{"id":21744,"date":"2021-09-15T10:03:11","date_gmt":"2021-09-15T08:03:11","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10870"},"modified":"2021-09-15T10:03:11","modified_gmt":"2021-09-15T08:03:11","slug":"blackrock-lagardes-mediale-meisterleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-lagardes-mediale-meisterleistung\/","title":{"rendered":"BlackRock : Lagardes mediale Meisterleistung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Christine Lagarde wusste genau, dass sie den versammelten Journalisten die perfekte Schlagzeile geradezu diktierte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit ihrer l\u00e4ssig-eleganten Klarstellung \u00abThe Lady isn\u2019t tapering\u00bb, eine Referenz an Margaret Thatchers ber\u00fchmt gewordenes \u00abThe Lady isn\u2019t for turning\u00bb (mit diesen Worten lehnte die eiserne Lady anno 1980 eine Abkehr von ihrer harten Wirtschaftspolitik ab) stellte die EZB-Pr\u00e4sidentin klar, dass die f\u00fcr Q4 anstehende Verringerung der Anleihek\u00e4ufe keineswegs das bef\u00fcrchtete \u201aTapering\u2018 darstelle, sondern eine notwendige Anpassung an die Umst\u00e4nde. Und diese seien nun mal deutlich aufgehellt, das Wachstum falle durch den bereits laufenden post- Covid-Neustart st\u00e4rker aus als bisher gedacht, und auch die Inflation sei robuster als erwartet. Das &#8211; wie der Name sagt &#8211; f\u00fcr den Notfall konzipierte PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) k\u00f6nne somit im weiteren Jahresverlauf etwas reduziert, also Richtung Ausgangsniveau normalisiert werden. Erinnern wir uns: Noch im ersten Quartal lagen die PEPP-Volumen in der Gr\u00f6ssenordnung von rund \u20ac60 Mrd. Euro pro Monat, wurden dann aber infolge der stark gestiegenen Anleihezinsen in den USA, mithin aus Angst vor verschlechterten Finanzierungsbedingungen auch f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen, in Q2 und Q3 auf rund \u20ac80 Mrd. hochgefahren. Nun, so Lagardes Narrativ, k\u00f6nne man angesichts der entspannteren Lage die Kaufvolumen \u00abrekalibrieren \u00bb, ohne genau diese Versch\u00e4rfung der Finanzierungsbedingungen zu riskieren. Wenn die EZB also im letzten Quartal des Jahres auf \u20ac60 Mrd. oder vielleicht \u20ac70 Mrd. \u20ac zur\u00fcckgehe, sei dies keine Straffung der Geldpolitik (also Tapering), sondern die Umsetzung der Erkenntnis, dass die Notmassnahme nicht mehr im bisherigen Umfang ben\u00f6tigt werde. Lagarde mag keine \u00d6konomin sein, das kommunikative Spiel mit Medien und Finanzm\u00e4rkten beherrscht sie aber perfekt. Die Rentenm\u00e4rkte jedenfalls verzogen keine Miene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick nach vorn wird f\u00fcr die Politik der Zentralbanken entscheidend sein, wie hartn\u00e4ckig sich die Inflationsraten \u00fcber dem 2%-Ziel halten. F\u00fcr die EZB ist diese Fragestellung noch wichtiger als f\u00fcr die Fed, da sich letztere mit dem \u00abAverage Inflation Targeting\u00bb geschickt Zeit gekauft hat. Wenn die Inflation in den USA dauerhaft h\u00f6her liegt, kann die Fed dies jederzeit als erw\u00fcnscht und genau im Rahmen ihrer neuen Strategie interpretieren. Anders die EZB. Die nennt ihr Inflationsziel zwar nunmehr auch symmetrisch, 2,2% sind also von nun an genauso gut wie 1,8%, aber sie wird es sich nicht leisten k\u00f6nnen, bei dauerhaft \u00fcber 2% liegenden Verbraucherpreisen weiter voll auf dem Gaspedal zu bleiben. F\u00fcr den Moment sind sich nahezu alle einig, dass die gegenw\u00e4rtigen Inflationsraten angesichts der Covid-bedingten Verzerrungen erwartbar waren. Die entscheidende Frage ist eher, ob sich aus den aktuell beobachtbaren Impulsen der Beginn einer Inflationsspirale ergeben k\u00f6nnte. Es war bemerkenswert, wieviel Zeit sich Christine Lagarde am vergangenen Donnerstag nahm, um genau diese Journalistenfrage zu beantworten. Sie nannte Basiseffekte ebenso wie die deutsche Mehrwertsteuernormalisierung und CO2- Steuer, verwies auf die vermutlich tempor\u00e4ren Preiseffekte bei personenbezogenen Dienstleistungen nach dem \u00d6ffnen von Lockdowns und gab zu, dass niemand absehen k\u00f6nne, wie lange pandemiebedingte St\u00f6rungen globaler Lieferketten die Produzentenpreise hoch halten w\u00fcrden. Der entscheidende Punkt bei \u00dcbersetzung tempor\u00e4rer Inflationssch\u00fcbe in langfristige Preisniveauanstiege sind aber die L\u00f6hne, auch darauf wies Lagarde hin. Und angesichts einer Inflationsprognose von gerade mal 1,5% zum Ende des Prognosezeitraums (Ende 2023) in den neuen Sch\u00e4tzungen der EZB-Volkswirte ist klar erkennbar, dass die EZB das Aufkommen einer solchen Lohn-Preis-Spirale f\u00fcr eher unwahrscheinlich h\u00e4lt. Dem w\u00fcrde ich mich anschliessen. Dass jetzt die \u00fcblichen Verd\u00e4chtigen in Deutschland angesichts der gegenw\u00e4rtigen Inflationszahlen Schnappatmung bekommen, sollte man als normalen Schlachtenl\u00e4rm im Wettbewerb um die Meinungsf\u00fchrerschaft deuten, gerade in einem Wahljahr. Also cool bleiben.<\/p>\n<h6><strong>Nutzt Laschet die Chance, die er nicht hat?<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer wissen wollte, wie verzweifelt die Union angesichts ihrer Umfragewerte ist, musste nur den CSU-Parteitag verfolgen. Denn dort wurde Armin Laschet so freundlich empfangen, so artig be-klatscht und so f\u00fcrsorglich rhetorisch in Watte gepackt, dass man selbst bei genauem Hinh\u00f6ren in Markus S\u00f6ders Rede kaum Gemeinheiten entdecken konnte. Nur hat auch das zweite TV-Triell am Sonntag wieder gezeigt, dass Laschet machen kann, was er will. Er scheint angesichts der W\u00e4hlermeinung auf verlorenem Posten zu stehen. Noch ist die Wahl nicht verloren, aber die n\u00e4chsten Tage bieten Laschet wohl die letzte Chance, die Dinge noch zu drehen. Lassen sich aber auch weiterhin nicht gen\u00fcgend W\u00e4hler mit dem Schreckgespenst eines Linksb\u00fcndnisses mobilisieren, das die Union derzeit an jede H\u00e4userwand malt, und kann Laschets Hauptgegner Olaf Scholz trotz Wirecard, Cum-Ex und Razzia im Finanzministerium seinen wundersamen Vor-sprung halten, d\u00fcrfte sich der Unionskandidat k\u00fcnftig wohl auch weiterhin an den Sch\u00f6nheiten D\u00fcsseldorfs erfreuen. Fragt sich dann nur, in welcher Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Christine Lagarde wusste genau, dass sie den versammelten Journalisten die perfekte Schlagzeile geradezu diktierte.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21744","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21744","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21744"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21744\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21744"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21744"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21744"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}