{"id":21757,"date":"2022-02-15T10:35:05","date_gmt":"2022-02-15T09:35:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=12310"},"modified":"2022-02-15T10:35:05","modified_gmt":"2022-02-15T09:35:05","slug":"blackrock-zinserwartungen-auf-dem-holzweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-zinserwartungen-auf-dem-holzweg\/","title":{"rendered":"BlackRock : Zinserwartungen auf dem Holzweg?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Im Januar stieg die Verbraucherpreisinflation in den USA auf 7,5%, den h\u00f6chsten Wert seit 40 Jahren und noch einmal st\u00e4rker gegen\u00fcber dem Dezemberwert (7,0%) als der Konsensus erwartet hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Was noch schwerer wog war die Tatsache, dass die Inflation sich auszubreiten scheint von ausschliesslich Covid-bedingten Komponenten (also etwa sogenannten \u201astay-at-home-G\u00fctern\u2018) in verschiedene Kategorien des Warenkorbes, einschliesslich vieler Dienstleistungen. Die Kerninflationsrate, aus der die schwankungsanf\u00e4lligsten Bestandteile Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, beschleunigte sich von 5,5% im Dezember auf 6,0% im Januar. Es ist wohl vor allem dieses Bild einer sich ausbreitenden Inflation, das Marktteilnehmer veranlasste, ihre Erwartungen bez\u00fcglich der Fed-Reaktion deutlich zu versch\u00e4rfen. Im Nachgang zur Ver\u00f6ffentlichung der Inflationsdaten stieg die Zahl der in den Fed Funds Futures eingepreisten Zinsanhebungen f\u00fcr dieses Jahr auf \u00fcber sechs, in der Spitze sogar fast sieben. Dies w\u00fcrde bedeuten, dass die Fed nahezu ihr gesamtes Pulver bez\u00fcglich der insgesamt zu erwartenden Zinsschritte (die Erwartungen hinsichtlich der \u201aTerminal Rate\u2018 liegen mehrheitlich in der Gr\u00f6ssenordnung von 1,75-2,0%) bereits in diesem Jahr verschiessen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00d6l in dieses Feuer goss am Donnerstag James Bullard, der Gouverneur der Federal Reserve St. Louis, der in diesem Jahr im entscheidenden Federal Open Market Committee (FOMC) stimmberechtigt ist.<\/strong> Angesichts dieser hohen Inflationsdaten, so Bullard, w\u00fcrde er gern bis zum 1. Juli 100 Basispunkte an Zinserh\u00f6hungen einget\u00fctet sehen (Zitat: &#8220;I&#8217;d like to see a 100 basis points in the bag by July 1\u201d). Die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit eines 50 Basispunkte-Schrittes der Fed schon im M\u00e4rz schoss daraufhin nach oben, von 48% im Nachgang der CPI-Zahlen auf knapp 86%. Es w\u00e4re das erste Mal seit \u00fcber 20 Jahren, dass die Fed in einem Schritt um mehr als 25 Basispunktie die Zinsen erh\u00f6ht. Damit hat das Risiko eines Politikfehlers erheblich zugenommen. Denn ein derart schnelles Hochziehen der Refinanzierungskosten w\u00fcrde, vor allem im Zusammenwirken mit der Liquidit\u00e4tsverknappung durch das z\u00fcgige Auslaufen der Anleihek\u00e4ufe, die Finanzierungsbedingungen massiv versch\u00e4rfen. Diese aber wirken auf der Nachfrageseite der Volkswirtschaft, bei Investitionen und Konsum, und somit w\u00fcrde eine derartige Straffung eine D\u00e4mpfung der aggregierten Nachfrage bedeuten, mit vermutlich sp\u00fcrbaren Folgen f\u00fcr Wachstum und Besch\u00e4ftigung. Angesichts einer Inflation, die dagegen von der Angebotsseite (Energiepreise, Engp\u00e4sse in Lieferketten etc.) herr\u00fchrt, w\u00fcrde das aber vermutlich so lange wenig