{"id":22547,"date":"2016-10-10T22:00:00","date_gmt":"2016-10-10T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/10\/10\/carmignac-s-note-die-ruhe-vor-dem-sturm\/"},"modified":"2016-10-10T22:00:00","modified_gmt":"2016-10-10T22:00:00","slug":"carmignac-s-note-die-ruhe-vor-dem-sturm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/carmignac-s-note-die-ruhe-vor-dem-sturm\/","title":{"rendered":"Carmignac\u2019s Note : Die ruhe vor dem sturm?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Offensichtlich haben sich die M&auml;rkte an ein konstantes Umfeld gew&ouml;hnt, das sich durch ein schwaches, aber anhaltendes Wachstum sowie niedrige Zinsen kennzeichnet und sich durch nichts st&ouml;ren l&auml;sst&#8230;&#8230; &nbsp;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Carmignac&rsquo;s Note -Oktober&nbsp; 2016 <\/strong><\/p>\n<p><strong><strong>Von Didier Saint-Georges Mitglied des Investmentkomitees Managing Director<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tatsache, dass der Schock des Brexit-Votums im Juni schnell verdaut wurde, hat sie in ihrer Sorglosigkeit sogar noch best&auml;rkt. Dank der Unterst&uuml;tzung durch die Zentralbanken konnten sich die M&auml;rkte in den letzten Jahren sogar recht beachtlich entwickeln. Die Anleger scheinen sich recht wenig darum zu scheren, dass die Zeit bis zum Jahresende mit wichtigen Terminen gespickt ist: Die US-Pr&auml;sidentschaftswahlen am 8. November, kurz darauf am 4. Dezember das Verfassungsreferendum in Italien und am 14. Dezember eine Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der Fed. Hier bietet sich das letzte Mal die Gelegenheit, im aktuellen Jahr zumindest einmal die Leitzinsen anzuheben &#8211; unter der Voraussetzung, dass dies nicht bereits am 2. November, also eine Woche vor dem Wahltermin, geschieht. Angesichts der vielen Termine bis zum Jahresende erscheint es aus unserer Sicht angebracht, unsere Wachsamkeit gegen&uuml;ber Marktrisiken zu erh&ouml;hen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der 1996 verstorbene Volkswirtschaftler Hyman Minsky ist bekannt f&uuml;r den Nachweis, dass lange Stabilit&auml;tsphasen selbst wieder Instabilit&auml;t generieren k&ouml;nnen, indem sie zu &uuml;berm&auml;&szlig;iger Risikobereitschaft verleiten. Viele sahen in der gro&szlig;en Finanzkrise von 2008 einen dieser &bdquo;Minsky-Momente&ldquo;. Man braucht nicht unbedingt Parallelen zu dieser Zeit zu ziehen, um festzustellen, dass der seit 2009 erfolgte R&uuml;ckgriff auf unkonventionelle Geldpolitiken in nie dagewesenem Ausma&szlig; eine bemerkenswerte Entwicklung der Anleihe- und Aktienm&auml;rkte erm&ouml;glichte. Wohlgemerkt wurde hierbei souver&auml;n dar&uuml;ber hinweggesehen, dass es weder gelang, das Wirt schaftswachstum anzukurbeln, noch die Verschuldung zu senken (s. unsere September-Mitteilung &bdquo;All you need is growth&ldquo;). Diese Periode, in der die M&auml;rkte stiegen, obwohl die Realwirtschaft stagnierte, beg&uuml;nstigte wiederum einen Anstieg gesellschaftlicher Unzufriedenheit, die die Position vieler Regierungen schw&auml;chte. Die Auswirkungen der quantitativen Lockerung verst&auml;rkten die Kluft zwischen den Nutznie&szlig;ern des Anstiegs der Finanzm&auml;rkte und denjenigen, die wegen des schwachen Wachstums auf der Strecke bleiben. Statt die Krisen zu bew&auml;ltigen, trug dies zu einer Polarisierung der politischen Diskussion bei. Was das Vertrauen in die politischen Institutionen anbelangt, war laut der amerikanischen PR-Agentur Edelman die Diskrepanz zwischen den Eliten (die wohlhabendsten 15% der Bev&ouml;lkerung) und dem Rest noch nie so gro&szlig;: Er betr&auml;gt 12 Punkte im weltweiten Durchschnitt. Am gr&ouml;&szlig;ten ist der Abstand in den Vereinigten Staaten (rund 20 Punkte), gefolgt von Gro&szlig;britannien (17 Punkte) und Frankreich (15 Punkte). Folglich wurden protektionistische oder sogar isolationistische Stimmen laut. Die Wahl eines Kandidaten wie Donald Trump zum US-Pr&auml;sidenten war vor einem Jahr noch unwahrscheinlich, heute erschiene sie in gewisser Hinsicht plausibel. Eine Mehrheit der britischen Bev&ouml;lkerung entschied sich f&uuml;r den Austritt aus der Europ&auml;ischen Union, und in Europa legen populistische Parteien zu. Hinter der Ruhe an den M&auml;rkten verbirgt sich nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische Schw&auml;che (siehe unseren Note vom M&auml;rz dieses Jahres &bdquo;Tanz auf dem Vulkan&ldquo;).