{"id":21686,"date":"2017-07-03T22:00:00","date_gmt":"2017-07-03T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2017\/07\/03\/blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-taper-tantrum-auf-europaeisch\/"},"modified":"2017-07-03T22:00:00","modified_gmt":"2017-07-03T22:00:00","slug":"blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-taper-tantrum-auf-europaeisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-aktueller-blick-auf-die-maerkte-taper-tantrum-auf-europaeisch\/","title":{"rendered":"BlackRock : Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte &#8211; Taper Tantrum auf europ\u00e4isch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich begann die letzte Woche mit sehr positiven Daten: Der Ifo-Index stieg auf rekordverd\u00e4chtige 124,1 Punkte, und beide Sub-Indizes, also die Beurteilung der Unternehmen sowohl bez\u00fcglich der gegenw\u00e4rtigen Lage als auch der n\u00e4chsten sechs Monate, legten weiter zu&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie f\u00fcr Deutschland, die Schweiz, \u00d6sterreich&nbsp; und Osteuropa&nbsp;<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Dienstag sprach EZBPr\u00e4sident Mario Draghi auf der EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra und zeichnete ebenfalls ein rundweg optimistisches Bild der europ\u00e4ischen Volkswirtschaft. Da mag es \u00fcberraschen, dass die Bilanz der Woche an den Finanzm\u00e4rkten ausgesprochen ern\u00fcchternd ausfiel: Der DAX verlor 3,2%, die Bondm\u00e4rkte gingen auf Tauchstation (der Bund-Future gab im Wochenverlauf um 320 Ticks nach), und der Euro stieg gegen\u00fcber dem Dollar auf \u00fcber 1,14, den h\u00f6chsten Stand seit gut einem Jahr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht war der EZB-Pr\u00e4sident, der vermutlich mit seiner Rede versucht hatte, den Eindruck seiner sehr in Moll gehaltenen Pressekonferenz vom 8. Juni zu relativieren, mit seinem Optimismus ein wenig \u00fcber das Ziel hinausgeschossen. Besonders eine Passage, in der er davon sprach, die gegenw\u00e4rtig sehr niedrige Inflation sei durch Sonderfaktoren bedingt und es sei ratsam, \u201edurch diese Schw\u00e4che hindurchzuschauen\u201c, lasen nicht wenige Investoren als \u201ehawkish\u201c, als Signal einer bevorstehenden Wende in der Geldpolitik. Die Reaktion war beachtlich, erste Kommentatoren zogen Parallelen zu den ber\u00fchmten \u00c4u\u00dferungen des damaligen Fed-Chefs Ben Bernanke im Mai 2013, die das sogenannte \u201eTaper Tantrum\u201c in den USA ausgel\u00f6st hatten. Zwar entspricht die bisherige Reaktion der europ\u00e4ischen Bondm\u00e4rkte nur einem Bruchteil des Sprungs, den einst die 10 Year Treasuries infolge der Bernanke-Rede vollzogen hatten, und nat\u00fcrlich ruderte die EZB auch prompt erschrocken zur\u00fcck. Aber der Geist ist aus der Flasche, das Gespenst des \u201eOld Normal\u201c geistert durch die Handelss\u00e4le.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus unserer Sicht ist das Szenario, welches die M\u00e4rkte in Reaktion der Draghi-Rede gezeichnet haben, ein seit langem bekanntes. Die geldpolitische Wende, also eine Welt, in der die Zentralbanken nicht mehr \u201ethe only game in town\u201c sind, nicht mehr auf ewig Niedrigzinsen versprechen und geradezu unbegrenzt Finanztitel ankaufen, stand ohnehin schon seit langem ins Haus. Die Fed ist als erste gro\u00dfe Zentralbank vorausgegangen, verbal durch die oben angesprochenen Bernanke-Kommentare, faktisch durch das Ende ihrer Anleihek\u00e4ufe und die seit Dezember 2015 wieder \u2013 ganz langsam &#8211; steigenden Zentralbankzinsen. Die EZB ist hier auf dem Zeitstrahl weit hintenan, kein Wunder, denn im Vergleich zu den USA wurde