{"id":2236,"date":"2016-08-31T22:00:00","date_gmt":"2016-08-31T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/08\/31\/steuerstreit-nicht-wettbewerb\/"},"modified":"2016-08-31T22:00:00","modified_gmt":"2016-08-31T22:00:00","slug":"steuerstreit-nicht-wettbewerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/steuerstreit-nicht-wettbewerb\/","title":{"rendered":"Steuerstreit nicht Wettbewerb"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im Fr&uuml;hjahr war der Aufschrei gross, als die sogenannten Panama-Papers publik wurden. Wie bei allen Skandalen, verlief sich bald danach ziemlich viel wieder im Sand&#8230;.<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber immerhin kostete das Ganze Islands Regierungschef Gunnlaugsson den Kopf und einige Prominente, nicht nur der damalige britische Premier Cameron, gerieten in Erkl&auml;rungsnotstand. Doch eigentlich ist Panama (fast) &uuml;berall. Denn sobald eine Steueroase trocken gelegt ist, keimt woanders auch bereits die n&auml;chste. Wir wissen das aus eigener Erfahrung. Die Schweiz geh&ouml;rt l&auml;ngst nicht mehr zu den attraktiven Steuerdestinationen, &auml;hnlich wie Liechtenstein, Monaco oder Andorra, die den automatischen Informationsaustausch wohl im kommenden Jahr einf&uuml;hren d&uuml;rften. Die dortigen Steuers&auml;tze bleiben indes nach wie vor sehr attraktiv, Steuerhinterziehung wird aber kaum mehr wie im bisherigen Ausmass m&ouml;glich sein. In dieser Hinsicht erfreuen sich die Bahamas ungebremster Beliebtheit und auch in Osteuropa l&auml;sst sich offenbar mehr als nur Steuern &bdquo;sparen&ldquo;. Bulgarien z.B. hat bis jetzt die OECD-Konvention zum gegenseitigen Informationsaustausch nicht unterschrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil dies so ist und die meisten Staaten unver&auml;ndert &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse leben, wird immer mehr gegen &bdquo;Steueroptimierer&ldquo; aufger&uuml;stet. Deutschland etwa, das finanziell eigentlich sehr gut dasteht, vor allem im internationalen Vergleich, plant, die Banken st&auml;rker in die Verantwortung zu nehmen. Die sollen dem Fiskus Sammel-Abfragen erm&ouml;glichen, wenn ein konkretes Verdachtsmoment besteht. Banken m&uuml;ssten demnach die Namen derjenigen Kunden preisgeben, welchen sie Kontakte zu Offshore-Firmen vermittelt haben. Auch die Gr&uuml;ndung einer Briefkastenfirma im Ausland oder der Erwerb von Anteilen an einer solchen soll meldepflichtig und Verst&ouml;sse mit bis zu 20&rsquo;000 Euro geb&uuml;sst werden. Das klingt nach was, vernebelt aber, dass gerade Deutschland selbst recht zur&uuml;ckhaltend ist, wenn es darum geht, anderen Staaten Steuerdaten zu liefern, hingegen munter solche sogar auf dem Schwarzmarkt kauft, wenn sie feilgeboten werden. Glaubw&uuml;rdig ist das nicht wirklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kreative Praxis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sodann meldete eben erst die NZZ, dass die USA mehr oder weniger ungeniert mit Steuergeschenken werben. Das best&auml;tigen auch mit der Materie vertraute Juristen. L&auml;ngst nicht nur die Steuerpraxis in Delaware, wo mehr Firmen als Einwohner gez&auml;hlt werden, sondern auch diejenige in anderen Gliedstaaten der USA steht in krassem Widerspruch zur kompromisslosen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jagd des Department of Justice nach Steuers&uuml;ndern weltweit. Denen haben die Amerikaner bekanntlich schon einige Milliarden abgekn&ouml;pft. Davon k&ouml;nnen auch die Banken hierzulande ein Lied singen, inklusive des Abgesangs f&uuml;r das Bankgeheimnis. Das eine tun, doch das andere nicht lassen, scheint einmal mehr die Devise der Amerikaner. Sonderbar ist daf&uuml;r noch ein netter Ausdruck, glaubw&uuml;rdig ist das jedenfalls nicht wirklich. Nun kommen die US-Firmen mit Sitz in Europa ins Visier der Steuerj&auml;ger aus Amerika. Auf der anderen Seite w&uuml;rde die EU ganz gern mehr Steuern von diesen Firmen kassieren. Da ist schon absehbar, dass das nicht streitfrei &uuml;ber die B&uuml;hne gehen wird. Lange schon ist den US Beh&ouml;rden ein Dorn im Auge, dass Apple, Google und andere Konzerne L&uuml;cken in den nationalen Gesetzgebungen Europas daf&uuml;r nutzen, Gewinne mittels Lizenzgeb&uuml;hren in L&auml;nder wie Irland oder die Niederlande zu verschieben, um sie nicht in den USA versteuern zu m&uuml;ssen. Das ist zwar auch nicht vertrauensbildend, aber zumindest kreativ.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Symptombek&auml;mpfung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Jagd nach Steuergeldern ist nicht neu. Doch d&uuml;rfte sie sich angesichts immer prek&auml;rer werdender Staatsfinanzen tendenziell verst&auml;rken. In den USA, wo die Infrastruktur zusehends verlottert, ist der Geldbedarf mindestens so hoch wie in den meisten europ&auml;ischen L&auml;ndern, die schon lange &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse leben. Leider muss man feststellen, dass die L&auml;nder, die vieles richtig machen, am Ende die Gelackmeierten sind. Die Schweiz beispielsweise lebt nicht &uuml;ber ihre Verh&auml;ltnisse, der Bund erzielt sogar &Uuml;bersch&uuml;sse, die zwar auch Begehrlichkeiten ausl&ouml;sen, aber nicht in dem Ausmass, wie das andernorts der Fall sein w&uuml;rde. Steuern zahlt auch hierzulande niemand gern, aber immer noch lieber als in den meisten anderen Industriel&auml;ndern, wo nicht etwa &ouml;ffentlicher Dienst f&uuml;r die Allgemeinheit sondern nur noch Wachstum auf Pump generiert wird. Dies, um einen riesigen Umverteilungsapparat am Leben zu erhalten, welcher der Politik die Wiederwahl sichern soll. Das ist keine Basis f&uuml;r die Zukunft, umso mehr als die Geldpolitik nun auch noch vor diesen Karren gespannt wird. Die Bek&auml;mpfer der Steuerflucht sollten sich eines vor Augen f&uuml;hren. Fl&uuml;chtlinge sind in der Regel Menschen, die in ihrem chaotischen Land keine Zukunft mehr sehen, weil sie dort der Willk&uuml;r oder gar Gewalt ausgesetzt sind. Vermeiden l&auml;sst sich dies nur, indem man die Ursachen bek&auml;mpft. Steuerflucht ist lediglich Symptom.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Fr&uuml;hjahr war der Aufschrei gross, als die sogenannten Panama-Papers publik wurden. 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