{"id":21756,"date":"2022-02-08T10:54:35","date_gmt":"2022-02-08T09:54:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=12241"},"modified":"2022-02-08T10:54:35","modified_gmt":"2022-02-08T09:54:35","slug":"blackrock-ezb-besorgt-nicht-hawkish","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-ezb-besorgt-nicht-hawkish\/","title":{"rendered":"BlackRock : EZB &#8211; Besorgt, nicht &#8220;hawkish&#8221;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: \u201eNa bitte, geht doch\u201c oder \u201ena endlich\u201c waren am Donnerstag wohl die am h\u00e4ufigsten zu h\u00f6renden Kommentare aus der Ecke der EZB-Kritiker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div id=\"w1601525481808\" class=\"ls-cmp-wrap\">\n<div id=\"c1601525481808\" class=\"iw_component\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn ihrer Ansicht nach hatte EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde endlich den Hebel umgelegt und eine Wende in Richtung geldpolitische Straffung eingeleitet, wenngleich auch zun\u00e4chst nur verbal. Tats\u00e4chlich hatte Lagarde eine Zinsanhebung schon in diesem Jahr nicht l\u00e4nger als \u201eh\u00f6chst unwahrscheinlich\u201c bezeichnet und deutlicher als je zuvor vor den Gefahren hoher Inflation gewarnt. Ja, sie betonte sogar, wie sehr man sich im EZB-Rat bez\u00fcglich der Sorge vor ebendieser Inflation einig gewesen sei, Balsam auf die Seelen derjenigen, die seit Monaten argumentieren, die Bank liege mit ihrer Einsch\u00e4tzung hoffnungslos hinter der Kurve. Noch w\u00e4hrend der laufenden Pressekonferenz zogen die Zinsen \u00fcber alle Laufzeitbereiche an, die EONIA-Futures preisen inzwischen gut zwei Zinsanhebungen vor Jahresende ein. Die Rendite der zehnj\u00e4hrigen Bundesobligation \u00fcberquerte im Anschluss an die EZB-Sitzung beherzt die Nulllinie und beschloss die Woche bei 0,17% &#8211; plus 0,17% wohlgemerkt \u2013 und damit um sage und schreibe 25 Basispunkte \u00fcber dem Schlussstand der Vorwoche. Gerade angesichts des sehr niedrigen absoluten Zinsniveaus ist ein derart massiver Sprung beredter Ausdruck daf\u00fcr, wie drastisch sich die Markterwartungen seit letzter Woche ver\u00e4ndert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gut m\u00f6glich allerdings, dass mancher ECB Watcher zu viel in Lagardes Worte hineininterpretierte. Denn immer wieder verwies die EZB-Pr\u00e4sidentin w\u00e4hrend ihrer mit ernster Miene und tiefen Sorgenfalten vorgetragenen Statements nicht nur auf die Belastungen, welche hohe Inflation f\u00fcr die Menschen in Europa bedeute. Sondern sie betonte auch wiederholt, dass die besonders schwer wiegenden Energiepreise im Laufe des Jahres vermutlich nachgeben und Engp\u00e4sse auf der Angebotsseite sich aufl\u00f6sen w\u00fcrden, wobei die Lohndynamik trotz des sich erholenden Arbeitsmarktes sehr verhalten bleibe d\u00fcrfte. Damit best\u00fcnden, so Lagarde auch in ihren Antworten auf verschiedene Journalistenfragen, die Inflationsgefahren vor allem in der kurzen Frist, w\u00e4hrend der mittel- und l\u00e4ngerfristige Ausblick noch sehr unsicher sei. Auch liess sie sich bez\u00fcglich einer eventuellen Straffung der Geldpolitik noch im laufenden Jahr nicht aus der Reserve locken. Jede m\u00f6gliche Richtungs\u00e4nderung, so ihre Erl\u00e4uterung, sei konditional, erfolge also unter der Voraussetzung, dass sich auch die Rahmenbedingungen \u00e4nderten, wof\u00fcr man jedoch mehr Daten br\u00e4uchte. Zwar n\u00e4here man sich dem 2%-Inflationsziel an, und im M\u00e4rz werde man mit den neuen Prognosen der EZB-Volkswirte mehr \u00fcber den mittelfristigen Ausblick erfahren, aber derzeit sei an eine \u00c4nderung der \u201eForward Guidance\u201c nicht zu denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit erscheint plausibel, dass Christine Lagarde mit