{"id":21788,"date":"2020-07-14T11:15:21","date_gmt":"2020-07-14T09:15:21","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=7722"},"modified":"2020-07-14T11:15:21","modified_gmt":"2020-07-14T09:15:21","slug":"blackrock-europa-steht-sich-selbst-im-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-europa-steht-sich-selbst-im-weg\/","title":{"rendered":"BlackRock : Europa steht sich selbst im Weg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Eigentlich m\u00fcsste es eine Bl\u00fctezeit Europas sein. In Trumps Amerika verabschiedet sich jeglicher Rest politischer Kultur, und das immer deutlicher China-dominierte Asien versinkt in offener Autokratie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich  und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Europa, so sollte man meinen, m\u00fcsste in derart tr\u00fcben Zeiten attraktive Alternativen im Angebot haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn dem so ist, dann bleibt es auf elegante Weise verborgen.<\/strong> Statt gemeinsam in Richtung Zukunftsf\u00e4higkeit zu gehen, was Bereiche wie nachhaltiges Wirtschaften und technologische F\u00fchrerschaft ebenso einschliesst wie Verteilungsgerechtigkeit und das Verteidigen einer freiheitlichen Werteordnung, setzen die Mitgliedsl\u00e4nder der EU auch weiterhin auf Konfrontation. Bestes Beispiel ist die festgefahrene Diskussion um den EU-Haushaltsrahmen f\u00fcr die Jahre 2021-27. Hier m\u00f6chten einige, eher in der Nordh\u00e4lfte Europas beheimatete L\u00e4nder das Volumen auf 1% der Wirtschaftsleistung begrenzen, andere im S\u00fcden und Osten sprechen sich f\u00fcr h\u00f6here Ausgaben aus, nicht ohne Hoffnung, selbst davon zu profitieren. Noch kniffliger erscheint dar\u00fcber hinaus der Versuch, EU-Ausgaben an die Einhaltung rechtstaatlicher Grunds\u00e4tze zu koppeln. So w\u00fcrde die EU-Kommission gern so manchem osteurop\u00e4ischen Autokraten, der durch Gleichschaltung der Justiz oder Unterdr\u00fcckung freier Medien nicht mehr so ganz den rechtstaatlichen Grunds\u00e4tzen der EU gen\u00fcgt, die Mittel k\u00fcrzen, aber das erscheint schwierig. Denn jetzt r\u00e4cht sich, was schon vor 16 Jahren absehbar war, dass man n\u00e4mlich die damalige Osterweiterung nicht ohne konsequente Durchsetzung des Mehrheitsprinzips bei EUEntscheidungen h\u00e4tte geschehen lassen d\u00fcrfen. So kann nun heute jedes noch so bedeutungsarme EU-Land weiter einen erheblichen Teil seines BIP aus Br\u00fcsseler Subventionskassen bezahlen lassen, ohne sich selbst bei schweren Verst\u00f6ssen gegen die Rechtstaatlichkeit mehr als einen erhobenen Zeigefinger gefallen lassen zu m\u00fcssen. In Polen, wo am vergangenen Sonntag der nationalistische Pr\u00e4sident mit hauchd\u00fcnner Mehrheit wiedergew\u00e4hlt wurde, darf man sich durch das eigene Wahlvolk best\u00e4tigt f\u00fchlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aus diesem Grund f\u00fchrt auch das Tauziehen um den Corona-Wiederaufbaufonds mit seinem geplanten Umfang von 750 Mrd. Euro in die falsche Richtung.<\/strong> Denn keineswegs sind nur diejenigen \u201epro Europa\u201c, die eine bedingungslose Aussch\u00fcttung nicht r\u00fcckzahlbarer Hilfen bef\u00fcrworten. Und genauso wenig sind die als \u201esparsame Vier\u201c verschrienen EU-L\u00e4nder (\u00d6sterreich, Niederlande, Schweden und D\u00e4nemark) sture Blockierer, nur weil sie angemessene Anreize f\u00fcr die Beihilfen, aber auch Reformen im Gegenzug verlangen. Bis vor kurzem stand ja auch die deutsche Bundesregierung auf der Seite dieser Forderungen. Nun hat aber die Bundeskanzlerin, kurz vor Ende ihrer Amtszeit und gerade rechtzeitig zur deutschen EU-Ratspr\u00e4sidentschaft, den Hebel umgelegt, wodurch \u00d6sterreich &amp; Co. nach dem Brexit der n\u00e4chste wichtige Alliierte im Kampf gegen die bedingungslose Vergemeinschaftung von der Fahne gegangen zu sein scheint.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und dies verdeutlicht einmal mehr das europ\u00e4ische Dilemma.<\/strong> W\u00e4hrend nur geschlossenes Auftreten und Handeln dem alten Kontinent einen bedeutsamen Platz in der globalisierten Welt sichern kann, k\u00e4mpft jede Regierung weiter f\u00fcr die eigenen Interessen, ob bez\u00fcglich EU-Haushalt, Migration oder Klima. Und w\u00e4hrend die Antwort auf die nicht mehr koordinierbare Vielfalt an Einzelinteressen tiefere politische Integration w\u00e4re, ist zu dem damit verbundenen Souver\u00e4nit\u00e4tsverzicht kaum ein Land ernsthaft bereit. Stattdessen versucht die EU weiterhin, 27 Einzelinteressen mit den jahrzehntealten, als unzureichend bekannten Mauschelmechanismen in Einklang zu bringen. Die Tatsache, dass nun auch noch pers\u00f6nliche Eitelkeiten dazukommen, wie die st\u00e4ndigen Kabbeleien zwischen Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula Von der Leyen und Charles Michel, dem Pr\u00e4sidenten des Europ\u00e4ischen Rates zeigen, ist alles andere als f\u00f6rderlich.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was das f\u00fcr Anleger bedeutet <\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der geneigte globale Investor schaut demzufolge mit einer gewissen Konsterniertheit nach Europa. Zurzeit mag der alte Kontinent attraktiv erscheinen, weil trotz aller oben beschriebenen Zwistigkeiten sein politischer Apparat im Vergleich mit den USA paradiesisch aussehen mag und ein nicht ganz so grauenhaftes Corona-Management eventuell einen fr\u00fcheren \u00f6konomischen Neustart aus der Krise erm\u00f6glicht. Ein derartiger zyklischer Vorteil spr\u00e4che f\u00fcr Europa. L\u00e4ngerfristig betrachtet, k\u00f6nnten aber das Interesse an Europa und der zurzeit feste Euro eher ein Zeichen amerikanischer Schw\u00e4che sein. Bevor wir Europ\u00e4er uns angesichts des vermeintlichen Verfalls Amerikas oder der Inkompatibilit\u00e4ten Asiens selbstzufrieden zur\u00fccklehnen, sollten wir unsere Hausaufgaben erledigen. Ohne tiefgreifende Reform der EU \u2013 inklusive W\u00e4hrungsunion \u2013 d\u00fcrfte Europa auf dem absteigenden Ast bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Eigentlich m\u00fcsste es eine Bl\u00fctezeit Europas sein. 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