{"id":21719,"date":"2020-05-12T15:53:27","date_gmt":"2020-05-12T13:53:27","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=7193"},"modified":"2020-05-12T15:53:27","modified_gmt":"2020-05-12T13:53:27","slug":"blackrock-der-deutsche-stachel-im-fleisch-der-europaeischen-integration","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-der-deutsche-stachel-im-fleisch-der-europaeischen-integration\/","title":{"rendered":"BlackRock :  Der deutsche Stachel im Fleisch der europ\u00e4ischen Integration"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Bef\u00fcrworter einer tieferen europ\u00e4ischen Integration schlagen dieser Tage die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei BlackRock<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe in der zur\u00fcckliegenden Woche war mehr als nur ein erhobener Zeigefinger in Richtung der Europ\u00e4ischen Zentralbank in Frankfurt und des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs in Luxemburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenngleich es wom\u00f6glich nicht die Intention von Vo\u00dfkuhle &amp; Co. gewesen ist: Das Urteil war ein weiterer Sargnagel f\u00fcr ein Europa, in dem ein Konsens dahingehend besteht, dass die gro\u00dfen Herausforderungen, denen wir hier auf dem alten Kontinent gegen\u00fcberstehen, nur als geschlossene Gemeinschaft begegnet werden kann.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was nur m\u00f6gen \u00fcberzeugte Europ\u00e4er au\u00dferhalb der deutschen Landesgrenzen denken?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einerseits h\u00f6ren sie aus Deutschland gebetsm\u00fchlenartige Beteuerungen (etwa seitens der Bundesregierung), wonach Deutschland f\u00fcr ein starkes und geeintes Europa eintrete. Nur wenn Europa stark ist, so lautet das Mantra, kann auch Deutschland prosperieren. Was jedoch stets wie mehr Europa und ein Deutschland, das voran geht, klingt, entpuppt sich mehr und mehr als das genaue Gegenteil. Deutschland und seine Institutionen sind zum Stachel im Fleisch in der europ\u00e4ischen Integration geworden. Ob gewollt oder nicht: Nach dem kategorischen Nein zu einer Fiskalunion, dem Nein zu wesentlichen Elementen der Bankenunion und dem Nein zu Corona- und Eurobonds sorgte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts daf\u00fcr, dass in Deutschland nun auch offiziell jene Institution an den Pranger gestellt wird, die bislang f\u00fcr den kriselnden Kontinent weitestgehend allein die Kohlen aus dem Feuer geholt hat: die EZB.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kein Wunder, dass in Frankreich, Spanien oder Italien die deutsche Haltung zunehmend als verst\u00f6rend anti-europ\u00e4isch wahrgenommen wird.<\/strong> Die Eurozone ist \u2013 nicht zuletzt wegen Deutschland \u2013 bislang lediglich geldpolitisch integriert. Und selbst daran wird nun ger\u00fcttelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nicht nur die Signalwirkung des Urteils ist fatal, auch die Details des Urteils sind durchaus heikel. Zwar wurde dar\u00fcber befunden, dass das \u201ePublic Sector Purchase Programme\u201c der EZB als geldpolitisches Instrument anzusehen ist.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Zwei Aspekte des Urteilspruchs k\u00f6nnten ihn jedoch zu einer Z\u00e4sur werden lassen.<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erstens bekam das PSPP n\u00e4mlich nur deshalb den Stempel \u201eGeldpolitik\u201c,<\/strong> weil es \u00fcber Charakteristika verf\u00fcgt (wie etwa ein festes Ablaufdatum oder den Ankauf nach Kapitalschl\u00fcssel), die das neue Programm der EZB, das \u201ePandemic Emergengy Purchase Programme\u201c, explizit au\u00dfer Kraft setzt. Weitere rechtliche Auseinandersetzungen sind somit quasi bereits fest vorprogrammiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweitens, und nicht weniger delikat, ist die Aufforderung an die EZB, die Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit des Ankaufprogramms innerhalb der n\u00e4chsten drei Monate zu erl\u00e4utern.<\/strong> Das ist nicht nur eine Ohrfeige f\u00fcr die EZB unter Mario Draghi, der hier mangelnde Sorgfalt vorgeworfen wird, sondern es hat das Potenzial, die Unabh\u00e4ngigkeit der Zentralbank zu untergraben. Die Erl\u00e4uterung bis August darzulegen, ist f\u00fcr die EZB keineswegs eine hohe H\u00fcrde. Wenn allerdings zuk\u00fcnftig etwa in Aussch\u00fcssen des deutschen Bundestages dar\u00fcber diskutiert und befunden wird, ob die EZB-Geldpolitik angemessen ist, d\u00fcrfte dies der Anfang vom Ende einer unabh\u00e4ngigen Geldpolitik in Europa sein.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was das f\u00fcr Anleger bedeutet<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Markt f\u00fcr Risikoaktiva wurde das Urteil des Bundesverfassungsgerichts mit Verweis auf die beschr\u00e4nkten kurzfristigen Auswirkungen weitestgehend ignoriert. Risikoaufschl\u00e4ge italienischer Staatsanleihen zeigten noch die deutlichste Reaktion. Allerdings wahrten auch diese den Abstand zu den H\u00f6chstwerten aus dem M\u00e4rz. Mittel- bis langfristig k\u00f6nnte das Urteil aus Karlsruhe jedoch durchaus f\u00fcr Nervosit\u00e4t am Markt sorgen. Insbesondere dann, wenn die EZB etwa aufgrund mangelnder Unabh\u00e4ngigkeit in ihrer Beinfreiheit \u00fcber Geb\u00fchr beschr\u00e4nkt wird. Wir stellen unsere Empfehlung, Staatsanleihen der Peripherie \u00fcberzugewichten, daher unter Beobachtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch der Arbeitsmarktbericht aus den USA, der mit dem h\u00f6chsten Verlust an Stellen au\u00dferhalb der Landwirtschaft aller Zeiten auf sich aufmerksam machte, vermochte den positiven Trend an den M\u00e4rkten nicht zu brechen. Anders als in Europa sorgt eine in Teilen koordinierte und in Sachen Umfang bemerkenswerte Wirtschaftspolitik jedoch daf\u00fcr, dass die USA gute Chancen haben, wie schon damals nach der Finanzkrise schneller aus dem tiefen Tal herauszukommen als Europa.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dennoch: Bullenm\u00e4rkte haben ihren Ursprung in tiefem Pessimismus und enden zumeist bei \u00fcbertriebenem Optimismus.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die reale Gefahr einer zweiten Corona-Welle, schw\u00e4chelnde Konsumenten und entt\u00e4uschende Unternehmenszahlen weltweit sowie auf eine erneut hochkochende Auseinandersetzung zwischen den USA und China dr\u00e4ngt sich weiterhin die Frage auf, ob der Optimismus der Anleger nicht verfr\u00fcht ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Bef\u00fcrworter einer tieferen europ\u00e4ischen Integration schlagen dieser Tage die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6346,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21719","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21719","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21719"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21719\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21719"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21719"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21719"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}