{"id":21600,"date":"2016-07-05T22:00:00","date_gmt":"2016-07-05T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/07\/05\/lgt-post-brexit-bank-of-japan-unter-zugzwang\/"},"modified":"2016-07-05T22:00:00","modified_gmt":"2016-07-05T22:00:00","slug":"lgt-post-brexit-bank-of-japan-unter-zugzwang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-post-brexit-bank-of-japan-unter-zugzwang\/","title":{"rendered":"LGT: Post-Brexit: Bank of Japan unter Zugzwang"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Lage an den Finanzm&auml;rkten scheint sich wieder zu normalisieren und die glaubw&uuml;rdige Haltung der Bank of England sorgt daf&uuml;r, dass sich die l&auml;ngerfristigen Inflationserwartungen f&uuml;r UK stabil auf hohem Niveau halten&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Das Brexit-Votum muss daher keine nachhaltigen Sch&auml;den hinterlassen. Die globalen Reaktionen bleiben aber wichtig, wobei Japan unter besonderem Zugzwang steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Die M&auml;rkte freunden sich mit dem Brexit an. Zumindest gehen sie davon aus, dass sich das Vereinigte K&ouml;nigreich und Europa auf eine vern&uuml;nftige Neugestaltung ihrer Beziehungen einigen werden. Die globale Risikoaversion nimmt wieder ab. Der S&amp;P 500 notiert wieder nur knapp unter seinem Allzeithoch. Das Pfund traf es mit Abwertungen von bis zu 15% je nach Gegenw&auml;hrung allerdings sehr hart. Zugleich wirkt diese Schw&auml;che jedoch wie ein Stossd&auml;mpfer, der die Wirtschaft vor grossen Schocks sch&uuml;tzen kann.<\/p>\n<p> BOE und EZB geniessen hohe Glaubw&uuml;rdigkeit Wie wir am letzten Mittwoch feststellten, spiegelte sich im sofortigen Pfund-Ausverkauf auch die geldpolitische Berechenbarkeit der Bank of England. Am Donnerstag hat Gouverneur Mark Carney tats&auml;chlich Leitzinssenkungen im Lauf des Sommers in Aussicht gestellt und somit die Erwartungen best&auml;tigt. Die M&auml;rkte haben indessen nie daran gezweifelt, dass die BOE stets rasch handeln w&uuml;rde, um etwaige deflation&auml;re Regungen fr&uuml;hzeitig im Keim zu ersticken (vgl. Seite 2). Carney d&uuml;rfte daher nur eine bereits vorweggenommene Entwicklung nachtr&auml;glich best&auml;tigt haben. Das Pfund k&ouml;nnte sich daher auf aktuellen Niveaus stabilisieren (wir fahren ein moderates GBP-&Uuml;bergewicht).<\/p>\n<p> Auch in der EU-Peripherie ist es letztlich ruhig geblieben. Kreditrisikopr&auml;mien griechischer Anleihen haben sich seit dem 23. Juni sogar verengt, was in einer Welt, in der die EU auseinanderzubrechen droht, nat&uuml;rlich nicht sein sollte. Vielmehr wirkt auch an den EUPeripheriem&auml;rkten die ebenfalls klare Grundhaltung der Europ&auml;ischen Zentralbank. Berichten zufolge plant die EZB derzeit die Aufhebung von insbesondere f&uuml;r die EU-Peripheriem&auml;rkte einschr&auml;nkenden Regeln ihres quantitativen Lockerungsprogramms. Weltweit positiv wirkt zudem die inzwischen wiederholt bewiesene Bereitschaft der US-Notenbank, im Zweifelsfalle ihre Zinserh&ouml;hungspl&auml;ne entsprechend rasch zu verschieben.<\/p>\n<p> <strong>BOJ unter besonderem Zugzwang<\/strong><br \/> Damit bleibt uns derzeit nur die Bank of Japan ein klares Signal schuldig. Der Yen hat im Laufe des letzten Halbjahres je nach Gegenw&auml;hrung um 20% bis 30% aufgewertet. Im Vergleich zur Eurozone, D&auml;nemark, Schweden und Schweiz hat Japan in letzter Zeit geldpolitisch extrem zur&uuml;ckhaltend agiert. Die BOJ hat sich der Einf&uuml;hrung eines weitgehend symbolischen und bescheidenen Negativzinssatzes begn&uuml;gt &ndash; eine Haltung, die selbst im Vergleich zu den USA geldpolitisch zu streng wirkt: Die japanischen Realzinsen sind seit letztem Sommer um immerhin rund 100 Basispunkte gestiegen, w&auml;hrend die US-Realzinsen leicht gesunken sind. Diese Passivit&auml;t hat dazu gef&uuml;hrt, dass immer mehr Beobachter von einem zunehmenden Glaubw&uuml;rdigkeitsverlust der BOJ sprechen. Es heisst, die BOJ habe inzwischen stillschweigend ihr offizielles Inflationsziel von 2% aufgegeben.<\/p>\n<p> Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die BOJ aus praktischen und politischen Gr&uuml;nden &ndash; neben dem Brexit-Referendum &ndash; auch die am kommenden Sonntag anstehenden japanischen Oberhauswahlen abwarten muss. Hinter den Kulissen hat sich seit der letzten BOJEntscheidung im Januar einiges ereignet. So sind inzwischen zwei neue BOJ-Ratsmitglieder angetreten, wobei der j&uuml;ngste Neuzugang formal erst letzte Woche erfolgte. An der n&auml;chsten BOJ-Sitzung am 29. Juli werden die Reflationisten somit sieben von neun Stimmen stellen. Im Januar waren es nur f&uuml;nf von neun. Sollten die Wahlen den Regierungskurs ausreichend best&auml;tigen, was allgemein erwartet wird, dann d&uuml;rfte die neue BOJ-F&uuml;hrung auch endlich handeln. Die Frage ist, ob diese lange verschleppte Aktion stark genug sein wird, um die Yen-St&auml;rke r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen. Wir hegen Zweifel und ziehen es vor, die BOJ-Entscheidung abzuwarten.