{"id":21758,"date":"2022-03-08T11:40:51","date_gmt":"2022-03-08T10:40:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=12535"},"modified":"2022-03-08T11:40:51","modified_gmt":"2022-03-08T10:40:51","slug":"blackrock-die-schlechteste-aller-welten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-die-schlechteste-aller-welten\/","title":{"rendered":"BlackRock : Die schlechteste aller Welten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Der drastische Einbruch europ\u00e4ischer Aktienkurse in der letzten Woche hat deutlich gemacht, dass der alte Kontinent vom Krieg in der Ukraine wesentlich st\u00e4rker betroffen sein d\u00fcrfte als andere Teile der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Der drastische Einbruch europ\u00e4ischer Aktienkurse in der letzten Woche hat deutlich gemacht, dass der alte Kontinent vom Krieg in der Ukraine wesentlich st\u00e4rker betroffen sein d\u00fcrfte als andere Teile der Welt. Die Aggression des russischen Pr\u00e4sidenten schafft ein deutlich ver\u00e4ndertes globales, vor allem aber europ\u00e4isches Umfeld. Es ist ein d\u00fcsteres, und f\u00fcr Anleger in vielerlei Hinsicht die schlechteste aller Welten. Denn l\u00e4ngst frisst sich der Krieg hinein in das Makro-Bild. \u00dcber mindestens drei Kan\u00e4le sch\u00e4digt er das Wachstum:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstens steigen die Energiepreise weiter massiv an. In der vergangenen Woche allein schoss der \u00d6lpreis um \u00fcber 20% nach oben. Auch Gas hat sich drastisch verteuert. Besonders stark d\u00fcrfte hiervon Deutschland betroffen sein, wo die Abh\u00e4ngigkeit von russischem Gas (55% des Gesamtverbrauchs) und \u00d6l (\u00fcber 35%) auch Steinkohle (\u00fcber 50%) betrifft. Gerade f\u00fcr den Fall, dass die Sanktionen nochmals versch\u00e4rft werden (etwa durch Importbeschr\u00e4nkungen f\u00fcr russische Energielieferungen in die EU oder eine Ausweitung des SWIFT-Ausschlusses auf die Gazprom-Bank, \u00fcber die bisher noch die Bezahlung von Energierechnungen l\u00e4uft), d\u00fcrften weitere Preisspr\u00fcnge vorgezeichnet sein. Verbraucher d\u00fcrften die hohen Preise drastisch sp\u00fcren, zumal die w\u00e4hrend der Corona-Pandemie gebildeten \u00dcberersparnisse zusehends abschmelzen. Steigende Ausgaben f\u00fcr Energie werden somit Nachfrage in anderen Teilen des Warenkorbes schm\u00e4lern, zumal in Kriegszeiten der Zukunftsoptimismus der Haushalte und damit ein wichtiger Treiber der Konsumstimmung sich eintr\u00fcben d\u00fcrfte. \u00c4hnlich sieht es auf der Unternehmensseite aus, denn anders als \u00fcber mehrere Quartale w\u00e4hrend des Neustarts k\u00f6nnen Unternehmen steigende Inputkosten (etwa Energiepreise) nicht mehr so einfach auf ihre Kunden abw\u00e4lzen. Schrumpfende Margen und in der Folge schw\u00e4chere Gewinnentwicklung sowie geringere Investitionsbereitschaft d\u00fcrften die Folgen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweitens drohen erneute Knappheiten an Rohstoffen. Nachdem die pandemiebedingten Lieferkettenprobleme sich gerade zu l\u00f6sen begannen bzw. weitgehend \u00fcberwunden schienen (so etwa bei Halbleitern), drohen jetzt neue Engp\u00e4sse. W\u00e4hrend Russland 35% des globalen Palladiums und immerhin 14% des Platins liefert (beide Metalle werden f\u00fcr Autokatalysatoren ben\u00f6tigt), ist die Ukraine einer der weltweiten Hauptlieferanten f\u00fcr Kabelb\u00e4ume. Knappheiten in der Autoindustrie sind also programmiert. Zus\u00e4tzlich lieferte die Ukraine bis zum Krieg rund 50% des globalen Output an Neongas, welches f\u00fcr die Fertigung von High End-Halbleitern verwendet wird. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Krypton (Anteil der Ukraine am globalen Output rund 40%) in der Chip-Produktion. Hier droht also ein Deja-vu bei Knappheiten an Halbleitern und elektronischen Bauteilen, nur diesmal nicht pandemie-, sondern kriegsbedingt. Auch diese Engp\u00e4sse d\u00fcrften, das haben wir erst k\u00fcrzlich gelernt, das Wachstum sp\u00fcrbar d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drittens schliesslich ist ein menschenverachtender Vernichtungskrieg mitten in Europa nicht gerade ein Szenario, welches Konsum- und Investitionsneigung st\u00fctzt. Zur\u00fcckhaltende Nachfrage seitens Verbrauchern und Unternehmen d\u00fcrfte \u00fcberwiegen und zur Schw\u00e4chung der Wirtschaftsaktivit\u00e4t beitragen. Nimmt man die beschriebenen Wirkungsketten zusammen und unterstellt zudem, dass sich die Pandemielage nicht so schnell bessert wie erhofft (die Inzidenz bei Neuinfektionen bleibt sehr hoch, inzwischen ist zudem von einer Covid-\u201eSommerwelle\u201c die Rede), dann scheint eine drastische Wachstumsverlangsamung in Europa wahrscheinlich und sogar eine Rezession nicht auszuschliessen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">EZB zwischen den St\u00fchlen und Hoffnung auf Asien<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EZB wird vermutlich anl\u00e4sslich ihrer Ratssitzung \u00fcbermorgen trotz einer Inflationsrate von aktuell 5,4% die Zinsen unver\u00e4ndert lassen. Der Verweis auf die preistreibenden Effekte des Krieges d\u00fcrfte ihr die Argumentation erleichtern, zumal gleichzeitig zu erwarten steht, dass die neuen Sch\u00e4tzungen der EZB-Volkswirte ein tr\u00fcberes Wachstumsbild zeichnen werden als noch im Dezember. Die EZB wird also einerseits betonen m\u00fcssen, der Wirtschaft im Falle schwachen Wachstums beizustehen, andererseits ein waches Auge auf das Preisniveau und vor allem die Inflationserwartungen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts veritabler Rezessionsgefahren und eines schrecklichen Krieges in Europa ruht Hoffnung auf anderen Teilen der Welt, manche davon auch im autokratischen Lager zu finden. So k\u00f6nnten etwa in Asien wachstumsf\u00f6rdernde Massnahmen beschlossen werden, die auch Europa helfen. Andererseits k\u00f6nnte das eine oder andere aussereurop\u00e4ische Land (insbesondere solche, die angesichts westlicher Sanktionen jetzt f\u00fcr Russland besonders wichtig sind) Einfluss auf die Entscheidungen des russischen Pr\u00e4sidenten nehmen k\u00f6nnten, auch wenn es derzeit nicht so aussieht. Die Hoffnung \u2013 auch hierauf \u2013 stirbt jedenfalls zuletzt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Der drastische Einbruch europ\u00e4ischer Aktienkurse in der letzten Woche hat deutlich gemacht, dass der alte Kontinent vom Krieg in der Ukraine wesentlich st\u00e4rker betroffen sein d\u00fcrfte als andere Teile der Welt.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21758","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21758","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21758"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21758\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21758"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21758"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21758"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}