{"id":21682,"date":"2017-05-23T22:00:00","date_gmt":"2017-05-23T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2017\/05\/23\/lgt-janet-yellen-bleibt-wichtiger-als-donald-trump\/"},"modified":"2017-05-23T22:00:00","modified_gmt":"2017-05-23T22:00:00","slug":"lgt-janet-yellen-bleibt-wichtiger-als-donald-trump","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/lgt-janet-yellen-bleibt-wichtiger-als-donald-trump\/","title":{"rendered":"LGT: Janet Yellen bleibt wichtiger als Donald Trump"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die vage Aussicht auf ein Absetzungsverfahren gegen den US-Pr&auml;sidenten l&ouml;ste letzte Woche eine Korrektur aus, auch wenn diese nur einen ganzen Tag lang anhielt. Wer seine Strategie am politischen L&auml;rm ausrichtet, d&uuml;rfte wieder entt&auml;uscht werden. Die wichtigsten Konjunkturparameter f&uuml;r die M&auml;rkte werden n&auml;mlich weiterhin nicht von Donald Trump, sondern von Janet Yellen bestimmt&#8230;..<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Mikio Kumada, CIIA bei LGT Capital Partners<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">N&auml;chste Woche beginnen wir mit den Vorbereitungen f&uuml;r die viertelj&auml;hrliche &Uuml;berpr&uuml;fung der taktischen Asset-Allokation (QTAA). Im Vorfeld analysieren wir unter anderem die aktuellen Erwartungstrends f&uuml;r das Wirtschaftswachstum, die Inflation und die Zinsen in den USA sowie die f&uuml;r uns relevanten W&auml;hrungspaare. Die Beobachtung der mittelfristigen Erwartungstrends erlaubt uns, den t&auml;glichen Daten- und Schlagzeilenl&auml;rm auszublenden. Wir unterscheiden dabei zwischen marktpreisbasierten Erwartungen und den Prognosen, die von politischen Entscheidungstr&auml;gern und Analysten erstellt werden und betrachten die Ver&auml;nderungen im Laufe der Zeit. Die aktuelle Situation l&auml;sst sich wie folgt zusammenfassen:<br \/> &nbsp;<br \/> <strong>Wachstumserwartungen: stabil und moderat<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In vielen Marktkommentaren heisst es immer wieder, dass die &laquo;Trumpflation&raquo;-Hoffnung inzwischen klar entt&auml;uscht wurde. Tatsache ist aber, dass sich die Prognosen der &Ouml;konomen (&laquo;Top-down&raquo;-Sicht) nur marginal abgeschw&auml;cht haben, w&auml;hrend sich die Unternehmensumsatzsch&auml;tzungen f&uuml;r die n&auml;chsten 12 bis 24 Monate (&laquo;Bottom-up&raquo;-Sicht) sogar etwas aufgehellt haben (das Umsatzwachstum entspricht langfristig in etwa dem Wachstum des nominalen Bruttoinlandsprodukts, d.h. des NBIP).<br \/> &nbsp;<br \/> Am Gesamtbild hat sich seit Ende Jahr wenig ver&auml;ndert: Der Konsens geht nach wie vor davon aus, dass das Nominalwachstum zum eher bescheidenen langfristigen Durchschnitt zur&uuml;ckkehren wird. Die &laquo;Bottom-up&raquo;-Prognosen f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Jahre &uuml;bersteigen die langfristige&nbsp;NBIP-Norm nur leicht und bleiben damit im vern&uuml;nftigen Bereich. Sollte es einen &laquo;Trumpflation&raquo;-Effekt gegeben haben, so ist dieser eher bescheiden ausgefallen, denn rund zwei Drittel der Erwartungsaufhellung fand vor der US-Wahl statt.