{"id":21803,"date":"2020-11-24T10:28:43","date_gmt":"2020-11-24T09:28:43","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=8736"},"modified":"2020-11-24T10:28:43","modified_gmt":"2020-11-24T09:28:43","slug":"blackrock-neuordnung-des-welthandels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/blackrock-neuordnung-des-welthandels\/","title":{"rendered":"BlackRock : Neuordnung des Welthandels"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">BlackRock: Der Mann ist nicht zu beneiden. Als w\u00e4re die Aufgabenliste f\u00fcr den neugew\u00e4hlten US-Pr\u00e4sidenten Joe Biden nicht schon lang genug..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/newsletter\">Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>BlackRock Aktueller Blick auf die M\u00e4rkte<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Von Dr. Martin L\u00fcck, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz,<br \/>\n\u00d6sterreich und Osteuropa bei BlackRock<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">kam letzte Woche die Nachricht hinzu, dass China mit 14 weiteren Pazifik-Anrainern das lange vorbereitete RCEP-Abkommen (Regional Comprehensive Economic Partnership) in trockene T\u00fccher gebracht und sich damit die beste Ausgangsposition in der dynamischsten Region der Welt gesichert hat. Neben den ASEAN-L\u00e4ndern finden sich auf der Liste auch traditionell westlich orientierte Volkswirtschaften wie Japan, S\u00fcdkorea, Australien oder Neuseeland, wodurch offensichtlich wird, wie wenig sich selbst Regierungen, die Pekings Kommunistischer Partei gegen\u00fcber kritisch eingestellt sind, dem enormen wirtschaftlichen Sog Chinas entziehen k\u00f6nnen. F\u00fcr die neue US-Administration ist die Vollendung asiatischer Tatsachen, vor die sie jetzt gestellt wird, besonders bitter, hatte doch eine der ersten Amtshandlungen der Vorg\u00e4ngerregierung Anfang 2017 darin bestanden, die Region dem chinesischen Rivalen geradezu auf dem Silbertablett zu servieren. Unter der gerade begonnenen Trump-Pr\u00e4sidentschaft hatten die USA n\u00e4mlich den alternativen Handels-Deal TPP (Trans-Pacific Partnership), bei dem Amerika selbst die F\u00fchrungsrolle innegehabt h\u00e4tte und der zu jenem Zeitpunkt bereits unterschrieben war und nur noch h\u00e4tte ratifiziert werden m\u00fcssen, ohne Not aufgek\u00fcndigt. Einen Vertrag also, der China aussen vor gelassen h\u00e4tte und mit dem man selbst zumindest Boden h\u00e4tte gutmachen k\u00f6nnen, direkt vor der Haust\u00fcr des grossen strategischen Rivalen. Die Entscheidung zum R\u00fcckzug aus TPP und damit das Erm\u00f6glichen eines von China dominierten RCEP, bei dem man selbst aussen vor ist, d\u00fcrfte als die gravierendste handelspolitische Fehlentscheidung der an Missgeschicken nicht gerade armen Amtszeit des 45. US-Pr\u00e4sidenten eingehen. Nr. 46, Joseph R. Biden, wird einiges aufzur\u00e4umen haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch f\u00fcr Europa, dem mit der RCEP ein nahezu gleich grosser Rivale erw\u00e4chst (jeweils etwa ein Drittel des Welthandels), bedeutet der chinesische Erfolg eine strategische Herausforderung. So wird es darum gehen m\u00fcssen, gerade die Beziehungen zu den chinakritischen L\u00e4ndern, allen voran Japan und Australien, auszubauen und, idealerweise in Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung, westliche Werte in der Region hochzuhalten. Dies d\u00fcrfte allein schon geboten