{"id":2237,"date":"2016-09-01T05:00:00","date_gmt":"2016-09-01T05:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/09\/01\/bantleon-bank-of-japan-noch-nicht-am-ende-ihres-lateins\/"},"modified":"2016-09-01T05:00:00","modified_gmt":"2016-09-01T05:00:00","slug":"bantleon-bank-of-japan-noch-nicht-am-ende-ihres-lateins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/bantleon-bank-of-japan-noch-nicht-am-ende-ihres-lateins\/","title":{"rendered":"Bantleon: Bank of Japan noch nicht am Ende ihres Lateins"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\"><span lang=\"en-GB\"><span lang=\"EN-GB\">Die Bank of Japan hat zuletzt entt&auml;uscht. Anstatt die Geldschleusen Ende Juli weiter aufzudrehen, vertr&ouml;stete sie die ern&uuml;chterten Beobachter mit der Ank&uuml;ndigung, die geldpolitische Lage Mitte September umfassend neu zu bewerten&#8230;..<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld <a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"http:\/\/www.bond-world.de\/index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Von Dr. Andreas A. Busch Senior Analyst Economics<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die BoJ damit aber meint, ist unklar. Ist der Verweis auf September als Vorbereitung umfangreicher zus&auml;tzlicher Stimuli &raquo;&agrave; la EZB&laquo; zu verstehen? Oder bedeutet &raquo;umfassende Bewertung&laquo; etwas ganz anderes? Glaubt die Notenbank etwa, die Grenzen der ultraexpansiven Geldpolitik seien inzwischen erreicht? Wir sehen in der Ank&uuml;ndigung der BoJ nicht den Beginn eines Zur&uuml;ckruderns. Vielmehr sieht sich die Notenbank in unseren Augen nach wie vor in der Lage, zus&auml;tzliche Massnahmen zur Reflationierung der Wirtschaft zu lancieren. Nur wenn das 2%-Infla&shy;tionsziel infrage gestellt oder endlich tiefgreifende Strukturreformen umgesetzt w&uuml;rden, k&ouml;nnte die BoJ k&uuml;rzer treten. Beides ist derzeit aber nicht in Sicht. Entsprechend rechnen wir mit weiteren geldpolitischen Stimuli. Da bei den Leitzinsen und den Staatsanleihenk&auml;ufen fr&uuml;her oder sp&auml;ter die Grenzen des Machbaren erreicht sein werden, wird die BoJ schliesslich auch um Helikoptergeld nicht herumkommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bank of Japan hatte sich seit Beginn der Abenomics den Ruf erworben, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen. Immer wieder &uuml;berraschte sie mit fr&uuml;hen bzw. kr&auml;ftiger als erwarteten geldpolitischen Lockerungen. Seit Anfang dieses Jahres zeichnet sich indes ein Wandel ab. Schon im Januar entt&auml;uschten die W&auml;hrungsh&uuml;ter, indem sie entgegen den Erwartungen das Anleihenkaufprogramm nicht ausweiteten, sondern &raquo;nur&laquo; die Leitzinsen geringf&uuml;gig senkten (was wenige Tage zuvor Notenbankpr&auml;sident Haruhiko Kuroda noch abgelehnt hatte). Ende Juli folgte die n&auml;chste kalte Dusche f&uuml;r die Finanzm&auml;rkte. Es wurde weder weiter an der Leitzinsschraube gedreht noch das Ankaufvolumen bei den Anleihen hochgefahren. Lediglich zu einer Ausweitung der &ndash; zweitrangigen &ndash; Aktienk&auml;ufe konnte man sich durchringen. Dar&uuml;ber hinaus vertr&ouml;stete die BoJ die ern&uuml;chterten Beobachter mit der Ank&uuml;ndigung, &raquo;eine umfassende Bewertung der wirtschaftlichen Lage im Lichte der verschiedenen geldpolitischen Stimuli im Rahmen der n&auml;chsten Sitzung Mitte September vorzunehmen&laquo;.<\/p>\n<p> Was die BoJ damit aber meint, ist alles andere als klar. Ist der Verweis auf September als Ank&uuml;ndigung umfangreicher zus&auml;tzlicher Stimuli zu verstehen, so wie auch die EZB mit einer sehr &auml;hnlichen Formulierung im vergangenen Oktober eine neue Runde expansiver Massnahmen vorbereitete? Oder ist mit &raquo;umfassender Bewertung&laquo; etwas ganz anderes gemeint? Glaubt die Notenbank, die Grenzen der ultraexpansiven Geldpolitik erreicht zu haben, sodass eine weitere Ausweitung keinen Sinn ergibt bzw. sogar wegen der negativen Begleiterscheinungen eine R&uuml;ckf&uuml;hrung angemessen w&auml;re?