{"id":21648,"date":"2016-11-22T23:00:00","date_gmt":"2016-11-22T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/11\/22\/lgt-trump-rallye-ist-glaubwuerdig-aber-kurzfristig-ausgereizt-2\/"},"modified":"2016-11-22T23:00:00","modified_gmt":"2016-11-22T23:00:00","slug":"lgt-trump-rallye-ist-glaubwuerdig-aber-kurzfristig-ausgereizt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-trump-rallye-ist-glaubwuerdig-aber-kurzfristig-ausgereizt-2\/","title":{"rendered":"LGT: Trump-Rallye ist glaubw\u00fcrdig, aber kurzfristig ausgereizt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Finanzm&auml;rkte haben den Wahlsieg Donald Trumps positiv aufgenommen und insbesondere f&uuml;r die USA sofort h&ouml;here k&uuml;nftige Inflations- und Wachstumsraten eingepreist. Diese Erstreaktion ist &ouml;konomisch nachvollziehbar und weitgehend im Einklang mit unserer Positionierung. Die scharfe Korrektur der Emerging-Markets-B&ouml;rsen nach der US-Wahl erscheint uns allerdings &uuml;bertrieben&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs sind die US-Staatsausgaben unter republikanischen Pr&auml;sidenten in der Regel st&auml;rker gestiegen, als unter demokratischen. Das zeigen langfristige Datenreihen. Sarkastisch ausgedr&uuml;ckt scheinen die Republikaner im Kongress nur dann sparfreudig zu sein, wenn es darum geht, die Pl&auml;ne der Demokraten zu durchkreuzen. Trumps grandioses Wahlversprechen, doppelt so viel wie seine Konkurrentin in die Infrastruktur investieren zu wollen, ist daher grunds&auml;tzlich glaubw&uuml;rdig.<\/p>\n<p> Dazu kommt, dass der US-Dollar stark ist und die Zinsen immer noch auf sehr tiefen Niveaus verharren. Selbst nach dem j&uuml;ngsten Anstieg notiert der zehnj&auml;hrige Zinssatz von US-Treasuries schliesslich lediglich auf dem Niveau vom Dezember 2015, dem Zeitpunkt der bisher ersten und&nbsp;einzigen Leitzinserh&ouml;hung der Federal Reserve. Liquide, risikoarme Anleihen sind aufgrund der weltweit grossz&uuml;gigen Anleihek&auml;ufe der Notenbanken derzeit eher knapp. Die US-Regierung ist also nicht nur willens, sich im grossen Stil in der eigenen W&auml;hrung zu verschulden, auch die Marktbedingungen daf&uuml;r sind g&uuml;nstig. Als Trumps erste &ouml;ffentliche Kommentare nach der Wahl deutlich vers&ouml;hnlicher klangen als w&auml;hrend des Wahlkampfs, atmeten die M&auml;rkte sofort erleichtert auf. Konkret d&uuml;rfen wir aus folgenden Gr&uuml;nden tats&auml;chlich mit h&ouml;heren Haushaltsdefiziten und damit &ndash; f&uuml;rs Erste &ndash; auch mit mehr Wachstum und Inflation rechnen:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Entscheidungsfreudige und handlungsf&auml;hige Regierung:<\/strong> Im Kongress gibt es klare Mehrheitsverh&auml;ltnisse. Zumindest bis zu den n&auml;chsten Wahlen in zwei Jahren ist den Republikanern die Mehrheit im Senat und Repr&auml;sentantenhaus gesichert.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Protektionismus:<\/strong> W&auml;hrend des Wahlkampfs kritisierte Trump existierende und geplante Handelsabkommen und drohte China, Mexiko und anderen L&auml;ndern mit Z&ouml;llen. Kommentare aus dem Umfeld Trumps lassen jedoch inzwischen vermuten, dass der neue Pr&auml;sident letztlich pragmatisch vorgehen d&uuml;rfte.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Steuersenkungen:<\/strong> Trump will sowohl Unternehmenssteuern als auch Einkommens- und Lohnsteuern senken und die steuerg&uuml;nstige Repatriierung von im Ausland gehaltenen Firmengewinnen bewerkstelligen. Diese Pl&auml;ne wirken realistisch, weil es Pr&auml;zedenzf&auml;lle gibt und sie in weiten Teilen mit den Vorstellungen der Republikaner im Kongress kompatibel sind.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Staats- und Milit&auml;rausgaben:<\/strong> Trump hat im Wahlkampf Investitionen von 1 Billion USD &uuml;ber 10 Jahre in den Raum gestellt. Auch wenn das Programm am Ende doch bescheidener ausfallen sollte, gelten &ouml;ffentliche Investitionen nun als wichtiger Teil der Konjunkturpolitik, was grunds&auml;tzlich wachstumsfreundlich ist. Die R&uuml;stungsausgaben sollen ebenfalls steigen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Inflationstolerante Notenbank:<\/strong> Die fiskalpolitischen Pl&auml;ne k&ouml;nnten kurz- bis mittelfristig umso wirksamer ausfallen, je l&auml;nger die Fed bei ihrer z&ouml;gerlichen Zinserh&ouml;hungspolitik bleibt. Ohne den Ausblick auf grossz&uuml;gige Haushaltsdefizite weckte allein schon die Ank&uuml;ndigung von Zinserh&ouml;hungen in den letzten Jahren immer wieder deflation&auml;re Gespenster. Unter der Annahme, dass Trumps Pl&auml;ne verwirklicht werden, wirkt die derzeitige Haltung der Fed hingegen zu wenig streng.