{"id":21659,"date":"2017-02-08T23:00:00","date_gmt":"2017-02-08T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2017\/02\/08\/lgt-die-maerkte-rechnen-mit-zunehmendem-welthandel\/"},"modified":"2017-02-08T23:00:00","modified_gmt":"2017-02-08T23:00:00","slug":"lgt-die-maerkte-rechnen-mit-zunehmendem-welthandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-die-maerkte-rechnen-mit-zunehmendem-welthandel\/","title":{"rendered":"LGT: Die M\u00e4rkte rechnen mit zunehmendem Welthandel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts der wirtschaftsnationalistischen Rhetorik des neuen US-Pr&auml;sidenten warnen viele Beobachter vor einer drohenden &Auml;ra des Protektionismus, welche&nbsp;den Welthandel und damit Wohlstand und Wachstum aller Beteiligten belasten werde. Auch wir sehen und beobachten dieses Risiko, m&uuml;ssen jedoch zugleich feststellen, dass die M&auml;rkte derzeit das genaue Gegenteil signalisieren&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"> US-Pr&auml;sident Donald Trump gilt als ein ausgesprochener Protektionist. In seiner Antrittsrede best&auml;tigte er erneut die Kernbotschaft seines Wahlkampfes: &laquo;Amerika zuerst&raquo;. An seinem ersten Arbeitstag erkl&auml;rte er &ndash; wie im Dezember versprochen &ndash; per Dekret den R&uuml;ckzug der USA aus der geplanten Transpazifischen Partnerschaft (TPP). Es folgte die offizielle Ank&uuml;ndigung der Neuverhandlung des seit Jahrzehnten existierenden Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA). Unternehmen, die ihre Produkte in den USA verkaufen wollen, sollen diese auch in den USA herstellen oder Z&ouml;lle zahlen.<\/p>\n<p> Auch in Europa werden Freihandel, Globalisierung und selbst die Europ&auml;ische Union inzwischen von diversen politischen Kr&auml;ften zunehmend in Frage gestellt. Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen wie TTIP und CETA sind unpopul&auml;r. So warnen manche vor einem anbrechenden Zeitalter des Protektionismus, welches den Welthandel belasten und damit den Wohlstand aller Beteiligten unter dem Strich reduzieren werde. W&auml;re diese Vision glaubw&uuml;rdig genug, m&uuml;sste sie nat&uuml;rlich die Aktienm&auml;rkte strapazieren &ndash; zumindest aber zu einer Bevorzugung der potenziellen Protektionismusgewinner f&uuml;hren.<\/p>\n<p> <b>Finanzm&auml;rkte signalisieren wachsenden Welthandel<\/b> <br \/> Davon kann derzeit aber kaum die Rede sein. Die Finanzm&auml;rkte signalisieren eher das Gegenteil. Auch wenn die anf&auml;ngliche Begeisterung seit Dezember etwas abgeklungen ist, notieren die Aktienkurse schliesslich weltweit deutlich h&ouml;her als am US-Wahltag, ebenso wie die Zinsen und die Rohstoffpreise. Auch die Emerging Markets zeigen sich mehrheitlich fester (vgl. Tabelle und Chart, Seite 3 im PDF). Noch interessanter ist aber die &uuml;berdurchschnittlich ausgepr&auml;gte St&auml;rke der globalen Handelsschifffahrt &ndash; also genau jener Branche, die besonders vom Welthandel abh&auml;ngt. Der MSCI All-Country Marine-Index hat seit der Wahl in US-Dollar rund 14% zugelegt und damit nicht nur alle Hauptsektoren, sondern auch die typischerweise zu den Protektionismus-Profiteuren gez&auml;hlten US-Smallcaps geschlagen (vgl. Grafik, Seite 2 im PDF).<\/p>\n<p> <b>Optimistische schwedische Export- und Produktionsmanager<\/b> <br \/> Doch es sind nicht nur die Investoren, die sich zuversichtlich zeigen: Die Einkaufsmanagerumfragen (PMI) hellen sich seit etwa einem Jahr weltweit stetig auf. Seit letztem Herbst sind aber die Export- und Produktionsindizes in Schweden im internationalen Vergleich &uuml;berdurchschnittlich angestiegen. Potenziell relevant ist diese Entwicklung deshalb, weil Schwedens offene Volkswirtschaft aufgrund ihrer sehr hohen Exportquote (45% der Wirtschaftsleistung) sehr sensibel gegen&uuml;ber Schwankungen des Welthandels ist.<\/p>\n<p> Angesichts solcher stimmigen Signale sollten wir uns vor voreiligen Schlussfolgerungen zur vermeintlichen Globalisierungsfeindlichkeit der j&uuml;ngsten politischen Entwicklungen h&uuml;ten. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnten sich Investoren und Exportmanager irren. Doch auch wenn es in Anbetracht der aktuellen Schlagzeilen schwer zu glauben ist, manchmal denken die Finanzm&auml;rkte eben zwei Schritte voraus.