{"id":21745,"date":"2021-09-21T11:18:35","date_gmt":"2021-09-21T09:18:35","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=10909"},"modified":"2021-09-21T11:18:35","modified_gmt":"2021-09-21T09:18:35","slug":"blackrock-olaf-und-der-fluch-der-karibik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-olaf-und-der-fluch-der-karibik\/","title":{"rendered":"BlackRock : Olaf und der Fluch der Karibik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Noch Anfang August stand in der sogenannten Sonntagsfrage die SPD bei 16%, die Union bei 28%, klare Verh\u00e4ltnisse. Seitdem hat sich einiges getan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem Afghanistan, aber auch der Eindruck, der vom Unionskandidaten im Flutkatastrophengebiet zur\u00fcckgeblieben ist, haben die Umfragewerte auf links gedreht. Stand heute liegt bei den meisten Instituten die SPD bei 25- 26%, die CDU\/CSU deutlich zur\u00fcck bei 20-21%, und Baerbocks Gr\u00fcne mit 16-17% noch einmal ein St\u00fcck dahinter. Sollte das Wahlergebnis am n\u00e4chsten Sonntagabend \u00e4hnlich ausfallen, d\u00fcrfte die Verwirrung komplett sein. Denn dann stellt sich zun\u00e4chst die Frage, ob es, rein theoretisch, f\u00fcr eine erneute GroKo reichen w\u00fcrde. Obwohl in beiden Lagern sicher nicht die beliebteste Option, k\u00f6nnte diese Variante erneut als Notl\u00f6sung gebraucht werden, falls andere Koalitionsversuche scheitern. Addiert man die derzeitigen Umfragewerte von SPD und Union, landet man bei 45-47%. Angesichts der Tatsache, dass einige der \u00absonstigen\u00bb Parteien an der 5%- H\u00fcrde scheitern werden, k\u00f6nnte eine hauchd\u00fcnne Mehrheit in dieser Gr\u00f6ssenordnung zur Regierungsbildung gen\u00fcgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wahrscheinlicher ist aus heutiger Sicht aber ein Dreierb\u00fcndnis, das erste auf Bundesebene \u00fcberhaupt. Fragt man die W\u00e4hler, gibt es aber hierbei keine wirklich beliebte Kombination. Die am wenigsten unbeliebte, der 37% zustimmen bei 39% Ablehnung, ist die sogenannte Ampel, also eine Koalition aus SPD, Gr\u00fcnen und FDP. Realistisch erscheint hieran, dass die SPD f\u00fcr den Fall, dass sie am 26. September wirklich vorn liegt, wohl als erste zu Sondierungsgespr\u00e4chen einladen d\u00fcrfte. Gut m\u00f6glich aber, dass die Liberalen den Preis f\u00fcr den Eintritt in diese Koalition derart hoch h\u00e4ngen (indem sie etwa das Finanzministerium und eine restriktivere Fiskalpolitik nebst Verzicht auf Steuererh\u00f6hungen fordern), dass weder der sozialdemokratischen noch der gr\u00fcnen W\u00e4hlerbasis ein derartiger Koalitionsvertrag vermittelbar w\u00e4re. Ein Wahlsieger Olaf<br \/>\nScholz k\u00f6nnte sich dann gen\u00f6tigt sehen, eine Koalition mit der Linkspartei in Erw\u00e4gung zu ziehen, die allerdings nur ein gutes Viertel der W\u00e4hler (27% bei 56% Ablehnung) f\u00fcr attraktiv halten, der schlechteste Wert unter allen denkbaren Varianten. In dieser Zwickm\u00fchle d\u00fcrften dann in der Zwischenzeit (wir reden hier \u00fcber monatelange Verhandlungen) l\u00e4ngst Hintergrundgespr\u00e4che f\u00fcr eine unionsgef\u00fchrte Koalition stattgefunden haben. Hierf\u00fcr w\u00e4re erstens erforderlich, dass, m\u00f6glicherweise in Bayern oder im Sauerland, ein neuer Kanzlerkandidat