{"id":22603,"date":"2020-02-19T09:58:42","date_gmt":"2020-02-19T08:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/starthostunlimiteddmffassi-ss.stackstaging.com\/advisorworld.ch\/?p=6534"},"modified":"2020-02-19T09:58:42","modified_gmt":"2020-02-19T08:58:42","slug":"carmignac-wie-sich-die-aktienmaerkte-zunehmend-an-die-geringeren-wachstumsaussichten-anpassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/carmignac-wie-sich-die-aktienmaerkte-zunehmend-an-die-geringeren-wachstumsaussichten-anpassen\/","title":{"rendered":"Carmignac : Wie sich die Aktienm\u00e4rkte zunehmend an die geringeren Wachstumsaussichten anpassen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Carmignac : Einige Experten scheinen \u00fcberrascht zu sein, wie robust sich die Aktienm\u00e4rkte angesichts der Bedrohung des Wirtschaftswachstums durch den Ausbruch des Coronavirus zeigen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong><strong>von Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac<\/strong><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um dieses scheinbare Paradoxon zu erkl\u00e4ren, bietet sich ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber das allgemeine Investitionsumfeld an. Es ist heute allgemein bekannt, dass die Politik der Zentralbanken zur Bek\u00e4mpfung der Deflationsgefahr seit der Finanzkrise von 2008 zwar nur geringe Auswirkungen auf die BIP-Wachstumsraten hatte, dem Aktienmarkt aber einen historisch einmaligen Auftrieb beschert hat. Egal, ob Sie es als \u201efinanzielle Repression\u201c ablehnen, wie es viele in Europa tun, oder ob Sie den eher fachsprachlich gebr\u00e4uchlichen Begriff \u201equantitative Lockerung\u201c verwenden, die beispiellose Intervention der Zentralbanken \u00fcber mehr als ein Jahrzehnt hat die Finanzierungskosten f\u00fcr die Privatwirtschaft sicherlich gesenkt. Aber die blosse geldpolitische Belebung hat sich aufgrund der unzureichenden Nachfrage als unf\u00e4hig erwiesen, die Investitionst\u00e4tigkeit anzukurbeln. Und wie jeder weiss, bedeutet keine Investition kein Wachstum. Da diese Politik jedoch die Renditen der am wenigsten risikoreichen, festverzinslichen Wertpapiere unerbittlich nach unten treibt, hat diese die Anleger zum Kauf risikoreicherer Anlagen, vor allem Aktien und Unternehmensanleihen, ermutigt. Das Ergebnis war ein recht ungesunder Kreislauf: Das anhaltende Unverm\u00f6gen der Zentralbanken, den Abw\u00e4rtstrend des BIP-Wachstums und der Inflation einzud\u00e4mmen, hat sie dazu bewogen, an einer unkonventionellen Geldpolitik festzuhalten \u2013 was wiederum die B\u00f6rse in Schwung gehalten hat. Noch schlimmer ist, dass die entwickelten Volkswirtschaften so \u201efinanzialisiert\u201c geworden sind, dass sie nun an steigende Finanzm\u00e4rkte gefesselt sind. Das erkl\u00e4rt, warum die Zentralbanker so wenig Bedenken haben, diesen M\u00e4rkten unter die Arme zu greifen. Den Anlegern wurde damit suggeriert, wirtschaftliche R\u00fcckschl\u00e4ge jeder Art in Kauf zu nehmen. Der wirtschaftliche Schaden, der durch die drastische Reaktion in China und anderswo auf die drohende Ausbreitung des Coronavirus verursacht wurde, ist nur das j\u00fcngste Beispiel.<\/p>\n<h6><strong>Ein genauerer Blick auf den allgemeinen Stand der Dinge kann zus\u00e4tzliche Erkenntnisse \u00fcber das aktuelle Marktverhalten liefern<\/strong><\/h6>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zunehmende Diskrepanz zwischen der wirtschaftlichen Realit\u00e4t und den Auswirkungen der Zentralbankpolitik auf die Finanzm\u00e4rkte hat schwerwiegende soziale und politische Auswirkungen gehabt. In einem Fall sind sie so gut wie unbestreitbar. Die Vergr\u00f6sserung des Wohlstandsgef\u00e4lles im letzten Jahrzehnt zwischen denen, die \u00fcber Finanzanlagen verf\u00fcgen, und denjenigen, die diese nicht haben, hat zunehmend eine gewisse Rebellion gesch\u00fcrt, die in einigen L\u00e4ndern unerwartete Formen angenommen hat. H\u00e4tte zum Beispiel Donald Trump die Wahl 2016 gewonnen, wenn er den Arbeitern im Mittleren Westen keine h\u00f6heren Einkommen versprochen h\u00e4tte? H\u00e4tte eine Mehrheit der Briten f\u00fcnf Monate fr\u00fcher f\u00fcr den Brexit gestimmt, wenn die EU-Wirtschaft st\u00e4rkere Wachstumsraten verzeichnet h\u00e4tte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F\u00fchrt man diese beiden Beispiele weiter, so zeigt sich, dass weder Donald Trump noch Boris Johnson in der derzeitigen Lage die Macht haben, den unaufhaltsamen Abw\u00e4rtstrend des globalen Wirtschaftswachstums zu stoppen.