sein, um dem chinesischen Expansionsstreben Richtung Taiwan, aber auch via \u201eRoad and Belt\u201c (die sogenannte neue Seidenstrasse) durch Mittelasien etwas entgegensetzen zu k\u00f6nnen. Leider ist Europa derart mit sich selbst besch\u00e4ftigt, dass man europ\u00e4ische Ideen bez\u00fcglich der Neuordnung des globalen Handels zurzeit vergeblich sucht. Mit dem Brexit hat der alte Kontinent schliesslich ein eigenes veritables Problem direkt vor der Haust\u00fcr. Und auch wenn der Sterling-Wechselkurs entspannte Zuversicht der Finanzm\u00e4rkte bez\u00fcglich eines zumindest \u201eskinny\u201c Deals bis zum 31.12. signalisiert, scheint die Aufmerksamkeit europ\u00e4ischer Handelspolitiker ausschliesslich auf dieses Datum fokussiert zu sein. Denn angesichts von Aufl\u00f6sungserscheinungen innerhalb der britischen Regierung \u2013 letzte Woche musste der bis dato m\u00e4chtigste Strippenzieher, Chefberater Dominic Cummings, seinen Hut nehmen \u2013 erscheint nach wie vor auch das Undenkbare m\u00f6glich: ein No-Deal-Exit, der die intensiven Handelsbeziehungen zwischen Grossbritannien und der EU auf WTO-Standards zur\u00fcckwerfen w\u00fcrde. Und bei alledem steht die EU auch noch auf der Bremse, wenn es um eine beherzte fiskalische Antwort auf die Covid-Pandemie geht. Denn das am 21. Juli beschlossene 750 Mrd. Euro-Paket ist an den neuen Haushalt gekoppelt, und den lehnen Polen und Ungarn wegen der geplanten Verbindung mit Fragen der Rechtsstaatlichkeit ab. Zwar w\u00e4ren Corona-Hilfsgelder, etwa an die am st\u00e4rksten betroffenen L\u00e4nder wie Italien oder Spanien, ohnehin fr\u00fchestens Mitte 2021 geflossen, nun aber stellt sich die Frage, ob es sie \u00fcberhaupt jemals geben wird. Und so demonstriert Europa weiterhin seine Unf\u00e4higkeit, sich zwischen dem nun schon vier Jahre w\u00e4hrenden Vakuum fehlender US-Aussenpolitik einerseits und einem immer selbstbewusster auftretenden China zu positionieren. Selbst Investoren, die angesichts des f\u00fcr 2021 zu erwartenden Wirtschaftsaufschwungs an eine \u00dcbergewichtung Europas denken, werden sich fragen, wie dauerhaft eine zyklisch bedingte europ\u00e4ische Outperformance wohl sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<h6><strong>Was das f\u00fcr Anleger bedeutet<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr Anleger bleibt es ein Wechselbad der Gef\u00fchle. Seit der konkreten Aussicht auf einen Impfstoff gegen Covid-19 ist die Normalisierung des Lebens rechenbar geworden. Sie liegt jetzt innerhalb des Zeitraums, durch den Marktteilnehmer \u00fcblicherweise hindurchschauen, vielleicht 6-9 Monate. Andererseits hinterl\u00e4sst die zweite Covid-Welle gerade tragische Spuren, Hospitalisierungen und Todeszahlen nehmen in erschreckendem Masse zu. Die gestrigen Einkaufsmanagerindizes deuten zudem auf eine Abschw\u00e4chung der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t im vierten Quartal hin. So d\u00fcrften die n\u00e4chsten Wochen noch ein Hin und Her bleiben, bevor mit einer Stabilisierung der Infektionszahlen die guten Nachrichten zu \u00fcberwiegen beginnen. F\u00fcr Aktienanleger w\u00e4re es \u2013 wie alle Jahre wieder &#8211; ein \u00fcbliches Ph\u00e4nomen in reichlich un\u00fcblichen Zeiten: Die Hoffnung auf eine Jahresendrally zu Weihnachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BlackRock: Der Mann ist nicht zu beneiden. 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