{"id":21771,"date":"2022-11-08T11:02:11","date_gmt":"2022-11-08T10:02:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=15305"},"modified":"2022-11-08T11:02:11","modified_gmt":"2022-11-08T10:02:11","slug":"blackrock-fed-ezb-co-kurshalten-wird-schwieriger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-fed-ezb-co-kurshalten-wird-schwieriger\/","title":{"rendered":"BlackRock : Fed, EZB &#038; Co. Kurshalten wird schwieriger"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock : Mit dem weithin erwarteten und vom Markt voll eingepreisten Zinsschritt von 0,75 Prozentpunkten hat die Federal Reserve am vergangenen Mittwoch die steilste Zinsanhebung der vergangenen 40 Jahre fortgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span id=\"page19R_mcid23\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<br \/>\n<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei einem Mittelwert von 3,875% steht nunmehr die Fed Funds Target Rate und damit 300 Basispunkte \u00fcber ihrem Wert von Mitte Juni. Dabei hat die nachfolgende Pressekonferenz gezeigt, wie schwierig es in den n\u00e4chsten Wochen und Monaten f\u00fcr die US-Notenbank werden k\u00f6nnte, mit ihrer kompromisslosen Ausrichtung auf Inflationsbek\u00e4mpfung Kurs zu halten. Schon eine Erw\u00e4hnung in der Presseerkl\u00e4rung, wonach die Fed bei k\u00fcnftigen Schritten die Gesamth\u00f6he der bisherigen Straffung sowie die Zeitverz\u00f6gerung (time lags) geldpolitischer Schritte in Betracht ziehen w\u00fcrde, veranlasste Teile des Marktes, auf ein nun absehbares Ende der Zinserh\u00f6hungen zu setzen. Entsprechend sah sich Chairman Jerome Powell gen\u00f6tigt, anl\u00e4sslich der Pressekonferenz die Entschlossenheit der Notenbank zu betonen. Erst wenn klar erkennbar sei, dass sich die Inflationsrate wieder dem Zielwert ann\u00e4here, sei es an der Zeit, den Fuss von der Bremse zu nehmen, so sinngem\u00e4ss der Fed-Chair. Die zinssensitiven Teile der Finanzm\u00e4rkte nahmen dies mit der erwartbaren Ern\u00fcchterung zur Kenntnis. Die Rendite der zehnj\u00e4hrigen US-Staatsanleihe ging zum Wochenausklang mit einem Anstieg um 15 Basispunkte auf 4,16% aus dem Handel, im Aktiensegment wurde der zinsempfindliche Technologiesektor, wo zudem einige Quartalsbilanzen f\u00fcr Ern\u00fcchterung sorgten, besonders heftig betroffen. Insgesamt verloren US-Aktien \u00fcber die Woche 3,3%, gegen\u00fcber leichten Kursgewinnen bei ihren europ\u00e4ischen Pendants.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dabei d\u00fcrfte Europa noch bevorstehen, was die US-M\u00e4rkte derzeit in vollem Masse erleben, n\u00e4mlich ein weiterer Anstieg der Inflation und damit des Handlungsdrucks auf die Zentralbank.<\/strong> W\u00e4hrend es n\u00e4mlich in den USA zunehmend so aussieht, als k\u00f6nne die Preisdynamik ein Plateau erreichen, von dem aus sie dann bald wieder sinkt, ist auf dem alten Kontinent bis dato nichts dergleichen zu erkennen. Im Oktober stieg der harmonisierte Verbraucherpreisindex f\u00fcr die Eurozone von 9,9% auf 10,7%, f\u00fcr die USA wird der am Donnerstag ver\u00f6ffentlichte CPI-Wert bei 8,0% (nach 8,2% im September) erwartet. \u00c4hnlich die Dynamik bei den Kerninflationsraten, wo derzeit die US-Werte wegen der st\u00e4rker auch nachfrageseitig getriebenen Inflation noch h\u00f6her liegen. W\u00e4hrend aber der US-Kerninflationswert f\u00fcr den Oktober langsam br\u00f6ckeln sollte (ein leichter R\u00fcckgang von 6,6% auf 6,5% wird erwartet), steigt die entsprechende europ\u00e4ische Rate weiter an, zuletzt von 4,8% auf 5,0%. M\u00fcssen wir also erwarten, dass die EZB nach ihrem 75 Basispunkte-Schritt im Oktober nun auch drei