{"id":21779,"date":"2023-03-21T17:06:26","date_gmt":"2023-03-21T16:06:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.advisorworld.ch\/?p=16962"},"modified":"2023-03-21T17:06:26","modified_gmt":"2023-03-21T16:06:26","slug":"blackrock-ein-drahtseilakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-ein-drahtseilakt\/","title":{"rendered":"BlackRock : &#8220;Ein Drahtseilakt\u201d"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock :\u00a0<\/strong>Eine intensive, geradezu geschichtstr\u00e4chtige Woche an den Finanzm\u00e4rkten liegt hinter uns. Mit einem Paukenschlag sind Finanzstabilit\u00e4tsrisiken in die Wahrnehmung von Investoren zur\u00fcckgekehrt.<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span id=\"page19R_mcid20\" class=\"markedContent\"><span id=\"page19R_mcid19\" class=\"markedContent\"><\/span><\/span><span id=\"page19R_mcid23\" class=\"markedContent\"><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Von <b>Ann-Katrin Petersen, Senior Investment Strategist bei BlackRock<\/b><br \/>\n<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<div class=\"vi16\" data-componentname=\"Paragraph\">\n<div class=\"paragraph tinymce clearfix bg-white table-620-wide\">\n<div class=\"wrapper-980\">\n<div class=\"row\">\n<div class=\"para-content col-xl-7 col-lg-9 col-12 ishares-remove-bootstrap-offset\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Sorgen um die Stabilit\u00e4t mehrerer US-Regionalbanken, in deren Folge auch Europas Bankensektor in den Fokus r\u00fcckte, sorgten f\u00fcr klassische \u201eRisk-off\u201c Bewegungen \u2013 schickten Aktienkurse auf Talfahrt und l\u00f6sten eine Flucht in vermeintlich \u201esichere H\u00e4fen\u201c wie Gold und Staatsanleihen aus, verbunden mit kr\u00e4ftigen Kursschwankungen vor allem bei Anleihen. Investoren zweifelten, ob die Notenbanken in diesem Umfeld noch zu nennenswerten Leitzinsanhebungen in der Lage sind. Die Rendite zweij\u00e4hriger US-Staatsanleihen fiel zwischenzeitlich um rund 100 Basispunkte \u2013 eine solch ruckartige Neubewertung hat es seit mehr als 40 Jahren nicht gegeben. Die erneut hohen US-Inflationszahlen und die Leitzinserh\u00f6hung einer unbeugsamen Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) r\u00fcckten dabei schon fast in den Hintergrund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Drahtseilakt: Zentralbanken navigieren Inflations- und Finanzstabilit\u00e4tsrisiken<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es war eine Woche, in der sich die Dilemmata, vor denen gerade die Notenbankwelt aktuell steht, in aller H\u00e4rte offenbart haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn erstmals seit Jahrzehnten m\u00fcssen die US-Notenbank Fed, die EZB, Bank of England (BoE) und ihre Schwesterinstitute nicht nur einen Drahtseilakt meistern zwischen der Eind\u00e4mmung von Inflationsrisiken einerseits \u2013 denn der Kampf gegen eine hartn\u00e4ckig hohe Inflation ist noch nicht gewonnen \u2013 und der Inkaufnahme von Rezessionsrisiken andererseits. Sondern zunehmend auch einen Seiltanz zwischen der Gew\u00e4hrleistung von Inflationsglaubw\u00fcrdigkeit und Finanzstabilit\u00e4t. All dies hat die Unsicherheit \u00fcber den k\u00fcnftigen Kurs der Geldpolitik erh\u00f6ht und sich in erratischen Zinserwartungen niedergeschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar sind die Bankturbulenzen, die die M\u00e4rkte in den vergangenen Tagen in Aufruhr versetzen, sehr unterschiedlicher Natur. Allerdings haben sie gemeinsam, dass Investoren die (hausgemachten) Schwachstellen einzelner Institute, etwa Schulden- und anderweitige Risikopositionen, nun angesichts hoher Zinss\u00e4tze genauer unter die Lupe