{"id":21765,"date":"2022-05-17T11:34:04","date_gmt":"2022-05-17T09:34:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=13210"},"modified":"2022-05-17T11:34:04","modified_gmt":"2022-05-17T09:34:04","slug":"blackrock-50-shades-of-stagflation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-50-shades-of-stagflation\/","title":{"rendered":"Blackrock: 50 Shades of Stagflation"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Bereits Ende 2021 war deutlich absehbar, dass f\u00fcr das Folgejahr mehrere gravierende Probleme das Investieren schwieriger machen w\u00fcrden..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Da waren erstens die unberechenbaren Sp\u00e4tfolgen von Covid, welche sich vor Weihnachten vor allem im Auftauchen der extrem \u00fcbertragbaren Omikron-Variante manifestierten. Zweitens zeichnete sich ab, dass die von Angebotsknappheiten befeuerte Inflation die Zentralbanken unter Druck setzen w\u00fcrde, die Zinsz\u00fcgel beherzter anzuziehen als bis dato angenommen. Und drittens begann sich Russlands Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine immer mehr nach einem veritablen Kriegsrisiko anzuf\u00fchlen. Wie wir heute wissen, sind alle diese drei Problemfelder auf noch drastischere Weise eingetreten als erwartet und haben uns ein bisher ausgesprochen unerfreuliches Jahr an den Kapitalm\u00e4rkten beschert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines der Kernprobleme f\u00fcr Anleger besteht darin, dass nicht einfach, wie so oft in vergangenen typischen Konjunkturzyklen, zwischen Aktien und Anleihen substituiert werden kann. Wenn etwa in fr\u00fcheren Jahren eine Wachstumsschw\u00e4che die Zentralbanken bewegt h\u00e4tte, die Zinsen zu senken, um eine sich abzeichnende Rezession abzumildern bzw. zu verhindern, bot dies Anlagepotenzial in Rentenpapieren. Klassischerweise konnte damit der Anleiheteil des Portfolios einen Teil der Verluste bei Aktien wettmachen. Im Niedrigzinsumfeld des letzten Jahrzehnts funktionierte dies aber bestenfalls anekdotisch. Der Grund ist bekannt: Wenn Zinsen schon an ihrem absoluten Tiefpunkt sind, k\u00f6nnen sie kaum noch weiter fallen, was aber notwendig w\u00e4re, um einen Kursanstieg der Anleihen zu erm\u00f6glichen und damit einen Teil der Aktienverluste abzupuffern. Anleihen verloren also im Niedrigzinsumfeld ihre Ballastwirkung. Nun kommt im gegenw\u00e4rtigen, von den drei oben genannten Herausforderungen gepr\u00e4gten Umfeld noch hinzu, dass der globale Konfliktcocktail Wachstums- und Inflationsrisiken gleichzeitig produziert. Diese stagflation\u00e4re Gemengelage vollzieht sich in den grossen Wirtschaftsbl\u00f6cken der Welt zwar zeitgleich, aber in unterschiedlich ausgepr\u00e4gtem Masse und interessanterweise aus v\u00f6llig unterschiedlichen Gr\u00fcnden. So ergeben sich Wachstums\u00e4ngste in den USA vor allem aus der Bef\u00fcrchtung, die Fed k\u00f6nne die Zinsen bis zu einem Niveau anheben, bei dem die gesamtwirtschaftliche Nachfrage abgew\u00fcrgt wird. Und den Grund hierf\u00fcr liefert eine Inflation, die inzwischen bei 8,3% liegt und sich immer weiter im Warenkorb ausbreitet. Ganz anders in Europa: Hier droht keine Lohn-Preis-Spirale, die Inflation ist vor allem energiepreisgetrieben und kaum jemand erwartet, dass die EZB die Zinsen \u00fcber das neutrale Niveau hinaus anhebt. Dagegen droht aber konkrete Rezessionsgefahr vom Krieg Russlands gegen die Ukraine her, in Gestalt von Kaufkraftverlust durch steigende Energiepreise und dem l\u00e4hmenden Stimmungseffekt, den ein derart schrecklicher Krieg direkt vor der Haust\u00fcr mit sich bringt. In Asien schliesslich ist es vor allem die Covid-Pandemie, welche mit wochenlangen neuerlichen Lockdowns das Wachstum massiv belastet und damit globale Stagnationsrisiken verst\u00e4rkt sowie \u00fcber unterbrochene Lieferketten Angebotspreise weiter treibt. Richtet sich also in den USA die Hauptsorge auf die Zentralbank, so hadert Europa mit Russlands Angriffskrieg und Asien mit den Covid-Folgen, erg\u00e4nzt durch unz\u00e4hlige weitere Schattierungen und Kombinationen dieser Risikofelder in den sonstigen Volkswirtschaften der Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die grossen Wirtschaftsr\u00e4ume d\u00fcrften wieder mehr auf sich selbst schauen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Triade aus den USA, Europa und Ostasien jeweils auf andere Sorgen konzentriert ist, bietet einen Blick in die Zukunft nach dem, was aktuell gern als Zeitenwende bezeichnet wird, in Wirklichkeit vermutlich aber eine Kombination verschiedener Zeitenwenden ist. N\u00e4mlich dass sich im Zuge der Globalisierung 2.0 die f\u00fcr die Weltwirtschaft wichtigsten Teile wieder mehr auf sich selbst konzentrieren werden. Der Versuch, unabh\u00e4ngiger zu werden, d\u00fcrfte k\u00fcnftige Wachstums- und Zinszyklen wieder asynchron werden lassen. Das muss nicht immer schlecht sein, erschwert aber etwa die Bew\u00e4ltigung grosser globaler Aufgaben wie etwa der Energiewende.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz der schwierigen Konstellation aus komplexen Problemfeldern und einer kaum kalkulierbaren Eskalation dessen, was wir noch vor kurzem geopolitisches Risiko genannt h\u00e4tten, bleiben wir f\u00fcr globale Aktien \u00fcbergewichtet. Hierf\u00fcr gibt es vor allem drei Gr\u00fcnde: Erstens d\u00fcrfte ein Grossteil der erwarteten Wachstumsschw\u00e4che eingepreist sein. Zweitens d\u00fcrften sich Zins\u00e4ngste bez\u00fcglich Fed und EZB auf Sicht als \u00fcbertrieben erweisen und zum Teil wieder ausgepreist werden. Und drittens bleiben die Realzinsen wohl im historischen Vergleich niedrig, was f\u00fcr ein \u00dcbergewicht realer Anlagen spricht. Klar ist aber, dass die Aktienpreise volatil bleiben d\u00fcrften. Innerhalb der Anlageklasse Aktien k\u00f6nnte daher eine eher risikominimierende Positionierung, etwa in Minimum-Volatilit\u00e4ts- oder Qualit\u00e4tsaktien, eine erfolgversprechende Strategie sein.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Bereits Ende 2021 war deutlich absehbar, dass f\u00fcr das Folgejahr mehrere gravierende Probleme das Investieren schwieriger machen w\u00fcrden..<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21765","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21765","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21765"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21765\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21765"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21765"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21765"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}