheinlich wie ein Brexit-Boom &#8211; was im erw&auml;hnten Kontext eben f&uuml;r den Ist-Zustand spricht. Selbst die politische Euphorie &uuml;ber den Zugewinn an nationaler Souver&auml;nit&auml;t w&uuml;rde mit der Zeit wohl abklingen. GBs historische Rolle und Position in Europa sowie die Notwendigkeit des Zugangs zum EU-Markt w&uuml;rden London sehr schnell wieder eng an die europ&auml;ische Politik binden und Kompromisse erforderlich machen. Ob die Briten vor diesem Hintergrund eine politisch symboltr&auml;chtige Scheidung von Europa als Vorteilhaft betrachten werden, darf bezweifelt werden &#8211; erst Recht, wenn man bedenkt, dass sie die EU mehr als ein halbes Jahrhundert lang mitgestaltet haben und die Partnerl&auml;nder grunds&auml;tzlich immer bereit waren, eine britische Sonderstellung zu respektieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Extreme Brexit-Argumente d&uuml;rften nicht mehrheitsf&auml;hig sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die radikaleren Brexit-Argumente bewegen indessen zwar die Gem&uuml;ter, d&uuml;rften aber letztlich keine Mehrheit erreichen. Sollte die EU beispielsweise tats&auml;chlich vor dem Abgrund stehen, wie manche meinen, dann w&uuml;rde ein Austritt den Inselstaat kaum vor den Folgen des EU-Zerfalls sch&uuml;tzen. Der &Auml;rmelkanal reicht als Schutzwall vor Wirtschaftschaos oder Krieg kaum aus. Zugleich wirken die gutartigen Brexit-Argumente, nach denen ein Austritt etwa die EU wachr&uuml;tteln und n&auml;her an die wirtschaftsliberalen Ideale vieler Briten bringen k&ouml;nnte, etwas fadenscheinig. So scheinen die meisten Brexit-Bef&uuml;rworter prinzipiell einfach den nationalen Bruch mit der EU vorzuziehen &#8211; ohne besondere R&uuml;cksicht auf Verluste oder Risiken. Grunds&auml;tzlich ist diese politische Haltung freilich legitim &#8211; fraglich ist nur, ob sie auch die Zustimmung der zumindest bisher mehrheitlich moderat-konservativen britischen W&auml;hler findet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Votum f&uuml;r den Verbleib w&uuml;rde vor diesem Hintergrund kaum &uuml;berraschen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Anlegersicht d&uuml;rfte aber ausschlaggebend sein, dass alle aggregierten und analytischen Prognosemethoden weiterhin klar darauf hinweisen (siehe Seite 2). Die Dominanz des Verbleib-Lagers begann Ende Mai zwar etwas nachzulassen, nimmt jedoch seit einigen Tagen wieder zu. Auch wenn niemand das Ergebnis des Referendums mit Sicherheit vorhersagen kann, erscheint ein Brexit jetzt wieder weniger wahrscheinlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4496\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/b6d2aab9d15327219c9a02385642d2f9.png\" alt=\"22 06 16 1lgt\" width=\"515\" height=\"222\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Grafik oben links fasst das Ergebnis aller Meinungsumfragen zum EU-Referendum seit Beginn des Jahres zusammen. Generell verweist dieser Index auf ein knappes Rennen. Erw&auml;hnenswert ist aber, dass die Zustimmung f&uuml;r den Verbleib periodisch immer wieder deutlich nach oben ausschert, im Gegensatz zur Zustimmung f&uuml;r den Austritt. Darin spiegelt sich m&ouml;glicherweise eine zugrundeliegende Grundtendenz zugunsten der EU &#8211; d.h. eine Pr&auml;ferenz, die zwar weniger lauthals oder passioniert vertreten wird, daf&uuml;r aber in regelm&auml;ssigen Abst&auml;nden (bzw. wenn es darauf ankommt) deutlich zum Vorschein tritt. Analysten weisen auch darauf hin, dass insbesondere die weniger &uuml;berzeugten W&auml;hler am Wahltag an der Urne typischerweise tendenziell zum Status Quo neigen. So oder so, das Bremain-Lager scheint sich seit Anfang Juni wieder langsam aber stetig zu erholen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Grafik oben rechts zeigt drei weitere Prognosemethoden (alle von Bloomberg publiziert). Der erste Index (&laquo;Number Cruncher Index&raquo;) basiert auf analytisch bereinigten durchschnittlichen Umfrageergebnissen, d.h. er ber&uuml;cksichtigt die wahrscheinliche Genauigkeit von Umfragen und Daten aus fr&uuml;heren Referenden. Der zweite Index basiert auf Daten der kommerziellen Wettb&uuml;ros und die letzte Prognosemethode misst die an den Finanzm&auml;rkten implizierte Wahrscheinlichkeit des Votums. Das Ausmass der Dominanz der Wahrscheinlichkeit eines Bremain-Volksentscheids hat sich im Laufe des vergangenen Monats zwischenzeitlich stark abgeschw&auml;cht. Der EU-Verbleib blieb aber stets ganz klar die wahrscheinlichere Option. Dar&uuml;ber hinaus ist die Wahrscheinlich seit einigen Tagen wieder deutlich in Richtung Normwert angestiegen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4497\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/1b92c68d59d663d122c4695276768b3e.png\" alt=\"22 06 16 2lgt\" width=\"519\" height=\"219\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die letzten beiden Grafiken zeigen, wie stark die Ver&auml;nderung der (impliziten) Wahrscheinlichkeit eines Bremain britische Aktien und das Pfund in den letzten Monaten beeinflusst haben. Wir zeigen britische Aktien relativ zum Weltindex und das Pfund gegen&uuml;ber einem korrelationsgewichteten Index bestehend aus den restlichen G10-W&auml;hrungen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Offensichtlich wurden britische Finanzanlagen vom Risiko eines britischen EU-Austritts in den letzten Monaten belastet. Von der Beseitigung dieses politischen Faktors d&uuml;rften sie entsprechend profitieren. Britische Aktien d&uuml;rften daher wieder st&auml;rker im Einklang mit dem globalen Trend gehandelt werden, w&auml;hrend das Pfund auf breiter Basis erstarken sollte.<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die M&ouml;glichkeit, dass die Briten beim morgigen Referendum f&uuml;r den Austritt ihres Landes aus der Europ&auml;ischen Union stimmen k&ouml;nnten, besch&auml;ftigt seit geraumer Zeit die Anleger. Ein entsprechendes Votum w&uuml;rde sicher f&uuml;r mehr Volatilit&auml;t sorgen. Doch abgesehen von einigen einzelnen Umfragen gehen alle Prognosemethoden weiterhin klar von einem Verbleib Grossbritanniens in der EU aus.&nbsp;&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4330,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21593","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21593","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21593"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21593\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21593"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21593"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21593"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}