{"id":2257,"date":"2016-09-07T22:00:00","date_gmt":"2016-09-07T22:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/bondworld.ch\/home\/sites\/20b\/7\/760c69a11c\/public_html\/investmentworld.ch\/index.php\/2016\/09\/07\/frankenschock-ueberwunden-von-wegen\/"},"modified":"2016-09-07T22:00:00","modified_gmt":"2016-09-07T22:00:00","slug":"frankenschock-ueberwunden-von-wegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/frankenschock-ueberwunden-von-wegen\/","title":{"rendered":"Frankenschock \u00fcberwunden von wegen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&bdquo;Der Frankenschock ist &uuml;berwunden&ldquo;, vermeldete gestern Vormittag das Schweizer Staatsradio unmittelbar nach Bekanntwerden der Wachstumszahlen zum zweiten Quartal 2016. Etwas zur&uuml;ckhaltender &auml;usserte sich gestern die NZZ, bem&uuml;hte aber doch die gleiche Schlagzeile im Internet, wenn auch im Konjunktiv. Das hatte sie allerdings auch schon Anfang Juni getan&#8230;<\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<hr \/>\n<p><span style=\"color: #00ccff;\">Sign up for our free newsletter to receive weekly news from BONDWorld. <a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=107\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>Click here to register for your free copy<\/strong><\/span><\/a><a href=\"index.php?option=com_acymailing&amp;view=user&amp;Itemid=1023\"><span style=\"color: #00ccff;\"><strong>&nbsp;<\/strong><\/span><\/a><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Martin Neff, Chef&ouml;konom Raiffeisen<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die &Uuml;berwindung scheint demnach ein sehr zeitaufreibendes Unterfangen zu sein. Und auch der Tagesanzeiger bem&uuml;hte das Wort in seiner Onlineberichterstattung, wobei er &Uuml;berwindung des Frankenschocks wenigstens in Anf&uuml;hrungszeichen kleidete. Auch heute waren die Meldungen nicht viel tiefsch&uuml;rfender. Im Originalwortlaut der Pressemitteilung des Staatsekretariates f&uuml;r Wirtschaft (SECO) findet sich indes kein Hinweis auf den Wechselkurs, geschweige denn der Begriff der &Uuml;berwindung. Offenbar haben sich einige meiner Kollegen in den von den Medien beliebten Blitzstatements dazu hinreissen lassen, die Zahlen als Wende oder gar Ende des Wechselkurstraumas zu interpretieren, ohne die Details genau zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zahlen lassen sich zweifellos sehen &ndash; auf den ersten Blick jedenfalls. Um real zwei Prozent wuchs die Schweizer Wirtschaft im Vorjahresvergleich und schlug den Konsens der Erwartungen (0.8%) gleich um &uuml;ber das Doppelte. Mit mehr als einem Prozent hatte kein(e) einzige(r) von Bloomberg befragte(r) &Ouml;konom\/in gerechnet. Ebenso wurde das Quartalswachstum, sprich die Zunahme gegen&uuml;ber dem 1. Quartal 2016, untersch&auml;tzt. Der Konsens lag hier bei knapp unter 0.4%, das SECO wies immerhin 0.6% aus. Offenbar war diese Fehleinsch&auml;tzung Anlass genug, dass sich mancher der Umfrageteilnehmer gem&uuml;ssigt sah, die besser als erwarteten Zahlen auch gleich zu begr&uuml;nden und daf&uuml;r bem&uuml;hten wohl einige den Wechselkurs. Wissen Sie eigentlich noch, wie stark das Wachstum im ersten Quartal 2016 ausgefallen ist? Wenn nicht sind sie nicht die einzigen, aber das ist heute auch nicht mehr von Relevanz, denn l&auml;ngst Schnee von gestern. In die Schlagzeilen schafft es aber nur was neu ist oder &uuml;berrascht, ganz egal in welche Richtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wetterprognose f&uuml;r die Vergangenheit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei sind die gestern publizierten Daten im Grunde genauso Schnee von gestern, denn das zweite Quartal liegt ja auch schon mehr als zwei Monate hinter uns. Und was auch gern oder aus Unwissen unterschlagen wird, ist die Tatsache, dass es sich bei den Zahlen um recht vage Sch&auml;tzungen handelt. Die gestern