nehmen. Sie sind j\u00fcngste Anzeichen daf\u00fcr, dass sich die Bremsspuren der in Umfang und Geschwindigkeit massiven Leitzinserh\u00f6hungen in verschiedenen Teilen der Wirtschaft mehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade das Bankgesch\u00e4ft h\u00e4ngt in hohem Masse vom Vertrauen ab, der Banken untereinander und der Bankkunden darauf, dass ihre Einlagen gesichert sind. Um eine breiter gef\u00e4cherte Vertrauenskrise abzuwenden und ungerechtfertigte Ansteckungseffekte zu vermeiden, war in den vergangenen Tagen zu beobachten, wie alle relevanten Akteure von Washington bis Z\u00fcrich aktive Vertrauensf\u00f6rderung betrieben. Dank der z\u00fcgigen und konsequenten Reaktion von Politik, Notenbanken, Aufsichtsbeh\u00f6rden und Wirtschaft \u2013 inklusive der am Sonntagabend angek\u00fcndigten \u00dcbernahme der Schweizer Credit Suisse durch die UBS \u2013 konnten potenzielle Dominoeffekte bislang im Zaum gehalten werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar erwarten wir, dass die Zentralbanken alle ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Instrumente wie etwa Liquidit\u00e4tshilfen nutzen werden, um das Bankensystem zu st\u00fctzen\u2013 aber angesichts der anhaltenden Inflation die Leitzinsen nicht senken werden. Ergo: Die Anzeichen, dass sich eine Rezession n\u00e4hert, verdichten sich. Die Ereignisse der vergangenen zwei Wochen d\u00fcrften dazu f\u00fchren, dass Banken ihre Kreditvergabe einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fed-Zinsschritt noch nicht vom Tisch \u2013 drei Fragestellungen im Blick <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Marktteilnehmer d\u00fcrften in den kommenden Tagen insbesondere drei Fragestellungen im Blick behalten:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Kommt es zu einer Beruhigung der Marktspannungen?<\/em><\/strong> Es gibt Chancen f\u00fcr ein sukzessives Abebben der Verwerfungen, aber die Unsicherheit bleibt erh\u00f6ht. Anleger d\u00fcrften mit Argusaugen beobachten, ob nach den j\u00fcngsten Vorf\u00e4llen in den USA und in Europa das Vertrauen in das Bankensystem nachhaltig wiederhergestellt werden kann oder wom\u00f6glich bald das n\u00e4chste Institut ins Wanken ger\u00e4t.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Bleibt die Fed auf Kurs?<\/em> <\/strong>Am Mittwochabend richten sich alle Augen auf die Ergebnisse der US-Notenbanksitzung. Nachdem die Fed infolge robuster Arbeitsmarktdaten noch vor Kurzem eine erneute Beschleunigung des Zinsanhebungstempos auf 50 Basispunkte ins Spiel gebracht hatte, spiegelt der Geldmarkt nun kaum noch Zinserh\u00f6hungserwartungen wider, verbunden mit erneut handfesten Zinssenkungsfantasien f\u00fcr die zweite Jahresh\u00e4lfte von etwa 150 Basispunkten. Wir teilen diese Ansicht nicht. Die Fed d\u00fcrfte ihren Zinserh\u00f6hungsprozess fortsetzen und ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf einen Zielkorridor von 4,75 bis 5,0 Prozent anheben. Auch die Bank of England d\u00fcrfte am Donnerstag einen weiteren Zinsschritt wagen. Um ihre Inflationsglaubw\u00fcrdigkeit zu wahren, k\u00f6nnte die Fed \u00e4hnlich wie die unbeugsame EZB einen \u201ezweigleisigen\u201c Ansatz verfolgen, der geldpolitische von marktstabilisierenden Massnahmen unterscheidet. Dennoch d\u00fcrfte auch die Fed, ebenso wie die EZB, verst\u00e4rkt auf Sicht fahren und ihre Geldpolitik auf den Sitzungen im Mai und Juni \u201edatenabh\u00e4ngig\u201c ausrichten. Mit einem Fragezeichen behaftet bleibt in diesem volatilen Umfeld zudem, ob die US-Notenbanker im Rahmen der Ver\u00f6ffentlichung des \u201eDot Plot\u201c, der aktualisierten Median-Projektionen, das Signal eines noch aggressiveren Zinspfades geben wollen.