<\/p>\n<p> Die Brexit-Abstimmung hat prim&auml;r zus&auml;tzlichen Handlungsbedarf f&uuml;r Japans Notenbank verursacht. Die erste Grafik (PDF Seite 2, oben links) zeigt die auf Basis der f&uuml;nf- und zehnj&auml;hrigen W&auml;hrungsswaps implizierten Inflationserwartungen f&uuml;r die L&auml;nder, die &uuml;ber solche M&auml;rkte verf&uuml;gen. Die Roh&ouml;l- und Industriemetallbaisse belastet seit Mitte 2014 in unterschiedlichem Masse die Inflationserwartungen f&uuml;r die USA, die Eurozone und UK. Die Brexit-Abstimmung hatte jedoch keine signifikanten negativen Auswirkungen auf Erwartungen in den USA und in der Eurozone. F&uuml;r UK war der Effekt sogar leicht positiv.<\/p>\n<p> Dar&uuml;ber hinaus bleibt UK das einzige Land mit stabil hohen Inflationserwartungen. Die Grafik (PDF Seite 2, oben rechts) zeigt die Breakeven-S&auml;tze (Renditedifferenz zwischen inflationsgesch&uuml;tzten und regul&auml;ren Staatsanleihen). Auch diese Inflationsindikatoren bleiben f&uuml;r UK deutlich &uuml;ber dem Zielwert von 2% &ndash; mit einem leicht positiven Einfluss des Referendums. An der Glaubw&uuml;rdigkeit der BOE betreffend Inflationsziel hat der Markt also nie gezweifelt (die aktuelle j&auml;hrliche UK-Inflationsrate von 1.4% ist tiefer als die erwarteten Raten aber deutlich h&ouml;her als in allen anderen entwickelten Volkswirtschaften, siehe PDF, Tabelle auf Seite 4). Aus Sicht der Swap-M&auml;rkte liegt die US-Geldpolitik derzeit auf Kurs zum Inflationsziel, w&auml;hrend die EZB immer noch als nicht ausreichend locker angesehen wird.<\/p>\n<p> <strong>Brexit hat grosse negative Auswirkungen auf Inflationserwartungen in Japan<\/strong><br \/> Wichtig in unserem Zusammenhang ist jedoch, dass das Brexit-Votum die Erwartungen in den USA und Europa kaum zus&auml;tzlich belastet hat. Im Gegensatz dazu wurde Japan stark getroffen. Die Inflationserwartungen f&uuml;r Japan folgten bisher zwar einem eigenen Weg: W&auml;hrend des globalen Rohstoffeinbruchs von 2014 blieben sie noch stabil hoch. Erst mit den extremen B&ouml;rsenturbulenzen in<br \/> China im August 2015 und dann erneut im Januar 2016 ging es mit den Erwartungen deutlich bergab. Eine moderate Erholung setzte ein, nachdem die Bank of Japan Ende Januar einen leicht negativen Zinssatz einf&uuml;hrte. Mit dem Brexit-Votum wurde dieser bescheidene Teilerfolg wieder vollst&auml;ndig r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht. Die BOJ steht also eindeutig unter Zugzwang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4505\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/3aa73341afb75d6e59072fecc951b25d.png\" alt=\"06 07 16 1LGT\" width=\"600\" height=\"231\" \/><\/p>\n<p> <strong>EU-Peripherie: Kreditrisikopr&auml;mien enger nach Brexit-Abstimmung<\/strong><br \/> Die letzten zwei Grafiken zeigen die Zinsdifferenzen (Spread) zwischen Anleihen der EU-Peripheriestaaten und den entsprechenden deutschen Anleihen. Generell tendieren sie seit letztem Sommer &ndash; d.h. seit den zwei B&ouml;rsencrashs in China und den seitdem immer wieder aufkommenden Zweifeln am Fortbestand der globalen Hausse &ndash; tendenziell h&ouml;her. Sie notieren allerdings weit unter Krisenniveaus. Seit dem Brexit-Votum haben sie sich sogar verengt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4506\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/8e574d65d97fb90473175022bf7eabf7.png\" alt=\"06 07 16 2LGT\" width=\"600\" height=\"233\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lage an den Finanzm&auml;rkten scheint sich wieder zu normalisieren und die glaubw&uuml;rdige Haltung der Bank of England sorgt daf&uuml;r, dass sich die l&auml;ngerfristigen Inflationserwartungen f&uuml;r UK stabil auf hohem Niveau halten&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4330,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21600","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21600","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21600"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21600\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21600"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}