{"id":21796,"date":"2020-10-06T14:59:47","date_gmt":"2020-10-06T12:59:47","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=8315"},"modified":"2020-10-06T14:59:47","modified_gmt":"2020-10-06T12:59:47","slug":"blackrock-erst-das-fressen-dann-die-moral","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-erst-das-fressen-dann-die-moral\/","title":{"rendered":"BlackRock :  Erst das Fressen, dann die Moral?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Es ist in diesen Tagen nicht leicht, an eine glorreiche Zukunft f\u00fcr Europa zu glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, \u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar erscheinen andere grosse Wirtschaftsr\u00e4ume mit Blick auf die Qualit\u00e4t ihrer Regierungen auch nicht gerade paradiesisch, dennoch gelingt es dem alten Kontinent noch nicht einmal in einer derartigen Phase, attraktiv zu erscheinen. Zu einem guten Teil liegt das am Streit um den \u201eNext Generation EU\u201c-Fonds. Es ist ein Streit um sehr viel Geld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 21. Juli beschlossen die 27 EU-Staaten nach schier endlosen Verhandlungen ein Ausgabenpaket im Gesamtumfang von 1,8 Billionen Euro. Es um fasst sowohl den Finanzrahmen f\u00fcr die Jahre 2021- 27 als auch ein 750 Mrd. Euro schweres Hilfspaket, das dem Wiederaufstieg Europas aus der Corona- Krise dienen soll. Eigentlich war geplant gewesen, die Vergabe von EU-Mitteln zuk\u00fcnftig an die Einhaltung von EU-Standards bzgl. Rechtsstaatlichkeit zu koppeln. Dies ist eigentlich eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, konnte aber im Juli von den L\u00e4ndern, deren derzeitige Regierungen daran kein Interesse haben, vornehmlich Ungarn und Polen, erfolgreich verhindert werden. In diesen L\u00e4ndern werden durch Massnahmen der jeweiligen Regierungsparteien Fidesz (Ungarn) und PiS (Polen) Gerichte auf Parteilinie gezwungen, Medien gleichgeschaltet und Minderheiten drangsaliert. Da dies allen mit Rechtsstaatlichkeit nicht viel zu tun hat, brachte nun die deutsche EU-Ratspr\u00e4sidentschaft einen neuen Vorschlag ein, um beides zu gew\u00e4hrleisten: die schnelle Auszahlung der EU-Hilfsmittel einerseits, und eine Verpflichtung der Visegrad-Staaten (neben Ungarn und Polen noch Tschechien und die Slowakei) auf Rechtsstaatlichkeit andererseits. Obwohl aber der deutsche Vorschlag letztere Anforderungen bis zur Unkenntlichkeit weichsp\u00fclte und sich auf wenig konkrete Verpflichtungen zur Bek\u00e4mpfung der Korruption beschr\u00e4nkte, torpedierten die Visegrad-Staaten sie auf dem EU-Treffen letzte Woche erneut und drohten, bei einem Festhalten der EU an ihren Forderungen daf\u00fcr zu sorgen, dass der \u201eNext Generation EU\u201c-Fonds in ihren L\u00e4ndern nicht ratifiziert werden und somit zum 1. Januar 2021 kein Geld fliessen kann. Besonders w\u00fcrden darunter die am schwersten von Covid-19 getroffenen L\u00e4nder leiden, allen voran Italien und Spanien. Neue Krisen k\u00f6nnten schnell aufbrechen. Dieser Konflikt zeigt deutlicher als je zuvor, wie sehr sich die EU von Autokraten erpressbar gemacht hat. Sie muss jetzt sich jetzt entscheiden, ob sie den Drohungen aus Osteuropa nachgeben und dadurch den Weg f\u00fcr Hilfmittel freimachen oder lieber auf rechtsstaatlichen Prinzipien bestehen, daf\u00fcr aber zus\u00e4tzliche H\u00e4rten f\u00fcr Millionen von Menschen vor allem in S\u00fcdeuropa in Kauf nehmen m\u00f6chte. Der Ausgang ist offen, die Auseinandersetzung an sich eine Schande f\u00fcr Europa. M\u00fcsste ich gegenw\u00e4rtig eine Wette eingehen, in welche Richtung das Pendel am Ende ausschlagen wird, w\u00fcrde ich wohl frei nach Brecht antworten: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gezerre um Rechtsstaatlichkeit und \u201eNext Generation EU\u201c ist leider nur eines von vielen Beispielen, welche \u00fcberzeugte Europ\u00e4er am Zustand ihres Kontinents verzweifeln lassen. Weitere Exempel sind der Vorschlag der EU-Kommission zur Aufnahme bzw. R\u00fcckf\u00fchrung von Migranten (ein weiterer Sieg f\u00fcr Ungarn &amp; Co.) oder die Verhandlungen um ein Handelsabkommen mit Grossbritannien. Im letzteren Fall gibt es nach wie vor wenig Bewegung, abgesehen von minimalem Entgegenkommen der britschen Seite bzgl. der Fischereirechte, einem winzigen Nebenschauplatz in den Brexit-Verhandlungen. Vor allem aber steht das von Boris Johnson h\u00f6chstselbst verk\u00fcndete Ultimatum im Raum. Sei bis zum 15. Oktober kein Deal erreicht, solle man die Verhandlungen einstellen und sich auf einen harten Brexit einstellen, so der britsche Premier vor einigen Wochen. Nun ist diese Frist bis auf neun Tage zusammengeschnurrt, und die Fronten sind hart wie eh und je. Wer zuckt zuerst? Nicht undenkbar, dass am Ende die EU-Seite doch noch nachgibt, weil Chefverhandler Michel Barnier m\u00f6glicherweise das Wohl von Hunderten Millionen Europ\u00e4ern mehr am Herzen liegt als Boris Jonhson die Zukunft seiner eigenen Landsleute. Wir sitzen starr und warten gebannt.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was das f\u00fcr Anleger bedeutet<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Welt globalen politischen Irrsinns halten wenigstens die Zentralbanken Kurs. Letzt Woche erholte sich das wichtigste US-Inflationsmass, die Kernrate der Konsumausgaben (\u201ecore PCE\u201c), unerwartet kr\u00e4ftig auf 1,6 Prozent. Da aber die Fed sich festgelegt hat, die Zinsen bis mindestens 2023 bei null zu belassen, bedeutet steigende Inflation niedrigere Realzinsen. Dies k\u00f6nnte also den Dollar weiter abwerten lassen, auch zum Euro. Die EZB w\u00fcrde dergleichen ungern sehen und k\u00f6nnte sich zu weiterer Ausweitung der Anleihek\u00e4ufe veranlasst f\u00fchlen, zumal die Kerninflation im Euroraum im September noch weiter abgerutscht ist auf nur noch mickrige 0,2 Prozent. Vielleicht k\u00f6nnen wir diese Woche in den Sitzungsprotokollen der beiden Zentralbanken lesen, wie sie selbst ihre n\u00e4chsten Schritte sehen. F\u00fcr die EZB sieht es nach mehr Lockerung im Dezember aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Es ist in diesen Tagen nicht leicht, an eine glorreiche Zukunft f\u00fcr Europa zu glauben.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6833,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21796","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21796"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21796\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}