{"id":21626,"date":"2016-09-28T22:00:00","date_gmt":"2016-09-28T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/09\/28\/lgt-hilfreiche-anpassungen-des-geldpolitischen-ausblicks\/"},"modified":"2016-09-28T22:00:00","modified_gmt":"2016-09-28T22:00:00","slug":"lgt-hilfreiche-anpassungen-des-geldpolitischen-ausblicks","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-hilfreiche-anpassungen-des-geldpolitischen-ausblicks\/","title":{"rendered":"LGT: Hilfreiche Anpassungen des geldpolitischen Ausblicks"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Letzten Donnerstag senkte die Federal Reserve erneut ihre Leitzinssch&auml;tzungen. Am Tag davor hatte Japans Notenbank mit ihren Entscheidungen sogar noch mehr Aufmerksamkeit erregt. Global folgenreicher ist aber sicherlich die FedAktion: Sie l&auml;sst eine weitere Erholung der Inflationserwartungen zu und reduziert das Risiko extremer Volatilit&auml;tssch&uuml;be an den Finanzm&auml;rkten.&nbsp;&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den ersten Blick schienen die mit Spannung erwarteten geldpolitischen Ank&uuml;ndigungen der Bank of Japan vom vergangenen Mittwoch die Finanzm&auml;rkte weitaus mehr besch&auml;ftigt zu haben als jene der US-Notenbank Federal Reserve. Wir bei LGT Capital Partners hatten erst k&uuml;rzlich darauf hingewiesen, dass die BOJ bis auf Weiteres von wirklich grossen monet&auml;ren Impulsen weiter Abstand nehmen d&uuml;rfte (siehe LGT Beacon, 31. August 2016).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tats&auml;chlich hat die BOJ auch diesmal keine greifbaren Lockerungsschritte beschlossen und sich stattdessen auf einige theoretischideologische und technische Anpassungen ihrer Politik beschr&auml;nkt. Dazu z&auml;hlte u.a. die leichte Anhebung des Inflationsziel von 2% auf &laquo;stabil &uuml;ber 2%&raquo; sowie die Klarstellung, dass es vor Erreichung dieses Ziel zu keinem Ende der Geldmengenausweitungen kommen wird. Mit diesen Schritten wollte die BOJ der Vorstellung entgegenwirken, dass ihr im Kampf gegen die Deflation die Munition ausgeht und sie dabei ist, das Handtuch zu werfen. Da die Marktreaktionen in Japan seither unter dem Strich marginal positiv waren (sowohl der Nikkei als auch der Yen gegen&uuml;ber einem Index der restlichen G10-W&auml;hrungen notieren heute geringf&uuml;gig h&ouml;her als vor der BOJ-Ank&uuml;ndigung), d&uuml;rfte ihr das diesmal auch ohne konkrete Lockerungsschritte vorerst einigermassen gelungen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Haltung der Federal Reserve wird immer inflationsfreundlicher <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Vergleich dazu schien die Fed-Sitzung vom vergangenen Donnerstag noch weniger Einfluss auf die M&auml;rkte gehabt zu haben (S&amp;P 500 und US-Dollar gg&uuml;. G9-W&auml;hrungsindex notieren seitdem praktisch unver&auml;ndert). Trotzdem d&uuml;rften sich die Fed-Entscheidungen in der nahen Zukunft doch st&auml;rker auf die globalen M&auml;rkte auswirken. Obwohl US-Aktien weiter haussieren haben die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Fed (FOMC) n&auml;mlich ihre Projektionen f&uuml;r das US-Leitzinsenniveau erneut reduziert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies k&ouml;nnte gutartige Auswirkungen auf das globale Marktregime haben. Die grosse Kluft zwischen den Zinserwartungen der Mittglieder des FOMC und der Markteilnehmer stellt seit gut zwei Jahren eines der wichtigsten Investmentrisiken dar. Je gr&ouml;sser diese Kluft ist, desto gr&ouml;sser auch das Risiko, dass selbst angedeutete nahende Zinserh&ouml;hungen gr&ouml;bere Marktturbulenten ausl&ouml;sen k&ouml;nnten. Diese Bef&uuml;rchtungen haben sich bisher auch als richtig erwiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Reduzierter Spielraum f&uuml;r b&ouml;se geldpolitische &Uuml;berraschungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Spielraum f&uuml;r solche unangenehme Zinsschocks verringert sich inzwischen allerdings langsam aber stetig. Das von der Fed projizierte Leitzinsniveau f&uuml;r die n&auml;chsten zwei bis drei Jahre heute um 0.25 bis 0.50 Prozentpunkte tiefer als im Juni und sogar 0,75 bis 1,375 Prozentpunkte tiefer als im Dezember letzten Jahres. Die Differenz zwischen der auf ein Jahr hinaus projizierten Erwartung des FOMC und jener des Terminmarktes ist von 59 auf 31 Basispunkte gesunken. Im Unterschied zur Situation Ende letztens Jahres liegen die aktuellen Fed-Projektionen zudem sogar leicht unter den Konsenssch&auml;tzungen der &Ouml;konomen .