{"id":22549,"date":"2016-11-03T23:00:00","date_gmt":"2016-11-03T23:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/index.php\/2016\/11\/03\/paradox-aktueller-marktkommentar-der-schwyzer-kantonalbank\/"},"modified":"2016-11-03T23:00:00","modified_gmt":"2016-11-03T23:00:00","slug":"paradox-aktueller-marktkommentar-der-schwyzer-kantonalbank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/paradox-aktueller-marktkommentar-der-schwyzer-kantonalbank\/","title":{"rendered":"Paradox \u2013 Aktueller Marktkommentar der Schwyzer Kantonalbank"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die expansive, unkonventionelle Geldpolitik der vergangenen Jahre hat nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Das hat unter anderem damit zu tun, dass sich die Akteure (z.B. Unternehmen und Konsumenten) nur bedingt an das Drehbuch der Notenbanker gehalten haben und damit das angestrebte Endergebnis teilweise konterkarieren&#8230;.. &nbsp;<\/p>\n<p>  <!--more-->  <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Thomas Heller, Leiter Research und Chief Investment Officer der SZKB<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei Beispiele mit paradoxem Resultat:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die tiefen oder gar negativen Zinsen machen sparen im Grunde genommen unattraktiver. Das heisst, die Leute sollten nach Lehrbuch weniger sparen und mehr konsumieren. Die Sparquote ist in den vergangenen Jahren aber in den meisten L&auml;ndern gestiegen. Selbst in der Schweiz, wo die Sparneigung im internationalen Vergleich ohnehin schon immer &uuml;berdurchschnittlich hoch war. Dies d&uuml;rfte zwei Ursachen haben. Zum einen signalisieren die tiefen Zinsen, dass wir uns in einem Krisenmodus befinden. Da wird aus Sicherheits&uuml;berlegungen mehr gespart. Zum anderen muss man bei tiefen Zinsen mehr zur Seite legen, um sein Sparziel zu erreichen, als bei h&ouml;heren Zinsen. Die Sparquote steigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das billige Geld sollte die Unternehmen dazu bringen, mehr zu investieren. Das haben sie, wenn vielleicht auch nicht im erwarteten Ausmass, tats&auml;chlich getan. Der billigere Produktionsfaktor &#8220;Kapital&#8221; (z.B. Maschinen und Fabriken), das aus der erh&ouml;hten Produktion resultierende &Uuml;berschussangebot sowie der verst&auml;rkte Wettbewerb wirkten preisd&auml;mpfend. Das l&auml;uft dem Bestreben der Notenbanken entgegen, die deflation&auml;ren Kr&auml;fte zu bek&auml;mpfen und die Wirtschaft zu reflationieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die verschiedenen, sich &uuml;berlagernden Effekte der Geldpolitik lassen sich nicht klar separieren. Obige Beispiele verdeutlichen jedoch, dass die geldpolitische Wirkungskette keine Einbahnstrasse ist und auch unerwartete Kr&auml;fte freisetzen kann, die dem gew&uuml;nschten Ergebnis entgegenwirken. Diese teilweise paradoxen Effekte sind umso st&auml;rker, je l&auml;nger ein bestimmtes Regime (z.B. Negativzinsen) anh&auml;lt. Das d&uuml;rfte mit ein Grund daf&uuml;r sein, dass der Ruf der Notenbanken nach Unterst&uuml;tzung durch die Wirtschafts- und Fiskalpolitik lauter geworden ist<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auf einen blick:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anleihen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir rechnen damit, dass die Zinsen bis Ende Jahr noch etwas steigen. In diesem Umfeld erscheinen Unternehmens- und Wandel- gegen&uuml;ber Staatsanleihen attraktiv. Letztere sind immer noch hoch bewertet und werfen oftmals eine negative Rendite ab. Gegen Schwellenl&auml;nderobligationen sprechen h&ouml;here US-Zinsen und ein st&auml;rkerer US-Dollar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktien<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kurzfristige Entwicklung der Aktienm&auml;rkte ist v.a. von den USWahlen abh&auml;ngig. Ein Trump-Sieg oder ein Clinton-Sieg mit demokratischer Mehrheit w&uuml;rden f&uuml;r einen kurzen Taucher sorgen. Die mittelfristigen Aussichten sprechen aber daf&uuml;r, dass ein solcher bald aufgeholt w&uuml;rde: Zwar liefert die Geldpolitik kaum Impulse, doch die Wachstumsbeschleunigung sorgt f&uuml;r bessere Gewinnaussichten. Die attraktivsten Regionen sind die Eurozone (dank vergleichsweise g&uuml;nstiger Bewertung, tiefem Wechselkurs und expansiver Geldpolitik) sowie Japan (dank g&uuml;nstiger Bewertung und m&ouml;glichen Stimulierungsmassnahmen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Immobilien Schweiz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Immobilien-Bewertungen sind unver&auml;ndert hoch. Das Potential f&uuml;r weitere Wertsteigerungen ist limitiert. Noch besteht die Unterst&uuml;tzung durch die tiefen Zinsen und die Aussch&uuml;ttungsrenditen sind im Vergleich zu Obligationen sehr attraktiv. Ein deutlicher Zinsanstieg w&uuml;rde die Immobilienanlagen aber empfindlich treffen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rohstoffe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die OPEC will ihre Produktionsmenge etwas reduzieren. Die Details zur Umsetzung sollen bis zum 30. November ausgehandelt werden. Doch auch wenn die Umsetzung gelingt, ist nicht mit einem gr&ouml;sseren Preisanstieg zu rechnen. Denn bei einem &Ouml;lpreis von ca. USD 50 wird die F&ouml;rderung f&uuml;r die US-Fracker wieder profitabel und das Angebot nimmt zu. Bei Notierungen unter ca. USD 45 steigt f&uuml;r die OPEC und Russland aufgrund von Budgetproblemen der Druck, die Produktion zu begrenzen. Wir rechnen deshalb mit einem Preis zwischen USD 40 bis 55. Gold k&ouml;nnte im Falle negativer &Uuml;berraschungen bei den US-Wahlen kurzfristig etwas zulegen. Das Aufw&auml;rtspotential ist aber begrenzt: Ohne schwerer wiegende Unsicherheit ist mit einer Seitw&auml;rtsentwicklung zu rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W&auml;hrungen vs. CHF<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz des j&uuml;ngsten Kursrutsches unter EUR\/CHF 1.08 wird die SNB kaum eine signifikante Aufwertung des Frankens zulassen. Der Dollar steht aktuell im Spannungsfeld zwischen Zinserh&ouml;hung und Pr&auml;sidentschaftswahlen. Der Greenback scheint nach unten gut abgest&uuml;tzt, die Aussicht auf einen Zinsschritt im Dezember sollte ihm Auftrieb verleihen.<\/p>\n<p>Quelle:&nbsp; AdvisorWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die expansive, unkonventionelle Geldpolitik der vergangenen Jahre hat nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Das hat unter anderem damit zu tun, dass sich die Akteure (z.B. 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