{"id":21786,"date":"2020-06-23T10:52:21","date_gmt":"2020-06-23T08:52:21","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=7502"},"modified":"2020-06-23T10:52:21","modified_gmt":"2020-06-23T08:52:21","slug":"blackrock-zwei-schritte-vor-eineinhalb-schritte-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-zwei-schritte-vor-eineinhalb-schritte-zurueck\/","title":{"rendered":"BlackRock : Zwei Schritte vor, eineinhalb Schritte zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Krisenbew\u00e4ltigung klingt auf europ\u00e4isch selten harmonisch. Das galt zu Zeiten der Eurokrise, und das gilt auch jetzt wieder bei der Auseinandersetzung mit der Corona-Krise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei BlackRock<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einigkeit herrscht zumeist nur dar\u00fcber, dass man sich erst einmal nicht einig ist, und so gestalteten sich auch die Verhandlungen \u00fcber den EU-Wiederaufbaufonds in der letzten Woche wie erwartet schwierig. Bei gleich einer ganzen Reihe an Themen konnte auf dem virtuellen EU-Gipfel kein Konsens herbeigef\u00fchrt werden. So steht etwa weiter die ganz grunds\u00e4tzliche<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Frage nach dem angemessenen Volumen des Fonds im Raum \u2013 einige L\u00e4nder halten die avisierten 750 Milliarden Euro f\u00fcr zu viel, w\u00e4hrend andere diese Summe als absolute Untergrenze verstehen. Auch der Verteilungsschl\u00fcssel der Hilfen, die Frage nach deren Konditionalit\u00e4t oder aber auch das Verh\u00e4ltnis von Krediten und direkten Hilfen blieb ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und obwohl europ\u00e4ische Krisenpolitik erneut dem Muster \u201ezwei Schritte vor, eineinhalb Schritte zur\u00fcck\u201c zu folgen scheint, machen der Stand der Verhandlungen und vor allem die ungewohnte deutsche Position zu den Hilfen, die einem Paradigmenwechsel gleichkommt, aus Sicht Europas Mut f\u00fcr die Zukunft. Bundeskanzlerin Merkel best\u00e4tigte am Freitag die grunds\u00e4tzliche Einigkeit der Mitgliedstaaten, Hilfen in H\u00f6he von mehreren hundert Milliarden zu vergeben sowie einen Konsens dahingehend, dass die EU zuk\u00fcnftig in die Lage versetzt werden soll, Anleihen am Kapitalmarkt zu begeben. Was vielleicht zun\u00e4chst wenig revolution\u00e4r klingen mag, ist f\u00fcr Deutschland ein Sprung \u00fcber den eigenen langen Schatten. Waren in der Vergangenheit erste Reflexe aus Deutschland stets national und nur selten solidarisch europ\u00e4isch, ist Deutschland nun \u2013 kurz vor der \u00dcbernahme der EU-Ratspr\u00e4sidentschaft Anfang Juli \u2013 bereit, seiner Verantwortung in Europa st\u00e4rker gerecht zu werden. Das ist gut so, denn die politische Dimension und hier vor allem die deutsche Bereitschaft, einer gemeinsamen Verschuldung zuzustimmen, k\u00f6nnte langfristig f\u00fcr Europa von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung sein, als es die Hilfen aus rein wirtschaftlicher Sicht sind. Deutschland ist zu Beginn des letzten Jahrzehnts nicht nur glimpflicher durch die Eurokrise gekommen. Es ist bislang auch mit weit weniger Blessuren durch die aktuelle Krise gesteuert, was es fast zwangsl\u00e4ufig zu mehr Solidarit\u00e4t in einem Europa verpflichtet, das nur gemeinsam bestehen kann. Der geplante Nettobeitrag Deutschlands zum EU-Wiederaufbaufonds in H\u00f6he von etwa vier Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung ist, wenn die Gelder Europa tats\u00e4chlich rasch auf die Beine helfen, gut investiert, weil am Ende Deutschland enorm von mehr Wohlstand jenseits seiner Grenzen profitiert.