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie wirksam waren die bisherigen geldpolitischen Lockerungen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um diese Frage beantworten zu k&ouml;nnen, ist zun&auml;chst eine Bestandsaufnahme geboten, wie erfolgreich die bislang lancierten Massnahmen waren. Nimmt man das im Mittelpunkt stehende 2%-Inflationsziel als Mass, ist die Antwort eindeutig: Ziel verfehlt. Vor&uuml;bergehend zogen die Inflationsraten zwar im Windschatten der abwertenden W&auml;hrung an. Zuletzt sind sie jedoch wieder zur&uuml;ckgefallen und bewegen sich aktuell weiter um 0,0%.<\/p>\n<p> Gemessen wurde das Ziel lange Zeit am Kernindex der Verbraucherpreise, bei dem ausschliesslich die frischen Lebensmittel ausgeklammert werden. Mit -0,5% gegen&uuml;ber dem Vorjahr befindet sich die Teuerung ziemlich genau auf dem Niveau, das zu Beginn der Abenomics 2013 zu verzeichnen war. In j&uuml;ngster Zeit hat sich die BoJ allerdings st&auml;rker auf den &raquo;Kern-Kernindex&laquo; fokussiert, bei dem dar&uuml;ber hinaus die gesunkenen Energiekosten herausgerechnet werden. Hier ist zwar &uuml;bergeordnet ein Aufw&auml;rtstrend zu erkennen. Mit gerade einmal +0,3% liegt die Jahresrate dessen ungeachtet nur haarscharf im positiven Bereich und ist nach wie vor weit vom 2%-Ziel entfernt. Dar&uuml;ber hinaus hat der Trend am aktuellen Rand wieder nach unten gedreht (vgl. Abb.&nbsp;1).<\/p>\n<div class=\"row col-sm-12 nospace\">\n<article class=\"article\">\n<div class=\"content-graphic\">\n<div class=\"inner\">\n<h2><strong><span style=\"font-size: 11pt; line-height: 107%; font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><\/span><\/strong><strong><span style=\"font-size: 11pt; line-height: 107%; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Abb. 1: 2%-Inflationsziel immer noch in weiter Ferne<\/span><\/strong><\/h2>\n<p> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-08-31\/Abb1-e460f7a22464b877a51e0c77932922d7.PNG\" alt=\"\" width=\"404\" height=\"266\" \/><\/div>\n<p>Quellen: Statistics Bureau, <em>Bantleon<\/em><\/p>\n<\/p><\/div>\n<\/article><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Zumindest konnten aber in den zur&uuml;ckliegenden drei Jahren, in denen die Notenbank die Wirtschaft mit unkonventionellen Lockerungsmassnahmen anschiebt, einzelne Teilerfolge erzielt werden. So sorgten vor allem die Assetkaufprogramme daf&uuml;r, dass sich die W&auml;hrung &ndash; wie schon erw&auml;hnt &ndash; zwischenzeitlich deutlich abwertete. Gegen&uuml;ber dem USD verlor sie um bis zu 35% an Wert (verglichen mit dem Jahresdurchschnitt 2012, vgl. Abb.&nbsp;2) und trug damit massgeblich zum vor&uuml;bergehenden Anstieg der Kerninflationsraten bei. Spiegelbildlich legten auch die Aktienm&auml;rkte in Anbetracht der verbesserten preislichen Wettbewerbssituation der japanischen Unternehmen deutlich zu (vgl. Abb.&nbsp;2). Was das Wirtschaftswachstum betrifft, d&uuml;rften die Massnahmen des Weiteren mit daf&uuml;r verantwortlich gewesen sein, dass die Belastungen durch die 2014 umgesetzte MwSt.