{"id":21773,"date":"2022-12-23T15:57:28","date_gmt":"2022-12-23T14:57:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=16003"},"modified":"2022-12-23T15:57:28","modified_gmt":"2022-12-23T14:57:28","slug":"blackrock-2023-fokus-auf-geopolitik-und-zentralbanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-2023-fokus-auf-geopolitik-und-zentralbanken\/","title":{"rendered":"BlackRock : 2023 Fokus auf Geopolitik und Zentralbanken"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock<\/strong> : Mit Blick auf 2023 haben Marktbeobachter in der vergangenen Woche genau hingeschaut.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span id=\"page19R_mcid23\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<br \/>\n<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock :<\/strong>\u00a0 Was Fed und EZB bez\u00fcglich ihres weiteren Vorgehens mitzuteilen hatten, stand genauso im Mittelpunkt des Interesses wie die Frage, ob man angesichts der bisher erfolgten Zinsschritte bereits mit einer Rezession rechnen m\u00fcsse. Der Pfad f\u00fcr eine sanfte Landung, so Fed-Chairman Jerome Powell, sei auf jeden Fall enger geworden. Die EZB wurde tags darauf in ihrer Presseerkl\u00e4rung sogar noch deutlicher. Die Wirtschaftsaktivit\u00e4t k\u00f6nne, so der n\u00fcchterne Befund, im aktuellen und n\u00e4chsten Quartal durchaus sinken, vermutlich werde die Rezession aber \u201ekurz und mild\u201c ausfallen. In die aktualisierten Prognosen liessen EZB- und Fed-Entscheider ihre Volkswirte jeweils eine 0,5%-Sch\u00e4tzung f\u00fcr das reale BIP-Wachstum im n\u00e4chsten Jahr hineinschreiben. Angesichts der Tatsache, dass der US-Leitzins bereits jetzt mit 4,25-4,50% deutlich oberhalb des neutralen Zinses steht, also der Schwelle, oberhalb derer die wirtschaftliche Aktivit\u00e4t gebremst wird, erscheint diese Einsch\u00e4tzung mutig. Dies umso mehr, als das dicke Ende der bisherigen monet\u00e4ren Straffung erst sechs bis neun Monate nach den eigentlichen Zinsschritten kommen d\u00fcrfte, Stichwort Time Lags der Geldpolitik. Bereits jetzt also zu konstatieren, die Folgen eines regelrechten Blindfluges \u00fcber die bei etwa 2,5% gesch\u00e4tzte neutrale Zinsschwelle hinaus (wir erinnern uns an 4,25 Prozentpunkte Zinserh\u00f6hungen in nur neun Monaten) habe man sicher im Griff, klingen ein bisschen wie das ber\u00fchmte Pfeifen im Walde. Dennoch blieb Powell nichts anderes \u00fcbrig, als auch f\u00fcr 2023 tapfer weitere Straffung anzuk\u00fcndigen, denn die Fed-Volkswirte rechnen im n\u00e4chsten Jahr sogar noch mit einem Anstieg der Kerninflationsrate (auf durchschnittlich 3,5% von 3,1% im Jahr 2022). F\u00fcr die EZB gestaltet sich dieser Spagat bisher etwas weniger anstrengend, denn dank ihres sp\u00e4teren Einstiegs in die Zinserh\u00f6hungen steht der Einlagensatz erst bei 2,0% und damit vermutlich ganz in der N\u00e4he des neutralen Zinses. Allerdings ist nicht ganz klar, ob nicht eventuell der etwas teurere Repo-Satz, der inzwischen wieder auf 2,5% erh\u00f6ht wurde und der bis zur Einf\u00fchrung der Negativzinsen im Jahr 2014 als Referenzzinssatz gegolten hatte, seinen fr\u00fcheren Rang als Leitzins wieder einnehmen m\u00fcsste. Dann w\u00e4ren n\u00e4mlich auch die EZB-Zinsen bereits wieder, wenn auch nur leicht, im restriktiven Bereich. Allein die Spekulation um derlei technische Details veranschaulicht das ganze Ausmass an Unsicherheit, mit dem wir Volkswirte uns derzeit herumschlagen. In jedem Fall scheinen die M\u00e4rkte ihr Urteil \u00fcber die geldpolitischen Verk\u00fcndungen der letzten Woche getroffen zu haben: Die EZB wurde bez\u00fcglich weiterer Zinserh\u00f6hungen als entschlossener wahrgenommen, abzulesen in einem Anstieg der zehnj\u00e4hrigen Bundesanleiherendite um 23 Basispunkte \u00fcber den Wochenverlauf, verglichen mit einem entsprechenden R\u00fcckgang um 9 Basispunkte bei der US-Staatsanleihe. Der