{"id":21711,"date":"2020-02-28T17:00:32","date_gmt":"2020-02-28T16:00:32","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=6639"},"modified":"2020-02-28T17:00:32","modified_gmt":"2020-02-28T16:00:32","slug":"oddo-bhf-am-coronavirus-greift-um-sich-super-tuesday-in-den-usa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/oddo-bhf-am-coronavirus-greift-um-sich-super-tuesday-in-den-usa\/","title":{"rendered":"ODDO BHF AM: Coronavirus greift um sich"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">ODDO BHF : Das Coronavirus beherrscht erneut das Marktgeschehen. Nach unserer Einsch\u00e4tzung sind zwei Entwicklungen f\u00fcr die derzeitigen, deutlichen Kursverluste an den Aktienb\u00f6rsen verantwortlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Meinung am Freitag von Stephan Rieke, Leiter Investment Office M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum einen treffen nun nach und nach Konjunkturindikatoren ein, die ein sch\u00e4rferes Bild der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie vermitteln sollten \u2013 was f\u00fcr Nervosit\u00e4t sorgt. Die ersten, noch immer sehr punktuellen Daten aus China (z.B. zum Energieverbrauch, zum Schiffsverkehr, zu Immobiliengesch\u00e4ften oder zum Passagieraufkommen) best\u00e4tigen die Vermutung, dass die Bremseffekte signifikant sind. Zumindest im ersten Quartal k\u00f6nnte das Wachstum in China einen deutlichen R\u00fccksetzer zeigen. Hinzu kommt allerdings, dass beispielsweise die j\u00fcngsten Einkaufsmanagerindizes erste vorsichtige Hinweise auf Folgewirkungen in Europa und auch in den \u2013 bisher meist als \u201ewiderstandsf\u00e4higer\u201c eingestuften \u2013 USA geben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/e1ba28547742e929eac25d5be34f9ee3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6642\" src=\"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/e1ba28547742e929eac25d5be34f9ee3.png\" alt=\"28-02-20 ODDO BHF\" width=\"490\" height=\"521\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der zweite Aspekt ist die steigende Zahl von Erkrankungen au\u00dferhalb Chinas (Best\u00e4tigte F\u00e4lle in Europa siehe Grafik). Neben den F\u00e4llen in S\u00fcdkorea springt vor allem die Entwicklung in Italien ins Auge; in der Lombardei mussten erstmals au\u00dferhalb Asiens umfassende Quarant\u00e4ne-Vorkehrungen ergriffen werden. Dar\u00fcber hinaus gab es (zur Ver\u00e4rgerung von Donald Trump) eine deutliche Warnung der U.S. Centers for Disease Control and Prevention (C.D.C.). Diese forderten die Amerikaner gerade auf, sich auf einen Ausbruch der Epidemie mit ernsthaften St\u00f6rungen des t\u00e4glichen Lebens vorzubereiten.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>V-f\u00f6rmige Entwicklung bleibt wahrscheinlichste Option<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unsicherheit hinsichtlich des Verlaufs der Covid-19-Epidemie ist derzeit hoch. Dennoch gehen die Mediziner mehrheitlich davon aus, dass der H\u00f6hepunkt der Infektionen zwischen Februar und Mai 2020 eintreten wird. Wirtschaftlich betrachtet ist dann ein V-f\u00f6rmiger Verlauf \u2013 auf einen scharfen Einbruch infolge eines tempor\u00e4ren Angebotsschocks folgt eine deutliche Erholung der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t \u2013 der weiterhin wahrscheinlichste. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds beispielsweise geht in seinem Basisszenario davon aus, dass es bereits im zweiten Quartal zu einer Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t in China kommen wird. Im Gesamtjahr w\u00fcrde das Wachstum in China damit auf 5,6% zur\u00fcckgehen, 0,4 Prozentpunkte unter der Sch\u00e4tzung vom Januar. Das globale Wachstum w\u00fcrde 0,1 Prozentpunkt niedriger ausfallen. Parallel dazu rechnen wir f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen mit einer Durststrecke an den Aktienm\u00e4rkten, sehen aber mittelfristig \u2013 wenn ein Abklingen der Epidemie erkennbar wird \u2013 Potenzial f\u00fcr eine Erholung. Wahrscheinlich wird auch die Geldpolitik weiter R\u00fcckendeckung f\u00fcr die M\u00e4rkte geben, vor allem in den USA. Wir schlie\u00dfen nicht aus, dass die Fed dem Druck der M\u00e4rkte und der Politik schon bald nachgeben und den Zinssenkungskurs in den n\u00e4chsten Monaten wieder aufnehmen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eSuper Tuesday\u201c in den USA: Erster H\u00f6hepunkt der demokratischen Kandidatenk\u00fcr<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit kommen wir zum zweiten gro\u00dfen Thema dieser Tage: Nach \u201eVorgepl\u00e4nkeln\u201c in Iowa, New Hampshire und Nevada geht der Kampf