{"id":21716,"date":"2020-03-31T15:45:55","date_gmt":"2020-03-31T13:45:55","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=6860"},"modified":"2020-03-31T15:45:55","modified_gmt":"2020-03-31T13:45:55","slug":"blackrock-das-grosse-abwaegen-beginnt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-das-grosse-abwaegen-beginnt\/","title":{"rendered":"BlackRock : Das gro\u00dfe Abw\u00e4gen beginnt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Noch immer ist der gesamtwirtschaftliche Schaden nicht absehbar, da beginnt schon mit voller Wucht die Debatte dar\u00fcber, ob wir uns das alles leisten k\u00f6nnen bzw. sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich  und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei sollte man nicht der Versuchung erliegen, alle diejenigen als zynisch oder gar menschenverachtend zu brandmarken, die sich schon an dieser Stelle eine Exit-Strategie w\u00fcnschen. Denn dass die Rettung von Menschenleben \u00fcber allen anderen \u00dcberlegungen stehen muss, ist ebenso unbestritten wie die Tatsache, dass Gesundheit und wirtschaftliche Interessen keine G\u00fcter sind, die man einfach gegeneinander aufwiegen kann. Sehr wohl l\u00e4sst sich aber die Frage stellen, ob nicht der weitgehende Stillstand, den wir uns \u00fcber unsere gew\u00e4hlten Vertreter selbst verordnet haben, nicht eventuell am Ende mehr Menschenleben kosten k\u00f6nnte als die Krankheit, welche wir damit verhindern wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist es schon schwierig bis unm\u00f6glich, den \u00f6konomischen Schaden des Lockdowns zu beziffern. N\u00e4herungsweise Sch\u00e4tzungen renommierter deutscher Forschungsinstitute wie Ifo oder Institut f\u00fcr Weltwirtschaft gehen davon aus, dass in Zeiten sehr weitgehenden Stillstands wie zurzeit etwa 50-75% der Normalleistung unserer Volkswirtschaft auf der Strecke bleiben. Je nach Annahme, wie lange die Ma\u00dfnahmen in dieser Stringenz noch aufrechterhalten werden m\u00fcssen, ergeben sich dann Prognosen \u00fcber den Jahreseffekt beim BIP. Nimmt man etwa wie das Ifo-Institut an, dass f\u00fcr zwei Monate rund drei Viertel der \u00f6konomischen Aktivit\u00e4t ausfallen, erg\u00e4be sich f\u00fcr das Gesamtjahr eine Kontraktion um etwa 13%. Einerseits d\u00fcrfte diese \u00dcberschlagsrechnung vernachl\u00e4ssigen, dass ein Teil der ausgefallenen Leistung sp\u00e4ter nachgeholt wird, andererseits zeigt das Beispiel China, dass eine \u00fcber mehrere Wochen zum Stillstand gebrachte Wirtschaft nicht aus dem Stand wieder auf 100% gebracht werden kann. Gerade in marktwirtschaftlich verfassten Systemen d\u00fcrften die Schleifspuren der Bremsung sich noch \u00fcber mehrere Quartale hinziehen, selbst wenn \u2013 wie die meisten Prognosen annehmen \u2013 zum Fr\u00fchsommer die Aktivit\u00e4t graduell wieder hochgefahren werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch schwieriger ist es, die gesundheitlichen Folgen des Lockdowns und damit die andere Seite der Gleichung seri\u00f6s zu sch\u00e4tzen. Zu wenig greifbar erscheint die Dimension erwartbarer Sch\u00e4den, wie etwa die Zunahme von Depressionen, stressbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alkoholismus und der inzwischen viel zitierten h\u00e4uslichen Gewalt, vor allem gegen Frauen und Kinder. Nicht zu vergessen sind aber auch die verschobenen Priorit\u00e4ten im Gesundheitssystem selbst. Hierunter f\u00e4llt zum Beispiel die Weisung der Bundesregierung an Kliniken, nicht essentielle Operationen aufzuschieben, Intensivbetten m\u00f6glichst f\u00fcr die anrollende Covid-19-Welle freizur\u00e4umen und Schutzkleidung f\u00fcr Krankenh\u00e4user zu reservieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie diabolisch gerade letzterer Zielkonflikt ist, zeigen jetzt die massenhaften Ausbr\u00fcche von Covid-19 in mehreren Senioreneinrichtungen in Niedersachsen. Dort haben sich vermutlich Pfleger wegen nicht ausreichender Schutzkleidung infiziert und m\u00f6glicherweise das Virus unter den besonders anf\u00e4lligen Senioren verbreitet. Schon jetzt sind viele gestorben \u2013 ein besonders drastisches Beispiel daf\u00fcr, wie eine undifferenzierte Fokussierung auf das Coronavirus schwere Gesundheitssch\u00e4den in anderen Bereichen zur Folge haben kann. Die Diskussion \u00fcber den Lockdown hei\u00dft also nicht unbedingt, Wirtschaft gegen Gesundheit abzuwiegen. Vielmehr muss sie versuchen, den gesellschaftlichen, vor allem nat\u00fcrlich gesundheitlichen Gesamtschaden zu minimieren.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was das f\u00fcr Anleger bedeutet <\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es f\u00e4llt auf, dass die politischen Entscheider sich dabei sehr auf die Wirksamkeit ihrer Ma\u00dfnahmen verlassen. Sogar US-Pr\u00e4sident Trump ist jetzt dazu \u00fcbergegangen, die f\u00fcr Ostern angek\u00fcndigte Wiederer\u00f6ffnung der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t aufzuschieben \u2013 offenbar im Vertrauen darauf, dass der erwartbare \u00f6konomische Schaden durch das Zwei-Billionen-Dollar-Paket seiner Regierung abgefangen werden kann. Auch aktuelle und ehemalige Zentralbanker \u00e4u\u00dfern sich \u00fcberzeugt davon, dass ihre Liquidit\u00e4tsma\u00dfnahmen f\u00fcr Banken und nicht-finanzielle Unternehmen ein Trockenlaufen der Volkswirtschaften verhindern k\u00f6nnen. Dabei d\u00e4mmert allen Beteiligten zusehends, dass wir uns erst am Anfang der Infektionswelle befinden. Der Gipfel wird, und zwar ziemlich unisono von allen Epidemiologen, erst in rund 14 Tagen erwartet, in Europa eventuell etwas eher. Und in den USA, wo selbst Ausreisen aus dem Hot-Spot New York ins weite Land nach wie vor m\u00f6glich sind, droht Schlimmes. Moderate Modellrechnungen gehen von mehreren hunderttausend Toten \u00fcber die n\u00e4chsten Monate aus. Es ist gut m\u00f6glich, dass die bisher beschlossenen Hilfsma\u00dfnahmen trotz ihrer enormen Dimensionen von Finanzmarktteilnehmern schon bald als nicht ausreichend bewertet und Wachstums- bzw. Gewinnsch\u00e4tzungen entsprechend drastisch korrigiert werden. Es w\u00e4re ein Szenario, in dem sich die Kurskorrekturen der letzten Woche und der damit verbundene vorsichtige Optimismus wie Pfeifen im Walde anh\u00f6ren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Noch immer ist der gesamtwirtschaftliche Schaden nicht absehbar, da beginnt schon mit voller Wucht die Debatte dar\u00fcber, ob wir uns das alles leisten k\u00f6nnen bzw. sollten.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21716","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21716","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21716"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21716\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21716"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21716"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21716"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}