<\/p>\n<p> So ist auch folgende Erkl&auml;rung denkbar: Vielleicht kann das erwartete h&ouml;here Weltwirtschaftswachstum die kommenden Z&ouml;lle und Handelsschranken ausgleichen. Ausserdem k&ouml;nnte der durch das Brexit-Votum und den Trump-Wahlsieg ausgel&ouml;ste politische Prozess letztlich dazu f&uuml;hren, dass die Globalisierung am Ende st&auml;rker in Einklang mit den Pr&auml;ferenzen breiter W&auml;hlerschichten gebracht wird &ndash; und damit zu einer stabileren und nachhaltig tragbaren internationalen Handelsordnung beitragen.<\/p>\n<p> <b>Marineaktien z&auml;hlten zu den ganz grossen Gewinnern der Trump-Rallye <\/b><br \/> Auf der ersten Grafik auf Seite 2 im PDF zeigen wir die Performance der Hauptsektoren des MSCI Welt All-Country Index seit den US-Wahlen vom 8. November 2016 sowie der Indizes f&uuml;r die Handelsmarine und Smallcaps (ebenfalls MSCI). Die ausgepr&auml;gte St&auml;rke der Marineaktien signalisiert mehr Wirtschaftswachstum und profitableren Handel zwischen den Nationen &ndash; und widerspricht damit der Protektionismus-These.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4689\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/73f86c6d47afc8e1b752a21523b9479f.png\" alt=\"09 02 17 1LGT\" width=\"600\" height=\"225\" \/><\/p>\n<p> <b>Gleichgewichteter Marineindex und schwedische Exportauftr&auml;ge<\/b> <br \/> Die relative St&auml;rke der Branche wird noch deutlicher, wenn wir die 25 gr&ouml;ssten Unternehmen des Sektors gleichgewichten, um die Verzerrung zugunsten der sehr grossen Firmen in den kapitalisierungsgewichteten MSCI-Indizes zu vermeiden (in USD konvertiert, um auch etwaige W&auml;hrungsabwertungen zu ber&uuml;cksichtigen). Wie der Chart unten links (vgl. Seite 2 im PDF) zeigt, hat der gleichgewichtete Marineindex in USD mit einem Kurssprung von rund 24% noch besser abgeschnitten&nbsp;als der herk&ouml;mmliche MSCI-Index (angef&uuml;hrt von den bekannten Unternehmen aus Nordeuropa und den in den USA kotierten Smallcap-Titeln der griechischen Reeder).<\/p>\n<p> Zum Thema Nordeuropa passt auch unser letzter Chart rechts unten (vgl. Seite 2 im PDF), der die schwedischen Einkaufsmanagerindizes f&uuml;r den Export und Produktionsbereich zeigt. Die globale Aufhellung ist generell schon seit etwa einem Jahr zu beobachten (blaue Linie, globaler PMI), wie wir an dieser Stelle mehrmals aufgezeigt haben. In Schweden ist sie jedoch seit Herbst sp&uuml;rbar &ndash; der Aufschwung blieb auch nach der US-Wahl intakt. Auch dies widerspricht der protektionistischen Vision.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4690\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/f027a082946c6eee7c565157fde6531f.png\" alt=\"09 02 17 2LGT\" width=\"600\" height=\"227\" \/><\/p>\n<p> <b>Wir best&auml;tigen unsere gut diversifizierte, freundliche taktische Anlageallokation <br \/> <\/b>Abschliessend f&uuml;gen wir hinzu, dass wir den Protektionismus als einen strukturellen Risikofaktor anerkennen, der einen Einfluss auf die Wirtschaft und M&auml;rkte aus&uuml;ben kann. Das Thema wurde in der vergangenen Woche im Rahmen unserer monatlichen &Uuml;berpr&uuml;fung der taktischen Allokation (TAA) diskutiert und wird nat&uuml;rlich weiter beobachtet. Die anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland k&ouml;nnten in diesem Zusammenhang neue Impulse liefern. Zugleich halten wir jedoch fest, dass das Thema f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte derzeit weitgehend irrelevant bleibt, wie das angef&uuml;hrte Beispiel illustriert.<\/p>\n<p> Generell haben sich unsere Makro- und Markteinsch&auml;tzungen seit Dezember, als die aktuelle TAA entschieden wurde, nicht ver&auml;ndert. Das Strategieteam hat die TAA daher unver&auml;ndert .<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts der wirtschaftsnationalistischen Rhetorik des neuen US-Pr&auml;sidenten warnen viele Beobachter vor einer drohenden &Auml;ra des Protektionismus, welche&nbsp;den Welthandel und damit Wohlstand und Wachstum aller Beteiligten belasten werde. 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