-Erh&ouml;hung Japan nicht in eine neue Rezession abrutschen liessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abb. 2: BoJ gelingt es nicht mehr, die W&auml;hrung zu schw&auml;chen &hellip;<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-08-31\/Abb2-e11a4e132a2ee78630693d369efa8b4d.PNG\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"247\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quelle: Bloomberg, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Zuletzt hat aber gerade mit Blick auf den Wechselkurs die Wirksamkeit der zus&auml;tzlichen geldpolitischen Stimuli nachgelassen. So f&uuml;hrte die j&uuml;ngste Zinssenkung Ende Januar nicht wie eigentlich zu erwarten zu einer weiter abwertenden W&auml;hrung. Vielmehr verteuerte sich der Yen und die Aktienm&auml;rkte kamen unter Druck (vgl. Abb.&nbsp;2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abb. 3: &hellip; aber bei den Staatsanleihenrenditen kommen die monet&auml;ren Stimuli an<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-08-31\/Abb3-d4d29423e79fd605a41ebbd7e81c7b90.PNG\" alt=\"\" width=\"421\" height=\"250\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Bloomberg, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> An anderer Stelle waren die Effekte dann aber umso gr&ouml;sser &ndash; bei den Zinsen funktionierte der Trans&shy;missionsmechanimus hervorragend. Die Renditen japanischer Staatsanleihen gingen unmittelbar nach der &uuml;berraschenden Leitzinssenkung Ende Januar auf Tauchstation. Bei 2\u2011j&auml;hrigen Laufzeiten rutschten sie ausgehend von \u20110,20% bis Ende Juli auf \u20110,35% ab. Noch gr&ouml;sser fielen die Bewegungen bei langen Laufzeiten aus. Die Renditen 30-j&auml;hriger JGBs brachen von rund 1,20% auf knapp 0,00% ein; bei 10-j&auml;hrigen Staatsanleihen war immerhin ein R&uuml;ckgang um rund 50&nbsp;Bp auf bis zu -0,30% zu verzeichnen (vgl. Abb.&nbsp;3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M&ouml;gliche Gr&uuml;nde f&uuml;r den Renditeverfall<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Anbetracht dieser &uuml;berraschenden Reaktionen auf die j&uuml;ngsten Lockerungsmassnahmen &ndash; Yen-Aufwertung, aber gleichzeitig abst&uuml;rzende Renditen &ndash; wundert es nicht, dass die japanische Notenbank eine grundlegende &Uuml;berpr&uuml;fung ihrer Vorgehensweise vornimmt. So stellt sich die Frage, ob der dramatische Renditeverfall anzeigt, dass die Grenzen bei den Anleihenk&auml;ufen bereits erreicht sind. Bislang befinden sich zwar erst knapp 40% aller ausstehenden Staatsanleihen im Besitz der Notenbanken. Da viele institutionelle Investoren &ndash; wie z.B. Pensionskassen &ndash; langlaufende Staatsanleihen bis zum Verfall halten (um ihre Verbindlichkeiten laufzeitkongruent abzubilden), ist jedoch das Volumen an frei im Umlauf befindlichen Anleihen schon deutlich geschrumpft. Die Liquidit&auml;t nimmt mithin merklich ab &ndash; einzelne Banken haben bereits ihre Aktivit&auml;ten als &raquo;primary dealer&laquo; aufgegeben. Das Risiko starker Kursausschl&auml;ge nimmt entsprechend zu.<\/p>\n<p> Zum anderen k&ouml;nnten die Renditen so deutlich gesunken sein, weil die Marktteilnehmer im Nachgang zur Zinssenkung auch eine nochmalige Aufstockung der Anleihenk&auml;ufe f&uuml;r immer wahrscheinlicher erachten. Die von Ende Januar bis Ende Juli zu beobachtende Hausse bei Staatsanleihen w&auml;re in diesem Fall lediglich als Vorwegnahme einer weiteren Aufstockung der K&auml;ufe anzusehen. Der j&uuml;ngste Anstieg der Renditen, der im Nachgang der letzten entt&auml;uschenden Notenbankentscheidung Ende Juli zu beobachten war (als das Ankaufvolumen wider Erwarten nicht erh&ouml;ht wurde), w&uuml;rde f&uuml;r diese &Uuml;berlegung sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Expansive Massnahmen wirken &ndash; weitere d&uuml;rften folgen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Jahre nach dem Beginn der Abenomics kann der ultraexpansiven Geldpolitik der Bank of Japan somit ein gemischtes Zeugnis ausgestellt werden. Auf der ersten Stufe des geldpolitischen Transmissionsmechanismus entfalteten die Lockerungen zumindest teilweise die erw&uuml;nschten Wirkungen. Mit Blick auf den Wechselkurs haben diese zwar nachgelassen &ndash; bei den Zinsen sind sie allerdings weiterhin zu beobachten. Zuletzt sogar immer deutlicher.