ihren \u00c4usserungen \u00fcber Inflationssorgen keineswegs anstehende Zinserh\u00f6hungen ank\u00fcndigen, sondern eher klarmachen wollte, dass die Zentralbankf\u00fchrung die Preissorgen der Menschen ernst nimmt. Daf\u00fcr spricht, dass sie zwar die im Januar \u00fcberraschend auf 5,1% gestiegene Inflationsrate erw\u00e4hnte, mit keinem Wort dagegen die auf nur noch 2,3% gesunkene Kernrate. Denn h\u00e4tte sie erkl\u00e4rt, die EZB fokussiere sich vornehmlich auf diese Rate, aus der die f\u00fcr Privathaushalte besonders belastende Nahrungs- und Energiepreisdynamik herausgerechnet wird, dann h\u00e4tte sie riskiert, als lebensfern und technokratisch wahrgenommen zu werden. Mit anderen Worten: Einiges spricht daf\u00fcr, dass Lagarde besorgt, aber nicht \u201ehawkish\u201c klingen wollte. Ihre diesbez\u00fcglichen Textpassagen waren die einer Politikerin, nicht die einer Zentralbankerin.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>US-Zehnjahreszinsen nehmen die 2%-Marke ins Visier<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das zweite wichtige Makro-Event der letzten Woche war der US-Arbeitsmarktbericht, welcher mit 467.000 neu geschaffenen Stellen und einer massiven Aufw\u00e4rtsrevision des Vormonats die Markterwartungen bei weitem \u00fcbertraf. Auch die L\u00f6hne stiegen mit 5,7% st\u00e4rker als im Vormonat (4,7%), die Partizipationsrate kletterte um drei Zehntelpunkte auf 62,2%. Es sind derart robuste Zahlen, die in der gegenw\u00e4rtigen Marktstimmung f\u00fcr heftige Preisreaktionen sorgen, am Freitag zu sehen am Sprung der Fed-Leitzinserwartungen (inzwischen sind \u00fcber f\u00fcnf 25 bps-Schritte f\u00fcr 2022 eingepreist) und der Rendite der zehnj\u00e4hrigen Staatsobligation (auf 1,93% zum Wochenschluss). Mit inzwischen \u00fcber einem Drittel Wahrscheinlichkeit ist sogar ein 50 bps-Schritt im M\u00e4rz eingepreist. \u00dcbermorgen k\u00f6nnte mit dem Inflationswert f\u00fcr Januar der Zinswende-Hype neue Nahrung erhalten, der Markt rechnet mit 7,3%, nach 7,0% im Dezember. Und w\u00e4hrend im Hintergrund Omikron weiter droht, den \u00f6konomischen Neustart abzubremsen und die Kriegsgefahr in der Ukraine sich zuzuspitzen scheint, preschen Marktteilnehmer in den USA und Europa mit kernigen Wetten auf die Geldpolitik vor. Womit einmal mehr die Eine-Million-Euro-Frage, an der sich Wohl und Wehe des Kapitalmarktjahres 2022 entscheiden d\u00fcrfte, in den Mittelpunkt r\u00fcckt: Wie vor\u00fcbergehend ist die Inflation? Entschieden ist hier gar nichts.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div id=\"w1601525481872\" class=\"ls-cmp-wrap\">\n<div id=\"c1601525481872\" class=\"iw_component\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: 8pt;\"><em>Dieses Material soll nicht als Prognose, Research oder Anlageberatung herangezogen werden und stellt keine Empfehlung, Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzprodukten oder zur Annahme einer Anlagestrategie dar. Die ge\u00e4usserten Meinungen beziehen sich auf den 7.Februar 2022 und k\u00f6nnen sich \u00e4ndern, wenn die nachfolgenden Bedingungen variieren.<\/em>\u00a0<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: \u201eNa bitte, geht doch\u201c oder \u201ena endlich\u201c waren am Donnerstag wohl die am h\u00e4ufigsten zu h\u00f6renden Kommentare aus der Ecke der EZB-Kritiker.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21756","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21756","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21756"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21756\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21756"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21756"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21756"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}