{"id":21742,"date":"2021-07-14T18:27:49","date_gmt":"2021-07-14T16:27:49","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10536"},"modified":"2021-07-14T18:27:49","modified_gmt":"2021-07-14T16:27:49","slug":"blackrock-die-nicht-so-neue-ezb-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-die-nicht-so-neue-ezb-strategie\/","title":{"rendered":"BlackRock : Die nicht so neue EZB-Strategie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Der Berg krei\u00dfte und gebar eine Maus. Nach gut anderthalb Jahren legte die EZB in der vergangenen Woche die Ergebnisse ihres Strategic Review vor, und die rissen niemanden vom Stuhl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<section class=\"row ds-content-item ds-body-copy\">\n<div class=\"ds-col col-md-8 col-lg-7\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Grunde geht es um drei Bereiche: Erstens k\u00fcndigte die Notenbank an, k\u00fcnftig ihre Anleihekaufprogramme an Nachhaltigkeitszielen zu orientieren und daf\u00fcr entsprechende Kriterien zu entwickeln. Zweitens geh\u00f6rt das in zahllosen Pressekonferenzen beschworene Inflationsziel von \u201enahe bei, aber unter 2%\u201c der Vergangenheit an. Es wird ersetzt durch ein symmetrisches 2%-Ziel, was soviel bedeutet, dass die Inflationsrate die 2%-Marke durchaus f\u00fcr eine Weile \u00fcberschreiten kann, wenn der Wert im Zeitraum davor die Vorgabe unterschritten hat. Drittens schlie\u00dflich k\u00fcndigte die EZB an, die Ermittlung der Inflationsrate k\u00fcnftig um die Preise f\u00fcr selbstgenutzte Immobilien zu erg\u00e4nzen. Darauf hatte man bisher verzichtet, weil derartige Preisdaten in Europa nicht in ausreichender Qualit\u00e4t zur Verf\u00fcgung gestanden hatten. Allein diese Nichtbeachtung einer Warenkorbkategorie, die in den letzten Jahren erhebliche Preiszuw\u00e4chse verzeichnet hat, k\u00f6nnte den strukturellen Inflationsabstand zwischen der Eurozone und den USA um ein knappes Drittel verk\u00fcrzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergleicht man die Ergebnisse der EZB-Strategierevision mit der Umstellung der Fed-Strategie in Jackson Hole vor knapp einem Jahr, fallen die Ver\u00e4nderungen bescheiden aus. Immerhin hatte die Fed das Average Inflation Targeting eingef\u00fchrt und damit nach Jahren der Zielunterschreitung eine Inflationsrate von \u00fcber 2% ausdr\u00fccklich zum Ziel erkl\u00e4rt. Au\u00dferdem wurde die Zielreihenfolge ge\u00e4ndert, mit der Folge, dass f\u00fcr die Fed in den n\u00e4chsten Jahren ein hoher Besch\u00e4ftigungsstand im Vordergrund steht. Schon letztere Ma\u00dfnahme zeigt aber, dass die EZB-Strategierevision so weit gar nicht gehen konnte, eben weil die europ\u00e4ische Notenbank anders als die amerikanische nur auf ein Ziel, n\u00e4mlich das der Preisniveaustabilit\u00e4t, festgelegt ist. Aber selbst vor diesem Hintergrund nimmt sich die Strategieanpassung wenig spektakul\u00e4r aus, denn alle drei Ma\u00dfnahmen waren schon im Vorhinein bekannt oder zumindest so erwartet worden. Von einem symmetrischen 2%-Ziel hatte der damalige EZB-Pr\u00e4sident Mario Draghi schon vor Jahren gesprochen, und dass die EZB unter Christine Lagarde die Geldpolitik gr\u00fcner ausrichten w\u00fcrde, war ebensowenig \u00fcberraschend. Aus dieser Perspektive erscheint also die Einbeziehung der H\u00e4userpreise in die Indexdefinition noch als die spektakul\u00e4rste Revision. Aus Marktsicht ist es unter den drei \u00c4nderungen auch die einzige, die auf eine weniger expansive Geldpolitik hindeuten k\u00f6nnte, denn nach Sch\u00e4tzungen der EZB d\u00fcrfte allein durch die Einbeziehung der Immobilienpreise der Harmonisierte Index der Verbraucherpreise (HICP) um 0,3 Prozentpunkte h\u00f6her ausfallen als vorher.<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n<section class=\"row ds-content-item ds-body-copy\">\n<h6 class=\"ds-col col-md-4 ds-heading-m\"><strong>Deltavariante und chinesische Stop-and-go-Politik verunsichern Investoren<\/strong><\/h6>\n<div class=\"ds-col col-md-8 col-lg-7\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Schw\u00e4chere Wachstumsindikatoren und ein rigoroses Durchgreifen der Regulierer gegen Tech-Unternehmen in China haben zuletzt Angst vor einem Abflauen der Dynamik im Reich der Mitte gesch\u00fcrt. Dass Marktteilnehmer auf derartige Signale nerv\u00f6s reagieren ist v\u00f6llig normal, hat China doch bereits im Vorjahr, als die westliche Welt noch tief im Lockdown steckte, das globale Wachstum geradezu im Alleingang angeschoben. Die gegenw\u00e4rtige Abschw\u00e4chung des Momentums in China ist allerdings eher als Zeichen daf\u00fcr zu lesen, dass die Kommunistische Partei die Gunst der Stunde nutzt, um die Qualit\u00e4t des Wachstums zu st\u00e4rken \u2013 zulasten der Quantit\u00e4t. Dass man aber gleichzeitig nicht das Risiko einer zu starken Abbremsung eingehen m\u00f6chte, zeigt die Mindestreservesatzsenkung der People\u2019s Bank of China um 50 Basispunkte Ende letzter Woche. Mit dieser Art von Stop-and-go-Politik setzt Chinas Regierung den Kurs struktureller und regulatorischer Anpassungen fort, idealerweise ohne dabei die Wachstumsdynamik zu stark zu schw\u00e4chen. Der beispiellose Vorsprung, den das Land im Jahr 2020 in Bezug auf die Bek\u00e4mpfung von Covid erreicht hat, schafft Raum f\u00fcr genau diese Strategie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derweil haben in der DACH-Region die Neuinfektionszahlen ihren Tiefststand hinter sich. Die aus Indien stammende Deltavariante B1.617.2 sorgt wegen ihrer h\u00f6heren \u00dcbertragbarkeit daf\u00fcr, dass trotz Impffortschritts (rund 40% vollst\u00e4ndig Geimpfte in der DACH-Region) die Zahlen wieder steigen. Damit d\u00fcrfte die 4. Infektionswelle bereits ihren Anfang genommen haben und sich nun einen Wettlauf mit dem weiteren Impffortschritt liefern. Die gute Nachricht ist, dass diese 4. Welle vermutlich einen flacheren Verlauf nehmen d\u00fcrfte als die 2. Welle, die sich im Sp\u00e4tsommer 2020 auf den Weg machte. Den Impfstoffen sei Dank, dass der gesundheitliche wie wirtschaftliche Schaden im Herbst dieses Jahres deutlich kleiner ausfallen d\u00fcrfte, selbst wenn Masken, Abstand und Hygieneregeln uns noch l\u00e4nger erhalten bleiben werden als lange gehofft.<\/p>\n<\/div>\n<\/section>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Der Berg krei\u00dfte und gebar eine Maus. 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