{"id":21679,"date":"2017-05-22T22:00:00","date_gmt":"2017-05-22T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2017\/05\/22\/blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-praesidentenchaos-verunsichert-anleger\/"},"modified":"2017-05-22T22:00:00","modified_gmt":"2017-05-22T22:00:00","slug":"blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-praesidentenchaos-verunsichert-anleger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-praesidentenchaos-verunsichert-anleger\/","title":{"rendered":"BlackRock : Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte &#8211; Pr\u00e4sidentenchaos verunsichert Anleger"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder wird Brasilien, die gr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft Lateinamerikas, von Korruptionsskandalen gebeutelt. Jener der letzten Woche hatte dennoch eine besonders pikante Note, weil der darin involvierte Pr&auml;sident Michel Temer vor neun Monaten nur deshalb an die Macht kommen konnte, weil er seine Amtsvorg&auml;ngerin Dilma Roussef mit&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Dr. Martin L&uuml;ck, Leiter Kapitalmarktstrategie f&uuml;r Deutschland, die Schweiz, &Ouml;sterreich und Osteuropa<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">genau diesem Argument aus dem Amt gedr&auml;ngt hatte. Nun ver&ouml;ffentlichte am Donnerstag letzter Woche die Zeitung O Globo einen Telefonmitschnitt, in dem Temer angeblich der Zahlung eines Schweigegeldes an einen inhaftierten Parteifreund zustimmt. Inhaltlich geht es um die Vertuschung der Beteiligung Temers und anderer am sogenannten Petrobras-Skandal. &Uuml;ber genau diesen Skandal war auch Roussef gestolpert. Nun sieht es also aus, als sei Brasilien bez&uuml;glich der Qualit&auml;t seiner Regierung vom Regen in die Traufe gekommen. Der Bovespa st&uuml;rzte um bis zu 10% ab, der Real verlor fast 8% gegen&uuml;ber dem US-Dollar, brasilianische Kreditausfallversicherungen verteuerten sich um 30%. Auch wenn sich am Freitag herausstellte, dass die &Auml;u&szlig;erungen Temers wohl weniger verf&auml;nglich waren als anfangs dargestellt, d&uuml;rfte es eine offizielle Untersuchung geben, und damit f&uuml;r die M&auml;rkte eine Menge Unsicherheit. Aus heutiger Sicht erscheint es eher unwahrscheinlich, dass Temer aufgrund dieses Vorfalls zur&uuml;cktreten muss, aber seine Glaubw&uuml;rdigkeit und damit die Aussichten, seine geplante Rentenreform und fiskalische Verbesserungen durchzusetzen, sind in jedem Fall geschw&auml;cht. F&uuml;r brasilianische &ndash; und LatAmAnlagen insgesamt &ndash; sind das keine guten Nachrichten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon vorher war die Woche f&uuml;r Anleger eher holprig verlaufen. Grund hierf&uuml;r war ein anderer Pr&auml;sident gewesen, n&auml;mlich der seit nunmehr vier Monaten regierende Donald Trump. Nachdem gerade Nachrichten &uuml;ber die Entlassung des FBI-Chefs James Comey, der gegen Trump ermittelt hatte, verdaut waren, kam heraus, dass Trump bei einem Treffen mit dem russischen Au&szlig;enminister streng vertrauliches Material weitergegeben hatte. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage hatte der US-Pr&auml;sident also Handlungen vorgenommen, die nicht wenige f&uuml;r strafrechtlich relevant halten und damit eine m&ouml;gliche Basis f&uuml;r ein Amtsenthebungsverfahren bilden k&ouml;nnten. Letzteres d&uuml;rfte aber nur realistisch sein, wenn der republikanisch dominierte Kongress ein solches Impeachment-Verfahren zul&auml;sst, und daf&uuml;r m&uuml;sste die Grand Old Party ihren eigenen Pr&auml;sidenten fallen lassen. Je mehr derartiger Aktionen sich Trump also leistet, desto mehr ist er auf Gedeih und Verderb vom Wohlwollen seiner Parteifreunde im Kongress abh&auml;ngig. Und ob dies wirklich Freunde sind, bleibt dahingestellt. Hatten wir noch vor wenigen Monaten ein Impeachment-Verfahren gegen Trump in den Bereich von Hopes &amp; Dreams (jedenfalls wohl f&uuml;r eine Mehrheit der Europ&auml;er) verwiesen, hat die Wahrscheinlichkeit eines solchen