das Bankensystem erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter repariert, die R\u00fcckkehr der Inflation d\u00fcrfte sich also deutlich mehr Zeit lassen. Rechnen wir aber mal nach, dann befinden wir uns immerhin gut vier Jahre nach dem US Taper Tantrum. Die M\u00e4rkte haben also vermutlich recht, wenn sie davon ausgehen, dass nun auch in Europa die geldpolitische Wende unmittelbar bevorsteht. Verwunderlich ist dabei allenfalls, dass dies so viele Marktteilnehmer zu wundern scheint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indessen versucht die deutsche Sozialdemokratie, sich f\u00fcr die Bundestagswahl in Kampfeslaune zu bringen. Auf dem Programmparteitag Ende Juni versch\u00e4rfte Kanzlerkandidat Martin Schulz die Rhetorik, indem er etwa der Kanzlerin eine Missachtung der Demokratie vorwarf. Gemeint war Merkels Vermeiden klarer Positionen, bzw. ihr geradezu strategisches Ausweichen gegen\u00fcber eventuell strittigen Themen. Klassisches Beispiel war die Ehe f\u00fcr alle. Die Sozialdemokraten versuchten Merkel vorzuf\u00fchren, und diese ging einfach aus dem Weg. Bisher scheinen alle Versuche der SPD, die Kanzlerin auf dem falschen Fu\u00df zu erwischen oder Fehler ihrerseits zu provozieren, ins<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leere zu laufen. Dabei wird die Zeit knapp, denn weniger als drei Monate vor der Wahl braucht die SPD dringend eine klare Abgrenzung von der Kanzlerinnenpartei, sonst ist nicht nur die Wahl verloren, sondern es besteht kaum eine Chance darauf, den wieder auf rund 15 Prozentpunkte angewachsenen R\u00fcckstand in den Umfragen bis zum 24. September zu verk\u00fcrzen. Letzteres w\u00e4re wohl notwendig zur Erreichung des SPD-Minimalziels: eine erneute gro\u00dfe Koalition mit starker sozialdemokratischer Pr\u00e4senz in der Ministerriege, eine Konstellation, die wir entgegen den Beteuerungen beider gro\u00dfer Koalitionsparteien weiterhin f\u00fcr sehr gut denkbar halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was bedeutet das f\u00fcr Anleger?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn, wie oben suggeriert, nach den \u00c4u\u00dferungen Mario Draghis Unsicherheit \u00fcber den Kurs der EZB bestehen sollte, k\u00f6nnte das Protokoll der letzten Ratssitzung am 8. Juni Aufschluss liefern. Es wird am Donnerstag ver\u00f6ffentlicht. Schon am Tag davor erfahren wir in den entsprechenden Fed Minutes, was die US-Notenbank zu ihrer Zinsanhebung am 14. Juni getrieben hat und vielleicht, wie der weitere Plan aussieht. In Bezug auf letzteres ist der am Freitag zu erwartende Arbeitsmarktbericht bedeutsam. Analysten sch\u00e4tzen im Schnitt 183.000 neu geschaffene Stellen au\u00dferhalb der Landwirtschaft. Wir halten es f\u00fcr gut m\u00f6glich, dass diese Erwartungen entt\u00e4uscht werden und ein weiterer Zinsschritt der Fed damit etwas weiter aus dem Blickfeld der Anleger entschwindet.<\/p>\n<p>Quelle: AdvisorWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich begann die letzte Woche mit sehr positiven Daten: Der Ifo-Index stieg auf rekordverd\u00e4chtige 124,1 Punkte, und beide Sub-Indizes, also die Beurteilung der Unternehmen sowohl bez\u00fcglich der gegenw\u00e4rtigen Lage als auch der n\u00e4chsten sechs Monate, legten weiter zu&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4467,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[86],"class_list":["post-21686","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock-schweiz-ag"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21686","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21686"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21686\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}