<br \/> &nbsp;<br \/> <strong>Inflation und Zinss&auml;tze: M&auml;rkte und Konsens sind sich nicht einig<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen Segmenten beobachten wir eine potenziell bedeutsamere Divergenz: Die Inflationsprognosen (der Privat&ouml;konomen sowie der US Federal Reserve) haben sich wenig ver&auml;ndert, w&auml;hrend die marktbasierten Erwartungen insbesondere seit der dritten Zinserh&ouml;hung der Fed im M&auml;rz stetig sinken. Die relevanten M&auml;rkte signalisieren klar, dass die Fed ihr Inflationsziel (2%) verfehlen wird.<br \/> &nbsp;<br \/> Das bedeutet, dass die in den Konsenswerten implizierte Konjunkturaufhellung weniger wahrscheinlich ist, was die Fed fr&uuml;her oder sp&auml;ter dazu zwingen m&uuml;sste, doch wieder eine flexiblere geldpolitische Haltung einzunehmen. Die Kluft zwischen marktbasierten Prognosen und Konsenssch&auml;tzungen zeigt sich &uuml;brigens auch im Bereich der Leitzinsen sehr eindr&uuml;cklich: Der Konsensmedian rechnet mit einem Zinsanstieg von bis zu 100 Basispunkten im Laufe der n&auml;chsten 24 Monate, was in etwa den Fed-Projektionen entspricht. Die Termin- und Optionsm&auml;rkte implizieren aber nur maximal die H&auml;lfte davon.<br \/> &nbsp;<br \/> <strong>M&ouml;gliche Konsequenzen f&uuml;r den US-Dollar und die B&ouml;rsenvolatilit&auml;t<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wahrscheinlichste Anlagekonsequenz f&uuml;r die kommenden Monate k&ouml;nnte den US-Dollar betreffen. Die extrem bullischen Analystenprognosen f&uuml;r die US-W&auml;hrung sind im Laufe der letzten Wochen deutlich zur&uuml;ckgegangen (gegen&uuml;ber dem Euro und dem japanischen Yen sowie in geringerem Masse dem britischen Pfund). Auch dies deutet darauf hin, dass sich die Fed-Haltung in den kommenden Wochen zumindest im Verh&auml;ltnis zu derjenigen der anderen Zentralbanken etwas entspannen d&uuml;rfte. Das w&auml;re st&uuml;tzend f&uuml;r Aktien aber weniger gut f&uuml;r die US-W&auml;hrung. Falls der Fed dieser kommunikative Taktwechsel nicht (rechtzeitig) gelingen sollte, m&uuml;ssen wir eventuell doch noch mit einem tempor&auml;ren Anstieg der Finanzmarktvolatilit&auml;t und mit Revisionen der Analystensch&auml;tzungen nach unten rechnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<strong>Die Wachstumserwartungen haben sich verbessert, bleiben aber bescheiden <br \/> <\/strong>Die Grafik oben links im PDF zeigt den &laquo;Top-down&raquo;-Wachstumsausblick, d.h. die Kurve der Medianprognosen der &Ouml;konomen f&uuml;r das j&auml;hrliche US-NBIP-Wachstum, abgeleitet von den Sch&auml;tzungen f&uuml;r das reale BIP und die Inflation. Gegen&uuml;ber dem H&ouml;hepunkt der Trump-Rallye Ende 2016 hat sich die Kurve kaum ver&auml;ndert. Seit M&auml;rz, als die Fed ihren Leitzins zum zweiten Mal seit der US-Wahl im November erh&ouml;hte, ist sie leicht nach unten ger&uuml;ckt. Die Grafik oben rechts im PDF zeigt die &laquo;Bottom-up&raquo;-Sicht, bzw. den Trend (52-w&ouml;chiger gleitender Durchschnitt) der w&ouml;chentlich aktualisierten Sch&auml;tzungen f&uuml;r das Umsatzwachstum der S&amp;P 500-Konzerne. Die Konsenssch&auml;tzung f&uuml;r das laufende Jahr (blaue Linie) hat sich seit Ende 2015 (H&ouml;hepunkt der Rohstoffbaisse) zwar deutlich von nahe Null auf etwa 4.5% erholt, bleibt damit aber weiter klar unter dem f&uuml;r das letzte Quartal ausgewiesenen Wachstum von 8%. Gem&auml;ss Konsens soll sich das Umsatzwachstum in den n&auml;chsten 