{"id":21736,"date":"2021-05-18T12:01:41","date_gmt":"2021-05-18T10:01:41","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10024"},"modified":"2021-05-18T12:01:41","modified_gmt":"2021-05-18T10:01:41","slug":"blackrock-irrationale-inflationsangst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-irrationale-inflationsangst\/","title":{"rendered":"BlackRock :  Irrationale Inflationsangst"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Am vergangenen Mittwoch schickte die Ver\u00f6ffentlichung der amerikanischen Inflationszahlen f\u00fcr April Schockwellen durch die Finanzm\u00e4rkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem zinssensible Risikoanlagen wie Technolo-gieaktien gaben nach. Mit 4,2% im Vorjahresvergleich war der Konsumentenpreisindex gegen-\u00fcber seinem M\u00e4rzniveau (2,6%) nicht nur massiv nach oben gesprungen, sondern hatte die Marktauguren, die einen satten Sprung um einen vollen Prozentpunkt durchaus erwartet hatten, noch deutlich \u00fcberrascht. Dazu kam, dass auch die stark beachtete Kerninflationsrate, also der um Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Wert, von 1,6% im M\u00e4rz auf 3,0% im April ge-stiegen war, es also nicht stichhaltig erschien, den Preissprung wie noch im Vormonat durch Ba-siseffekte beim \u00d6lpreis zu erkl\u00e4ren. Stattdessen waren die Haupttreiber der Preisentwicklung im April Bereiche wie Flugreisen, Hotel\u00fcbernachtungen und Mietwagen gewesen, Kategorien also, die \u00fcber Monate wegen der coronabedingten Lockdowns quasi brach gelegen hatten und nun infolge der Lockerungen wieder Nachfrage verzeichneten. Genau diese Tatsache zeigt aber, wa-rum wir zurzeit in volkswirtschaftliche Statistiken nicht allzu viel hineinlesen sollten. Wurde vor gut einem Jahr die Wirtschaft pandemiebedingt zum Stillstand gebracht, erm\u00f6glicht nun der Impffortschritt eine schnelle \u00d6ffnung vor allem vieler Dienstleistungsbereiche, mit dem Ergebnis, dass wir in Wachstums-, Preis- und Umsatzstatistiken exorbitante Anstiege sehen. Zu erinnern sei nur an Chinas f\u00fcr Q1 berichtetes Wirtschaftswachstum von 18,3%. \u00c4hnliches werden wir wohl f\u00fcr Q2 in den USA und in Q3 in Europa sehen. Diese Zahlen sind aber durch die ungew\u00f6hnliche Abfolge von Stillstand und \u00d6ffnung \u00fcberzeichnet und d\u00fcrfen daher nicht \u00fcberbewertet werden. Fazit: Genausowenig wie BIP-Expansion im zweistelligen Bereich die neue Realit\u00e4t darstellt, sind es Inflationszahlen wie die Aprilwerte aus den USA.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei d\u00fcrfte es zun\u00e4chst eher noch extremer werden. Neben den Verbraucherpreisen legten in den USA in der vergangenen Woche auch die Produzentenpreise erheblich zu, um 6,2% gegen-\u00fcber Vorjahr. Der entsprechende deutsche Wert steht f\u00fcr diesen Donnerstag auf dem Programm, und auch hier rechnet der \u00d6konomenkonsens mit einer Beschleunigung auf 4,5% (von 3,7% im M\u00e4rz). Bereits vor einigen Wochen hatte sich der Jahresanstieg der deutschen Verbraucherpreise auf 2,0% beschleunigt. Der Anstieg von 1,1% im Januar auf 2,0% im April d\u00fcrfte dabei erst der Anfang sein, denn sobald die \u00f6ffnungsbedingte \u00dcbernachfrage sich \u00fcber den Sommer und in den Herbst hinein auch hierzulande Bahn bricht, werden deutlich h\u00f6here Werte, vermutlich klar \u00fcber 3%, erreicht werden. Eng korreliert mit dem Ausblick auf eine Phase h\u00f6herer Preise ist die Tem-peratur der gesellschaftlichen Inflationsdebatte. Verst\u00e4ndlich in einer Region der Sparer wird im-mer \u00f6fter das Gespenst der \u201afinanziellen Repression\u2018, der \u201averdeckten Steuererh\u00f6hungen\u2018 oder gar der \u201akalten Enteignung\u2018 an die Wand gemalt. Denn \u2013 und dieser Einsch\u00e4tzung ist zuzustimmen \u2013 erscheint es unwahrscheinlich, dass die Zinsen den Inflationssprung in voller H\u00f6he mitvollziehen werden, wodurch die Realzinsen vor\u00fcbergehend weiter sinken d\u00fcrften. Dennoch wirkt die Panik-mache reichlich alarmistisch, spricht doch wenig daf\u00fcr, dass der Covid-bedingte Inflationsschub sich in eine Lohn-Preis-Spirale \u00fcbersetzt und damit dauerhaft wird. Viel zu schwach ist mit Blick auf Offshoring und Digitalisierung nach wie vor die Verhandlungsposition des Faktors Arbeit. Auch ist die Dramatik der angeprangerten finanziellen Repression nicht so extrem wie gern dar-gestellt. Von dem bisherigen Anstieg der deutschen Inflation um 0,9 Prozentpunkte seit Jahres-anfang hat die Rendite der zehnj\u00e4hrigen Bundesanleihe etwa die H\u00e4lfte kompensiert. Dies ist, wenn auch mit vermutlich abgeschw\u00e4chter Quote von vielleicht einem Viertel bis einem Drittel, auch f\u00fcr den weiteren Anstieg der Konsumentenpreise in der zweiten Jahresh\u00e4lfte zu erwarten,  mit dem Ergebnis, dass die Verzinsung zehnj\u00e4hriger Bundesanleihen im Herbst zumindest vo-r\u00fcbergehend wieder deutlich positiv werden d\u00fcrfte.<\/p>\n<h6><strong>Populistischer Druck auf die EZB in Wahlkampfzeiten<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">L\u00e4ngst sind angesichts der Inflationsdynamik Forderungen nach einer Straffung der Geldpolitik zu vernehmen. Anders als in den USA hat die Europ\u00e4ische Zentralbank noch nicht explizit die Vor-gaben ge\u00e4ndert, nach denen sie ihre Geldpolitik auszurichten gedenkt. Je mehr sich die Wirt-schaft also aus der Pandemiekrise befreit, desto eher wird von der EZB erwartet, den Notbetrieb einzustellen. Und weil die Bank in Deutschland immer noch mehrheitlich kritisch gesehen wird, scheint es f\u00fcr Politiker im Wahljahr verlockend zu sein, die Seelen der negativzinsgeplagten Spa-rer zu streicheln und baldige Zinserh\u00f6hungen zu fordern. Die EZB tut aber gut daran, sich auf ihre eigenen Analysen zu verlassen. Denn sobald die Basiseffekte bei BIP und Inflation aus der Statis-tik verschwinden, w\u00e4ren sch\u00e4rfere Finanzierungsbedingungen Gift f\u00fcr die weitere Erholung im Euroraum. Vieles spricht daf\u00fcr, dass die EZB den Termin der n\u00e4chsten Ratssitzung am 10. Juni nutzen wird, um dies unmissverst\u00e4ndlich klarzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Am vergangenen Mittwoch schickte die Ver\u00f6ffentlichung der amerikanischen Inflationszahlen f\u00fcr April Schockwellen durch die Finanzm\u00e4rkte.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21736","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21736","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21736"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21736\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21736"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21736"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21736"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}