<\/p>\n<p> Vor diesem Hintergrund sehen wir es als wahrscheinlich an, dass die Bank of Japan bei ihrer &raquo;umfassenden Bewertung&laquo; nicht die ultraexpansive Geldpolitik insgesamt in Frage stellt, sondern selektiv untersucht, welche Massnahmen k&uuml;nftig verst&auml;rkt zum Einsatz kommen sollen.<\/p>\n<p> F&uuml;r eine Fortsetzung der Politik des billigen Geldes spricht vor allem, dass es bislang keinerlei &Uuml;berlegungen zur Abkehr vom 2%-Inflationsziel gibt. Vielmehr wird dieses im j&uuml;ngsten geldpolitischen Kommuniqu&eacute; mehrfach bekr&auml;ftigt. Dar&uuml;ber hinaus fungiert das Inflationsziel als ein grundlegendes Element der 2013 ins Leben gerufenen Abenomics. W&uuml;rde sich die Regierung davon verabschieden, k&auml;me das einer Kapitulation gleich. Dass dies in den Augen der Regierung nicht in Frage kommt, zeigt auch die Anfang August vorgenommene Kabinettsumbildung. Mit Kozo&nbsp;Yamamoto wurde ein Hardliner in die Ministerriege aufgenommen, der das 2%-Ziel sogar gesetzlich verankern will.<\/p>\n<p> Solange die Regierung Abe und die Bank of Japan ihr vordringliches Ziel darin sehen, m&ouml;glichst schnell die Inflationsraten in die H&ouml;he zu treiben, sind folglich zus&auml;tzliche Stimuli zu erwarten. Die Schw&auml;chung der W&auml;hrung d&uuml;rfte dabei h&ouml;chste Priorit&auml;t geniessen. Von dieser Seite droht akute Gefahr, was das Inflationsziel angeht. Durch die j&uuml;ngste Aufwertung des Yen hat sich erneut deutlicher Deflationsdruck aufgebaut, der die Inflationsraten ausgehend von der ohnehin schon grossen Zielverfehlung weiter ins Negativ treiben wird (vgl. Abb.&nbsp;4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abb. 4: Inflationsausblick hat sich deutlich eingetr&uuml;bt<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/assets.bantleon.com\/damfiles\/default\/news_analysen\/analysen\/2016\/2016-08-31\/Abb4-9b723aff85be9107728f01c530d921df.PNG\" alt=\"\" width=\"421\" height=\"235\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Quellen: Statistics Bureau, BIZ, Bantleon<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"> Dar&uuml;ber hinaus d&uuml;rfte es ein Anliegen der Notenbank sein, durch eine Schw&auml;chung der W&auml;hrung der gebeutelten Exportwirtschaft Luft zu verschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>K&ouml;nnte die Fiskalpolitik in die Bresche springen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Alternative zur expansiven Geldpolitik w&auml;re grunds&auml;tzlich auch eine Ausweitung der fiskalpolitischen Stimuli denkbar. W&uuml;rden von dieser Seite kr&auml;ftige Impulse zur Reflationierung der Wirtschaft gesetzt, k&ouml;nnte die Geldpolitik im Gegenzug k&uuml;rzer treten. Zwischenzeitlich sah es so aus, als wollte die Regierung Abe in diese Richtung steuern. Nach der gewonnenen Oberhauswahl Anfang Juli war zun&auml;chst die Rede von einem Konjunkturprogramm in H&ouml;he von 20&nbsp;Bio. Yen (&asymp; 180 Mrd. EUR), was rund 4% des BIP entspricht und das mit Abstand gr&ouml;sste Paket der Nachkriegsgeschichte gewesen w&auml;re. Im Laufe der Zeit &raquo;schrumpfte&laquo; es indes immer mehr zusammen. Letztlich verblieb ein Nachtragshaushalt f&uuml;r das Fiskaljahr 2016 im Umfang von rund 3&nbsp;Bio. Yen. Mit knapp 0,7% des BIP d&uuml;rfte dieser zus&auml;tzliche Impuls kaum gr&ouml;sser ausfallen als die Stimuli, die von &auml;hnlichen Nachtragshaushalten in den vergangenen Jahren erzeugt wurden. Als Ersatz f&uuml;r eine immer expansivere Geldpolitik kann das j&uuml;ngste Konjunkturpaket mithin nicht fungieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zus&auml;tzliche geldpolitische Stimuli &ndash; aber welche?