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Im EZB-Turm d\u00fcrften die Verhandlungen \u00fcber die EU-Hilfen gebannt verfolgt werden<\/strong>.<\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sich die Zentralbank allerdings nicht allein auf die Fiskalpolitik verlassen will und erfahrungsgem\u00e4\u00df auch selten kann, ist sie in der zur\u00fcckliegenden Woche erneut selbst aktiv geworden. Rund 1,3 Billionen Euro an Krediten mit einer Laufzeit von drei Jahren wurden an Banken in der Eurozone vergeben \u2013 und das sogar zu einem Zinssatz, der mit bis zu minus ein Prozent unterhalb des Einlagesatzes der EZB liegt. Noch nie zuvor wurde im Rahmen einer einzelnen TLTRO-Operation so viel Liquidit\u00e4t unter die Banken der Eurozone gebracht. Die entstandene Nettoliquidit\u00e4t durch die Operation in H\u00f6he von knapp 550 Milliarden Euro d\u00fcrfte \u00fcber Umwege in Staatsanleihen flie\u00dfen. Da in diesem Jahr mit zus\u00e4tzlichen 1,5 Billionen Euro an Staatsanleiheemissionen in der Eurozone zu rechnen ist, werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Staaten finden dankbare Abnehmer f\u00fcr ihre zus\u00e4tzlichen Emissionen, sodass die Gefahr steigender Zinsen gebannt sein sollte. Die Banken der Eurozone k\u00f6nnen ihrerseits quasi risikolose \u201eCarry Trades\u201c eingehen und die Zinsdifferenz zwischen Staatsanleiherenditen und dem TLTRO-Zinssatz vereinnahmen. Ein Subventionsprogramm also, das europ\u00e4ische Banken sehr gut gebrauchen k\u00f6nnen. Obwohl sie mit soliden Kapitalpuffern in die Corona-Krise gestartet sind, stehen ihnen harte Zeiten bevor. Bis dato ist die Corona-Krise (noch) keine Bankenkrise. Daf\u00fcr zu sorgen, dass das so bleibt, ist im Sinne der EZB. Allerdings hat das Volumen ausfallgef\u00e4hrdeter Kredite durch die Krise enorm zugenommen. Die Deutsche Bundesbank rechnete j\u00fcngst vor, dass deutsche Banken, wenn es ung\u00fcnstig l\u00e4uft, sogar 100 Milliarden Euro an Verlusten durch ausfallende Kredite erleiden werden. Die bereits get\u00e4tigte Risikovorsorge der Banken, die seit der Finanzkrise vorgeschrieben ist, w\u00fcrde in diesem Szenario nicht ausreichen. Insofern verwundert es nicht, dass die EZB offenbar bereits weiterdenkt und eine \u201eBad Bank\u201c f\u00fcr notleidende Kredite in Erw\u00e4gung zieht.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was das f\u00fcr Anleger bedeutet<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl der \u00f6konomische Himmel \u00fcber Europa alles andere als wolkenfrei ist, gibt es doch Anlass f\u00fcr Optimismus. Wie auch immer die genaue H\u00f6he des EU-Wiederaufbaufonds ausfallen wird, die wirtschaftspolitische Reaktion auf die Krise kann sich in Europa bereits bis hierhin sehen lassen. Au\u00dferdem sollte nicht vergessen werden, dass sie zu den ausgepr\u00e4gten automatischen Stabilisatoren wie der Arbeitslosenversicherungen hinzukommt. Das unterscheidet die Lage etwa zu den USA, wo die Erholung nach der Krise auch aufgrund der deutlich ung\u00fcnstigeren Infektionslage langsamer vonstattengehen d\u00fcrfte als in Europa. Gut m\u00f6glich also, dass sich europ\u00e4ische Aktien in der zweiten Jahresh\u00e4lfte 2020 besser schlagen als der Durchschnitt. Wir vom BlackRock Investment Institute ziehen daher eine Heraufstufung unserer Anlageempfehlung auf \u201e\u00fcbergewichten\u201c f\u00fcr europ\u00e4ische Aktien in Erw\u00e4gung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Krisenbew\u00e4ltigung klingt auf europ\u00e4isch selten harmonisch. 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