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zuversicht der Anleger bez&uuml;glich der US-Wahlen ist zum Gro&szlig;teil damit begr&uuml;ndet, dass Hillary Clinton in den Umfragen immer noch weit vorne liegt. Was die Zuverl&auml;ssigkeit von Umfragen betrifft, haben viele aus dem Brexit scheinbar nichts gelernt. Sie beruht aber auch auf einem prinzipiellen Vertrauenspostulat: Demnach w&uuml;rde Donald Trump seine derzeitige Haltung ablegen, sobald er gew&auml;hlt ist, und viel vern&uuml;nftiger werden. Und sollte er dennoch unvern&uuml;nftig werden, k&ouml;nnte der Kongress ihn stoppen. Zum einen erh&ouml;ht diese Argumentation, wenn sie sich weiter verbreitet, die Wahrscheinlichkeit eines Wahlsiegs von Donald Trump, denn das wahrgenommene Risiko sinkt. Zum anderen ist diese Argumentation falsch. Nach Berechnungen des CRFB (Committee for a Responsible Federal Budget) w&uuml;rde sich die Staatsverschuldung innerhalb von zehn Jahren um 5.300 Mrd. USD erh&ouml;hen, wenn Donald Trumps Wahlprogramm eins zu eins umgesetzt w&uuml;rde. Selbst wenn nur ein Teil seines Wirtschaftsprogramms Realit&auml;t w&uuml;rde, w&auml;ren die Folgen f&uuml;r die US-Staatsfinanzen drastisch. Im &Uuml;brigen sei daran erinnert, dass die US-Institutionen dem Pr&auml;sidenten viel Spielraum lassen, um internationale Handelsvereinbarungen in Frage zu stellen, wenn es um &bdquo;die Verteidigung amerikanischer Interessen gegen unlautere Wettbewerbspraktiken&ldquo; geht. Die Einf&uuml;hrung von Zollbarrieren und die Infragestellung wichtiger Handelsvereinbarungen wie das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA), was durchaus zu den Pr&auml;rogativen des Pr&auml;sidenten geh&ouml;rt, w&auml;ren ein schwerer Schlag f&uuml;r den Welthandel. Die unabh&auml;ngigen Wirtschaftsanalysten vom Peterson Institute gehen davon aus, dass Donald Trumps Programm einem Handelskrieg gleichk&auml;me, der sehr negativ f&uuml;r die US-Wirtschaft enden k&ouml;nnte. Eine Antwort auf die Unzufriedenheit in der Bev&ouml;lkerung zu finden, geh&ouml;rt auch zu den Zielen von Hillary Clintons Programm, denn sie wird vom linken Fl&uuml;gel ihrer Partei unter Druck gesetzt. Wie bei Trump sieht auch ihr Programm insbesondere die Erh&ouml;hung des Mindeststundenlohns vor; dies w&uuml;rde die Margen der US-Unternehmen weiter schrumpfen lassen. Mit anderen Worten: Die US-Pr&auml;sidentschaftswahl ist ein Beispiel f&uuml;r ein ung&uuml;nstiges asymmetrisches Risiko, auch wenn der nach jetzigem Stand wahrscheinlichste Fall &ndash; ein Sieg Hillary Clintons &#8211; bisher kein Anlass zur Unruhe ist. De facto w&uuml;rde die Wahl der Kandidatin bedeuten, dass eine unpopul&auml;re Pr&auml;sidentin ins Amt kommt. Sie h&auml;tte ihre Wahl vor allem der Tatsache zu verdanken, dass ihr republikanischer Konkurrent unbeliebt ist, Im Grunde w&uuml;rde der Status quo bestehen bleiben, wahrscheinlich garniert mit mehr Regulierung. Schlimmstenfalls f&uuml;hren die US-Wahlen zu viel Ungewissheit, die unmittelbare Gefahren f&uuml;r den Welthandel und die US-Staatsfinanzen oder sogar geopolitische Spannungen mit sich bringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Italien stellt das Verfassungsreferendum, das von Matteo Renzi auf den Weg gebracht wurde, weil seine Mehrheit im Parlament nicht ausreicht, ebenfalls