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit steht nach wie vor die Notenbank in der Pflicht, wenn es darum geht, f&uuml;r Inflation zu sorgen. Vor allem eine erneute Schw&auml;chung der W&auml;hrung d&uuml;rfte &ndash; wie oben erw&auml;hnt &ndash; als vordringliches Ziel angesehen werden. Zu welchen Massnahmen wird die BoJ aber greifen?<\/p>\n<p> F&uuml;r weitere Zinssenkungen spricht, dass die japanischen Leitzinsen im internationalen Vergleich mit \u20110,1% noch Luft nach unten haben. In der Eurozone liegen sie mit \u20110,40% und in der Schweiz mit -0,75% deutlich tiefer. Ein gewisser Spielraum ist hier also noch vorhanden. Darauf hatte vor wenigen Tagen auch BoJ-Pr&auml;sident Kuroda anl&auml;sslich seiner Ausf&uuml;hrungen am Jackson-Hole-Symposium hingewiesen.<\/p>\n<p> Daneben halten wir aber auch eine nochmalige Aufstockung der Anleihenk&auml;ufe f&uuml;r m&ouml;glich. In unseren Augen ist der seit Ende Juli zu beobachtende Anstieg der Staatsanleihenrenditen &ndash; wie bereits erl&auml;utert &ndash; ein Reflex der Entt&auml;uschung dar&uuml;ber, dass die K&auml;ufe nicht schon bei der letzten geldpolitischen Sitzung erh&ouml;ht wurden. Eine Ausweitung der K&auml;ufe k&ouml;nnte somit die Renditen erneut sinken lassen.<\/p>\n<p> Letztlich rechnen wir mit einer Kombination beider Instrumente. Die Anleihenk&auml;ufe d&uuml;rften von aktuell 80&nbsp;Bio.&nbsp;Yen pro Jahr auf 90&nbsp;Bio. Yen angehoben werden. Wegen der zuletzt knappheitsbedingten st&auml;rkeren Renditer&uuml;ckg&auml;nge wird die Notenbank unter Umst&auml;nden ein flexibles Zielband von 70&nbsp;Bio. bis 90&nbsp;Bio. Yen w&auml;hlen. Bei den Leitzinsen d&uuml;rfte es schrittweise zu einer Absenkung auf bis zu -0,40&nbsp;% kommen.<\/p>\n<p> Wann wird die BoJ die n&auml;chste Lockerungsrunde einl&auml;uten? Wahrscheinlich dann, wenn sie zum wiederholten Mal eingestehen muss, dass sie das Inflationsziel nicht im vorgegebenen Zeitrahmen erreichen kann (derzeit peilt sie Ende 2017\/Anfang 2018 an). Denkbar ist dies bei der Vorstellung der n&auml;chsten Inflationsprognosen Anfang November. Unter Umst&auml;nden wird die BoJ aber auch schon fr&uuml;her agieren, um nach den markigen Worten bei der Juli-Sitzung die Finanzm&auml;rkte nicht zu entt&auml;uschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Grenzen r&uuml;cken n&auml;her<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dessen ungeachtet ist un&uuml;bersehbar, dass beide Instrumente langsam, aber sicher an ihre Grenzen stossen. Was die Leitzinsen angeht, bereitet die schwindende Profitabilit&auml;t der Banken Probleme. Die kritischen Stimmen innerhalb der Zentralbanken werden diesbez&uuml;glich immer lauter. Vor allem belasten die schrumpfenden Zinsmargen, weil die Negativzinsen nur begrenzt an die Kunden weitergegeben werden k&ouml;nnen (drohende Flucht ins Bargeld).<\/p>\n<p> Daneben zeigen sich auch bei den Staatsanleihenk&auml;ufen immer deutlicher Schwierigkeiten. Ein Problem stellt in unseren Augen weniger die schon angesprochene Verknappung der zum Kauf stehenden Anleihen dar. Kritisch zu werten ist vielmehr der rapide Verfall der Kapitalmarktrenditen, speziell am langen Ende. Je weiter die Renditen sinken, umso st&auml;rker kommt das kapitalgedeckte Rentensystem unter Druck. Auf die Dauer bleibt den Menschen, die individuell f&uuml;r ihr Alter vorsorgen wollen, in einem anhaltenden Umfeld extremer Niedrigzinsen aber gar nichts anderes &uuml;brig, als mehr zu sparen. Anstatt die gesamtwirtschaftliche Endnachfrage zu stimulieren, w&uuml;rde in diesem Fall die Notenbank mit ihrer expansiven Geldpolitik