{"id":21775,"date":"2023-02-07T11:39:05","date_gmt":"2023-02-07T10:39:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=16539"},"modified":"2023-02-07T11:39:05","modified_gmt":"2023-02-07T10:39:05","slug":"blackrock-verwirrende-inflationsaussichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-verwirrende-inflationsaussichten\/","title":{"rendered":"BlackRock : Verwirrende Inflationsaussichten"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock :\u00a0<\/strong>EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde ist um ihren Job nicht zu beneiden.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span id=\"page19R_mcid23\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von Dr. Martin L\u00fcck , Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur, weil die Franz\u00f6sin sich in den Pressekonferenzen mit \u00d6konomensprech oder technischen Details sichtbar schwertut und damit einen un\u00fcbersehbaren Kontrast zu ihrem Vorg\u00e4nger, dem MIT-Elitevolkswirt Mario Draghi, darstellt. Sondern auch, weil die Lage nun mal kompliziert ist. So hat die EZB nach langem Z\u00f6gern im Juli letzten Jahres den Sprung auf den Zinszug gerade noch geschafft, befand sich aber zu diesem Zeitpunkt bereits so markant hinter der Kurve, dass in der Folge hektisch, ja \u00fcberst\u00fcrzt wirkende Schritte notwendig waren, um die Gunst der hohen Inflationsraten noch zur Demonstration beherzten Handelns nutzen zu k\u00f6nnen. Denn seit die Inflationsraten wieder sinken, wird es mit kernigen Schritten wie den beiden 0,75 Prozentpunkte-Schritten von September und Oktober schwierig, der gef\u00fchlte \u2013 und gerade in Deutschland medial aufgeblasene \u2013 Handlungsdruck schwindet. Sozusagen mit h\u00e4ngender Zunge der Inflation hinterherhechelnd erreichte die EZB Mitte Dezember gerade eben neutrales Territorium, also jenes Zinsniveau, bei dem die Geldpolitik die wirtschaftliche Entwicklung weder anschiebt noch bremst. Im Euroraum wird dieser neutrale Zins in der Gr\u00f6ssenordnung von rund 2% vermutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so wurde es am vergangenen Donnerstag mit verst\u00e4ndnisvollem Schmunzeln quittiert, als Lagarde sich und ihre Kollegen \u00fcber den gr\u00fcnen Klee f\u00fcr den inzwischen erreichten Erfolg bei der Inflationsbek\u00e4mpfung lobte, wussten doch alle Zuh\u00f6rer, dass der bisherige R\u00fcckgang der Inflation keineswegs der Geldpolitik (die ja noch gar nicht restriktiv ist), sondern vor allem gesunkenen Energiepreisen zu verdanken ist. Dennoch kann verst\u00e4ndlicherweise die Notenbank nun nicht nachlassen. Und so war es nur konsequent, dass die EZB einen 50 Basispunkte-Schritt nachlegte und einen weiteren f\u00fcr M\u00e4rz quasi ank\u00fcndigte. Weiter in die Zukunft wollte sich Frau Lagarde nicht festlegen, und das ist auch vern\u00fcnftig. Denn bis zum M\u00e4rz k\u00f6nnte sich entweder die \u00f6konomische Lage im Euroraum ver\u00e4ndern, etwa wenn sich die lange erwartete, bisher aber nicht eingetretene Rezession doch noch Bahn bricht oder die Inflationsentwicklung einen ungew\u00f6hnlichen und von den Erwartungen abweichenden Verlauf nimmt. Gerade letztere Unw\u00e4gbarkeit, die neben dem Dauerthema Rezession auch die Risikobereitschaft der M\u00e4rkte \u00fcber einen guten Teil des Jahres pr\u00e4gen d\u00fcrfte, hat das Potenzial, zu einer ernsten kommunikativen Herausforderung f\u00fcr die Notenbanken zu werden. Das kommt so: Zun\u00e4chst d\u00fcrften die Headline-Inflationsraten, bedingt durch starke Basiseffekte bei den Energiepreisen, \u00fcber die n\u00e4chsten Monate stark fallen. M\u00f6glicherweise erreichen sie im Fr\u00fchsommer Niveaus, die unterhalb der langsamer sinkenden Kerninflation liegen. Das w\u00e4re ein ungew\u00f6hnliches Bild und k\u00f6nnte einen ersten Vorgeschmack darauf liefern, dass hinter der Kulisse des spektakul\u00e4ren, von Basiseffekten ausgel\u00f6sten R\u00fcckgangs der Inflationsraten