{"id":21717,"date":"2020-04-07T15:05:47","date_gmt":"2020-04-07T13:05:47","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=6929"},"modified":"2020-04-07T15:05:47","modified_gmt":"2020-04-07T13:05:47","slug":"blackrock-usa-ueber-alles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-usa-ueber-alles\/","title":{"rendered":"BlackRock : USA \u00fcber alles"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Wenn es zutrifft, dass tiefe Krisen den wahren Menschen zu Vorschein bringen, l\u00e4sst dies mit Blick auf die politische F\u00fchrung unserer Verb\u00fcndeten in den USA wenig erfreuliche Schl\u00fcsse zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich  und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt wurde bekannt, dass amerikanische Beh\u00f6rden angeblich die Beschlagnahmung von Gesichtsmasken f\u00fcr Klinikpersonal (sogenannten FFP2-Masken, die auch dem Tr\u00e4ger Schutz vor Ansteckung bieten) anordneten, die von NATO-Partnerl\u00e4ndern wie Kanada, Frankreich und auch Deutschland in China bestellt und auch bezahlt worden waren. Ein Sprecher des Ausw\u00e4rtigen Amtes nannte dies, ungew\u00f6hnlich deutlich f\u00fcr einen Diplomaten, einen \u201eAkt moderner Piraterie\u201c. Sollte sich dies best\u00e4tigen, handelt es sich zumindest um eine Tat, die auf ein hohes Ma\u00df an Verzweiflung hindeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und in der Tat sind die Bilder aus New York schockierend. Leider waren sie auch vorhersehbar, angesichts der wochenlangen Realit\u00e4tsverweigerung des US-Pr\u00e4sidenten. Das Coronavirus sei ein Scherz, hie\u00df es lange aus dem Wei\u00dfen Haus, nur eine Grippe, und im \u00dcbrigen sei man bestens vorbereitet. Viel zu sp\u00e4t schaltete Trump in den Krisenmodus und gibt sich seitdem umso grimmiger als Feldherr im Krieg gegen das Virus. Viele haben dem Pr\u00e4sidenten prophezeit, dass ihm sp\u00e4testens in einer Krise wie der gegenw\u00e4rtigen sein Narzissmus um die Ohren fliegen w\u00fcrde, und in der Tat scheint inzwischen eine knappe Mehrheit von 52% der Amerikaner sein \u201eKrisenmanagement\u201c negativ zu beurteilen. Interessant ist allerdings zweierlei: Erstens, dass es nur 52% sind, und zweitens, dass Trumps allgemeine Zustimmungswerte (also jene, die seine gesamte Amtsf\u00fchrung bewerten) mit rund 50% die h\u00f6chsten seit Januar 2017, dem Monat seiner Amtseinf\u00fchrung, sind. Ob Trump also wirklich politisch erledigt ist, wie es etwa der US-\u00d6konom und Crash-Prophet Nouriel Roubini voraussagt, scheint keineswegs ausgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus Marktsicht steht jetzt die entscheidende Frage an, ob sich die Epidemie auf andere amerikanische Metropolregionen ausweitet. Sollte dies der Fall sein, k\u00f6nnte ein l\u00e4ngerer und noch h\u00e4rterer Shutdown der Wirtschaft die Folge sein, dann k\u00f6nnten sogar die sehr umfangreichen Finanzhilfen des Staates von bisher gut zwei Billionen Dollar sich als nicht ausreichend erweisen. In den ersten zwei Wochen des Herunterfahrens meldeten sich rund 10 Millionen Amerikaner arbeitslos, der Arbeitsmarktbericht (Non- Farm Pay-rolls) f\u00fcr M\u00e4rz verzeichnete einen Job-Abbau von 701.000 Stellen au\u00dferhalb der Landwirtschaft, die Arbeitslosenquote schnellte von 3,5% auf 4,4% nach oben. US-Volkswirte sch\u00e4tzen, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist, manche gehen von Arbeitslosenquoten bis 30% aus. Das entspr\u00e4che rund 50 Millionen Menschen. Sollte es so schlimm kommen, wird der Markt beginnen, auf weitere konjunkturst\u00fctzende Ma\u00dfnahmen der wirtschaftspolitischen Entscheider zu schielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erscheint es, als seien die Vereinigten Staaten auf dem Weg von \u201eAmerica First\u201c zu \u201eUSA \u00fcber alles\u201c, so d\u00fcrfen wir Europ\u00e4er uns beim Thema nationaler Egoismen auch getrost an die eigene Nase fassen. Denn das Gezerre um Solidarit\u00e4t