um die demokratische Pr\u00e4sidentschaftskandidatur nun auf die gro\u00dfe B\u00fchne. Am kommenden Dienstag (3. M\u00e4rz) ist \u201eSuper-Tuesday\u201c: Bei Vorwahlen in Kalifornien (415 Delegierte), Texas (228 D.) und 13 weiteren Bundesstaaten werden die Stimmen von insgesamt 1344 Delegierten auf die Kandidaten verteilt \u2013 gut ein Drittel aller sogenannten \u201eversprochenen\u201c Delegierten (insg. 3972). Der Super-Tuesday sorgt also f\u00fcr eine erste Kl\u00e4rung, wer ernsthafte Chancen auf die Pr\u00e4sidentschaftskandidatur (\u00fcber die am 13. bis 16. Juli die National Convention entscheidet) hat \u2013 und wohin ggf. die Wahlkampfspenden flie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derzeit steht Bernie Sanders in der Gunst der demokratischen W\u00e4hler vorn. In den bisherigen Vorwahlen konnte er 45 der vergebenen 100 Stimmen auf sich vereinen. In Kalifornien k\u00f6nnte er am Dienstag den Umfragen zufolge rund 27% der Stimmen erhalten, mit deutlichem Vorsprung gegen\u00fcber Joe Biden und Michael Bloomberg (beide jeweils rund 13%). In Texas k\u00f6nnte die Verteilung etwas gleichm\u00e4\u00dfiger ausfallen, aber auch hier liegt Sanders (22%) in den Umfragen vor Biden (21%), Warren (15%) und Bloomberg (13%). In den meisten Staaten liegt Sanders an der Spitze, dann folgen Biden und mit etwas Abstand Michael Bloomberg, Elizabeth Warren und Pete Buttigieg. Vor allem Bloomberg und Biden konkurrieren um die gleichen W\u00e4hler; der Einstieg Bloombergs, der am Super-Tuesday erstmals bei Vorwahlen antreten wird, hat Biden als gem\u00e4\u00dfigtem Kandidaten die Favoritenrolle gekostet. Buttigieg hat eine \u00e4hnliche Ausrichtung, pr\u00e4sentiert sich allerdings \u2013 rund 30 Jahre j\u00fcnger als der Rest der Riege \u2013 als \u201efrische Alternative\u201c.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eB\u00fcrgerschreck\u201c Bernie Sanders f\u00fchrt Feld der Bewerber an<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bernie Sanders als derzeitiger Spitzenreiter im Kampf um die Pr\u00e4sidentschaftskandidatur gilt als \u201eB\u00fcrgerschreck\u201c. Er bezeichnet sich selbst als demokratischen Sozialisten, sein steuerpolitisches Programm ist das aggressivste im Feld der Bewerber, speziell im Hinblick auf die Besteuerung hoher Einkommen (angestrebter Spitzensteuersatz: 52%). Sanders ist ebenfalls Bef\u00fcrworter einer Verm\u00f6gensteuer (die allerdings verfassungsrechtlich problematisch und vermutlich sehr schwer umsetzbar ist). Allerdings planen alle o.g. Kandidaten (einschlie\u00dflich Multimilliard\u00e4r Bloomberg) Steuererh\u00f6hungen: Mindestens eine R\u00fcckkehr zu den Einkommensteuer-Spitzens\u00e4tzen \u201evor Trump\u201c (d.h. von 37% auf 39,6%), die Angleichung der Besteuerung der Kapitaleink\u00fcnften (bisheriger Spitzensatz 20%) an die der anderen pers\u00f6nlichen Einkommensarten sowie eine Wieder-Anhebung des Unternehmenssteuersatzes (derzeit 21%) auf 28% bzw. 35%. Ebenfalls auf der Agenda aller Kandidaten steht die Verbesserung und Verbreiterung des Krankenversicherungsschutzes, eine wieder st\u00e4rkere Regulierung des Finanzsektors und die St\u00e4rkung des Umweltschutzes. Handelspolitisch liegen die radikaleren Demokraten und Trump nicht allzu weit auseinander.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Bescheidene Wahlchancen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenngleich Sanders seine Spitzenposition bei den anstehenden Vorwahlen weiter ausbauen d\u00fcrfte, bleibt das Rennen relativ offen. Die Frage ist, wie schnell sich das Feld der Bewerber lichtet und wer \u201eseine\u201c Delegierten dann an wen \u00fcbertr\u00e4gt (durch \u201eendorsement\u201c). Zus\u00e4tzlich wird die potenzielle Marktwirkung des Super-Tuesday dadurch ged\u00e4mpft, dass der Markt die Chancen der demokratischen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten, sich gegen Donald Trump durchzusetzen, ohnehin skeptisch beurteilt. Die Umfragen sehen derzeit meist einen leichten Vorsprung der Demokraten, doch ist dieser Vorsprung kleiner als bei der Wahl 2016 \u2013 als die Demokraten zwar eine deutliche Stimmenmehrheit hatten, doch bei der Verteilung der Wahlm\u00e4nner deutlich abfielen. Diese Bewertung spiegelt sich in den Wettquoten, die derzeit bei fast 60:40 zugunsten von Trump stehen. Insgesamt k\u00f6nnte das Ergebnis der Vorwahlen deshalb eher geeignet sein, das Corona-bedingte Unbehagen unter den Marktteilnehmern ein wenig zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ODDO BHF : Das Coronavirus beherrscht erneut das Marktgeschehen. 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