Szenarios dank der Unberechenbarkeit dieses Pr&auml;sidenten inzwischen erheblich zugenommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber w&auml;re es so schlimm f&uuml;r die M&auml;rkte, wenn Trump wirklich scheiterte? Ist der &bdquo;Trump trade&ldquo; nicht ohnehin schon weitestgehend wieder ausgepreist? Doch, letzteres stimmt nat&uuml;rlich. Die Rendite zehnj&auml;hriger Staatsanleihen ist seit Jahresanfang deutlich gesunken, und auch die relative Performance von US Small Caps, eine Art Barometer des Glaubens an &bdquo;Make the US Great Again&ldquo;, hat sich auf Vor-Trump-Niveau normalisiert. Au&szlig;erdem halten die starke Volkswirtschaft und gute Unternehmensergebnisse die M&auml;rkte von der fundamentalen Seite her am Laufen. Dennoch glauben wir, dass ein formales Impeachment-Verfahren gegen Trump eine ganz andere Qualit&auml;t h&auml;tte. Es w&uuml;rde offenlegen, wie anf&auml;llig die amerikanische Demokratie daf&uuml;r ist, von Populisten gekapert zu werden &ndash; mit erheblichen auch sicherheitspolitischen Risiken f&uuml;r das ganze Land. Entsprechend schwer w&auml;re der Schaden am Vertrauen in die Verfassungsinstitutionen. An den M&auml;rkten w&uuml;rde vor&uuml;bergehend erhebliche Unsicherheit Einzug halten. H&ouml;here Volatilit&auml;t und tempor&auml;re Kursabschl&auml;ge w&auml;ren vermutlich die Folge, bevor sich mittelfristig Anleger wieder den (gesunden) Fundamentaldaten zuwenden w&uuml;rden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei all dem Pr&auml;sidentenchaos in den Amerikas ist es beruhigend zu sehen, mit welch &uuml;berzeugendem Ergebnis (57% der Stimmen) Hassan Rohani die Wahl im Iran gewonnen hat. Zwar ist der Handlungsspielraum des iranischen Pr&auml;sidenten durch die Allherrschaft des Ayatollah Ali Chamenei stark eingeschr&auml;nkt, aber h&auml;tte der Mullah-Kandidat Ebrahim Raisi die Wahl gewonnen, w&auml;re wohl eine neuerliche Abschottung des Iran und eine anti-westliche Haltung zu bef&uuml;rchten gewesen. Zum Gl&uuml;ck aus Sicht der M&auml;rkte, die mit diesem Risiko bemerkenswert entspannt umgegangen sind, hat Raisi nur 38% der Stimmen erhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was bedeutet das f&uuml;r Anleger? <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem starken Jahresauftakt mit 0,5% Quartalswachstum in den ersten drei Monaten richtet sich die Aufmerksamkeit in Europa nun auf das laufende zweite Quartal. Auch die am heutigen Dienstag anstehenden Einkaufsmanagerindizes sind diesbez&uuml;glich ein wichtiges Signal, zumal die bisherigen Zahlen mit einem Niveau des Gesamtindex von 56,8 sogar deutlich oberhalb der entsprechenden USZahlen (53,2) stehen. Zwar sind europ&auml;ische und amerikanische Fr&uuml;hindikatoren selbst bei identischer Definition und Datenerhebung nur begrenzt vergleichbar, aber es d&uuml;rfte klar sein, dass auch der alte Kontinent inzwischen eine Wachstumsdynamik erreicht hat, die jener der USA kaum nachsteht. Zu Recht verweist deshalb auch Mario Draghi auf die Erholung Europas und die Schaffung von fast f&uuml;nf Millionen neuen Arbeitspl&auml;tzen seit Einstieg in die sogenannte nicht-konventionelle Geldpolitik im Sommer 2014. Bei so gro&szlig;em Erfolg, den sich die EZB somit ja auch selbst ans Revers heftet, wird sich die Zentralbank wohl einer Anpassung ihrer Politik nicht mehr lange komplett verweigern k&ouml;nnen. F&uuml;r den Juni k&ouml;nnte somit der Hinweis auf &ouml;konomische Abw&auml;rtsrisiken in der Presseerkl&auml;rung entfallen. Auch eine deutlichere Anpassung etwa der &bdquo;Forward Guidance&ldquo;, bei der bis dato Zinsanhebungen mindestens bis Ende des Anleihekaufprogramms ausgeschlossen werden, ist nicht auszuschlie&szlig;en. Voraussetzung daf&uuml;r w&auml;ren weiter solide Inflationsdaten, vor allem wohl jene der Kerninflation, im Mai.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wieder wird Brasilien, die gr&ouml;&szlig;te Volkswirtschaft Lateinamerikas, von Korruptionsskandalen gebeutelt. 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