gefunden w\u00fcrde und dass es Union und FDP zweitens gelingt, f\u00fcr einen derartig wiederbelebten Jamaika- Plot die Gr\u00fcnen auf ihre Seite zu ziehen. Hier w\u00e4ren grosse Zugest\u00e4ndnisse n\u00f6tig, etwa in Form eines Klimaministeriums mit Vetorecht bei vielen Staatsausgaben, eventuell doch noch das Finanzministerium f\u00fcr Robert Habeck oder das prestigetr\u00e4chtige Amt des Bundespr\u00e4sidenten, etwa f\u00fcr Katrin G\u00f6ring-Eckardt. Laut nachgedacht wird \u00fcber derartige Winkelz\u00fcge l\u00e4ngst, vor allem auf Seiten der FDP, deren Vorsitzender j\u00fcngst an 1976 erinnerte, als Helmut Kohl f\u00fcr die CDU\/CSU zwar die meisten Stimmen holte, dennoch aber nicht an der SPD\/FDP-Koalition von Kanzler Schmidt vorbeikam. F\u00fcr Olaf Scholz, das Kanzleramt vor Augen, ger\u00e4t das Gedankenspiel Jamaika somit zum Fluch der Karibik.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Marktrisiken werden konkreter<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies alles interessiert Marktteilnehmer vor allem, soweit sie sich f\u00fcr Politik interessieren. Denn nur im Fall einer rot-rot-gr\u00fcnen Bundesregierung, deren Bildung sich schon am Wahltag klar abzeichnet, w\u00fcrden die M\u00e4rkte wohl bereits in der kurzen Frist sp\u00fcrbar negativ reagieren. Konkreter erscheint dagegen die Gefahr eines Government Shutdown in den USA, wo in dieser Woche die Haushaltsverhandlungen nach der Sommerpause wieder Fahrt aufnehmen. Auch wenn es am Ende wie bisher immer einen Deal geben d\u00fcrfte, kann sehr wohl das Gespenst einer Zahlungsun-f\u00e4higkeit des gr\u00f6ssten Schuldners der Welt f\u00fcr eine Weile durch die M\u00e4rkte spuken. Ebenso kon-kret, wenngleich noch weniger transparent, ist die bereits feststehende Zahlungsunf\u00e4higkeit beim zweitgr\u00f6ssten chinesischen Baukonzern Evergrande. Auch wenn ein \u00abLehman-Moment\u00bb f\u00fcr den chinesischen Immobilienmarkt seitens Zentralbank und Regierung abgewendet werden kann, d\u00fcrfte das dahinterstehende Gesch\u00e4ftsmodell, n\u00e4mlich Kredite und Rechnungen mit dem Ver-kauf immer neuer Wohnungen zu bezahlen, in Zukunft nicht mehr so reibungslos funktionieren. Der jahrelang bew\u00e4hrten Strategie des chinesischen Wachstumswunders, einem Stop-and-go mit Investitionen in Immobilien und Infrastruktur, w\u00fcrde damit ein hochwirksames Instrument genommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bleibt der Blick auf die Fed-Sitzung am Mittwoch. Zum ersten Mal werden Prognosen f\u00fcr 2024 vorgelegt, und wieder wird es vor allem um die Frage gehen, ob der gegenw\u00e4rtig zu beobachtende Inflationsanstieg wirklich nur tempor\u00e4r ist. \u00c4ndern nur zwei FOMC-Mitglieder ihre in den \u00abDots\u00bb dargestellten Zinserwartungen, rutscht der Lift-off, also der Moment der ersten Zinsanhebung, vor ins Jahr 2022. Fed-Chairman Jerome Powell, der vielleicht nur noch wenige Monate im Amt ist, d\u00fcrfte es daher vor allem darauf ankommen, noch einmal die unterschiedlichen Bedingungen f\u00fcr Tapering und Lift-off klarzustellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Noch Anfang August stand in der sogenannten Sonntagsfrage die SPD bei 16%, die Union bei 28%, klare Verh\u00e4ltnisse. 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