{"id":21764,"date":"2022-05-10T11:45:10","date_gmt":"2022-05-10T09:45:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=13040"},"modified":"2022-05-10T11:45:10","modified_gmt":"2022-05-10T09:45:10","slug":"blackrock-die-ratte-in-der-ecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-die-ratte-in-der-ecke\/","title":{"rendered":"Blackrock: Die Ratte in der Ecke"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: In seiner Autobiografie aus dem Jahr 2000, als er erstmals Pr\u00e4sident der Russischen F\u00f6deration wurde, beschreibt Wladimir Putin, wie er einst als Gassenjunge in St. Petersburg mit seinen Freunden Ratten im Hausflur jagte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Als er einmal eine besonders grosse Ratte mit einem Stock in die Ecke dr\u00e4ngte, so schreibt er, richtete sich das Tier auf und ging zum Gegenangriff \u00fcber. Was damals den jungen Wladimir nachhaltig erschreckt haben muss, liest sich in der R\u00fcckbetrachtung wie eine Warnung des sp\u00e4teren russischen Pr\u00e4sidenten an die westliche Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte h\u00e4ngt vieles davon ab, ob Russlands verbrecherische Invasion der Ukraine auf absehbare Zeit zum Ende kommt oder nicht.<\/strong> Ist dies nicht der Fall, d\u00fcrften die Energie- und Nahrungsmittelpreise weiter steigen, das Rezessionsrisiko in Europa gr\u00f6sser werden und eine Kombination aus Angebotsknappheit und Zukunftsangst die \u00f6konomische Aktivit\u00e4t l\u00e4hmen. Gleichzeitig ist f\u00fcr diesen Fall abzusehen, dass die fiskalischen Ziele Westeuropas, etwa die geplante R\u00fcckkehr zu Schuldenbremse und Stabilit\u00e4tspakt, angesichts der Kriegsfolgen Makulatur sein d\u00fcrften. Allein die notwendige milit\u00e4rische Hilfe f\u00fcr die Ukraine d\u00fcrfte auf Dutzende Milliarden anwachsen, wenn Europa sich gegen\u00fcber der Unterst\u00fctzung aus den USA (3,5 Mrd USD bereits geflossen, weitere 33 Mrd zugesagt) nicht lumpen lassen m\u00f6chte. Dazu kommen Kosten f\u00fcr die beschleunigte Umstellung von fossilen auf nachhaltige Energiequellen, um die fatale Abh\u00e4ngigkeit von Russland loszuwerden, sowie weitere direkte Kriegsfolgen wie etwa die Unterst\u00fctzung der Gefl\u00fcchteten. Je l\u00e4nger der Krieg also noch andauert, desto dringender sollten Europas Regierende der Realit\u00e4t ins Auge sehen. Eine schnelle R\u00fcckkehr zum Vorkrisenverst\u00e4ndnis von Stabilit\u00e4t erscheint zunehmend als Wunschdenken. Zielf\u00fchrender w\u00e4re es wohl, die historische Herausforderung, der sich Europa derzeit gegen\u00fcbersieht, als Katalysator f\u00fcr die dringend ben\u00f6tigte fiskalische Integration zumindest der Eurozone zu verstehen. M\u00f6glicherweise wirft die Rendite der zehnj\u00e4hrigen Bundesanleihe, die seit Jahresbeginn um rund 130 Basispunkte gestiegen ist, hier nicht nur die Schatten einer strafferen EZB-Politik, sondern auch einer gezwungenermassen expansiveren europ\u00e4ischen Fiskalpolitik voraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dabei richten sich immer besorgtere Blicke auf die europ\u00e4ische Konjunktur.<\/strong> Nach der Erfahrung der ersten Jahresh\u00e4lfte 2020, als die ersten Corona-Lockdowns in Asien massive Versorgungsengp\u00e4sse auch in Europa zur Folge hatten, droht ein Dej\u00e0 Vu. Vor den gr\u00f6ssten Containerh\u00e4fen der Welt an der ostasiatischen K\u00fcste dr\u00e4ngen sich Hunderte von riesigen Containerschiffen, die Handelsstatistiken verzeichnen bereits erste schwere Bremsspuren, und noch immer ist von einem Ende der erneuten Covid-Restriktionen nichts zu sehen. Zus\u00e4tzlich zu den erheblichen negativen Wirkungen des Krieges in der Ukraine d\u00fcrften diese Beeintr\u00e4chtigungen Europas Wachstum in diesem Jahr sp\u00fcrbar schw\u00e4chen.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Markterwartungen f\u00fcr EZB-Zinsen sind ins Kraut geschossen<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon aus den oben genannten naheliegenden Gr\u00fcnden d\u00fcrfte die in den sogenannten Staff Projections, den Makro-Sch\u00e4tzungen der EZB-Volkswirte, im M\u00e4rz ver\u00f6ffentliche BIP-Wachstumsprognose von 3,7% f\u00fcr den Euroraum im Jahr 2022 viel zu hoch sein. Am 9. Juni legt die EZB die aktualisierten Sch\u00e4tzungen ihrer Experten vor, und es bedarf keiner ausgepr\u00e4gten prophetischen Gaben, um mit einer deutlichen Abw\u00e4rtskorrektur zu rechnen. Sollte sich, was absehbar erscheint, die europ\u00e4ische Dynamik aber angesichts von Krieg, Angebotsknappheiten und Zukunftsangst tats\u00e4chlich stark eintr\u00fcben, wird vermutlich der Druck auf die Zentralbank, angesichts hoher Inflation nun endlich die Zinsen zu erh\u00f6hen, nachlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EZB k\u00f6nnte dann nach Beendigung der Anleihek\u00e4ufe, etwa im Juli oder September, beginnen, den negativen Einlagezins Richtung null zur\u00fcckzuf\u00fchren, ohne aber die Leitzinsen auf das neutrale Niveau oder gar dar\u00fcber hinaus anzuheben. Eine derart vorsichtige Normalisierung erscheint in der Tat geboten, denn einerseits hat die Aktivit\u00e4t im Euroraum den Vor-Covid-Trend noch nicht wieder erreicht (befindet sich, technisch gesprochen, also noch im Bereich negativer Outputl\u00fccken), andererseits drohen erhebliche neue Risiken, wie oben beschrieben. Es spricht also einiges daf\u00fcr, dass der Markt mit drei oder mehr eingepreisten Zinserh\u00f6hungen \u00fcbers Ziel hinausgeschossen ist. F\u00fcr Aktien und andere Risikoanlagen w\u00e4re das eine gute Nachricht mit Blick auf die zweite Jahresh\u00e4lfte. Und gute Nachrichten k\u00f6nnen wir ja alle derzeit gut gebrauchen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: In seiner Autobiografie aus dem Jahr 2000, als er erstmals Pr\u00e4sident der Russischen F\u00f6deration wurde, beschreibt Wladimir Putin, wie er einst als Gassenjunge in St. Petersburg mit seinen Freunden Ratten im Hausflur jagte.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21764","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21764","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21764"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21764\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21764"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21764"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21764"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}