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Welche Hinweise geben klassische Konjunkturindikatoren auf die Wirtschaftsperspektiven im zweiten Quartal?<\/em> <\/strong>Verschiedene Barometer f\u00fcr den zinssensitiven US-H\u00e4usermarkt, der sich bereits seit l\u00e4ngerer Zeit abk\u00fchlt, und die Einkaufsmanagerindizes f\u00fcr die USA, den Euroraum und Grossbritannien sollten das Bild einer auseinanderklaffenden Konjunktur untermauern. Einem schrumpfenden Verarbeitenden Gewerbe steht moderates Wachstum im Dienstleistungssektor gegen\u00fcber, nicht zuletzt angesichts der festen Arbeitsm\u00e4rkte in den Industriel\u00e4ndern. Freundlicher als erwartete Konjunktursignale k\u00f6nnten die Aufmerksamkeit wieder in Richtung des hartn\u00e4ckig hohen Inflationsdrucks lenken<strong>.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was bedeutet all das f\u00fcr die Anlageallokation?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir ziehen drei Schlussfolgerungen f\u00fcr unsere taktische Positionierung in einem Umfeld, in dem Fingerspitzengef\u00fchl gefragt bleibt:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Erstens preisen Risikoanlagen die aus unserer Sicht \u201evorprogrammierte\u201c Rezession nicht vollst\u00e4ndig ein.<\/strong> Aus diesem Grund behalten wir trotz der Kursr\u00fccksetzer unsere vorsichtigere Grundhaltung bei und halten an unserem taktischen Untergewicht bei Aktien der Industriel\u00e4nder mit Blick auf die kommenden sechs bis zw\u00f6lf Monate fest. Dar\u00fcber hinaus haben wir unser moderates \u00dcbergewicht bei Investment Grade-Unternehmensanleihen gegen\u00fcber der Benchmark geschlossen (\u201eneutral\u201c) und gewichten Hochzinsanleihen nun unter. Die antizipierte Rezession wird voraussichtlich zu einer weiteren Kreditverknappung f\u00fchren. Zur Erinnerung: Im Februar hatten wir bei bonit\u00e4tsstarken Unternehmensanleihen bereits Gewinne vereinnahmt.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Zweitens bevorzugen wir nach wie vor kurzfristige Staatsanleihen.<\/strong> Denn die Notenbanken werden unserer Einsch\u00e4tzung nach nicht versuchen, die Konjunktur durch Zinssenkungen wiederzubeleben. Der Grund: anhaltende Inflation. Daher k\u00f6nnten wir eine Umkehrung des j\u00fcngsten starken R\u00fcckgangs der Renditen von zweij\u00e4hrigen und anderen kurzfristigen Staatsanleihen erleben. Infolgedessen bevorzugen wir in dieser Anlageklasse jetzt noch k\u00fcrzere Laufzeiten f\u00fcr die Einkommensgenerierung. Wir bleiben bei langfristigen Staatsanleihen untergewichtet und haben unsere Pr\u00e4ferenz f\u00fcr inflationsgesch\u00fctzte Titel ausgebaut, da die Inflation unseres Erachtens deutlich \u00fcber den aktuellen Markteinsch\u00e4tzungen verharren wird.<\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Drittens behalten wir unsere relative Pr\u00e4ferenz f\u00fcr Aktien aus Schwellenl\u00e4ndern (Emerging Markets) bei.<\/strong> Die M\u00e4rkte haben sich auf die Verwerfungen dies- und jenseits des Atlantiks konzentriert. Unter dem Radar best\u00e4tigt sich, dass der wirtschaftliche Neustart in Ostasien durch die aufgehobenen Covid-Beschr\u00e4nkungen an Fahrt gewinnt. Davon d\u00fcrften unserer Ansicht nach Emerging Markets-Anlagen profitieren. Im Anleihebereich bevorzugen wir Schwellenlandanleihen in Landesw\u00e4hrung, da sich die Zentralbanken dem Ende ihrer Zinserh\u00f6hungszyklen n\u00e4hern und m\u00f6glicherweise die Zinsen senken.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock :\u00a0Eine intensive, geradezu geschichtstr\u00e4chtige Woche an den Finanzm\u00e4rkten liegt hinter uns. 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