12 bis 24 Monaten weiter verbessern und sich mittelfristig knapp &uuml;ber dem langfristigen Durchschnittswachstum des NBIP und der Ums&auml;tze stabilisieren. Das sind keine &uuml;bertriebenen optimistischen Erwartungen, zumal es f&uuml;r B&ouml;rsenkonzerne normal ist, im Schnitt etwas rascher als die gesamte Volkswirtschaft zu wachsen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4798\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/bd81c50861420d5e5475255a7e57f5e6.png\" alt=\"24 05 17 1LGT\" width=\"500\" height=\"193\" \/><\/p>\n<p> <strong>Inflation und Zinss&auml;tze: M&auml;rkte skeptischer als die Analysten <br \/> <\/strong>Die n&auml;chste Grafik unten links im PDF zeigt die &laquo;Top-Down&raquo;-Inflationsprognosen f&uuml;r die USA. Diese sind in den letzten drei bis sechs Monaten stabil geblieben. Gem&auml;ss Konsens soll die Inflation mittelfristig leicht &uuml;ber dem Zielwert gehalten werden k&ouml;nnen, was der langfristigen Norm entspricht. Der Markt f&uuml;r inflationsgebundene Staatsanleihen widerspricht diesem nahezu idealtypisch-perfekten &laquo;Top-down&raquo;-Ausblick allerdings, wie die Grafik unten rechts im PDF zeigt. Die zwei j&uuml;ngsten US-Zinserh&ouml;hungen haben die reflation&auml;ren Erwartungen abgek&uuml;hlt. Sp&auml;testens seit M&auml;rz sinken die marktbasierten Erwartungen deutlicher.<br \/> &nbsp;<br \/> Zudem signalisieren die mittel- bis langfristigen Inflationsindikatoren (Breakeven-Rate zweij&auml;hriger inflationsgekoppelter Anleihen oder die &laquo;5-year\/5-year Breakeven-Rates&raquo;, also die impliziten f&uuml;nf- bis zehnj&auml;hrigen Inflationserwartungen), dass die Fed ihr Ziel verfehlen wird. Das zeigt, dass die Fed-Haltung zumindest seit M&auml;rz tendenziell als zu streng angesehen wird. Es kann sein, dass sich die US-Konjunkturdaten tats&auml;chlich bald wieder aufhellen. Das w&uuml;rde auch die Inflationserwartungen wiederbeleben, wie die derzeitigen Fed- und Konsensprognosen suggerieren. Im Zweifelsfall glauben wir aber, dass marktbasierte Instrumente die Zukunft grunds&auml;tzlich schneller und besser vorwegnehmen k&ouml;nnen als der Analystendurchschnitt.<\/p>\n<p>&nbsp;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-4799\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/5fa27cef13e593705ff4ef076f4e5ee9.png\" alt=\"24 05 17 2LGT\" width=\"500\" height=\"198\" \/><\/p>\n<p>Quelle:&nbsp;AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vage Aussicht auf ein Absetzungsverfahren gegen den US-Pr&auml;sidenten l&ouml;ste letzte Woche eine Korrektur aus, auch wenn diese nur einen ganzen Tag lang anhielt. Wer seine Strategie am politischen L&auml;rm ausrichtet, d&uuml;rfte wieder entt&auml;uscht werden. Die wichtigsten Konjunkturparameter f&uuml;r die M&auml;rkte werden n&auml;mlich weiterhin nicht von Donald Trump, sondern von Janet Yellen bestimmt&#8230;..<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4330,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[644],"class_list":["post-21682","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-lgt"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21682"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21682\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4330"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}