{"id":21797,"date":"2020-10-13T11:21:02","date_gmt":"2020-10-13T09:21:02","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=8364"},"modified":"2020-10-13T11:21:02","modified_gmt":"2020-10-13T09:21:02","slug":"blackrock-kein-fall-fuers-museum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-kein-fall-fuers-museum\/","title":{"rendered":"BlackRock : Kein Fall f\u00fcrs Museum"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Auf der EZB-Pressekonferenz im September gab sich Christine Lagarde noch M\u00fche, nicht allzu negativ zu klingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Von Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei BlackRock<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das in der letzten Woche ver\u00f6ffentlichte Protokoll der Zentralbanksitzung im September sprach aber relativ zu Lagardes Tonalit\u00e4t eine viel pessimistischere Sprache und offenbarte ein St\u00fcck weit besser den Alarmismus im Frankfurter EZB-Turm. Ganze 23 Mal kommt das Wort \u201eUnsicherheit\u201c in dem Protokoll vor. So oft wie noch nie, seitdem die EZB das gesprochene Wort w\u00e4hrend der Sitzungen \u00f6ffentlich macht. Die Quelle der Unsicherheit ist mit den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie schnell ausgemacht, und somit d\u00fcrfte die Frage nach weiteren geldpolitischen Lockerungsmassnahmen dann auch nur eine nach dem \u201ewann\u201c und nicht nach dem \u201eob\u201c sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade der Dienstleistungssektor tut sich angesichts der Konsumzur\u00fcckhaltung in Europa weiterhin sehr schwer. Kein Wunder, schliesslich ist die Sparquote in der Eurozone von zuvor knapp 13 Prozent auf fast 17 Prozent in der Krise hochgeschossen. Selten zuvor legten die Menschen in Europa einen derart hohen Anteil ihrer Eink\u00fcnfte auf die hohe Kante. Konsumverzicht ist f\u00fcr viele Menschen derzeit das Gebot der Stunde, und da die Eurozone im internationalen Vergleich zudem gut durch die Krise<br \/>\ngekommen ist und der Euro entsprechend aufgewertet hat, liegt die Inflationsrate in der W\u00e4hrungsunion aktuell mit nur noch -0,3 Prozent sogar im negativen Bereich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Jahren des Verfehlens des Inflationsziels glaubt kaum jemand mehr an die Wiederkehr von Preissteigerungsraten jenseits der Zwei-Prozent-Marke \u2013 schon gar nicht in der Eurozone. Diese landl\u00e4ufige Prognose k\u00f6nnte sich jedoch als durchaus tr\u00fcgerisch erweisen, denn \u00fcber die mittlere Frist d\u00fcrfte die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr positive \u00dcberraschungen bei der Inflation so hoch sein wie lange nicht. Eine zunehmende Konzentration der Marktmacht, die Umkehr der Globalisierung und der damit einhergehende Umbau der Wertsch\u00f6pfungsketten sowie steigender Kostendruck resultierend aus strengeren Gesundheitsregularien sind nur drei beispielhaft genannte Trends, die mindestens zwei Dinge gemein haben: Sie wurden erstens durch die Corona-Krise befeuert und wirken zweitens allesamt preissteigernd (jeweils auf der Angebotsseite der Volkswirtschaft).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinzu kommt, dass es einer \u00dcberraschung gleichk\u00e4me, sollte die EZB den Kursschwenk der USNotenbank nicht nachvollziehen und ihrerseits zu einer Neudefinition von Preisstabilit\u00e4t gelangen. Die Fed hat angek\u00fcndigt, dass sie in Zukunft Abweichungen vom Inflationsziel nach oben bewusst tolerieren wird. Damit will sie die Zielverfehlungen der Vergangenheit (nach unten) kompensieren. Eine derartige Neuausrichtung der Strategie allein sorgt nat\u00fcrlich nicht direkt f\u00fcr h\u00f6here Inflationsraten. Allerdings k\u00f6nnte dieser Schritt die Inflationserwartungen aus ihrer jahrelangen Lethargie reissen. Sollte die EZB n\u00e4mlich \u00e4hnlich wie die Fed auf Zinsanhebungen verzichten, wenn es der Wirtschaft sehr gut geht und die Preise st\u00e4rker steigen, k\u00f6nnte sich bei Wirtschaftssubjekten der Eindruck verfestigen, dass Inflationsraten von \u00fcber zwei Prozent doch noch kein Fall f\u00fcrs Museum sind.<\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\"><strong>Was das f\u00fcr Anleger bedeutet<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Schuldner d\u00fcrfte diese Aussicht zun\u00e4chst beruhigend wirken. Eine moderat h\u00f6here Inflation gepaart mit wohl noch jahrelanger lockerer Geldpolitik ist f\u00fcr sie alles andere als ein herausforderndes Umfeld. Dass die globale Schuldenlast selbstredend ebenfalls ein Grund f\u00fcr die Geldpolitik sein d\u00fcrfte, die Z\u00fcgel nicht anzuziehen, ist dabei eine altbekannte Erkenntnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tatsache, dass Notenbankpolitik, um noch expansiver zu wirken, heutzutage signalisieren muss, dass restriktive Massnahmen auch bei h\u00f6herer Inflation keine notwendige Konsequenz sind, birgt letztlich allerdings doch eine Gefahr steigender Renditen. Muss n\u00e4mlich zuk\u00fcnftig vermehrt die Fiskalpolitik und weniger die Geldpolitik f\u00fcr die Stimulierung der Wirtschaft sorgen, k\u00f6nnte die Bonit\u00e4t von Staaten ein Faktor werden. Entsprechend steigende Risikopr\u00e4mien k\u00f6nnten selbst bei einem unterliegenden weiterhin niedrigen sicheren Zinsniveau somit die Renditen anheben. Allerdings ist auf absehbare Zeit nicht davon auszugehen, dass die nominalen Renditen f\u00fcr das Risiko zunehmender Inflation kompensieren werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Blick auf die angelaufene  Woche m\u00fcssen Anleger gleich durch einen ganzen Dschungel an Themen navigieren. F\u00fcr die Kurse am bedeutsamsten d\u00fcrfte erstens die Frage sein, ob sich Demokraten und Republikaner doch noch vor der US-Wahl auf ein Konjunkturpaket einigen k\u00f6nnen. Die zuletzt aufgekommene Hoffnung \u2013 nicht zuletzt gesch\u00fcrt durch den US-Pr\u00e4sidenten \u2013 k\u00f6nnte sich aus unserer Sicht als zu optimistisch erweisen. Zweitens steht der EU-Gipfel am Donnerstag und hier vor allem die Frage im Fokus, ob eine Last-Minute-Einigung zwischen London und Br\u00fcssel m\u00f6glich ist. Wenig deutet darauf hin. Zu guter Letzt werden Anleger auf die anlaufende Berichtssaison f\u00fcr das dritte Quartal schauen. Die US-Banken machen hier den Auftakt f\u00fcr einen Berichtszeitraum, der aus Sicht vieler Unternehmen von Erholung gepr\u00e4gt gewesen sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Auf der EZB-Pressekonferenz im September gab sich Christine Lagarde noch M\u00fche, nicht allzu negativ zu klingen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6346,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[669],"tags":[147],"class_list":["post-21797","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-woechentlicher-marktkommentar","tag-blackrock"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21797","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21797"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21797\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21797"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21797"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21797"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}