Euro wertete gegen\u00fcber dem US-Dollar um 0,7% auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock :<\/strong> Die zweite grosse Unbekannte f\u00fcr 2023 d\u00fcrfte wie schon im ausklingenden 2022 die Geopolitik sein. Hierbei stehen zwei Fragezeichen prominent im Raum, erstens Russlands Krieg gegen die Ukraine, zweitens die Beziehungen des Westens zu den grossen Volkswirtschaften Ostasiens. Deutlich weniger Aufmerksamkeit erh\u00e4lt dabei die Dynamik von Handelsbeziehungen innerhalb des westlichen Lagers, etwa zwischen den USA und der EU. So hat die Biden-Administration ihren europ\u00e4ischen Partnern mit dem \u2013 klammheimlich in den tiefsten Sommerferien verabschiedeten \u2013 Inflation Reduction Act (IRA) ein echtes Kuckucksei ins Nest gelegt. Denn obwohl einerseits dieses Ausgabenprogramm einer langj\u00e4hrigen europ\u00e4ischen Forderung nachkommt, n\u00e4mlich bei der Klimapolitik endlich aufs Gaspedal zu treten, setzt die US-Regierung diese Idee vor allem mit heftigen Subventionen f\u00fcr US-Hersteller um, und das in Bereichen, wo es europ\u00e4ischen Unternehmen besonders wehtut, etwa bei Elektroautos oder den daf\u00fcr ben\u00f6tigten Batterien. Europ\u00e4ischen Forderungen, das Gesetzpaket noch einmal aufzuschn\u00fcren und den schlimmsten America First-Protektionismus herauszustreichen, erteilte die Biden-Regierung erwartungsgem\u00e4ss eine Absage. So k\u00f6nnte es nun zumindest an den Durchf\u00fchrungsbestimmungen \u00c4nderungen geben, mit denen auch europ\u00e4ischen Auto- und Batterieherstellern Zugang zu den Subventionst\u00f6pfen gew\u00e4hrt und damit ihre Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf dem amerikanischen Markt erhalten werden k\u00f6nnte. Ganz allgemein aber, das zeigen derartige Diskussionen, k\u00f6nnte die Neusortierung der Globalisierung zu einem Kernthema im n\u00e4chsten Jahr werden. Denn ob bzw. unter welchen Bedingungen international agierende Unternehmen ihre Produkte in den gr\u00f6ssten Wirtschaftsr\u00e4umen anbieten d\u00fcrfen, k\u00f6nnte sich als eine der wichtigsten Determinanten f\u00fcr die Gewinne und damit die Grundlage der Aktienkursentwicklung herausstellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock : Kein weiteres annus horribilis. Oder doch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Festzustellen, die Unsicherheit im Hinblick auf das kommende Jahr sei hoch, ist eine Plattit\u00fcde. F\u00fcr 2023 gilt dies genauso wie f\u00fcr jedes andere Jahr. Wobei es diesmal tats\u00e4chlich einen Unterschied zu geben scheint, n\u00e4mlich die stark gestiegene Wahrscheinlichkeit sogenannter Tail Risks, also extremer Wendungen. So k\u00f6nnte eine weitere Eskalation der Kriegshandlungen seitens Russlands klassische Markttreiber wie Wachstums- und Inflationsausblick \u00fcberlagern. Gleiches gilt f\u00fcr die oben genannten Ver\u00e4nderungen im Welthandel. Sollte es zu einem offenen Handelskrieg kommen, w\u00e4ren moderate Prognosen vermutlich schnell Makulatur. Davon abgesehen sieht 2023 nach einem Jahr mit Erholungspotenzial aus, bei Aktien eher als bei Renten. Gut m\u00f6glich, dass uns die Stagflation noch eine Weile Kn\u00fcppel zwischen die F\u00fcsse wirft. Dann wird 2023 wohl nicht viel besser als 2022, nur vielleicht weniger schlimm. Aber mit Blick auf den Irrsinn der vergangenen knapp 12 Monate w\u00e4re das ja schon mal was.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock : Mit Blick auf 2023 haben Marktbeobachter in der vergangenen Woche genau hingeschaut.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,670,321],"class_list":["post-21773","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-martinlueck","tag-zentralbanken"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21773"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21773\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}