mit den am st\u00e4rksten betroffenen L\u00e4ndern, allen voran Italien und Spanien, hat l\u00e4ngst den Eurozonen-Klassiker \u201eEurobonds oder nicht Eurobonds\u201c wiederbelebt. Die Bundesregierung l\u00e4sst hier mit ihrer erneuten Verweigerung sogenannter Corona-Bonds eine Gelegenheit aus, Vertrauen zur\u00fcckzugewinnen. Schon vor Wochen h\u00e4tte Berlin proaktiv sagen sollen: Schaut, wir haben eine nie dagewesene Krise in Europa. Wir sind bereit, mit einer einmaligen, gemeinschaftlich begebenen Corona-Anleihe unserer Bonit\u00e4t zur Verf\u00fcgung zu stellen und damit den am st\u00e4rksten betroffenen L\u00e4ndern Milliarden Euro an Zinskosten zu ersparen. Dies bedeutet nicht den  dauerhaften Einstieg in die Schuldenvergemeinschaftung, sondern einen Akt besonderer Solidarit\u00e4t in besonders herausfordernden Zeiten. Man h\u00e4tte damit den Vorwurf mangelnder Verantwortung f\u00fcr die Gemeinschaft widerlegen, vielleicht sogar einen Teil des schwer gest\u00f6rten Verh\u00e4ltnisses zu den S\u00fcdeurop\u00e4ern reparieren k\u00f6nnen. Leider hat die Bundesregierung, wohl aus politischem Kalk\u00fcl und aus Angst vor dem rechten Rand, diese Gelegenheit nicht ergriffen. Der Schaden k\u00f6nnte enorm sein, denn als Folge nimmt nun t\u00e4glich der Druck aus S\u00fcdeuropa zu, wo die Schuldenst\u00e4nde durch die Krise au\u00dfer Kontrolle zu geraten drohen. Eines vermutlich nicht allzu fernen Tages k\u00f6nnten Berlin, Den Haag und andere Corona-Bonds-Verweigerer gezwungen werden, doch noch einer Schuldenvergemeinschaftung zuzustimmen, um eine Neuauflage der Eurokrise und damit ein Auseinanderfallen der Eurozone zu verhindern. Aber dann wird es zu sp\u00e4t daf\u00fcr sein, dies positiv zu verkaufen. Zum Jagen getragen zu werden ersetzt kein proaktives, solidarisches Handeln.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was das f\u00fcr Anleger bedeutet <\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marktteilnehmer haben in der letzten Woche begonnen, diesen Konflikt in Form geweiteter Risikoaufschl\u00e4ge f\u00fcr italienische und spanische, interessanterweise aber auch franz\u00f6sische Staatsanleihen einzupreisen. Die Erfahrung vergangener europ\u00e4ischer Verteilungsk\u00e4mpfe lehrt, dass erst am Rand des Abgrunds Kompromisse gefunden werden, insofern k\u00f6nnte sich dieser Trend \u00fcber die n\u00e4chsten Wochen fortsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus sehnen nicht nur alle Menschen in den vom Shutdown betroffenen L\u00e4ndern, sondern auch Anleger eine baldige Lockerung der Beschr\u00e4nkungen herbei. Inzwischen wird \u00fcberall \u00fcber die auch an dieser Stelle (siehe Marktausblick der letzten Woche) besprochene Abw\u00e4gung diskutiert. Sollte es, wie wir erwarten, sp\u00e4testens Ende April zu einem Strategiewechsel kommen, also einer selektiven \u00d6ffnung gesellschaftlicher und \u00f6konomischer Aktivit\u00e4t, w\u00e4re dies auch aus Anlegersicht eine gute, lang ersehnte Nachricht. Grenzenloser Optimismus w\u00e4re dennoch auch f\u00fcr diesen Fall fehl am Platz. Daf\u00fcr sind die Gefahren einer weiteren Ausbreitung der Epidemie, vor allem in den USA, aber auch in vielen Schwellenl\u00e4ndern, weiterhin viel zu real.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Wenn es zutrifft, dass tiefe Krisen den wahren Menschen zu Vorschein bringen, l\u00e4sst dies mit Blick auf die politische F\u00fchrung unserer Verb\u00fcndeten in den USA wenig erfreuliche Schl\u00fcsse zu.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21717","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21717","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21717"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21717\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21717"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21717"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21717"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}