gefeierten Daten werden Anfang Dezember bereits wieder revidiert. Dann n&auml;mlich, wenn die Daten zum dritten Quartal 2016 publiziert werden. Nachdem das SECO f&uuml;r das erste Quartal 2016 im Juni noch ein Quartalswachstum von 0.1% gesch&auml;tzt hatte, kommt es in seiner j&uuml;ngsten Medienmitteilung schon auf 0.3%, deswegen Schnee von gestern. Das ist keine Kritik an der Arbeit des SECO, sondern die n&uuml;chterne Feststellung, dass Sch&auml;tzungen generell einfach genauer werden, je mehr Informationen vorliegen. Und f&uuml;r das erste Quartal liegen heute nun mal mehr Daten und Informationen vor als zum Zeitpunkt der ersten Sch&auml;tzung im Juni, was entsprechend zu einer Revision von erstmals ausgewiesenen Sch&auml;tzungen f&uuml;hrt. &Uuml;brigens kam es in der Vergangenheit auch immer wieder vor, dass sogar das Vorzeichen wechselte und der eine oder andere Analyst ex post sogar richtig lag mit seiner Sch&auml;tzung. Nur interessiert das dann niemanden mehr. Faktisch haben wir heute nicht mehr als eine vage Ahnung von einem etwas besseren wirtschaftlichen Klima im Fr&uuml;hling 2016. Wie das Wetter 2016 tats&auml;chlich war, werden wir hingegen erst im Sommer 2017 erfahren, wenn die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Schweiz f&uuml;r das Jahr 2016 vorliegt. Ob der Wechselkursschock &uuml;berwunden ist, werden wir aber selbst dann noch nicht wissen. Ganz sicher leiden noch sehr viele Unternehmen in der Schweiz unter dem harten Schweizer Franken und hoffen auf eine Entspannung. Durchhalten um jeden Preis ist kaum &Uuml;berwindung. F&uuml;r eine Entwarnung ist es daher zu fr&uuml;h.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Details gar nicht vielversprechend<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch wenn sich die hohe Wachstumsrate best&auml;tigen sollte, ist Euphorie fehl am Platz, denn die Details sind eher bedenklich. So dominiert einmal mehr die Komponente der sogenannten Vorrats&auml;nderungen und statistischen Abweichungen das Bild und zwar in dem Mass, dass ohne dieses h&ouml;chst vage Aggregat das Quartalswachstum sogar in den Minusbereich gefallen w&auml;re. Der Wachstumsbeitrag der Lager und statistischen Abweichungen betrug satte 0.72%. Dazu, stagnierte die wichtigste Komponente &#8211; der private Konsum &#8211; mit einer leicht roten Null im Quartalsvergleich. Und auch die Anlageinvestitionen waren r&uuml;ckl&auml;ufig, die in Bauten um -0.3% und solche in Ausr&uuml;stungen sogar um -0.9%. Dass die Exporte zulegten, ist weitgehend der Pharmaindustrie zuzuschreiben. Ansonsten waren die Exporte mehrheitlich r&uuml;ckl&auml;ufig, sowohl bei Maschinen, Uhren oder im Fahrzeugbau resultierten rote Vorzeichen und auch die Wertsch&ouml;pfung im Verarbeitenden Gewerbe war leicht r&uuml;ckl&auml;ufig. Ohne Pharma- bzw. Chemiebranche w&auml;re zudem der Handelsbilanzsaldo tiefrot, das ist eine schon l&auml;nger zu beobachtende Entwicklung. Verwendungsseitig mit Abstand am meisten zugenommen hat der &ouml;ffentliche Konsum (+1.7% gegen&uuml;ber Vorquartal), der jedoch zum gr&ouml;ssten Teil Lohnzahlungen an &ouml;ffentliche Bedienstete umfasst. Dort spielt sich auch das sogenannte Besch&auml;ftigungswunder ab, da seit geraumer Zeit vor allem die &ouml;ffentliche Verwaltung, das Gesundheits- und Sozialwesen Stellen schaffen. Bereiche also, die vom Wechselkursschock &uuml;berhaupt nicht betroffen waren. Soviel zum Thema Schock&uuml;berwindung.<\/p>\n<p>Quelle: BONDWorld.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&bdquo;Der Frankenschock ist &uuml;berwunden&ldquo;, vermeldete gestern Vormittag das Schweizer Staatsradio unmittelbar nach Bekanntwerden der Wachstumszahlen zum zweiten Quartal 2016. Etwas zur&uuml;ckhaltender &auml;usserte sich gestern die NZZ, bem&uuml;hte aber doch die gleiche Schlagzeile im Internet, wenn auch im Konjunktiv. 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