weitere Male den Leitzins so stark anhebt? Aus drei Gr\u00fcnden lautet die Antwort: vermutlich nein. Erstens liegt der neutrale Zins, bei dem die Wirtschaftsaktivit\u00e4t also weder stimuliert noch gebremst wird, in der Eurozone vermutlich niedriger als in den USA. Zweitens d\u00fcrfte die Diskrepanz zwischen gesamtwirtschaftlicher post-Covid-Nachfrage und dem von Lieferketten- und Energieengp\u00e4ssen eingeschr\u00e4nkten Angebot in Europa weniger ausgepr\u00e4gt sein &#8211; mit anderen Worten: Die Zentralbank d\u00fcrfte weniger Veranlassung besitzen, die stimulusverzerrte \u00dcbernachfrage auf das verknappte Angebot zur\u00fcckzuzwingen. Drittens schliesslich droht Europa wegen seiner Energieabh\u00e4ngigkeit eine tiefere Rezession als den USA. Der \u00fcber den Winter zu erwartende Nachfrageeinbruch d\u00fcrfte der EZB also einen Teil ihrer sonst n\u00f6tigen Straffung abnehmen. Unterm Strich bleiben wir bei unserer Erwartung, dass die EZB die Zinsen weniger stark anheben wird und auch fr\u00fcher mit Zinsschritten pausiert als die Fed. Vor diesem Hintergrund erscheint das Erholungspotenzial des Euro gegen\u00fcber dem Dollar eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>US-Kongresswahlen: Gespaltenes Land, geschw\u00e4chter Pr\u00e4sident<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am heutigen Dienstag werden in den USA das gesamte Repr\u00e4sentantenhaus (435 Abgeordnete) sowie ein Drittel des Senats und viele Gouverneure neu gew\u00e4hlt. Die Umfragen deuten mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass die Republikaner das Repr\u00e4sentantenhaus zur\u00fcckerobern, und auch beim Senat liegen sie vorn. Pr\u00e4sident Joe Biden k\u00f6nnte damit also zur Mitte seiner Amtszeit zur \u201alame duck\u2018, zur lahmen Ente werden, denn gr\u00f6ssere Gesetzespakete d\u00fcrfte er mit beiden Kammern gegen sich kaum noch durchbekommen. Zwar l\u00e4sst sich auch in einer solchen Situation durchaus mit Pr\u00e4sidentenerlassen, sogenannten Executive Orders, Politik machen. Jeder k\u00fcnftige Bewohner des Weissen Hauses kann derartige Erlasse aber wieder kassieren, insofern sind sie weniger belastbar als Parlamentsbeschl\u00fcsse. Ein Sieg der Republikaner, einer in den letzten Jahren erheblich radikalisierten Partei, w\u00fcrde nicht nur die Chance einer R\u00fcckkehr von Trump ins Weisse Haus erh\u00f6hen, sondern auch das Interesse der USA an Europa ver\u00e4ndern. F\u00fcr uns in der DACH-Region k\u00f6nnte dies vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit erschweren. Viel schlimmer k\u00f6nnte es aber die Ukraine treffen, wenn eine republikanisch dominierte US-Politik k\u00fcnftig weniger Geld und Waffen bereitstellt. Auch die russischen Aggressoren werden sich die Kongresswahl daher vermutlich mit grossem Interesse anschauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock : Mit dem weithin erwarteten und vom Markt voll eingepreisten Zinsschritt von 0,75 Prozentpunkten hat die Federal Reserve am vergangenen Mittwoch die steilste Zinsanhebung der vergangenen 40 Jahre fortgesetzt.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,189,197,670],"class_list":["post-21771","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-ezb","tag-fed","tag-martinlueck"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21771","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21771"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21771\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21771"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21771"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21771"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}