l\u00e4ngst strukturelle Ver\u00e4nderungen ihr Unwesen treiben, deren Auftauchen wir, zumindest in messbarer Dringlichkeit, erst in der mittleren Zukunft erwartet hatten. Hier ist von den oft zitierten Ds die Rede, also Ph\u00e4nomenen wie Demographie, Dekarbonisierung und Deglobalisierung. Sie alle wirken inflation\u00e4r und d\u00fcrften daf\u00fcr sorgen, dass die Inflationsraten in den n\u00e4chsten Jahren h\u00f6her als erw\u00fcnscht bleiben werden. Oder, anders ausgedr\u00fcckt, dass es eines massiveren Einbremsens der Zentralbanken bed\u00fcrfte, um diese Art von Inflation aus dem System zu zwingen. Denn weil es sich \u00fcberwiegend um von Angebotsknappheiten getriebene Inflation handelt, kann die Geldpolitik nur ein Nachfrageniveau, das dazu nicht passt und deswegen Inflation generiert, auf dieses knappe Angebot herunterzwingen. Genau diese Lektion haben wir im schmerzhaften Jahr 2022 gelernt. Und dass die Notenbanken dauerhaft diesem Druck ausgesetzt sein wollen, halten wir f\u00fcr zweifelhaft und erwarten daher, dass sie es vorziehen werden, mit dieser Realit\u00e4t h\u00f6herer Inflation zu leben. Das d\u00fcrfte angesichts ihres Mandats manchmal schwer zu erkl\u00e4ren sein. Wie es also aussieht, gehen die kommunikativ herausfordernden Zeiten f\u00fcr die Zentralbanken gerade erst los. Die sehr entspannte Marktreaktion auf Lagardes Versuch, grimmig entschlossen daherzukommen, zeigt dies \u00fcberdeutlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Genug \u201aRisk-on\u2018 f\u00fcr Schwellenl\u00e4nder?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine grundpositive Marktstimmung, erg\u00e4nzt um die Einsch\u00e4tzung, dass etablierte Industrielandm\u00e4rkte heiss zu laufen beginnen, ist oft der Ausl\u00f6ser f\u00fcr verst\u00e4rktes Interesse an Schwellenlandanlagen. Im aktuellen Fall liegt der notwendige Optimismus zweifelsohne vor. Rezessionsrisiken und Inflationsgefahr werden, ob richtig oder falsch, in den ersten Wochen dieses Jahres deutlich weniger angstvoll wahrgenommen als noch vor Weihnachten. Globale Aktien haben deshalb seit Jahresbeginn um gut 8% zugelegt, globale Anleihen um \u00fcber 2,5%. Gleichzeitig scheint die kr\u00e4ftige Dollar-Aufwertung, welche sich im Zuge des grossen Abstandes zwischen amerikanischen und europ\u00e4ischen Leitzinsen ergeben hatte, sich inzwischen ins Gegenteil verkehrt zu haben. Und verglichen mit dem \u201aTaper Tantrum\u2018 2013, dem schockierenden Einbruch von Schwellenlandanlagen im Zeichen steigender US-Zinsen und eines starken Dollar, stehen heute viele Emerging Markets fundamental besser da, mit geringerer Auslandsverschuldung, ausgeglicheneren Leistungsbilanzen und Notenbanken, die ihren Industrieland-Pendants sogar vorausgeeilt waren. Gleichzeitig w\u00e4re es verfehlt, allzu undifferenziert Optimismus bez\u00fcglich der Schwellenl\u00e4nder zu verbreiten. Denn wenn die Krisen der letzten Jahre, ob Covid oder Krieg, Handelskonflikte oder geopolitische Spannungen, eines gezeigt haben, dann doch dass Schwellenl\u00e4nder nicht gleich Schwellenl\u00e4nder sind, mithin also sorgf\u00e4ltig zu differenzieren ist. Ausserdem d\u00fcrfte die Risikopr\u00e4mie, welche Anleger in Schwellenl\u00e4ndern angesichts der Risiken und Unsicherheiten fordern sollten, eher zugenommen haben. \u201aPositiv, aber selektiv\u2018 lautet deshalb eher das Motto. Und lieber eine Handbreit Wasser unterm Kiel.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock :\u00a0EZB-Pr\u00e4sidentin Christine Lagarde ist um ihren Job nicht zu beneiden.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":12776,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147,674],"class_list":["post-21775","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock","tag-martin-lueck"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21775"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21775\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}