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zu hohe Erwartungen sind trotzdem fehl am Platz<\/strong><br \/> Schlussendlich kann Trumps Wahlsieg als eine &uuml;berraschende Lockerung der monet&auml;ren Bedingungen aufgefasst werden, welche Aktien und Inflationserwartungen einen entsprechenden zus&auml;tzlichen Auftrieb gew&auml;hrte. Zugleich wurde aber insbesondere mit dem starken Anstieg des USD und der US-Marktzinsen nach dem Wahltag ein Teil dieser Lockerung vorerst ausgeglichen. Wir warnen daher davor, in der aktuellen Situation den M&auml;rkten hinterherzulaufen. Stattdessen erscheint uns insbesondere in den Emerging Markets ein antizyklisches Verhalten im Rahmen unserer vor den Wahlen bestimmten taktischen Aktienquoten als angemessen.<br \/>&nbsp; <br \/> <strong>Marktreaktion best&auml;tigt den bereits vor den Wahlen aufgehellten Ausblick<\/strong><br \/> Vor zwei Wochen erinnerten wir an dieser Stelle daran, dass die Wachstumsdynamik in den USA und die vorauslaufenden Konjunkturindikatoren auf globaler Ebene bereits seit mehreren Monaten nach oben zeigen und sich kurz vor den US-Wahlen nochmals teilweise sehr deutlich aufgehellt hatten. Heute fokussieren wir uns auf die Marktreaktionen seit dem 8. November (Wahltag) und die&nbsp;damit verbundenen Erwartungen f&uuml;r Inflation und Wachstum. Das Fazit vorweg: Die M&auml;rkte d&uuml;rften ihre Erwartungen nun weitgehend nach oben korrigiert haben, nachdem sie vor der Wahl die Aufhellung teilweise ignorierten.<br \/> &nbsp;<br \/> <strong>H&ouml;here Inflationserwartungen und Zinsen<\/strong><br \/> Am eindr&uuml;cklichsten war sicherlich die Reaktion der Zinsm&auml;rkte. Die Differenz zwischen der Rendite der dreissigj&auml;hrigen und der zweij&auml;hrigen US-Staatsanleihen hat deutlich nach oben ausgeschlagen (Charts links oben im PDF). Die aus den Zinsm&auml;rkten ablesbaren Inflationserwartungen (z.B. USD-Inflationsswaps, Chart rechts oben im PDF) sind ebenfalls deutlich angestiegen. Der Markt geht also davon aus, dass die Inflation mittel- bis l&auml;ngerfristig nun doch etwas h&ouml;her ausfallen d&uuml;rfte, als noch vor wenigen Monaten angenommen. Zugleich ist aber erw&auml;hnenswert, dass die Inflationserwartungen schon seit Sommer nach oben tendieren und die aktuellen Niveaus in beiden F&auml;llen immer noch in etwa jenen vor eineinhalb Jahren entsprechen &ndash; also kurz vor der ersten Zinserh&ouml;hung der Fed.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4639\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/b3d437d004ef4b51b231c5a31571083d.png\" alt=\"23 11 16 1LGT\" width=\"600\" height=\"234\" \/><br \/> &nbsp;<br \/> <strong>H&ouml;here Wachstumserwartungen und Aktienkurse<\/strong><br \/> Der S&amp;P 500 notiert wieder auf neuen Rekordhochs (Chart links unten im PDF). Bemerkenswert ist, dass der von zyklischen Werten dominierte Dow Jones Transportation Index (Chart rechts unten im PDF) doppelt so stark gestiegen ist. Auch hier gilt jedoch, dass der Transportindex schon seit einigen Monaten den Gesamtmarkt schl&auml;gt und immer noch in etwa auf dem Niveau vom Mai 2015 notiert.<br \/> &nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4640\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/9d434cf7f10e6228b573eb353b85d6e6.png\" alt=\"23 11 16 2LGT\" width=\"600\" height=\"226\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neubewertung der Gesamtpositionierung in den kommenden Wochen<\/strong><br \/> Im Dezember werden wir unsere systematische dreimonatliche &Uuml;berpr&uuml;fung der taktischen Anlageallokation vornehmen und gegebenenfalls Neubeurteilungen beschliessen. Grunds&auml;tzlich denken wir aber, dass die j&uuml;ngsten Ausschl&auml;ge im Wesentlichen bereits existierende Trends best&auml;tigten. Eine erste Ausnahme ist der japanische Yen: In Kombination mit den geldpolitischen Anpassungen der Bank of Japan vom September d&uuml;rfte mit dem US-Wahlergebnis die St&auml;rkephase des Yen endg&uuml;ltig beendet worden sein. Wir haben daher unserer Yen-&Uuml;bergewicht im Laufe der vergangenen Wochen sukzessive weiter abgebaut. Unsere Position in japanischen Aktien, welche seit einigen Wochen wieder eine entsprechende St&auml;rke zeigen, ist grunds&auml;tzlich immer gegen W&auml;hrungsschwankungen abgesichert und bleibt vorerst unver&auml;ndert.<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Finanzm&auml;rkte haben den Wahlsieg Donald Trumps positiv aufgenommen und insbesondere f&uuml;r die USA sofort h&ouml;here k&uuml;nftige Inflations- und Wachstumsraten eingepreist. Diese Erstreaktion ist &ouml;konomisch nachvollziehbar und weitgehend im Einklang mit unserer Positionierung. 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