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese stetige Erwartungskonvergenz d&uuml;rfte die M&auml;rkte weiter st&uuml;tzen. Die Wachstums- und Inflationserwartungen, die sich seit einem mehrj&auml;hrigen Zyklustief im Januar langsam zu stabilisieren scheinen, d&uuml;rften davon entsprechend profitieren. Die zunehmend marktnahe Fed-Haltung k&ouml;nnte zudem dazu beitragen, einen etwaigen Volatilit&auml;tsausbruch in Reaktion auf ein unerwartetes Ergebnis der US-Pr&auml;sidentschaftswahl im November in Grenzen zu halten &#8211; so, wie die flexible Haltung der Bank of England nach dem britischen Votum zugunsten eines Austritts aus der Europ&auml;ischen Union dazu beitrug, die Situation wieder sehr rasch zu stabileren.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>FOMC-Projektionen notieren jetzt leicht unter der<\/strong> <strong>Konsenssch&auml;tzung <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die nachfolgenden Grafiken zeigen den vom FOMC projizierten US-Leitzinspfad (&laquo;Dots-plot&raquo;) per Dezember 2015 (links unten) und im Juni dieses Jahres (rechts unten). Die dunkelblauen Pfeile zeigen die Ver&auml;nderung des Dots-plot-Pfads im Laufe der Zeit. Dazu zeigen wir jeweils auch die aktuellen Projektionen, die im Terminmarkt eingepreisten Pfade und die Bloomberg-Konsenssch&auml;tzungen. Die FOMC-Sch&auml;tzungen haben sich stetig abgeflacht und dem vom Markt implizierten Pfad angen&auml;hert. Zudem notieren sie nun leicht tiefer als die Konsensprognosen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>R&uuml;ckgang der Fed-Projektionen reduziert Volatilit&auml;t und Risikopr&auml;mien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die oben beschriebene Erwartungsdivergenz ging mit h&auml;ufigeren und intensiveren Volatilit&auml;tsausbr&uuml;chen einher. Als klar wurde, dass die Fed m&ouml;glichst rasche Zinserh&ouml;hungen anstrebt, begann auch die US-Aktienmarktvolatilit&auml;t deutlich anzuziehen. Unerwartete Ereignisse ausserhalb der USA &#8211; wie die B&ouml;rsencrashs in China vom vergangenen August und im Januar dieses Jahres oder das britische EU-Austrittsvotum vom Juni &#8211; l&ouml;sten dabei immer wieder erhebliche Turbulenzen aus (links unten). Das zeigt, dass die USKonjunktur vom Markt als nicht stark eingesch&auml;tzt wurde, um internationalen Schocks standhalten zu k&ouml;nnen. Damit wirken die Zinserh&ouml;hungspl&auml;ne verunsichernd. Die j&uuml;ngste Volatilit&auml;tsspitze von Anfang September ist allerdings vergleichsweise mild ausgefallen &#8211; ein erstes Indiz daf&uuml;r, dass die stetige Erwartungskonvergenz zunehmend positiv zu wirken beginnt. Ein weiteres Indiz f&uuml;r die gutartige Auswirkung dieser Entwicklung kann am sehr deutlichen R&uuml;ckgang der Risikopr&auml;mien (&laquo;Spreads&raquo; gegen&uuml;ber USStaatsanleihenrenditen) f&uuml;r Hochzins- und Schwellenmarktanleihen seit Anfang Jahr abgelesen werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4576\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/597c2719aa7ba4c847e38b624790c1c2.png\" alt=\"29 09 16 1LGT\" width=\"600\" height=\"240\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Multi-Asset-Strategien der LGT Capital Partners: Aktuelle Positionierung<\/strong>&nbsp;&nbsp; Die Multi-Asset-Strategien der LGT Capital Partners sind derzeit so positioniert, dass sie von den oben erw&auml;hnten Beobachtungen und m&ouml;glichen Entwicklungen profitieren k&ouml;nnen: So wurde im Laufe der vergangenen Monate die Aktienquote schrittweise aufgebaut. Die starke Rallye im Schwellenl&auml;nder- und High-Yield-Kreditsegment wurde f&uuml;r Gewinnmitnahmen genutzt (die aktuelle taktische Positionierung ist neutral).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Schluss sei betont, dass eine m&ouml;gliche Phase tiefer Volatilit&auml;t keinesfalls bedeutet, dass sich Investoren nicht vor Volatilit&auml;tsausbr&uuml;chen sch&uuml;tzen m&uuml;ssen. Im Gegenteil: Solche Phasen eignen sich besonders gut f&uuml;r den Erwerb von Absicherungsstrategien und unser Portfoliomanagement geht grunds&auml;tzlich auch so vor.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4577\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/c081af81f13b5b31ce3aa8f6de2e9be9.png\" alt=\"29 09 16 2LGT\" width=\"600\" height=\"221\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzten Donnerstag senkte die Federal Reserve erneut ihre Leitzinssch&auml;tzungen. Am Tag davor hatte Japans Notenbank mit ihren Entscheidungen sogar noch mehr Aufmerksamkeit erregt. 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