<\/strong> Man kann die Investitionsausgaben nicht zehn Jahre lang auf breiter Basis k\u00fcrzen, ohne den Preis daf\u00fcr zu bezahlen. Die Trump-Regierung ist sich dessen wohl bewusst und hat ihre Wirtschaftspolitik entsprechend gestaltet. Dabei betrachtet sie die Weltwirtschaft als einen schrumpfenden Kuchen und hat ihre Position der St\u00e4rke offen ausgenutzt, um einen wachsenden Anteil des Kuchens auf Kosten der Handelspartner des Landes zu erobern. Dabei handelt es sich um unverhohlenen Protektionismus oder, genauer gesagt, um Merkantilismus. Merkantilisten lehnen die Idee ab, dass der Freihandel f\u00fcr alle von Vorteil sein kann, und betrachten die Weltwirtschaft als ein Nullsummenspiel. Es geht nur darum, zu den Gewinnern zu geh\u00f6ren. Nur hatte die im Europa des achtzehnten Jahrhunderts entstandene merkantilistische Philosophie eine wenig \u00fcberzeugende Erfolgsbilanz. Die konkurrierende nationalistische Politik, die von solchem Denken inspiriert ist, bringt auf lange Sicht nur Verlierer hervor. Man k\u00f6nnte auch hinzuf\u00fcgen, dass diese Politik auch zu grossen Spannungen zwischen L\u00e4ndern f\u00fchren kann, die in nicht enden wollende Handelskriege verwickelt sind. Aber auf kurze Sicht sind entsprechende Ma\u00dfnahmen bei den W\u00e4hlern recht beliebt, die annehmen, dass sie auf der Gewinnerseite landen werden. Man kann im \u00dcbrigen davon ausgehen, dass Boris Johnsons Haltung gegen\u00fcber der EU am Verhandlungstisch im Jahr 2020 auf einer \u00dcbersch\u00e4tzung der St\u00e4rke der britischen Wirtschaft beruhen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Auch wenn die Aktienm\u00e4rkte insgesamt heutzutage von einer \u00e4usserst unterst\u00fctzenden Geldpolitik praktisch gesponsert werden, leuchtet es ein, warum der US-Markt am ehesten die Nase vorn haben wird.<\/strong> Die anhaltende Grossz\u00fcgigkeit der Zentralbanken hat eine US-amerikanische Wirtschaft angekurbelt, die bereits zuvor kr\u00e4ftiger war als die ihrer Rivalen. Es bedeutet auch, dass die Regierung keine Schwierigkeiten hat, ein Haushaltsdefizit zu finanzieren, das derzeit fast 5 Prozent des BIP ausmacht. Nicht zuletzt hat die Handelspolitik von Trump ausl\u00e4ndisches Kapital leichter in die USA gelockt als anderswo. Es ist auch leicht nachzuvollziehen, warum Wachstumstitel, die gegen das d\u00fcstere Weltwirtschaftsklima weitgehend immun sind, immer noch hoch im Kurs stehen und warum die Anleger den Greenback auch bei steigenden US-Defiziten weiterhin bevorzugen. Und nun verlagert der Ausbruch des Coronavirus in China \u2013 wobei Asien die Hauptlast der wirtschaftlichen Kosten tr\u00e4gt \u2013 noch mehr Kapital in sichere Anlagen in den Vereinigten Staaten und st\u00e4rkt die US-Wirtschaft weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eines Tages werden die Sorgen der Zentralbanker vielleicht wieder gross genug sein, um sich Gedanken \u00fcber Massnahmen zur Eind\u00e4mmung der Geldschwemme zu machen, wie 2018 geschehen.<\/strong> Und eines Tages werden die Anleger sicher allm\u00e4hlich daran zweifeln, dass eine durch eine st\u00e4ndig steigende Geldmenge angeheizte Aktienhausse \u2013 bei gleichzeitiger Aussicht auf ein schrumpfendes Weltwirtschaftswachstum \u2013 unbegrenzt weitergehen kann. Aber bis dahin &#8211; niemand kann vorhersagen, wann dies der Fall sein wird &#8211; sind die Anleger gut beraten, sicherzustellen, dass die Unternehmen, deren Aktien sie halten oder zu kaufen beabsichtigen, die F\u00e4higkeit zur Erzielung von Gewinnen unter Beweis gestellt haben.<\/p>\n<p>Source: AdvisorWorld<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carmignac : Einige Experten scheinen \u00fcberrascht zu sein, wie robust sich die Aktienm\u00e4rkte angesichts der Bedrohung des Wirtschaftswachstums durch den Ausbruch des Coronavirus zeigen.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5436,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"telegram_tosend":false,"telegram_tosend_message":"","telegram_tosend_target":0,"footnotes":"","_wpscp_schedule_draft_date":"","_wpscp_schedule_republish_date":"","_wpscppro_advance_schedule":false,"_wpscppro_advance_schedule_date":"","_wpscppro_dont_share_socialmedia":false,"_wpscppro_custom_social_share_image":0,"_facebook_share_type":"","_twitter_share_type":"","_linkedin_share_type":"","_pinterest_share_type":"","_linkedin_share_type_page":"","_instagram_share_type":"","_medium_share_type":"","_threads_share_type":"","_google_business_share_type":"","_selected_social_profile":[],"_wpsp_enable_custom_social_template":false,"_wpsp_social_scheduling":{"enabled":false,"datetime":null,"platforms":[],"status":"template_only","dateOption":"today","timeOption":"now","customDays":"","customHours":"","customDate":"","customTime":"","schedulingType":"absolute"},"_wpsp_active_default_template":true},"categories":[682],"tags":[140],"class_list":["post-22603","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-anlagestrategie","tag-carmignac"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22603","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22603"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22603\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22603"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22603"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.investmentworld.eu\/ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22603"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}