genau das Gegenteil erreichen. Je tiefer die Renditen fallen und je l&auml;nger sie tief bleiben, umso mehr kommt dieser unerw&uuml;nschte Effekt zum Tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Letzter Ausweg: Helikoptergeld<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir gehen davon aus, dass auch die von uns prognostizierten zus&auml;tzlichen geldpolitischen Lockerungen nicht ausreichen, um das Inflationsziel zu erreichen. Bestenfalls werden sie durch eine Schw&auml;chung der W&auml;hrung einen erneuten tempor&auml;ren Teuerungsschub generieren. Am Grundproblem des lethargischen Wirtschaftswachstums, das durch die schrumpfende Erwerbsbev&ouml;lkerung und die stagnierende Produktivit&auml;tsentwicklung gebremst wird, &auml;ndern diese Massnahmen jedoch nichts. Nachhaltiger Teuerungsdruck kann in einem derartigen Umfeld aber kaum aufkommen. Dazu w&auml;re vielmehr vonn&ouml;ten, dass die angek&uuml;ndigten Strukturreformen (der dritte Pfeil der Abenomcis) mit gr&ouml;sserem Nachdruck verfolgt werden.<\/p>\n<p> Wenn die Notenbank trotzdem alles versuchen will, um die Inflation in die H&ouml;he zu treiben, bleibt angesichts der Grenzen des bislang verwendeten Instrumentariums schliesslich nur ein Ausweg: Helikoptergeld. Damit ist gemeint, dass das zus&auml;tzliche Geld, das die Notenbank beispielsweise durch Assetk&auml;ufe schafft, direkt den Unternehmen und privaten Haushalten zufliesst und unmittelbar nachfragewirksam wird. M&ouml;glich w&auml;re dies durch das Verschicken von Schecks an die japanischen B&uuml;rger oder Zusch&uuml;sse bei der Anschaffung von Kapitalg&uuml;tern durch die Unternehmen. Um sicherzustellen, dass dieses Geld auch tats&auml;chlich ausgegeben wird, k&ouml;nnten die Schecks mit einem Verfallsdatum versehen werden.<\/p>\n<p> Wie wahrscheinlich ist der Einsatz von Helikoptergeld? Das h&auml;ngt davon ab, wie lange die Notenbank und die Regierung Abe an dem 2%-Inflations&shy;ziel festhalten. Zwar kann das Erreichen dieses Ziels immer mehr in die Zukunft verschoben werden. Solange aber die Geldpolitik weiterhin in die Pflicht genommen wird, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Inflation so schnell wie m&ouml;glich in die H&ouml;he zu treiben, wird sie immer neue kurzfristige Stimuli lancieren m&uuml;ssen. Je l&auml;nger die Zielverfehlung andauert, umso wahrscheinlicher wird folglich der Einsatz von Helikoptergeld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen in der angek&uuml;ndigten umfassenden Bewertung des geldpolitischen Umfelds durch die BoJ nicht den Beginn eines Zur&uuml;ckruderns bei der ultraexpansiven Geldpolitik. Vielmehr sieht sich die Notenbank in unseren Augen nach wie vor in der Lage, zus&auml;tzliche Stimuli zur Reflationierung der Wirtschaft zu lancieren. Nur wenn das 2%-Infla&shy;tionsziel in Frage gestellt oder endlich tiefgreifende Strukturreformen umgesetzt w&uuml;rden, k&ouml;nnte die die BoJ aufh&ouml;ren, immer neue expansive Massnahmen auf den Weg zu bringen. Beides ist derzeit aber nicht in Sicht. Entsprechend rechnen wir mit weiteren Zinssenkungen und einer nochmaligen Aufstockung der Staatsanleihenk&auml;ufe. Bei diesen Instrumenten werden aber fr&uuml;her oder sp&auml;ter die Grenzen des Machbaren erreicht sein. Wenn die Notenbank trotzdem an dem Vorhaben der Reflationierung der Wirtschaft durch expansive Massnahmen festh&auml;lt, d&uuml;rfte sie schliesslich nicht um Helikoptergeld herumkommen.<\/p>\n<div class=\"row col-sm-12 nospace\" style=\"text-align: justify;\">&nbsp;Quelle: BondWorld.ch<\/div>\n<div class=\"row col-sm-12 nospace\">&nbsp;<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bank of Japan hat zuletzt entt&auml;uscht. 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