ein asymmetrisches Risiko dar. Wenn Matteo Renzi eine Mehrheit hinter sich bringt, kann er seine Reformen fortsetzen, denn der Senat w&uuml;rde sein Vetorecht verlieren. Aber ein solcher Erfolg w&auml;re dennoch kein Allheilmittel gegen die Flaute der italienischen Wirtschaft (das Wachstum lag im zweiten Quartal erneut bei 0%). Sie leidet erheblich unter einer schwachen Produktivit&auml;t, hohen Schulden und einem anf&auml;lligen Bankensystem. Eine Ablehnung jedoch w&uuml;rde de facto ein Misstrauensvotum gegen Matteo Renzi darstellen. Dies w&uuml;rde nicht nur die Reformdynamik stoppen, sondern k&ouml;nnte bedeuten dass einer der europafreundlichsten Politiker des Kontinents sich aus der Politik zur&uuml;ckzieht und f&uuml;r Italien erneut unsichere politische Zeiten beginnen. Ferner hat Janet Yellen am 14. Dezember zum letzten Mal in diesem Jahr die Gelegenheit, auf die Verbesserung der Arbeitsmarkt- und Inflationszahlen in den USA mit einer Anhebung der Leitzinsen zu reagieren. Falls zu diesem Zeitpunkt an den M&auml;rkten sehr starke Turbulenzen herrschen sollten &#8211; z.B. nach einem &uuml;berraschenden Ausgang der Pr&auml;sidentschaftswahlen &#8211; wird sich die Fed wahrscheinlich davor h&uuml;ten, &Ouml;l ins Feuer zu gie&szlig;en. Es m&uuml;ssten schon au&szlig;ergew&ouml;hnliche Umst&auml;nde vorherrschen, damit die Fed kaum der Versuchung widersteht, die Zinsen um 0,25% zu erh&ouml;hen. Werden die Wirtschaft und die M&auml;rkte daraus gest&auml;rkt hervorgehen? Daran l&auml;sst sich zweifeln. Auch hier besteht ein asymmetrisches Risiko.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist anzunehmen, dass die M&auml;rkte sich weiterhin mit einer schwachen, mit Liquidit&auml;t gefluteten Wirtschaft zufrieden geben. Au&szlig;erdem k&ouml;nnte die im Fr&uuml;hjahr 2016 begonnene Erholung noch ein paar Monate andauern, obwohl unsere eigenen Analysen etwas anderes besagen. Risikomanagement bedeutet jedoch, auf Schw&auml;chephasen zu achten. Ihre komfortable Lage, die sie der jahrelangen au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Unterst&uuml;tzung durch die Zentralbanken zu verdanken haben, lie&szlig; die Anleihe- und Aktienm&auml;rkte auf im Sinne Minskys &bdquo;instabile&ldquo; Niveaus steigen. Beide Anlageklassen sind inzwischen anf&auml;llig gegen&uuml;ber externen Schocks, wie die &bdquo;Mini-Minsky-Momente&ldquo; von 2013, im Sommer 2015 und schlie&szlig;lich Anfang 2016 gezeigt haben. Bis zum Jahresende k&ouml;nnte es erneut zu drei Schocks kommen, und unsere makro&ouml;konomischen Erwartungen legen dar&uuml;ber hinaus nahe, dass die M&auml;rkte m&ouml;glicherweise entt&auml;uscht &uuml;ber das globale Wachstum sein werden. Daher erscheint es erneut angebracht, in taktischer Hinsicht vorsichtigere Positionierungen sowohl in Aktien als auch in Anleihen einzugehen, um solchen Anf&auml;lligkeiten entsprechend vorzubeugen.<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp; AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Offensichtlich haben sich die M&auml;rkte an ein konstantes Umfeld gew&ouml;hnt, das sich durch ein schwaches, aber anhaltendes Wachstum sowie niedrige Zinsen kennzeichnet und sich durch nichts st&ouml;ren l&auml;sst&#8230;&#8230; &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":4518,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[682],"tags":[],"class_list":["post-22547","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-anlagestrategie"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22547","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22547"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22547\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22547"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22547"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22547"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}