ausrichten, bis die nachfrageseitigen Preise, also etwa die L\u00f6hne, zu sinken beginnen. Mit anderen Worten: Will eine Zentralbank wirklich einen angebotsseitigen Preisschock brechen, muss sie die Wirtschaft drastisch verlangsamen, ja geradezu abw\u00fcrgen. Dies scheint aber angesichts der gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftslage, in der es den Zentralbanken vermutlich eher darum geht, die monet\u00e4ren Bedingungen nach Covid zu normalisieren, nicht das Ziel zu sein. Schon gar nicht, wenn man die neue Fed-Strategie, die erst im August 2020 beschlossen wurde, ber\u00fccksichtigt. In der Gesamtschau ergibt sich damit das Bild eines FOMC, das angesichts der extrem unpopul\u00e4ren Inflationsentwicklung den Druck der \u00d6ffentlichkeit sp\u00fcrt und anf\u00e4ngt, sehr kalte F\u00fcsse zu bekommen. F\u00fcr die M\u00e4rkte erh\u00f6ht sich damit die Wahrscheinlichkeit, dass einige der inzwischen eingepreisten gut sechs Zinsschritte bis Jahresende wieder aus den Fed Funds Futures verschwinden. Nach der j\u00fcngst deutlichen Abflachung der Zinskurve d\u00fcrfe es mithin zumindest episodenartig immer wieder zu Marktphasen kommen, in denen die Kurve steiler wird.<\/p>\n<h6><strong>R\u00e4tselraten um Russlands Kurs<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neben den Zentralbanken h\u00e4lt vor allem Russlands Milit\u00e4raufmarsch an der Grenze zur Ukraine die M\u00e4rkte in Atem.<\/strong> Dabei ist es auff\u00e4llig, wie unterschiedlich das konkrete Kriegsrisiko gesehen wird je nachdem, wo man hinschaut. Glaubt man westlichen Experten f\u00fcr Sicherheit und Milit\u00e4rstrategie, so hat sich mit Russlands inzwischen wohl gut 130.000 Mann starkem Aufmarsch an der Grenze zur Ostukraine und von Norden in Belarus die Wahrscheinlichkeit eines \u00dcberfalls auf \u00fcber 70% erh\u00f6ht. US-Geheimdienste sollen gar den morgigen Mittwoch als Tag des Einmarsches identifiziert haben, westliche Regierungen raten Landsleuten dringend, die Ukraine zu verlassen. Dagegen sehen Analysten vor Ort, also in der Ukraine selbst und auch in Russland, das Kriegsrisiko meist erheblich geringer, bei nur 10%, und verweisen auf die immensen Sch\u00e4den eines Krieges f\u00fcr alle Beteiligten. Fakt d\u00fcrfte sein, dass eine tats\u00e4chliche Eskalation auch f\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte massive Folgen h\u00e4tte, vom \u201eRisk-off\u201c eines Krieges auf europ\u00e4ischem Territorium angefangen bis hin zu dramatisch steigenden Energiepreisen und Konsequenzen f\u00fcr den Welthandel. Sollte Russlands Armee tats\u00e4chlich die Ukraine \u00fcberfallen, sei es nun vor dem Ende der Winter-Olympiade oder erst danach, dann k\u00f6nnte dies f\u00fcr Aktienanleger den Unterschied f\u00fcr das Gesamtjahr 2022 machen. Den Unterschied zwischen einem anstrengenden, aber gerade noch guten Jahr, und einem zum Vergessen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Im Januar stieg die Verbraucherpreisinflation in den USA auf 7,5%, den h\u00f6chsten Wert seit 40 Jahren und noch einmal st\u00e4rker gegen\u00fcber dem Dezemberwert (7,0%) als der Konsensus erwartet hatte.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21757","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21757","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21757"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21757\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}