{"id":21766,"date":"2022-06-01T10:56:37","date_gmt":"2022-06-01T08:56:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=13361"},"modified":"2022-06-01T10:56:37","modified_gmt":"2022-06-01T08:56:37","slug":"blackrock-warten-auf-das-handtuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-warten-auf-das-handtuch\/","title":{"rendered":"Blackrock: Warten auf das Handtuch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Beim Boxen gilt es wie so oft im Leben, sich m\u00f6glichst viele Optionen offenzuhalten. Hat man sich erstmal in eine Ecke dr\u00e4ngen lassen, schrumpfen die Handlungsm\u00f6glichkeiten, es droht die Niederlage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig ist dies der Moment, in dem aus der eigenen Ecke das Handtuch in den Ring fliegt. Es ist das Zeichen der Aufgabe, Eingest\u00e4ndnis der Tatsache, dass der Druck zu gross geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Bild der wichtigsten Zentralbanken, die sich mit markigen Ank\u00fcndigungen restriktiverer Geldpolitik in die Ecke geboxt haben, ist nicht ganz neu, trifft aber wohl die aktuelle Situation ganz gut.<\/strong> Denn auch Fed und EZB haben mit ihren Ank\u00fcndigungen, die Inflation geradezu koste es was es wolle zu bek\u00e4mpfen, sehr einseitig festgelegt und kommen aus dieser Situation erst dann wieder halbwegs elegant heraus, wenn die Umst\u00e4nde, sprich: \u00f6konomische Daten, ihnen eine Abschw\u00e4chung dieser Festlegung erlauben. In den USA ist in den Fed Funds Futures mit einer Wahrscheinlichkeit von gut 94% eingepreist, dass die Notenbank \u00fcber die beiden als sicher geltenden 50 Basispunkte-Schritte im Juli und September hinaus den Leitzins in diesem Jahr noch um mindestens weitere 75 Basispunkte erh\u00f6ht. 43% Wahrscheinlichkeit deuten sogar auf 100 Basispunkte hin. Bedenkt man, dass f\u00fcr diese so sicher erwarteten Schritte dann aber nur zwei FOMC-Sitzungen (2. November und 14. Dezember) zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden, hiesse diese Preisbildung, dass die Fed Funds Target Rate auf mindestens einem dieser Meetings um 50 Basispunkte angehoben wird. F\u00fcr wie wahrscheinlich wir ein derart energisches Einbremsen halten (immerhin war der Zinsschritt vom 4. Mai die erste 50 Basispunkte-Anhebung seit mehr als zwei Jahrzehnten), h\u00e4ngt davon ab, wie die US-Wirtschaft auf die versch\u00e4rften Finanzierungsbedingungen reagiert, wie sich die Weltwirtschaft angesichts unterbrochener Lieferketten und Krieg in Europa weiter entwickelt, und vor allem: wie es mit den Inflationsraten weitergeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Womit wir beim Handtuch w\u00e4ren<\/strong>. Denn sollte sich abzeichnen, dass die Inflation sich wieder abschw\u00e4cht, wird es schwieriger f\u00fcr die Fed, ihre aggressive Straffungsrhetorik beizubehalten. Daher sind Datenpunkte wie jener der letzten Woche so wichtig. Als am Freitagnachmittag der Kerndeflator der pers\u00f6nlichen Konsumausgaben (core PCE) mit \u201anur\u2018 4,9% und damit niedriger als der Vormonatswert (5,2%) berichtet wurde, reagierten vor allem zinssensible Technologieaktien positiv. Auch in dieser Woche k\u00f6nnte die Markthoffnung nachlassenden Inflationsdrucks neue Nahrung erhalten. F\u00fcr den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag erwarten Marktteilnehmer, dass die Lohndynamik etwas nachl\u00e4sst (von 5,5% auf 5,2%) und dass sich bei gleichbleibender Arbeitslosenquote die Partizipationsrate weiter leicht erholt und damit Druck vom Arbeitsmarkt genommen wird. Gleichzeitig richtet sich das Augenmerk auf die Wachstumsindikatoren, von denen mit den ISM-Indizes ebenfalls in dieser Woche stark beachtete Daten auf der Agenda stehen. Bewahrheitet sich die Markterwartung nachlassender Wachstumsdynamik in den USA, d\u00fcrften Investoren immer sicherer sein, dass bald aus der Zentralbankecke das ber\u00fchmte Handtuch fliegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Europa hat sich auch in die Ecke geboxt, und zwar in eine viel gef\u00e4hrlichere<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend das Bild einer Zentralbank, die mit ihrer taffen Rhetorik zu hohe Zinserwartungen geweckt hat, im Grunde auch f\u00fcr die EZB gilt (mehr als drei Zinsanhebungen bis Jahresende, wie derzeit vom Markt eingepreist, d\u00fcrfte es in Europa kaum geben), ranken sich in unserem Teil der Welt die Sorgen der Investoren um viel Grundlegenderes. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wird n\u00e4mlich klar, wie fatal die Illusionen gewesen sind, auf denen das Gesch\u00e4ftsmodell der letzten Jahrzehnte gebaut war. Billige fossile Energie von einer faschistoiden Diktatur zu beziehen, um Produkte herzustellen, die man einer anderen faschistoiden Diktatur verkauft \u2013 dieses Modell d\u00fcrfte seit Russlands Vernichtungskrieg gegen die Ukraine keine Zukunft mehr haben. Was aber bedeutet ein Ende dieses auf naiven Illusionen gebauten Gesch\u00e4ftsmodells f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen? Werden sie sich schnell genug anpassen k\u00f6nnen? Angesichts derart fundamentaler Unsicherheiten erscheint das Warten darauf, dass die Fed das Handtuch wirft, als Luxusproblem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Womit nicht gesagt ist, dass in dem Moment, in dem der Markt Zinserh\u00f6hungen \u00fcber das neutrale Niveau auspreist, alle Ampeln auf gr\u00fcn stehen. Die Neusortierung der Welt ist in vollem Gange, ein Zur\u00fcck zum Status Quo ante, also dem Zustand der Globalisierung vor der Pandemie, wird es kaum geben &#8211; wegen des Krieges, der ver\u00e4nderten Rolle Ostasiens, auch und vor allem aber wegen der Zentralbanken. Aktienanleger brauchen also einen langen Atem, wenn sie auf die R\u00fcckkehr zu alten H\u00f6chstst\u00e4nden hoffen. Taktisch haben wir beim BlackRock Investment Institute daher Industrielandaktien auf neutral heruntergestuft. Langfristig bleiben sie deutlich \u00fcbergewichtet. Dies tr\u00e4gt dem derzeitigen Irrsinn in der Welt Rechnung, aber eben auch der Tatsache, dass Aktien per se langfristige Anlagen sind.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Beim Boxen gilt es wie so oft im Leben, sich m\u00f6glichst viele Optionen offenzuhalten. 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